Wirtschaft

"Gut gefüllte Streikkasse" Wie lange hält die GDL durch?

58507606.jpg

Im Streik: GDL-Mitglieder in Rostock.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wann die GDL den Streik beendet, ist nicht bekannt. Fest steht: Der Ausstand trifft nicht nur die Bahn, sondern kostet auch die Gewerkschaft Geld. Die versichert allerdings, den Streik durchziehen zu können.

Kann sich die GDL den laufenden tagelangen Bahnstreik finanziell leisten? Schließlich stehen den Gewerkschaftsmitgliedern, die sich am Arbeitskampf beteiligen und damit keinen Lohn bekommen, pro Tag 100 Euro Streikgeld zu. Die Antwort von Gewerkschaftschef Claus Weselsky ist deutlich: "Niemand sollte glauben, dass die GDL finanziell nicht in der Lage ist, den Arbeitskampf weiterhin durchzuhalten", sagte er im Interview mit n-tv.de. Was der Streik die GDL kostet, wollte er nicht sagen.

Dem arbeitgebernahen IW Köln zufolge kostet ein Streiktag die GDL zwischen 150.000 und 200.000 Euro. Die Gewerkschaft und der Deutsche Beamtenbund (DBB), in dem die GDL Mitglied ist, dürften bislang rund acht Millionen Euro an die Lokführer gezahlt haben, berichtete die "Bild"-Zeitung und berief sich dabei auf den Tarifexperten Hagen Lesch. Die Zahlen seien "deutlich zu hoch", sagte DBB-Chef Klaus Dauderstädt im "Deutschlandfunk".

Wie viel der Streik die GDL jeden Tag exakt kostet, ist schwer zu beziffern. Für den vergangenen Ausstand standen jedem streikenden Mitglied 75 Euro pro Tag zu. Nach Angaben der Gewerkschaft hatten täglich im Schnitt rund 3300 GDLer die Arbeit niedergelegt. Doch es reicht nicht aus, beide Zahlen einfach zu multiplizieren, um die täglichen Kosten zu ermitteln. Wenn beispielsweise ein Lokführer von 20 Uhr bis 3 Uhr Dienst hätte, streikt er an zwei Tagen – bekommt dafür aber nicht zweimal Streikgeld ausgezahlt.

Für den laufenden Ausstand hat die GDL das Streikgeld auf 100 Euro erhöht. Wie viele Mitglieder die Arbeit niederlegen, konnte die Gewerkschaft noch nicht sagen. Doch die Beteiligung sei höher als beim letzten Streik, so die GDL. Angaben zu der finanziellen Belastung machte sie aber nicht. Die Streikkasse sei gut gefüllt, hieß es gegenüber n-tv.de. Schließlich gebe es die Gewerkschaft bereits seit 150 Jahren.

Dazu kommt: Wie jede Mitgliedsgewerkschaft im Beamtenbund kann die GDL Unterstützung beantragen. "Dann entscheiden die zuständigen Gremien darüber, ob ein Zuschuss gewährt wird", sagte eine DBB-Sprecherin n-tv.de. Dieser liege bei höchstens 50 Euro pro Streikendem und Streiktag. Für den aktuellen Streik habe die GDL keinen Antrag gestellt, nachträglich sei das nicht möglich. Genaue Zahlen nannte die Sprecherin nicht: "Konkrete Beträge, Abrechnungsvorgänge und Liquiditätsflüsse im Zusammenhang mit der DBB-Streikgeldunterstützung unterliegen der Vertraulichkeit."

Warum die GDL keinen Antrag gestellt hat, wollte die Gewerkschaft nicht sagen. Der Beamtenbund wies einen Bericht zurück, wonach dieses Mal kein Geld bewilligt worden wäre. "Ich weiß nicht, wo die "Bild"-Zeitung diese Information herhat", sagte DBB-Chef Dauderstädt. Ob er aktuell einen Antrag der GDL unterstützen würde, ließ er offen. Zugleich bekräftigte Dauderstädt, dass der Beamtenbund inhaltlich "fest an der Seite der GDL" stehe.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema