Wirtschaft

Regelrechter Ansturm Windkraft-Ausbau kommt wieder in Schwung

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Die Flaute scheint erstmal vorüber zu sein.

(Foto: picture alliance/dpa)

Lange stagniert der Ausbau der Windkraft in Deutschland. Doch nun, kurz nach der EEG-Reform, weht frischer Wind durch die Branche. Bei einer Ausschreibung für neue Anlagen gibt es einen regelrechten Ansturm.

Die Flaute bei der Windkraft an Land ist möglicherweise überwunden. Die öffentliche Ausschreibung für diese Ökostrom-Technologie ist ähnlich wie bei der Solarenergie zum ersten Mal in diesem Jahr deutlich überzeichnet, wie die Bundesnetzagentur mitteilte. Zum 1. Dezember wurden knapp 367.000 Kilowatt an Windstrom ausgeschrieben und 96 Gebote mit einem Volumen von rund 657.000 Kilowatt eingereicht.

Insgesamt bekamen 58 Gebote zu fast 400.000 Kilowatt einen Zuschlag, drei wurden wegen Formfehlern ausgeschlossen. Die meisten Windpark-Projekte gingen nach Schleswig-Holstein (31), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (11) und Niedersachsen (8). Der durchschnittliche Zuschlagswert sank von 6,11 Cent pro Kilowattstunde auf nun 5,91 Cent.

In dieser Runde wurde die Obergrenze des Netzausbaugebiets nahezu vollständig ausgeschöpft: Auf 178.000 ausgeschriebene Kilowatt wurden 286.000 Kilowatt eingereicht. Das Netzausbaugebiet begrenzt den Windausbau in Regionen überwiegend in Norddeutschland, in denen bereits viel Ökostrom produziert wird, zugleich aber wegen fehlender Stromnetze regelmäßig Engpässe auftreten.

Auch großes Interesse an Solarkraft

Erneut sehr deutlich überzeichnet war auch die Solarausschreibung. Zum 1. Dezember wurden 186 Gebote mit einem Umfang von 936.000 Kilowatt abgegeben, ausgeschrieben waren nur knapp 257.000 Kilowatt. Den Zuschlag erhielten 45 Gebote für 264.000 Kilowatt, davon 13 auf Acker- und Grünlandflächen in Bayern. Der durchschnittliche Zuschlagswert sank von 5,23 Cent pro Kilowattstunde auf 5,10 Cent. 42 Photovoltaik-Gebote wurden vom Verfahren ausgeschlossen, darunter 16, die zu spät eingingen.

Eine größere Anzahl von Ausschlüssen begründete die Netzagentur mit einer deutlichen Überschreitung der zulässigen Gebotsmenge. Dies sei "wahrscheinlich in Ansehung der sich ändernden Gesetzeslage" geschehen, so die Behörde mit Blick auf die am Freitag vom Bundesrat bestätigte Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Die nächste Ausschreibung unter den neuen EEG-Regeln für Windenergie an Land findet am 1. Februar 2021 und die nächste für Solaranlagen, die nicht auf Gebäuden installiert werden, am 1. März 2021 statt.

Quelle: ntv.de, vpe/DJ