Wirtschaft

Silicon-Saxony-Chef im Podcast Wird Sachsen zum Mini-Silicon-Valley?

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Anfang Juni hat Bosch in Dresden seine neue Halbleiterfertigung eröffnet.

(Foto: imago images/Sylvio Dittrich)

Fast 60 Jahre Erfahrung in der Mikroelektronik machen Dresden zu einem einzigartigen Halbleiterstandort in Europa, davon ist Silicon-Saxony-Chef Frank Bösenberg überzeugt. Warum es aber in Sachen Marketing großen Nachholbedarf gibt, erklärt der Manager im Podcast "So techt Deutschland".

Kaum ein Wort im Sächsischen passt zum Erfolgsrezept des Silicon Valley so gut wie das Wort "fischelant". Clever, auf Zack sein, schlau, Chancen erkennen und sie auch nutzen. "Wirklich neue Sachen, auch disruptive Sachen", erklärt Frank Bösenberg, Chef des Wirtschaftsnetzwerks Silicon Saxony. So sehen sich auch die Sachsen, jedoch nicht mit "so großer Trommelei verbunden", wie man das vom kalifornischen Original kenne. "Wir sind im Marketing einfach nicht halb so gut", räumt Bösenberg ein.

Ob Isar Valley, Silicon Saxony oder Brain Valley in Saarbrücken, viele deutsche Technologie-Regionen geben sich gerne den Beinamen Valley oder Silicon in Anlehnung an das Silicon Valley in den USA. Doch der Name allein macht noch keinen Hightech-Standort aus. Das weiß Frank Bösenberg als Manager des Silicon Saxony in Dresden genau.

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Frank Bösenberg führt den Branchenverband Silicon Saxony.

Auch wenn der Name erst 1998 durch einen Reporter des "Time Magazine" geprägt wurde, gehe die Geschichte der Halbleiterproduktion "zurück bis in DDR-Zeiten, wo Dresden zum Zentrum der Mikroelektronik gemacht wurde", erklärt Bösenberg. Nach der Wende siedelten sich dann durch sinnvolle Ausnutzung der Aufbaumittel Unternehmen wie AMD an. Aber das Silicon Saxony nur auf Halbleiter zu reduzieren, würde zu kurz greifen. "Wir sagen Hard- und Software. Tatsächlich sind von den 70.000 Angestellten auch 30.000, die in der Software-Industrie arbeiten", rechnet uns Bösenberg vor. Und genau das locke auch immer wieder neue Unternehmen an.

"Es ist günstiger, hier zu wohnen"

Kürzlich habe Bosch ein neues Halbleiterwerk in Dresden eröffnet. "Eine Milliarde Investment und fast sechs Monate vor geplanter Eröffnung fertiggestellt. Glaubt man kaum, dass das geht in Deutschland", erzählt Bösenberg nicht ohne Stolz.

Für eine solche Neuansiedlung müssten mehrere Komponenten zusammenkommen. Und eines sei ein Ökosystem mit einer kritischen Masse an Fachpersonal. "Es gibt hier eine gute Universität und mehrere Forschungsinstitute", erklärt Bösenberg. Dresden habe sich dann gegen Standorte in den USA und Singapur durchgesetzt. Es gebe auch noch andere, weiche Faktoren. "Die Sächsische Schweiz, die Elbe, und es ist noch ein bisschen günstiger, hier zu wohnen", sagt Bösenberg und verweist dabei auf die Konkurrenz aus München.

Was Dresden und das Silicon Saxony gegen Länder wie Taiwan, USA oder Japan ausrichten kann, welche Rolle Subventionen dabei spielen und warum er sich bei "Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen" engagiert, erzählt Frank Bösenberg in dieser Folge des ntv-Podcasts "So techt Deutschland".

Quelle: ntv.de, sks

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