Wirtschaft

BMW stoppt Bänder ab Montag Wirtschaft zahlt für Brexit-Chaos

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BMW hat die Werksferien aus dem Sommer vorverlegt, im April rollen im britischen Mini-Werk deswegen keine Autos vom Band.

(Foto: REUTERS)

Die Brexit-Hängepartie kommt die deutsche Wirtschaft teuer zu stehen. Der BDI rechnet mit Einbußen von 17 Milliarden Euro allein in diesem Jahr. Nun wirbelt das Chaos auch noch die Zeitplanung der Unternehmen durcheinander. Notfallpläne werden zu früh gezündet.

Der EU-Austritt am Freitag ist zwar ausgefallen, aber aufgehoben ist er nicht. Die Zeche für Brexit-Pläne samt Hängepartie zahlt die Wirtschaft. Der Industrieverband BDI rechnet allein in diesem Jahr mit einem Rückschlag von mindestens einem halben Prozent bei der deutschen Wirtschaftsleistung. Das wären etwa 17 Milliarden Euro weniger Wirtschaftskraft, wie Verbandspräsident-Präsident Dieter Kempf der Funke Mediengruppe sagte.

Wohl jedes vierte Unternehmen mit Geschäftsverbindungen in das Vereinigte Königreich müsse außerdem im Falle eines harten Brexits Stellen streichen, so Kempf weiter. In der Wirtschaft mache sich eine quälende Unsicherheit breit, die die Stimmung eintrübe, Investoren vergraule sowie Wachstum und Arbeitsplätze koste. 

Sorgenvoll äußerte sich auch der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer. Zwölf Prozent der deutschen Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen nach Großbritannien planen demnach nach dem Brexit weniger in Großbritannien zu investieren und die Investitionen dafür nach Deutschland oder in andere EU-Länder zu verlagern.

Seit dem Brexit-Referendum im Juni 2016 sind die deutschen Exporte nach Großbritannien laut DIHK um mehr als fünf Prozent zurückgegangen, die in andere EU-Länder dagegen um mehr als elf Prozent gewachsen. Laut einer Umfrage bezeichnet nur noch jedes fünfte Unternehmen mit Beziehungen nach Großbritannien seine Geschäfte dort als gut. 70 Prozent der Betriebe gehen demnach für 2019 von einer weiteren Verschlechterung aus.

Notfallpläne werden zu früh gezündet

Derzeit wirbelt das politische Chaos auf der Insel vor allem die Zeitpläne derjenigen Unternehmen durcheinander, die eigentlich Vorsorge treffen wollten, um wirtschaftlichen Schaden durch den Brexit abzuwenden. Viele, die sich auf den 29. März als EU-Austrittsdatum vorbereitet hatten, zünden ihre Notfallpläne wegen der Hängepartie auf der Insel möglicherweise nun zu früh.

BMW wird ab Montag in seinen vier britischen Werken die vorgezogenen vierwöchigen Werksferien einläuten. Der Konzern hatte sie vom Sommer auf April vorgezogen, um Lieferengpässe in der Produktion zu vermeiden, wenn es zum Chaos-Brexit kommt. Die Belegschaft wird nun zu früh in den Brexit-Urlaub geschickt. Gleichzeitig wächst die Gefahr, dass es am 12. April zu einem verspäteten No-Deal-Brexit kommt.

Quelle: n-tv.de, ddi/rts

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