Wirtschaft

"Leicht zunehmendes Tempo"Zahl der Erwerbstätigen sinkt um 212.000 Personen

18.08.2026, 10:17 Uhr
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Einen besonders starken Rückgang gab es im Produzierenden Gewerbe. (Foto: picture alliance/dpa)

In Deutschland sind immer weniger Menschen berufstätig. Der strukturelle und demografische Wandel sowie geopolitische Unsicherheiten dürften dafür sorgen, dass es in nächster Zeit zu keiner Trendwende kommt. Erstmals seit Jahren schwächelt der Dienstleistungssektor.

Die Konjunkturerholung geht am deutschen Arbeitsmarkt bislang vorbei. Im zweiten Quartal waren im Schnitt rund 45,7 Millionen Menschen erwerbstätig, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das waren 212.000 Personen oder 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. "Damit setzte sich der Rückgang der Erwerbstätigkeit mit leicht zunehmendem Tempo fort", hieß es dazu.

Werden saisonale Verzerrungen bereinigt, dann sank die Erwerbstätigenzahl von April bis Juni um 53.000 oder 0,1 Prozent zum Vorquartal und damit das fünfte Mal in Folge.

Eine rasche Trendwende erwartet die Bundesregierung nicht. "In Anbetracht des strukturellen und demografischen Wandels sowie der anhaltend hohen geopolitischen Unsicherheit dürfte sich die Lage am Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten kaum verbessern", schreibt das Wirtschaftsministerium in seinem aktuellen Monatsbericht. Dabei hatte Europas größte Volkswirtschaft zuletzt Tritt gefasst: Trotz der Belastungen durch höhere Ölpreise infolge des Iran-Kriegs wuchs das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal um 0,2 Prozent und damit zum dritten Mal in Folge.

Leichtes Minus bei Dienstleistern

Erstmals seit der Corona-Krise nahm im Frühjahr die Zahl der Beschäftigten bei den Dienstleistern spürbar ab. Hier gab es ein Minus von 27.000 Personen oder 0,1 Prozent zum Vorjahresquartal.

Im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit setzte sich der langjährige Aufwärtstrend mit einem Plus von 187.000 Personen (+1,5 Prozent) fort. Im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe sank die Erwerbstätigenzahl dagegen um 115.000 (-1,1 Prozent). Bei den Unternehmensdienstleistern, zu denen auch der Bereich Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften gehört, schrumpfte die Zahl der Beschäftigten um 52.000 (-0,8 Prozent). Im Bereich Information und Kommunikation nahm die Beschäftigung um 24.000 Personen (-1,5 Prozent) ab.

Im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) schrumpfte die Erwerbstätigenzahl erneut kräftig, und zwar um 159.000 oder 2,0 Prozent. Der exportabhängigen Industrie machen etwa US-Zölle sowie die wachsende Konkurrenz durch China zu schaffen. Im Baugewerbe sank die Beschäftigung um 17.000 Personen (-0,7 Prozent), in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei um 9000 (-1,5 Prozent).

Quelle: ntv.de, rog/rts

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