Wirtschaft

Im Schnitt 35 Prozent teurer Zinsen für Ratenkredite steigen explosionsartig

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Die Zeiten von Negativzinsen sind endgültig vorbei.

(Foto: picture alliance / dpa)

Schon seit dem Frühjahr steigen die Ratenkreditzinsen kontinuierlich an. Nun haben auch die Zinsentscheidungen der EZB laut dem Vergleichsportal Verivox zu einem Anstieg "von historischem Ausmaß" geführt - und ein Ende ist nicht in Sicht. Für einige Kreditnehmer könnte das gefährlich werden.

Infolge der Zinswende der Europäischen Zentralbank (EZB) haben sich Ratenkredite für Verbraucher deutlich verteuert. "Im Marktdurchschnitt sind Kredite heute 35 Prozent teurer als Anfang dieses Jahres", erklärte das Vergleichsportal Verivox. Verivox hat dafür nach eigenen Angaben knapp eine Million Finanzierungsangebote ausgewertet.

Anfang des Jahres lagen die Ratenkreditzinsen im Marktdurchschnitt demnach noch bei 4,98 Prozent - und stiegen seitdem auf aktuell 6,72 Prozent. Der mittlere tatsächlich abgeschlossene Zinssatz liegt laut Verivox derzeit bei 4,92 Prozent, zu Jahresbeginn waren es noch 2,98 Prozent. "Somit sind Kredite im günstigen Preissegment sogar um 65 Prozent teurer geworden", erläutert das Vergleichsportal.

"Nach jahrelanger Talfahrt erleben wir bei den Ratenkreditzinsen jetzt einen Anstieg von historischem Ausmaß", erklärte Verivox-Chef Oliver Maier. Die EZB-Entscheidungen seit Juli spielten dabei "natürlich" eine wichtige Rolle. Der Zinsanstieg habe in Erwartung der Zinswende jedoch bereits deutlich früher begonnen. "Seit dem Frühjahr steigen die Ratenkreditzinsen immer weiter und ein Ende ist nicht in Sicht. In den kommenden Wochen dürften sich Kredite weiter verteuern."

Möglicherweise mehr Privatinsolvenzen

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Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hält angesichts dieser Entwicklung einen Anstieg von Privatinsolvenzen für möglich. "Davon könnten nicht nur Haushalte mit sehr niedrigen Einkommen betroffen sein, sondern im Zuge des mit der Inflation einhergehenden Zinsanstiegs auch Immobilienbesitzer, die sehr knapp kalkuliert haben und in nächster Zeit eine Anschlussfinanzierung benötigen", sagte IWH-Vizepräsident Oliver Holtemöller dem "Handelsblatt".

Die EZB hatte im Juli erstmals seit 16 Jahren die Leitzinssätze um jeweils 0,5 Prozentpunkte erhöht und damit die Ära der Negativzinsen beendet. Anfang September wurden die drei Leitzinssätze dann um jeweils 0,75 Prozentpunkte angehoben. Das war die stärkste Erhöhung seit Einführung des Euros.

Quelle: ntv.de, jug/AFP

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