Ratgeber

Finanzierung deutlich teurer Das sind jetzt die günstigsten Bauzinsen

Steigende Zinsen, steigende Immobilienpreise, steigende Inflation: Bauen oder kaufen wird in Deutschland immer mehr zum Luxus.

Alles wird teurer.

(Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa/dpa-tmn)

Mit der Leitzinserhöhung der EZB auf nunmehr 1,25 Prozentpunkte sind auch die Zinsen für die Immobilienfinanzierung nach einem kurzen Abwärtstrend wieder auf dem Weg nach oben, wie Finanztest bei einem Bauzins-Vergleich von mehr als 70 Banken feststellt.

Die Bauzinsen nähern sich erneut dem bisherigen Jahreshoch von drei Prozent. Dabei beeinflusst die jüngste EZB-Entscheidung den sogenannten Hauptrefinanzierungssatz um einen Dreiviertel-Prozentpunkt auf 1,25 Prozent anzuheben, die Bauzinsen nur indirekt. Wichtigster Indikator sind die Zinsen für zehnjährige Bundesanleihen. Denn sie bestimmten maßgeblich die Renditen für Pfandbriefe, die wiederum von Banken für die Refinanzierung von Immobilienkrediten genutzt werden.

Nachdem die Bauzinsen im Juli überraschend stark gesunken waren, zeigt der Trend inzwischen wieder nach oben. "Finanztest" vermutet, dass es sich bei der Abwärtsbewegung lediglich um eine "Atempause" gehandelt hat. Denn inzwischen zeigt der Zins­trend wieder nach oben. Ende August lag der durch­schnitt­liche Effektivzins für Kredite mit zehn Jahren Zins­bindung bei 2,90 Prozent. Mit 20 Jahren Zins­bindung waren es 3,26 Prozent.

Zukünftige Zins­sätze um 3 Prozent und höher

Auch die staatliche KfW-Bank ist teuer geworden. Seit Anfang August hat sie den Zins­satz für Kredite im Wohneigentumsprogramm mit zehn Jahren Zins­bindung in fünf Schritten von 2,74 auf 3,35 Prozent erhöht - und war damit zuletzt deutlich teurer als viele gewinn­orientierte Banken.

Wer seine Immobilie zu 80 Prozent finanzieren möchte und dafür eine zehnjährige Zinsbindung und dreiprozentige Tilgung wählt, kann nach aktuellen Berechnungen von Finanztest günstigstenfalls mit einem Bauzins von 2,49 Prozent ("DTW") rechnen. Im Juli waren noch Bauzinsen für 2,46 Prozent zu haben. Bei einer 20-jährigen Zinsbindung liegt das günstigste Angebot derzeit bei 2,79 Prozent ("Creditweb").

Immobilienkäufer müssen sich nach Angaben der Tester wohl länger­fristig auf Zins­sätze um 3 Prozent und höher einstellen. Im lang­jährigen Vergleich ist das aber immer noch günstig. Doch für die meisten Kreditnehmer wird das angesichts hoher Immobilien­preise und explodierender Energiekosten nur ein schwacher Trost sein.

Banken agieren restriktiver bei Kreditvergabe

Das Vergleichsportal Check24 stellte zudem bereits fest, dass sich in jedem Fall die durchschnittliche Baufinanzierung bis Ende dieses Jahres um einige Tausend Euro innerhalb der Laufzeit verteuert. Bereits jetzt ist die durchschnittliche Finanzierungssumme in den vergangenen drei Monaten um zehn Prozent gesunken. Weniger Kunden können es sich demnach leisten, sehr hohe Finanzierungssummen aufzunehmen. Zudem agieren Banken restriktiver bei der Kreditvergabe.

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Bei einer Baufinanzierung zu einem effektiven Zinssatz (die Gesamtkosten, die für einen bestimmten Kreditbetrag insgesamt bezahlt werden müssen) von 3,0 Prozent für ein Darlehen über 500.000 Euro bedeutet dies einen höheren Zinsaufwand von 98.538 Euro bis zum Ende der zehnjährigen Sollzinsbindung. Anfang des Jahres lag der effektive Zinssatz noch bei 0,8 Prozent. Die monatliche Rate für Haus- oder Wohnungskäufer steigt im Beispielfall somit um 916 Euro. Bei 4,0 Prozent wären es sogar 142.698 Euro mehr Zinskosten als im Januar 2022.

Baugeldzinsen im Vergleich

(Dieser Artikel wurde am Dienstag, 13. September 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, awi

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