Wirtschaft

300 Millionen Nutzer täglich Zoom wächst trotz Sicherheitslücken rasant

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Nutzer von Zoom beklagen, dass der Dienst nicht verschlüsselt ist.

(Foto: imago images/Fotoarena)

Zoom erfreut sich seit der Pandemie an steigenden Nutzer-Zahlen. Der Videodienst kommt erstmals auf mehr als 300 Millionen Nutzer täglich. Doch die Kritik wegen massiver Sicherheitslücken reißt nicht ab.

Der Videodienst Zoom gewinnt in der Krise trotz Sicherheitsbedenken scharenweise neue Nutzer. Inzwischen telefonieren täglich mehr als 300 Millionen Menschen über die Plattform, wie Zoom mitteilte. Vor dem durch den Ausbruch des Coronavirus bedingten Trend zum Homeoffice kam der US-Konzern im Dezember noch auf täglich maximal zehn Millionen Anwender.

Dabei mehren sich die Stimmen, die sich wegen Sicherheitslücken gegen Zoom aussprechen. Zuletzt erteilte der Autokonzern Daimler dem Dienst für den geschäftlichen Gebrauch eine Absage. Zoom konkurriert unter anderem mit Teams von Microsoft und Ciscos Webex.

Der Videokonferenzdienst war ursprünglich auf den Einsatz in Unternehmen ausgerichtet. In der derzeitigen Krise hob Zoom aber die Beschränkungen für Gratis-Nutzung auf und wurde damit auch zu einer populären Plattform für Lernstunden, Gottesdienste oder auch die Kommunikation in Familien.

Neue Version soll "Zoombombing" verhindern

Zoom bemüht sich, Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Das Unternehmen kündigte an, die Verschlüsselung zu überarbeiten. Nutzer hatten sich immer wieder darüber beschwert, dass der Dienst nicht komplett verschlüsselt ist. Diesbezüglich läuft auch eine Sammelklage gegen den Konzern in den USA.

Außerdem beförderte die breitere Nutzung auch das Problem des sogenannten "Zoombombing", bei dem sich Unberechtigte in eine Sitzung einwählen, deren ID-Nummer öffentlich geworden ist. Eine kurz vor der Veröffentlichung stehende neue Version für die App soll dies künftig verhindern. Zudem kann inzwischen der Organisator des Videotelefonats entscheiden, welche Rechenzentren in welcher Region genutzt werden. Die Firma stellte nach der Kritik die Entwicklung neuer Funktionen für drei Monate zurück, um sich auf die Lösung der angeprangerten Probleme zu konzentrieren.

Quelle: ntv.de, vmi/rts/AFP