Wirtschaft

Ifo-Index fällt zweites Mal Zweite Welle dämpft Stimmung in Chefetagen

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Der Konjunktur droht Ökonomen zufolge durch die absehbare Verlängerung des Teil-Lockdowns jedoch ein erneuter Rückschlag.

(Foto: picture alliance / Christian Cha)

Der Ifo-Geschäftsklimaindex fällt im November das zweite Mal in Folge. Die Manager beurteilen den Ausblick für ihre Geschäfte skeptischer als zuletzt. Laut Analysten ist mit weiteren Rückschlägen zu rechnen - bergauf könnte es erst wieder gehen, wenn die Impfkampagne beginnt.

Trotz der Aussicht auf Impfungen gegen das Coronavirus trübt sich die Stimmung der Firmen in Deutschland in der Pandemie weiter ein. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im November auf 90,7 Punkte von 92,5 Zählern im Vormonat und damit das zweite Mal in Folge, wie das Münchner Institut mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten allerdings mit einem stärkeren Rückgang auf 90,1 Punkte gerechnet. "Die Geschäftsunsicherheit ist gestiegen. Die zweite Corona-Welle hat die Erholung der deutschen Wirtschaft unterbrochen", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Auch für den LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert ist das der erwartet deutliche Rücksetzer. Dass sich vor allem die Erwartungen deutlich eingetrübt haben, damit habe er gerechnet. "Es steht damit sozusagen 1:0 zwischen der Lockdown-Furcht und den Impfhoffnungen. Positiv ist die bislang stabile Lage", sagt Burkert. Offenbar kämen viele Unternehmen inzwischen mit der Pandemiesituation besser zurecht. "Das heißt nicht, dass sie gut damit zurechtkommen, aber sie passen sich an die neuen Umstände an, so gut es eben geht." Für die nächsten ein bis zwei Monate geht er aber von weiteren Rückschlägen aus. Bergauf gehe es wohl erst wieder, wenn die Impfkampagne beginnt.

Die Manager beurteilten den Ausblick für ihre Geschäfte deutlich pessimistischer und ihre Lage etwas schlechter als zuletzt. Die deutsche Wirtschaft hatte sich im Sommer nach dem Corona-bedingten Einbruch im Frühjahr wieder gefangen und war um 8,5 Prozent gewachsen. Der Konjunktur droht Ökonomen zufolge durch die absehbare Verlängerung des Teil-Lockdowns jedoch ein erneuter Rückschlag.

Bund und Länder werden am Mittwoch wahrscheinlich weiterreichende Corona-Maßnahmen beschließen. Zugleich geht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn davon aus, dass noch in diesem Jahr die ersten Bürger in Impfzentren gegen das Coronavirus immunisiert werden können.

Quelle: ntv.de, jki/rts