Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagDax profitiert von Suche nach "Old Economy"

29.07.2026, 17:44 Uhr

Der Dax hat einen wackeligen Handelstag mit einem blauen Auge überstanden und am Ende unverändert bei 25.460 Punkten geschlossen. Zeitweise war der Leitindex um ein halbes Prozent abgerutscht. Dass es nicht mehr wurde, lag ausgerechnet an seiner größten Schwäche. Während der weltweite Ausverkauf bei Halbleitern andere Indizes heftig unter Druck setzte, profitierte der deutsche Leitindex von seiner fehlenden KI-Fantasie.

"Die derzeitige Lage im Dax kann durchaus als wackelig bezeichnet werden. Lediglich die fehlende Technologie-DNA hilft dem deutschen Leitindex in diesen Tagen", kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. "Während viele andere Indizes deshalb unter heftigen Verkaufsdruck geraten, suchen Investoren verstärkt Aktien aus der Old Economy."

Hilfreich waren dafür die Bilanzen der Finanzriesen. Deutsche Bank, UBS und Standard Chartered konnten den positiven Trend aus den USA im Investmentbanking aufnehmen. Die Deutsche Bank sprang mit einem überraschenden Gewinnplus zeitweise an die Dax-Spitze. Am Ende nahm die Deutsche Bank davon 0,9 Prozent mit in den Feierabend.

Dazu kam Rheinmetall. Die Zahlen des Schwergewichts übertrafen die Erwartungen "deutlich", wie Jefferies kommentierte, und verhalfen der Aktie zu einem ansehnlichen Plus. Vor diesem Hintergrund, so Lipkow, "schwimmt sich der Dax von den Vorgängen im Halbleiterbereich frei". Die Papiere schlossen 6,2 Prozent höher, was ihnen den Thron im Dax einbrachte.

Lediglich Infineon litt unter der Sogwirkung des Sektors, nachdem SK Hynix trotz Gewinnvervielfachung mit seinem Ausblick enttäuscht hatte. Mit minus 5,9 Prozent hielten die Titel die rote Laterne.

Die Erholung wurde von zwei Faktoren gebremst. Erneute Spannungen am Persischen Golf mit Angriffen zwischen Iran, Saudi-Arabien und US-Truppen trieben die Ölpreise von Brent und WTI um mehr als fünf Prozent nach oben. Zudem bleiben Anleger vor der US-Notenbankentscheidung am Abend und den Zahlen von Meta und Microsoft zurückhaltend. "Es besteht das Restrisiko, dass sich die Notenbanker doch für einen Zinsschritt entscheiden", warnt Lipkow. Bei Meta und Microsoft stehen vor allem die geplanten KI-Investitionen im Fokus.

Das war der Börsen-Tag am Mittwoch. Wir verabschieden uns in den Feierabend und würden uns freuen, Sie morgen an dieser Stelle wieder begrüßen zu dürfen. Falls Sie noch Kapazitäten haben, hier noch eine lesenswerte Lektüre für den Tagesausklang von unserem Kollegen Max Borowski. Es lohnt sich!: Aktienkurs rutscht 40 Prozent ab - Der SpaceX-Kurssturz kommt für Anleger gerade noch rechtzeitig.

Quelle: ntv.de