Bitcoin fällt
Bitcoin gibt nach, da die Märkte auf die US-Inflationsdaten warten, die heute und morgen veröffentlicht werden. Die um 12.30 Uhr GMT anstehenden Daten zu den US-Erzeugerpreisen und die am Freitag fälligen Daten zu den US-Verbraucherpreisen könnten Signale für die Aussichten auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank in der nächsten Woche geben. Laut Daten von LSEG preisen Investoren eine Wahrscheinlichkeit von 59 Prozent für eine Zinserhöhung der Fed in der nächsten Woche ein. Der Marktfokus liegt auch auf dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank. Investoren preisen eine 99-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der EZB ein. Bitcoin fällt um 0,2 Prozent auf 78.162 US-Dollar.
Aktie von Primark-Mutter stürzt ab
Enttäuschende Zahlen der Modehandelstochter Primark lösen einen Ausverkauf bei AB Foods aus. Die Aktien des britischen Konzerns brachen in London um bis zu 10,5 Prozent ein, der größte Kurssturz seit acht Monaten. Der Primark-Umsatz ist ersten Berechnungen zufolge im am Wochenende auslaufenden Quartal um drei Prozent geschrumpft. Grund sei das schwächelnde Geschäft in Kontinentaleuropa, das um 4,3 Prozent zurückgegangen sei. Die Erlöse aus dem Lebensmittel-Geschäft hätten dagegen im "mittleren einstelligen Prozentbereich" zugelegt. Die Zuckersparte leide erneut unter sinkenden Verkaufspreisen.
Die geplante Abspaltung von Primark komme gut voran und werde voraussichtlich im Dezember 2027 abgeschlossen sein, teilte ABFoods weiter mit. Zudem steige der Billigmode-Händler nach langem Zögern in den Internetversand ein. Bislang können Kunden Produkte lediglich online reservieren und in der Filiale abholen.
Trader 2026: Mitspielen, traden und gewinnen
Geld anlegen ohne Risiko? An der Börse gibt es das bekanntlich nicht. Bei einem Börsenspiel schon. In der kommenden Woche startet der Trader 2026. Wie das Spiel funktioniert, wer teilnehmen kann und welche Preise winken, darüber spricht Raimund Brichta mit Anja Schneider von der Société Générale. Jetzt anmelden unter www.trader-boersenspiel.de.
TTF-Gaspreis zieht an - Sorgen um LNG-Angebot
Die europäischen Erdgaspreise haben den höchsten Stand seit Ende 2022 erreicht, da niedrige Lagerbestände und LNG-Störungen im Nahen Osten die Sorge um die Versorgung im Winter schüren. Im frühen Handel notiert der niederländische Referenzkontrakt TTF unverändert bei 79,21 Euro je Megawattstunde, nachdem er am Mittwoch die Marke von 80 Euro überschritten hatte. Die größte Sorge gilt der Speicherlage in Europa. Die Gasspeicher der EU sind zu rund 67 Prozent gefüllt, was deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 84 Prozent liegt.
Angesichts der bevorstehenden Heizperiode ist der europäische Gasmarkt anfälliger für Versorgungsunterbrechungen und eine erneute Preisvolatilität. Ein sich ausweitender Spread zwischen den TTF- und JKM-Preisen - dem Referenzpreis für Spot-LNG in Asien - sorgt ebenfalls für Auftrieb. Höhere LNG-Preise in Asien verschärfen den Wettbewerb um die Ladungen und könnten es für Europa schwieriger machen, eine ausreichende Versorgung sicherzustellen.
KI-Sicherheitsregeln: OpenAI geht in die Offensive
OpenAI dringt angesichts der Risiken durch autonome KI-Agenten auf verpflichtende nationale Sicherheitsvorgaben für Künstliche Intelligenz (KI) in den USA. Vorfälle, bei denen KI-Modelle von OpenAI, Anthropic und Meta bei Tests auf externe Systeme zugriffen, hätten gezeigt, wie schwer unerwartetes Verhalten einzudämmen sei, teilte der ChatGPT-Entwickler mit. Der US-Kongress müsse noch vor der Sitzungspause handeln.
Bis dahin unterstütze man Initiativen der Bundesstaaten, darunter vier kalifornische Gesetzentwürfe zu unabhängigen Sicherheitsbewertungen, Prüfstandards, Jugendschutz und der Abwehr KI-gestützter biologischer Bedrohungen. OpenAI erklärte zudem, dass das Unternehmen eine vollständig autonome Selbstverbesserung, bei der KI unabhängig ist und die nächsten KI-Generationen vorantreiben würde, nicht anstrebe, solange dies nicht sicher umgesetzt werden könne.
100 Dollar? Brent-Preis klettert weiter
Die wieder aufgeflammten Kämpfe in der Straße von Hormus verteuern Rohöl erneut. Der Preis für die Sorte Brent aus der Nordsee steigt um 0,7 Prozent auf ein Zwei-Monats-Hoch von 101,94 Dollar je Barrel. "Die gegenseitigen Angriffe deuten darauf hin, dass die Öllieferungen aus dem Persischen Golf auf absehbare Zeit beeinträchtigt werden", sagt Analyst Daniel Hynes von der ANZ Bank.
Anleger zwischen Ölpreisschock und Zinssorgen
Der Dax kann zum Start ins heutige Geschäft etwas zulegen, notiert aktuell im Bereich von 25.580 Punkten. Zur Wochenmitte hatte er deutliche 1,7 Prozent eingebüßt und war mit einem Stand von 25.576 Zählern aus dem Geschäft gegangen. Nach wie vor bewegt sich der Brent-Ölpreis über der 100-Dollar-Marke. Er legt sogar weiter zu, weil die Lage zwischen dem Iran und der USA militärisch weiter eskaliert. Am Nachmittag rechnen Marktteilnehmer zudem mit einer Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB).
Mehr als jeder Vierte will aufs E-Auto umsteigen
Autofahrer in Deutschland zeigen in einem internationalen Vergleich die größte Bereitschaft zum Umstieg auf die Elektromobilität. 27 Prozent der hiesigen Besitzer von Benzin- und Dieselfahrzeugen planen, als nächstes Auto höchstwahrscheinlich ein Elektrofahrzeug zu kaufen oder zu leasen. Das geht aus einer Studie hervor, die vom Kartendienst Here Technologies und dem Marktforschungsunternehmen SBD Automotive vorgelegt wurde.
Für die Erhebung befragten die Analysten mehr als 4.000 Autofahrerinnen und Autofahrer unter anderem in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, den USA, Indien und Australien. Mehr als die Hälfte der Befragten in Deutschland (54 Prozent) gab dabei an, sich heute eher mit dem Erwerb eines E-Autos zu beschäftigen als noch vor einem Jahr.
Ausschlaggebend für das gewachsene Interesse sind vor allem Fortschritte bei Reichweite und Ladegeschwindigkeit (37 Prozent), steigende Spritpreise (34 Prozent) sowie das dichtere und zuverlässigere Ladenetz (34 Prozent). Bei der Kaufentscheidung dominieren handfeste wirtschaftliche Vorteile: Niedrigere Betriebskosten (41 Prozent), ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis (38 Prozent) sowie steuerliche Anreize (36 Prozent) stehen noch vor Umweltaspekten (37 Prozent).
Steigende Ölpreise ziehen Anlegern den Stecker
An den ostasiatischen Aktienmärkten und in Australien geht es auf breiter Front abwärts mit den Indizes. Die Marktteilnehmer seien nervös und agierten vorsichtig angesichts von Ölpreisen über 100 Dollar pro Barrel und steigenden Anleiherenditen und vor wichtigen Inflationsdaten aus den USA. Dazu kommt eine leichtere Vorgabe der Wall Street. Der jüngste Anstieg der Ölpreise folgt einer Eskalation von Angriffen auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus. Das schürt Befürchtungen weiterer Störungen der globalen Energieversorgung.
Der Topix hält sich mit einem Minus von lediglich 0,1 Prozent noch am besten. Hier sorgt zusätzlich der weiter feste Yen für Kaufzurückhaltung vor dem Hintergrund von Spekulationen über eine Zinserhöhung durch die japanische Notenbank. Dazu passend sagte das Vorstandsmitglied Kazuyuki Masu, dass man gezwungen sein könnte, die Zinssätze schnell anzuheben, falls die Inflation anziehe. Schließlich seien die finanziellen Bedingungen im Land weiterhin locker. Die Inflation habe das 2-Prozent-Ziel zwar noch nicht erreicht, sei diesem aber sehr nahe.
Der Kospi in Seoul gibt um 0,5 Prozent nach, der HSI in Hongkong um 1,3 Prozent. In Shanghai geht es für den Composite-Index um 0,4 Prozent südwärts. Schlusslicht ist Sydney mit einem Minus von 1,5 Prozent.
Teure Energie heizt Inflation an
Der Iran-Krieg treibt die Energiepreise in die Höhe und verteuert das Leben in Deutschland. Im August lagen die Verbraucherpreise um 2,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt bestätigte. Einen stärkeren Anstieg gab es in Europas größter Volkswirtschaft zuletzt im Dezember 2023 mit damals 3,7 Prozent Inflation.
Ökonomen erwarten auch für die nächsten Monate erhöhte Teuerungsraten. Das IFO-Institut rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit 2,8 Prozent Inflation in Deutschland, 2027 könnte die Rate auf 3,0 Prozent steigen.
Anthropic meldet vierten KI-Hackerangriff
Anthropic hat einen vierten Cybersicherheitsvorfall mit einer frühen Version seines KI-Modells Claude gemeldet. Wie die Entwicklerfirma mitteilte, ereignete sich der Zwischenfall im Januar mit einer Vorabversion von Claude Opus 4.6. Die Betroffenen seien informiert worden, weitere Details nannte Anthropic nicht. Erst im Juli hatte das Unternehmen offengelegt, dass seine Modelle bei Tests in die Systeme von drei Firmen eingedrungen waren. Ursache war ein Fehler, durch den die Künstliche Intelligenz (KI) versehentlich Zugang zum offenen Internet erlangt hatte.
Anthropic hatte die Vorfälle nach der Überprüfung von 141.006 Testläufen entdeckt. Diese Untersuchung war eingeleitet worden, nachdem ein von OpenAI-Modellen gesteuerter Agent die Infrastruktur des KI-Start-Ups Hugging Face gehackt hatte. Bei der ersten Durchsicht seien jedoch einige Testsitzungen übersehen worden, teilte Anthropic weiter mit. Deren nachträgliche Auswertung im vergangenen Monat habe nun zur Entdeckung des vierten Vorfalls geführt.
Anleger warten auf Lagarde
Vor dem Zinsentscheid der EZB wird der Dax mit Gewinnen in den Handel starten. Gestern hatte der deutsche Leitindex 1,7 Prozent schwächer bei 25.576 Punkten geschlossen, nachdem der Preis für Brent-Öl erstmals seit Mitte Juli wieder über die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar je Barrel geklettert war. Anleger befürchteten eine langfristige Unterbrechung der Ölversorgung.
An den Finanzmärkten gilt es als ausgemachte Sache, dass die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) am Nachmittag den Leitzins um einen viertel Pozentpunkt auf 2,50 Prozent anheben werden, um die Inflation zu bekämpfen. Diese lag zuletzt mit 3,3 Prozent deutlich über dem EZB-Ziel von zwei Prozent. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Äußerungen von EZB-Chefin Christine Lagarde zum weiteren geldpolitischen Kurs.
Zwingt Trump Kanada im Handelsstreit in die Knie?
Ende September soll Schluss sein: Im festgefahrenen Handelsstreit mit Kanada verschärft US-Präsident Donald Trump erneut den Druck auf den Nachbarn. Ab dem 29. September sollen diese kanadischen Waren gar nicht mehr in die USA eingeführt werden dürfen: Motorräder, Wein, Whiskey, Rum, Wodka, Tequila, alkoholfreies Bier und bestimmte Molkeprodukte.
Das Ganze markiert eine weitere Eskalationsstufe in einem Konflikt, in dem sich die beiden eng verflochtenen Nachbarländer seit mehr als eineinhalb Jahren mit Zöllen und Gegenzöllen überziehen.
Trump wirft dem Nachbarland vor, amerikanische Anbieter unter anderem bei Kraftfahrzeugen, Milchprodukten und Alkohol zu benachteiligen. Tatsächlich hatten zahlreiche kanadische Provinzen bereits 2025 als Reaktion auf US-Strafzölle amerikanischen Wein, Whiskey und Bier aus den Regalen genommen oder den weiteren Einkauf gestoppt - das aber war eine Vergeltungsmaßnahme für US-Zölle im Handelskonflikt.
Die Volkswirtschaften der USA und Kanadas sind stark verflochten. Experten sind sich einig, dass beide Länder unter den Auswirkungen leiden, sie insgesamt für Kanada aber deutlich spürbarer wären als für die USA. Von Waren im Wert von 100 Dollar, die Kanada ins Ausland verkauft, gingen im vergangenen Jahr 72 Dollar in die USA. Die kürzlich in Kraft getretenen 50-Prozent-Zölle gegen manche kanadische Güter bedrohen laut Andrew DiCapua von der kanadischen Handelskammer rund 100.000 Jobs in Kanada.
Nahost-Sorgen bremsen Asien-Börsen aus
Die Furcht vor einer Ausweitung des Nahost-Konflikts und ein damit verbundener Anstieg der Ölpreise belasten die asiatischen Aktienmärkte. In Tokio gibt der Nikkei-Index 0,8 Prozent auf 64.597,46 Punkte nach, und der breiter gefasste Topix notiert 0,3 Prozent niedriger bei 4032,89 Zählern. Auch in China halten sich die Anleger zurück: Der Shanghai Composite verliert 0,1 Prozent auf 3946,28 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fält um 0,2 Prozent auf 4564,87 Punkte.
Auslöser für die Zurückhaltung sind geopolitische Spannungen, nachdem der Iran zehn Schiffe nahe der Straße von Hormus angegriffen und die USA fünf iranische Öltanker versenkt hatten. Zudem schüren Äußerungen aus der japanischen Notenbank (BOJ) die Erwartung rascher Zinserhöhungen. "Für den japanischen Aktienmarkt insgesamt wirken der Anstieg der Rohölpreise und der Zinsen als Bremsklotz", sagt Wataru Akiyama, Stratege bei Nomura Securities. Zu den Verlierern in Tokio zählt Nintendo mit einem Minus von 5,8 Prozent. Auch die Kabelhersteller Fujikura und Furukawa Electric geben deutlich nach.
In China sorgt der Rückzug der Schweizer Großbank UBS aus einem Teil ihres Geschäfts für Aufsehen. Das Institut teilte mit, seine 2022 gegründete Fondsvertriebseinheit in Shenzhen Ende September zu schließen, da sie sich in einem hart umkämpften Markt nicht behaupten konnte. Übergeordnet blicken Investoren nervös auf die anstehenden US-Inflationsdaten, die den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Fed mitbestimmen dürften. "Der Anleihemarkt steht unter Druck, da die Ölpreise die Inflationsängste neu entfachen", erklärt Prashant Newnaha, Stratege bei TD Securities.
Klein, fein, wachstumsstark - faltbar
Der Markt für Falt-Handys ist bislang zwar klein, aber wachstumsstark. Zahlreiche Hersteller drängen in diese Nische, weil sie sich dank vergleichsweise hoher Verkaufspreise eine Verbesserung ihrer Gewinnmargen erhoffen. Diese sind durch den rasanten Anstieg der Preise für Komponenten wie Speicherchips unter Druck geraten.
Bislang dominiert Samsung mit Modellen wie dem Galaxy Z Fold8 und dem Z Flip8 den Markt. Am Montag hatten die chinesischen Anbieter Huawei und Xiaomi neue Geräte aus dieser Kategorie vorgestellt. Experten zufolge könnte das iPhone Duo bis Ende 2027 etwa 40 Prozent dieses lukrativen Marktes erobern. Der hohe Preis werde einem Verkaufserfolg des iPhone Duo kaum im Wege stehen, betonte Analystin Nabila Popal vom Research-Haus IDC. "Apple versteht es hervorragend, eine Aura der Exklusivität, des Luxus und der Verknappung zu schaffen." Für Apple ist die Smartphone-Sparte der wichtigste Geschäftszweig. Sie steuert etwa die Hälfte des Konzernumsatzes bei.
Das ist los am Devisenmarkt
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 153,51 Yen und legt leicht auf 6,7080 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent niedriger bei 0,8090 Franken. Parallel dazu bleibt der Euro im Vorfeld der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) fast unverändert bei 1,1636 Dollar und zieht leicht auf 0,9414 Franken an.
Apple setzt preislich neue Maßstäbe
Apple steigt in den lukrativen Markt für faltbare Smartphones ein. Der neue Konzernchef John Ternus stellte das "iPhone Duo" vor. "Es bietet das größte Display, das es je bei einem iPhone gab, und passt dennoch problemlos in die Hosentasche." Es könne ab dem 16. Oktober zu Preisen ab 1999 Dollar vorbestellt werden.
Zusammengeklappt hat das Gerät die Größe eines Reisepasses. Aufgefaltet erreicht der Bildschirm nahezu die Größe eines iPad Mini und ist in diesem Zustand den Angaben zufolge das dünnste iPhone des Konzerns. Angetrieben wird das Smartphone von der neuesten Prozessorgeneration, die auch in den ebenfalls präsentierten Modellen iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max zum Einsatz kommt. Die beiden letzteren erhalten zudem verbesserte Kameras und leistungsstärkere Batterien als die Vorgänger. Die neuen Generationen der Apple Watch und der Kopfhörer AirPods werden ebenfalls mit moderner Technik und zusätzlichen Funktionen aufgewertet.
Zinsen rauf, Aktienkurse runter?
Die EZB dürfte sich heute mit einem weiteren Zinsschritt nach oben gegen die Inflation stemmen. An den Finanzmärkten wird fest damit gerechnet, dass der EZB-Rat auf der auswärtigen Sitzung in Berlin den Leitzins um einen Viertelpunkt auf 2,50 Prozent hochsetzen wird.
Die Notenbank steht als Hüterin der Preisstabilität unter Zugzwang, da die Inflationsrate mit 3,3 Prozent weit über das EZB-Ziel von 2,0 Prozent hinausgeschossen ist. Die Zentralbank hatte im Juni erstmals seit fast drei Jahren die Zinsen erhöht, um die vom Ölpreisschock infolge des Iran-Krieges angeheizte Teuerung in den Griff zu bekommen. Gespannt warten Experten nun auf Signale von EZB-Chefin Christine Lagarde zum weiteren Kurs.
Das ist der Preistreiber Nummer eins
Der Dax muss einen Schlag ins Kontor verarbeiten: Im gestrigen Geschäft büßte der deutsche Börsenleitindex 1,7 Prozent auf 25.576 Punkte ein, nachdem er sich an den beiden vorherigen Handelstagen dieser Börsenwoche noch um die 26.000er-Marke bewegt hatte. Händler sprachen von einem "Gift-Cocktail" aus Ölpreis- und Renditeanstieg. Wegen weiterer US-Angriffe auf zivile Tanker des Irans sprang der Brent-Ölpreis über die psychologisch wichtige 100-Dollar-Marke und weckt damit Ängste vor weltweitem Inflationsdruck. Die zehnjährigen Bundesanleihen stiegen über 3,40 Prozent, die entsprechenden US-Bonds wieder über die 4,80er-Marke.
Die teure Energie hat auch die Inflation in Deutschland im August wohl weiter angefacht. Klarheit bringen die endgültigen Daten des Statistischen Bundesamtes. Eine erste Schätzung ergab einen Anstieg der Verbraucherpreise zum Vorjahresmonat um 2,9 Prozent - die höchste Inflationsrate seit Ende 2023. Im Juli war die Teuerung auf 2,8 Prozent geklettert, von 2,3 Prozent im Juni. Preistreiber Nummer eins ist Energie, die sich durch den wiederaufgeflammten Nahost-Krieg verteuert.
Zudem sollen beim zweitägigen Besuch von Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan, Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), die Beziehungen zwischen dem Golfstaat und Deutschland ausgebaut werden. Ein Top-Diplomat aus den VAE kündigte die Unterzeichnung von Investitions-, KI- und Energieabkommen im Wert von mehreren Milliarden Dollar an. Der Scheich wird sowohl von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als auch Kanzler Friedrich Merz empfangen.
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