EZB-Chefin Lagarde: "Sie werden mich nicht vor 2027 von hinten sehen"
EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird die Europäische Zentralbank (EZB) nach eigenen Worten nicht vor 2027 verlassen. "Sie werden mich nicht vor 2027 von hinten sehen", sagte sie in der Pressekonferenz nach der aktuellen Ratssitzung auf die Frage einer Reporterin, ob sie die EZB vor dem Ende ihrer Amtszeit verlassen werde.
Lagardes Amtszeit endet Ende Oktober 2027. Zugleich sagte die EZB-Präsidentin, dass sie sich nicht gerne in eine Ecke drängen lasse und "der Kapitän nicht das Schiff verlässt, so lange Wolken am Horizont sind".
Zuvor hatte der EZB-Rat wie erwartet beschlossen, den Einlagensatz bei 2,25 Prozent zu belassen. Die Ratsmitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) sprachen sich einhellig gegen eine erneute Zinserhöhung aus. "Es war eine einstimmige Entscheidung", sagte Lagarde auf der Pressekonferenz. Sie fügte jedoch hinzu, dass einige Ratsmitglieder sich gefragt hätten, ob man bei diesem Treffen eine Zinserhöhung in Betracht ziehen sollte. Nach gründlicher Prüfung der aktuellen Entwicklungen sei man dann "einstimmig zu dem Schluss gekommen, dass wir gut aufgestellt sind, um abzuwarten und die Entwicklungen und die uns vorliegenden Daten in den nächsten Wochen sehr aufmerksam zu verfolgen".
Preis für Brent-Öl steigt auf 100 Dollar je Barrel
Berichte über Angriffe der mit dem Iran verbündeten jemenitischen Huthis auf Öltanker im Roten Meer sowie die erneute Eskalation im Iran-Krieg haben zu einem massiven Anstieg der Ölpreise geführt. So erreichte der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent am Nachmittag erstmals seit Ende Mai wieder die symbolische Marke von 100 Dollar. Die Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts im Iran sorgt für große Unsicherheit an den Märkten. Zuletzt notierte der Brent-Ölpreis knapp unter dieser Marke.
Dow profitiert von Preisexplosion bei Kunststoffen
Der US-Chemiekonzern Dow hat im zweiten Quartal deutlich besser abgeschnitten als erwartet. Grund: Die Preise für Kunststoffe und Polymere stiegen wegen des Nahost-Kriegs und Engpässen an der Straße von Hormus stark an.
Der Umsatz kletterte um 20 Prozent auf 12,1 Milliarden Dollar. Das bereinigte operative Ergebnis sprang von 703 Millionen auf 2,3 Milliarden Dollar. Während Dow die um 20 Prozent anhob, gab der Absatz um ein Prozent nach. CEO Karen Carter kündigte zudem weitere 200 Millionen Dollar Einsparungen für 2026 an, um hohen Energie- und Rohstoffkosten zu begegnen.
Dax sackt um über ein Prozent ab
Schwache Technologiewerte und die Sorge vor einer Eskalation im Nahen Osten sind auch die Stimmungskiller am deutschen Aktienmarkt. Der Dax verliert 1,1 Prozent auf 24.870 Punkte.
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Wall Street bekommt doppelt Druck
Die US-Indizes starten voraussichtlich schwächer in den Handel. Grund sind neue Eskalationssorgen im Iran-Krieg und durchwachsene Tech-Zahlen.
Huthi-Rebellen griffen zwei saudische Öltanker im Roten Meer an. Die USA verlegen zudem Streitkräfte in die Region. Das treibt den Ölpreis. Brent verteuert sich um 4,4 Prozent auf 98,18 Dollar. Damit steigt die Angst vor Inflation und höheren Zinsen. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen klettert auf 4,70 Prozent.
Unter Druck auch die Techs: Alphabet rutscht im vorbörslichen Handel um 4,8 Prozent ab. Zwar übertraf der Konzern die Erwartungen, doch der negative freie Cashflow wegen hoher KI-Investitionen verunsichert. Tesla brechen um 7,2 Prozent ein - auch hier belasten KI-Kosten und verfehlte Gewinnziele.
Alphabet rauschen vorbörslich in den Keller
Die Papiere von Alphabet verlieren vorbörslich 4,8 Prozent. Die Google-Mutter hat ihre KI-Investitionspläne für dieses Jahr erneut angehoben. Aufgrund der hohen Ausgaben verzeichnete das Unternehmen im zweiten Quartal einen negativen freien Cashflow, was die Nervosität der Anleger schürt, wie Händler sagen. Darüber verpuffe, dass Alphabet im Quartal mit Umsatz und Gewinn die Erwartungen übertroffen habe. Zudem hat die Europäische Kommission Google zu einer Geldstrafe von insgesamt 1,02 Milliarden US-Dollar verdonnert.
"Alles wie gehabt": EZB belässt Leitzins unverändert
Die EZB belässt den Leitzins unverändert bei 2,25 Prozent. Im Juni hatten die Währungshüter die Leitzinsen um einen Viertelprozentpunkt angehoben, da sie Handlungsbedarf zur Eindämmung der Inflation sahen.
Mit Spannung werden nun die Aussagen von EZB-Chefin Lagarde auf der Pressekonferenz erwartet. Der Preis für Brent nähert sich den 100 Dollar. Der Gaspreis erreichte heute sogar den höchsten Wert seit Kriegsbeginn. Werden ihre zwei angekündigten Zinsschritte für 2026 also ausreichen?
"Alles wie gehabt, heißt die Botschaft der heutigen Ratssitzung", kommentiert Alexander Krüger, Chefvolkswirt bei Bethmann HAL. Dem EZB-Rat hätten kaum neue Daten vorgelegen, um Zweitrundeneffekten bei der Inflation zu identifizieren. "Sich in die Beobachterrolle zurückzuziehen, ist deshalb nachvollziehbar." Zentrale Punkte des bisherigen Wordings habe der Rat beibehalten. Dazu gehören insbesondere die vom Iran-Krieg ausgehenden Unsicherheiten. Es sei aber weiter damit zu rechnen, dass sich Zweitrundeneffekte durchsetzen werden. "Eine Leitzinserhöhung im September steht deshalb weiter auf dem Radar."
Warten auf die EZB
Die europäischen Aktienmärkte tendieren im Vorfeld der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank leichter. Der Dax reduziert sich um 0,6 Prozent auf 24.995 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 notiert 1,1 Prozent im Minus bei 6249 Punkten.
Anleger erwarten, dass die EZB den Leitzins unverändert bei 2,25 Prozent belassen wird. Im Juni hatten die Währungshüter die Leitzinsen um einen Viertelprozentpunkt angehoben, da sie Handlungsbedarf zur Eindämmung der Inflation sahen. Während die Entscheidung an sich ein Non-Event für die Börsen darstellt, dürfte die Aufmerksamkeit wie so häufig auf den Aussagen von EZB-Chefin Lagarde auf der Pressekonferenz liegen.
Partnerschaft weckt Kursfantasie bei Teamviewer
Die Aktien von Teamviewer legen nach Bekanntgabe einer Partnerschaft mit dem US-Softwarekonzern ServiceNow zu. Die Papiere steigen rund drei Prozent. "Die Partnerschaft ist von strategischer Bedeutung und könnte den Vertrieb im Unternehmen verbessern", sagte ein Händler. Wegen fehlender finanzieller Details sei die Tragweite der Vereinbarung jedoch nur begrenzt absehbar, fügte er hinzu.
Lockheed-Auträge klettern auf Rekordwert
Der US-Konzern Lockheed Martin hat nach einem starken zweiten Quartal den Ausblick für 2026 angehoben. Gewinn je Aktie soll nun bei 29,95 bis 30,65 US-Dollar liegen. Erwartet wurden 29,88 Dollar. Der Umsatz wird mit 79,75 bis 81,75 Milliarden Dollar prognostiziert.
Grund ist der zügige Ausbau der Munitionsproduktion. Gewinn und Umsatz lagen im Quartal über den Erwartungen. Der Auftragseingang kletterte auf einen Rekordwert von 230 Milliarden Dollar. Treiber: Höhere Nachfrage nach Raketen, Luftfahrt und Verteidigungssystemen wegen der Kriege in Ukraine und Nahost.
Lockheed will zudem mit GM und Rheinmetall die Produktion hochfahren.
Mega-Übernahme in der Logistik: Segro-Aktie auf 4-Jahres-Hoch
Der US-Lagerhauskonzern Prologis will den britischen Immobilienkonzern Segro für 14 Milliarden Pfund übernehmen. Umgerechnet 18,72 Milliarden US-Dollar. Es ist bereits der vierte Anlauf. Das Angebot bewertet das britische Unternehmen mit 10,32 Pfund pro Aktie - das sind 3,9 Prozent mehr als beim vorherigen Vorschlag und 9,5 Prozent mehr als beim ersten Annäherungsversuch.
Segro-Vorstand empfiehlt den Aktionären, das Angebot zur Annahme. Die Aktie springt darauf um 7,1 Prozent auf 958,60 Pence - das höchste Niveau seit September 2022. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 33 Prozent zu Buche. Prologis bietet 0,092 neue Aktien je Segro-Papier plus bis zu 3,5 Milliarden Pfund in bar. Die Frist für ein verbindliches Angebot läuft bis 12. August.
Kommt der Deal zustande, wäre Segro das nächste britische Unternehmen, das an US-Investoren geht. Ein weiterer Schlag für die Londoner Börse.
Rüstungsboom treibt Thales auf 2-Wochen-Hoch
Die Aktien des französischen Rüstungs- und Luftfahrtkonzerns Thales legen nach überraschend guten Quartalszahlen zu. Die Papiere steigen um bis zu 4,8 Prozent auf ein Zwei-Wochen-Hoch von 237,60 Euro.
Das Rüstungsgeschäft habe sich erneut stark entwickelt, kommentieren die Analysten von Berenberg. Der Auftragseingang habe 19 Prozent über den Erwartungen gelegen, während der freie Barmittelzufluss (Free Cash Flow) die Konsensschätzung um rund 1,4 Milliarden Euro übertroffen habe. Grund dafür sind die eskalierenden Konflikte weltweit, die zu höheren Militärausgaben und damit zu einer gesteigerten Nachfrage nach den Überwachungs- und Verteidigungssystemen des Unternehmens geführt haben.
Ford setzt auf China-Partner Geely - ausgerechnet jetzt
Das nennt man wohl pikantes Timing für Ford: Während in Washington der "Connected Vehicle Security Act" beraten wird, der ab 2027 den Verkauf vernetzter Autos mit chinesischer Beteiligung ab 15 Prozent in den USA verbieten will, sucht Ford Europa einen neuen Partner in China.
Der US-Konzern will mit dem Volvo-Mutter Geely ein Gemeinschaftsunternehmen im Werk Valencia gründen. Ford hält 66 Prozent, Geely 34 Prozent. Geplant sind fünf Modelle, darunter Hybrid- und Elektrofahrzeuge auf Geely-Plattform. Geely soll zudem erstmals in Spanien zwei E-SUVs bauen. Ziel: Kosten senken und das Werk besser auslasten. In Valencia arbeiten noch 4000 Menschen - vor zehn Jahren waren es doppelt so viele.
Für das Kölner Werk gibt Ford-Chef Jim Baumbick Entwarnung. Die E-Modelle Explorer und Capri seien "ein entscheidender Teil des Portfolios". In Köln wird aber seit Jahren Personal abgebaut. Bis 2027 könnten es weniger als 8000 Beschäftigte sein. Vor zehn Jahren waren es noch 20.000.
Eine solche Kooperation würde sich Ford in den USA mit Blick auf das geplante Gesetz aktuell wohl kaum trauen.
EU verhängt Geldbuße gegen Google
Die EU verhängt gegen Google wegen unfairer Geschäftspraktiken eine Strafe von 890 Millionen Euro. Der US-Konzern hat nach Ansicht der Europäischen Kommission mit seiner Suchmaschine sowie dem App-Marktplatz Google Play Wettbewerbsregeln verletzt und seine Konkurrenz widerrechtlich benachteiligt.
Die EU-Entscheidung markiert den Höhepunkt einer jahrelangen Untersuchung. Mit der Strafe riskiert die EU-Kommission erneute Spannungen mit Washington. US-Präsident Donald Trump hatte die Digitalgesetze der Union in der Vergangenheit scharf kritisiert und mit Gegenmaßnahmen gedroht.
China-Billigkonkurrenz bremst Renault aus
Der französische Autobauer Renault verkaufte im ersten Halbjahr 1,17 Millionen Autos und Transporter, 0,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Schuld ist laut Konzern die wachsende Konkurrenz aus China. Lichtblick: Der Elektro-R5 bescherte Renault in Europa ein Plus von 2,6 Prozent. Dacia rutscht dagegen um 8,7 Prozent ab.
Die Nachfrage nach Elektroautos, bei denen Hersteller aus der Volksrepublik mit sehr wettbewerbsfähigen Preisen punkten, hat sich seit dem durch den Iran-Krieg ausgelösten Anstieg der Kraftstoffkosten beschleunigt. Seine vollständigen Halbjahreszahlen will Renault am 30. Juli vorlegen.
Brent nähert sich 100-Dollar-Marke
Angriffe auf Tanker im Roten Meer und eine erneute US-Offensive gegen den Iran sorgen für steigende Ölpreise. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent bewegt sich in Richtung von 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Zuletzt notierte der Preis bei 98,46 US-Dollar. WTI pendelt derweil um die 90 Dollar.
Getrieben wird der Preis, der bis Anfang Juli noch auf rund 70 Dollar gefallen war, von der Eskalation im US-iranischen Krieg. Vom Iran unterstützte Huthi-Milizen erklärten zudem, sie hätten zwei saudi-arabische Tanker im Roten Meer angegriffen; dies verschärft den Nahostkonflikt weiter und droht zu schwerwiegenderen Versorgungsunterbrechungen zu führen.
"Das wird teuer": Iran-Krieg trifft Verbraucher
Der Krieg zwischen den USA und dem Iran treibt Öl- und Gaspreise nach oben. ntv-Börsenprofi Frank Meyer erklärt, warum auch Huthi-Angriffe am Roten Meer den Welthandel treffen - und weshalb Verbraucher am Ende für teurere Energie, Nahrung und Lieferwege zahlen.
KI-Geschäft pusht Nokia-Gewinn
Der wachsende Bedarf an Netzwerkkomponenten für KI-Rechenzentren verhilft Nokia zu einem Quartalsergebnis über Markterwartungen. Die Strategie, verstärkt auf diesen Geschäftsbereich zu setzen, zahle sich aus, sagte Justin Hotard, der Chef des finnischen Konzerns. "Unser Auftragseingang für KI und Cloud hat sich im zweiten Quartal auf 2,8 Milliarden Euro mehr als verdoppelt." Wegen des knappen Angebots gingen Kunden zudem dazu über, längerfristige Verträge abzuschließen.
Der Netzwerkausrüster steigerte seinen Umsatz den Angaben zufolge währungsbereinigt um neun Prozent auf 4,82 Milliarden Euro. Davon entfielen 446 Millionen Euro auf das KI-Geschäft, dessen Volumen sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdoppelte. Der operative Gewinn habe um 18 Prozent auf 434 Millionen Euro zugelegt. Auf dieser Basis hob das Unternehmen sein Ergebnisziel für das Gesamtjahr leicht auf 2,1 bis 2,6 Milliarden Euro an. Bislang hatte es ein Betriebsergebnis zwischen zwei und 2,5 Milliarden Dollar prognostiziert. Hotard äußerte sich zuversichtlich, einen Gewinn in der oberen Hälfte dieser Spanne zu erreichen.
Schärfere China-Regeln: Neues US-Gesetz könnte deutsche Autobauer vom US-Markt verbannen
Für Mercedes wird die China-Verbindung zum Problem: Ein neuer US-Gesetzentwurf gegen chinesische Autotechnik hat vergangene Nacht die nächste Hürde genommen. Sollte die Regelung kommen, könnten vernetzte Fahrzeuge mit bestimmten China-Verbindungen aus den USA ausgeschlossen werden – mit Folgen auch für BMW und Volkswagen.
Kern der Vorlage ist ein weitreichendes Verbot: Ab 2027 dürften vernetzte Fahrzeuge weder importiert, hergestellt noch verkauft werden, wenn ein Unternehmen aus China, Russland, Iran oder Nordkorea mindestens 15 Prozent der Anteile hält oder sicherheitsrelevante Software aus diesen Ländern stammt. Für Hardware gelten längere Übergangsfristen.
Am stärksten betroffen wäre Mercedes-Benz. Der Konzern ist der einzige deutsche Hersteller mit größeren chinesischen Beteiligungen. So hält der Staatskonzern BAIC 9,98 Prozent und Geely-Gründer Li Shufu weitere 9,69 Prozent der Anteile. Zusammen liegt der chinesische Einfluss damit oberhalb der im Gesetzentwurf vorgesehenen Schwelle. Ob beide Beteiligungen nach dem Gesetzentwurf tatsächlich zusammengerechnet würden, geht allerdings nicht eindeutig aus dem Entwurf hrevor.
Volkswagen und BMW haben hingegen keine vergleichbaren direkten chinesischen Großaktionäre. Für beide Konzerne könnte das Gesetz dennoch Folgen haben. Sie müssten sicherstellen, dass ihre für den US-Markt bestimmten Fahrzeuge keine unter das Gesetz fallende chinesische Software oder Hardware enthalten.
Wie geht es weiter? Nachdem der Senatsausschuss der Gesetzesvorlage zugestimmt hat, muss der Gesetzentwurf den Senat passieren. Auch im Repräsentantenhaus stehen noch mehrere Ausschussberatungen und eine Abstimmung aus. Erst wenn beide Kammern zustimmen, kann das Gesetz dem Präsidenten zur Unterzeichnung vorgelegt werden.
Kassenschlager treiben Roche an
Der starke Schweizer Franken hat das Wachstum von Roche im ersten Halbjahr gebremst. Der Umsatz fiel in der Berichtswährung um zwei Prozent auf 30,36 Milliarden Franken, wie das Unternehmen mitteilte. Währungsbereinigt wuchsen die Erlöse dagegen um sechs Prozent. Der Währungsdruck ließ zuletzt spürbar nach, nachdem der Umsatz im ersten Quartal in Franken noch um fünf Prozent gesunken war. Analysten hatten mit einem Umsatz von 30,3 Milliarden Franken gerechnet. Der Kerngewinn je Aktie sank im Halbjahr um zwei Prozent auf 10,85 Franken, legte währungsbereinigt jedoch um neun Prozent zu.
Den Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte der Basler Konzern. Roche rechnet weiterhin mit einem währungsbereinigten Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich und einem Gewinnwachstum im hohen einstelligen Bereich.
UniCredit rechnet fest mit Commerzbank-Deal
Die UniCredit rechnet fest mit einer Übernahme der Commerzbank. "Die Commerzbank entwickelt sich von einer attraktiven Finanzbeteiligung zu einer strategischen Transaktion mit substanziellem industriellen Wert durch die Umsetzung unserer bewährten Blaupause", so der Chef der italienischen Großbank, Andrea Orcel. Mit den Genehmigungen der Aufseher sei vielleicht noch in diesem Jahr zu rechnen. Kurz danach werde man die Kontrolle über die Commerzbank übernehmen und die Strategie implementieren. Wenn nötig, werde UniCredit eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen.
Orcel hatte seine strategischen Pläne im April vorgestellt. Er will der Commerzbank das eigene Geschäftsmodell überstülpen. Das war sowohl beim Vorstand als auch beim Betriebsrat des Frankfurter Geldhauses auf erbitterten Widerstand gestoßen und zog auch Kritik der Bundesregierung auf sich. Trotzdem sicherten sich die Italiener mit einem Tauschangebot fast die Hälfte der Commerzbank-Anteile.
Ohne die Commerzbank rechnet UniCredit mit mehr Gewinn. Für das laufende Jahr schraubte Orcel die Prognose von "mindestens elf Milliarden Euro" Nettogewinn auf "deutlich über elf Milliarden oder 11,5 Milliarden" nach oben. Im zweiten Quartal sank der Nettogewinn um 13 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro.
Die 25.000 ist wieder futsch
Der Dax startet schwächer in den heutigen Handel. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 24.900 Punkten, nachdem er gestern mit 25.155 Zählern geschlossen hatte und auf ein Zweitagesplus von gut 1,3 Prozent gekommen war. Marktteilnehmer verweisen auf die erneut gestiegenen Ölpreise, die langsam aber sicher die Kauflaune der Anleger ausbremsen.
Bei diesem Konzern läuft es wie geschmiert
Fuchs hat nach einem überraschend starken ersten Halbjahr seine Gewinnprognose für das laufende Jahr angehoben. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) werde 2026 voraussichtlich zwischen 460 und 480 Millionen Euro liegen, teilte der im MDax notierte Schmierstoffhersteller mit. Bislang war Fuchs von rund 450 Millionen Euro ausgegangen. Im zweiten Quartal übertraf der Konzern mit einem operativen Gewinn von 135 Millionen Euro die Analystenschätzungen von 108 Millionen Euro deutlich. Der Umsatz soll im Gesamtjahr unverändert deutlich über dem Vorjahreswert von 3,7 Milliarden Euro liegen.
Als Grund für das kräftige Plus im abgelaufenen Quartal nannte das Unternehmen Vorzieheffekte infolge des Nahost-Konflikts, Lieferprobleme bei Konkurrenten sowie organisches Wachstum. Für die zweite Jahreshälfte äußerte sich Fuchs jedoch zurückhaltender. Die Vorzieheffekte aus dem Frühjahr dürften sich nun absatzmindernd auswirken, zudem würden steigende Rohstoffpreise die Margen belasten. Das gute Ergebnis des ersten Halbjahres lasse sich daher nicht fortschreiben, hieß es weiter. Die vollständigen Zahlen für die ersten sechs Monate will der Konzern am 31. Juli vorlegen.
Anleger warten auf Lagarde
Die europäischen Aktienfutures notieren kaum verändert. Der Dax tritt nach dem Plus am Vortag mit 25.155 Punkten auf der Stelle. Anleger analysieren die Quartalsergebnisse von Alphabet, Tesla und IBM, die einen ersten Einblick in die Profitabilität der US-Technologie-Konzerne gewähren.
Dazu kommt die Ausweitung des Konflikts im Nahen Osten. Die USA verlegen verstärkt Streitkräfte und Waffen in die Region, um US-Präsident Trump militärische Optionen zu bieten, falls er erwägt, den Konflikt gegen den Iran auszuweiten, berichtet das "Wall Street Journal".
Indes erwarten Anleger, dass die EZB ihren Leitzins unverändert bei 2,25 Prozent belassen wird. Im Juni hatten die Währungshüter die Leitzinsen um einen Viertelprozentpunkt angehoben, da sie Handlungsbedarf zur Eindämmung der Inflation sahen. Während die Entscheidung an sich ein Non-Event für die Börsen darstellt, dürfte die Aufmerksamkeit vor allem auf den Aussagen von EZB-Chefin Lagarde auf der Pressekonferenz liegen.
Alphabet-Investitionspläne stützen Chipwerte
Die Börsen in Ostasien und Australien bewegen sich im Spannungsfeld aus KI-Hoffnungen und der Unsicherheit über den Ausgang des Iran-Kriegs. Gesucht sind Aktien des Chipsektors, die von ermutigenden Zahlen und Ausblicken großer US-Technologieunternehmen profitieren. Positiv wird vor allem die Ankündigung der Google-Mutter Alphabet aufgenommen, die KI-bezogenen Ausgaben zu erhöhen - trotz der Sorge über die steigenden Kosten.
Angeführt werden die Märkte der Region von der Börse in Seoul, wo der Kospi um 3,7 Prozent vorrückt. Die Chip-Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix steigen um 3,4 und 4,3 Prozent. Sie gelten als potenzielle Nutznießer der höheren Ausgaben von Alphabet für Chips und Server. Gestützt werden die Titel auch durch Wirtschaftsdaten. Zwar hat sich das Wachstum der südkoreanischen Wirtschaft im zweiten Quartal verglichen mit dem ersten Vierteljahr verlangsamt, es zeigte sich jedoch widerstandsfähiger als angenommen, da rege Chip-Exporte den schwachen privaten Konsum und die geringen Bauinvestitionen ausglichen.
An der Tokioter Börse legt der Nikkei-Index um 0,5 Porzent zu; der breiter gefasste Topix gewinnt 0,6 Prozent. Auch hier gehören Chipwerte zu den Gewinnern. Renesas steigen um 1,1, Lasertec um 4,7 und Advantest um 3,7 Prozent. In Hongkong gewinnt der Hang-Seng-Index 1,3 Prozent. Der Shanghai Composite verliert 0,2 Prozent.
"Big Blue" kappt Ziele
Rund eine Woche nach Bekanntgabe enttäuschender Geschäftszahlen schraubt IBM seine Wachstumsziele zurück. Der Umsatz werde 2026 voraussichtlich nur um vier bis fünf statt um mehr als fünf Prozent zulegen, prognostizierte der IT-Konzern. IBM-Aktien legten im nachbörslichen Handel an der Wall Street dennoch um zwei Prozent zu. Sie waren nach der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse um fast ein Viertel eingebrochen, so stark wie seit 100 Jahren nicht.
Das US-Unternehmen steigerte den Umsatz im zweiten Quartal zwar um ein Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar, verfehlte jedoch die Erwartungen der Analysten. Ein Grund dafür war das schwache Geschäft mit Großrechnern, das um 42 Prozent schrumpfte. Es gebe jedoch keine Anzeichen, dass Kunden sich von dieser Technologie abkehrten, betonte IBM-Finanzchef James Kavanaugh. Er rechne mit einer deutlichen Erholung in der zweiten Jahreshälfte.
Ölpreise klettern auf Sechswochenhoch
Am Rohstoffmarkt setzt sich der Anstieg der Ölpreise zunächst fort. So verteuert sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 2,1 Prozent auf 96,02 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert 1,6 Prozent fester bei 88,25 Dollar. Damit bewegen sich die Ölpreise auf dem Niveau eines Sechswochenhochs.
US-Chipriese kann nicht voll überzeugen
Eine wachsende Nachfrage nach Computerchips für Rechenzentren verhilft Texas Instruments (TI) zu einem überraschend starken Quartalsergebnis. Der Umsatz sei um 23 Prozent auf 5,46 Milliarden Dollar gestiegen, teilte Haviv Ilan, der Chef des Halbleiterherstellers, mit. Der Gewinn je Aktie habe sich sogar um 52 Prozent auf 2,14 Dollar erhöht.
Für das laufende Vierteljahr stellte Ilan Erlöse von 5,65 bis 6,15 Milliarden Dollar und einen Gewinn zwischen 2,23 und 2,57 Dollar je Aktie in Aussicht. Diese Vorhersagen übertrafen die Markterwartungen teilweise. Die TI-Aktie fiel dennoch im nachbörslichen Handel an der Wall Street um 2,5 Prozent. Die Erwartungen an die Technologiebranche seien sehr hoch, sagte Anlagestratege Carsten Klude vom Bankhaus MM Warburg. Daher quittierten Investoren auch solide Ergebnisse häufig mit Gewinnmitnahmen.
TI produziert keine KI-Hochleistungsprozessoren wie Nvidia, sondern unter anderem Halbleiter für die Steuerung der Stromversorgung von Servern. Der US-Konzern hat zudem analoge Chips im Programm, die Signale wie Temperatur oder Licht in digitale Daten umwandeln. Die Geschäftszahlen von TI gelten als Indikator für die Nachfrage in vielen Branchen, da die Chips in etlichen Produkten verbaut werden.
Asien-Börsen feiern US-Technologiefirmen
Die Aussicht auf ein boomendes Chipgeschäft gibt den asiatischen Börsen Auftrieb. Gleichzeitig dämpfen Sorgen vor einer Eskalation im Nahen Osten die Stimmung, die den Ölpreis auf ein Sechswochenhoch trieben. Für Fantasie sorgen hohe Investitionspläne von US-Technologiekonzernen wie Alphabet, die der Halbleiterbranche in der Region zugutekommen dürften.
Der japanische Nikkei-Index legt um ein Prozent zu, der südkoreanische Kospi gewinnt sogar mehr als drei Prozent. Der Anstieg des Ölpreises schürt jedoch Inflationssorgen und die Furcht vor früheren Zinserhöhungen in den USA.
E-Auto-Boom in Europa
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheit weltweit ist der Automarkt in Europa auf Erholungskurs. Dank eines kräftigen Wachstums im Juni von mehr als 13 Prozent legten die Neuzulassungen in der Europäischen Union (EU) im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,7 Prozent auf 5,9 Millionen Fahrzeuge zu, wie der europäische Herstellerverband ACEA mitteilte. Der Absatz reiner Elektroautos (BEV) wuchs am stärksten mit einem Plus von 40,5 Prozent. Ihr Marktanteil kletterte um fünf Prozentpunkte auf 20,7 Prozent. Die Nachfrage der Verbraucher sei robust und werde noch von staatlichen Förderprogrammen in vielen EU-Ländern gestützt, erklärte ACEA.
Generaldirektorin Sigrid de Vries nannte das eine ermutigende Entwicklung mit Blick auf die grüne Transformation. "Die Herausforderung besteht nun darin, diese Dynamik in langfristige Fortschritte umzusetzen", ergänzte sie. "Die Richtung stimmt. Das Tempo jedoch nicht." Der BEV-Marktanteil müsse sich in weniger als vier Jahren noch fast verdreifachen, um die CO2-Ziele der EU für Pkw und Transporter für 2030 zu erreichen. Sie forderte pragmatischere und flexiblere Vorgaben, damit die Autobauer in der ohnehin teuren Umstellung nicht noch mit hohen Strafzahlungen belastet würden.
Google-Mutter setzt Amazon und Microsoft unter Druck
Die milliardenschweren Investitionen in neue Rechenzentren zahlen sich für Alphabet aus. Die Cloudsparte der Tochter Google beschleunigte ihr Wachstum im zweiten Quartal. "Diese Ergebnisse zeigen, dass unser ganzheitlicher KI-Ansatz messbaren Mehrwert liefert", sagte Konzernchef Sundar Pichai.
Die Umsätze von Google Cloud stiegen den Angaben zufolge um 82 Prozent auf 24,8 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit einem Plus von 70 Prozent gerechnet. Im vorangegangenen Quartal hatte diese Alphabet-Sparte mit einem Zuwachs von 63 Prozent die Konkurrenten Amazon Web Services (AWS) und Microsoft hinter sich gelassen. Diese wollen ihre Zahlen in der kommenden Woche vorlegen.
Der Konzernumsatz von Alphabet stieg im Berichtszeitraum währungsbereinigt um 23 Prozent auf 119,8 Milliarden Dollar. Gleichzeitig vervierfachte sich der Gewinn je Aktie auf 9,11 Dollar. Diese Kennziffern übertrafen die Markterwartungen ebenfalls.
Das ist los im frühen Devisenhandel
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 163,06 Yen und legt leicht auf 6,7688 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückt er etwas auf 0,8136 Franken vor. Parallel dazu steigt der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1425 Dollar und zieht leicht auf 0,9295 Franken an.
Tesla verbrennt Kapital
Tesla hat erstmals seit mehr als zwei Jahren mit hohen Ausgaben für KI und Robotik Geld verbrannt. Das Unternehmen verzeichnete im zweiten Quartal einen negativen Cashflow, also einen Mittelabfluss, von 1,1 Milliarden Dollar. Analysten waren von einem Minus von 3,3 Milliarden Dollar ausgegangen. Der bereinigte Gewinn lag bei 33 Cent pro Aktie, wie der US-Konzern bekanntgab. Analysten hatten im Vorfeld mit 51 Cent gerechnet, nach 40 Cent im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Beim Umsatz schnitt der Autobauer aus dem texanischen Austin dagegen besser ab als vorhergesagt: Die Erlöse beliefen sich auf 28,2 Milliarden Dollar. Experten hatten im Schnitt 25,7 Milliarden Dollar erwartet.
Die Tesla-Aktie gab im nachbörslichen Handel zunächst um rund drei Prozent nach. Konzernchef Elon Musk hatte den Fokus zuletzt verstärkt von der Autoproduktion auf KI-Projekte wie selbstfahrende Taxis und humanoide Roboter verlagert. Die Investitionen in diesem Bereich sollen in diesem Jahr auf 25 Milliarden Dollar steigen.
Zündet die nächste Stufe?
Der Dax bastelt an einem ordentlichen Wochengewinn: Im Dienstagsgeschäft legte der deutsche Börsenleitindex 0,7 Prozent zu und schloss knapp über der 25.000er-Marke. Im gestrigen Handel zog das Börsenbarometer um weitere 0,6 Prozent auf 25.155 Punkte nach oben. Dabei ließen sich die Anleger die gute Stimmung auch nicht von deutlich höheren Ölpreisen vermiesen. Die große Frage ist allerdings, wie lange der Markt diese Belastung noch ausblenden kann.
Heute gibt es sowohl unternehmens-, als auch konjunkturseitig interessante Termine für Anleger. So wird etwa die EZB nach der Zinserhöhung vom Juni wohl zunächst pausieren und sich eine weitere Anhebung in der Zukunft offenhalten. Für die anstehende geldpolitische Entscheidung erwarten Experten, dass der EZB-Rat um Präsidentin Christine Lagarde am Leitzinsniveau von 2,25 Prozent festhalten wird. Die vom Iran-Konflikt angetriebene Inflation im Euroraum war zuletzt auf 2,8 Prozent gesunken. Die Währungshüter sind vorsichtig: Wegen hoher Energiekosten für Verbraucher und Firmen könnten sich Löhne und Preise gegenseitig hochschaukeln und so die Inflation weiter anheizen. Gespannt warten Anleger auf mögliche Hinweise Lagardes, die eine Bereitschaft zu einer baldigen Zinserhöhung signalisieren.
Auf Unternehmensseite steht nach wie vor die Berichtssaison im Vordergrund. Dabei läutet der Walldorfer Softwarekonzern SAP wie üblich die Bilanzsaison der deutschen Großkonzerne ein. Anleger richten ihr Hauptaugenmerk auf Aussagen zum KI-Geschäft, nachdem SAP zur Finanzierung der Investitionen in diese Zukunftstechnologie den Sparkurs verschärft hatte. Vom Unternehmen befragte Analysten erwarten einen Anstieg des wichtigen Cloud-Umsatzes im zweiten Quartal um 22 Prozent auf 6,26 Milliarden Euro.
Börsianer rechnen zudem mit ermutigenden Zahlen und einem optimistischen Ausblick des US-Mobilfunkers T-Mobile. Die Tochter der Deutschen Telekom hat ihre Ziele in den vergangenen Quartalen mehrfach erhöht. Die Telekom reagiert darauf üblicherweise mit einer Anhebung ihrer Prognosen. Im zweiten Quartal erwirtschaftete T-Mobile Analystenschätzungen zufolge einen Umsatz von 22,92 Milliarden Dollar. Daneben hoffen Anleger auf Aussagen zu den anhaltenden Spekulationen über eine Fusion von T-Mobile und Telekom.
Und dann plant der Weltraumkonzern SpaceX einen weiteren Testflug seiner Schwerlastrakete "Starship". In der vergangenen Woche war der Start in letzter Sekunde abgebrochen worden. Daraufhin gingen die SpaceX-Aktien auf Talfahrt. Bei der bevorstehenden Mission soll "Starship" 20 Kleinsatelliten aussetzen. Diese werden nach einigen Tests in der Erdatmosphäre verglühen. Den ersten regulären Starship-Flug peilt SpaceX für das Jahresende an.
Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden sie hier.