Schlusskurs kaum verändert US-Anleger halten sich vor Tech-Zahlen noch zurück

Erst nach Börsenschluss in New York gehen die ersten der sogenannten "Magnificent Seven" mit ihren Quartalszahlen an die Öffentlichkeit. Verhalten verläuft daher noch der Handel an der Wall Street. Die neuerlichen Drohgebärden im Nahen Osten treiben dagegen den Ölpreis.
Vor den mit Spannung erwarteten Quartalszahlen großer Technologiekonzerne haben sich die Anleger an der Wall Street am Mittwoch zurückgehalten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss nahezu unverändert bei 52.219 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,1 Prozent auf 7499 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,6 Prozent auf 25.691 Punkte.
Investoren warteten auf neue Signale, ob sich die milliardenschweren Investitionen der Unternehmen in Künstliche Intelligenz (KI) auszahlen. "Die Anleger sind viel anspruchsvoller und wählerischer geworden, wo sie im KI-Bereich investieren", sagte Kevin Gordon, Stratege bei Charles Schwab.
Nach Börsenschluss öffneten mit Alphabet und Tesla die ersten der sogenannten "Magnificent Seven"-Börsenschwergewichte ihre Bücher. Die Tesla-Aktie gab im nachbörslichen Handel um drei Prozent nach, nachdem der Elektroautobauer zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren einen negativen freien Cashflow im zweiten Quartal gemeldet hatte. Alphabet-Papiere zeigten sich volatil. Der Google-Mutterkonzern steht wegen der verzögerten Einführung eines für seine KI-Ambitionen zentralen Modells unter Beobachtung. Texas Instruments gaben nachbörslich ebenfalls nach, obwohl der Chipkonzern mit seiner Umsatzprognose für das laufende Quartal die Erwartungen übertroffen hatte.
Für Verunsicherung sorgten zudem geopolitische Spannungen im Nahen Osten, die den Ölpreis auf ein Sechs-Wochen-Hoch trieben. US-Präsident Donald Trump kündigte an, jedes Mal eine iranische Brücke oder ein Kraftwerk zu zerstören, wenn der Iran auf ein Schiff in der Straße von Hormus schieße. Die steigenden Energiepreise schürten laut Analyst Gordon neue Inflationssorgen. Experten gehen mehrheitlich davon aus, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen für den Rest des Jahres 2026 stabil halten wird.
Bei den Einzelwerten stachen Super Micro Computer mit einem Kurssprung von fast 20 Prozent heraus. Der Serverhersteller hatte sich im vierten Quartal neue Aufträge im Wert von mehr als 60 Milliarden Dollar gesichert. AT&T legten um 3,5 Prozent zu, nachdem der Telekommunikationskonzern im abgelaufenen Quartal mehr Mobilfunkkunden als erwartet gewonnen hatte.