Hochnervöse Anleger in SSüdkorea
An den asiatischen Aktienmärkten überwiegen die Abgaben. In Südkorea zeigt sich der Markt nach dem Absturz der vergangenen zwei Tage extrem volatil. Wenig Anklang in Asien findet das bestätigte Leitzinsniveau der US-Notenbank. Das uneinheitliche Abstimmungsergebnis im Offenmarktausschuss und die vorsichtigen Kommentare des Vorsitzenden Kevin Warsh lassen Anleger über den Zeitpunkt künftiger geldpolitischer Schritte im Unklaren. Gleichwohl reduzierten die Märkte ihre Erwartungen an eine baldige Zinserhöhung. Auch die Geschäftsausweise von Meta Platforms und Microsoft liefern wenig Orientierung; Meta gaben nachbörslich in den USA um über sieben Prozent nach, Microsoft kletterten dagegen um über sieben Prozent.
In Südkorea bleibt die Verunsicherung nach dem jüngsten Absturz hoch, der Kospi pendelt zwischen Ab- und Aufschlägen und zeigt sich aktuell 1,1 Prozent tiefer - trotz starker Geschäftszahlen von Samsung Electronics. Deren Kurs steigt nach zunächst deutlich höheren Aufschlägen nun um 1 Prozent. Der Technologieriese meldete einen deutlichen Gewinnanstieg im zweiten Quartal. Die zuletzt abverkauften SK Hynix fallen um weitere 4,4 Prozent.
Der japanische Nikkei steigt um 0,3 Prozent und zeigt sich ebenfalls äußerst volatil. Der Sh anghaiComposite gibt 1,2 Prozent nach, der HSI in Hongkong stagniert, der australische S&P/ASX-200 fällt um 0,8 Prozent.
Anleger bleiben in Deckung
Der Dax wird am schwächer in den Handel starten. Gestern hatte der deutsche Leitindex vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed und weiteren Tech-Bilanzen nahezu unverändert bei 25.460,48 Punkten geschlossen. Die Fed beließ den Leitzins am Mittwoch in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Drei der zwölf Mitglieder des zuständigen Offenmarktausschusses (FOMC) stimmten jedoch für eine Erhöhung. An den Finanzmärkten wird mit einer geldpolitischen Straffung im September gerechnet.
Im Fokus der Anleger am Donnerstag stehen das Bruttoinlandsprodukt für die Eurozone und die USA im zweiten Quartal, die deutschen Inflationsdaten für Juli und der PCE-Index der persönlichen Ausgaben der US-Konsumenten im Juni. Zudem steht der Zinsentscheid der Bank of England (BoE) an. Trotz des anhaltenden Inflationsdrucks in Großbritannien dürfte die Notenbank in London die Füße stillhalten.
Nach den Quartalsergebnissen von Meta und Microsoft folgen heute die Zahlen von Amazon und Apple. In Deutschland blicken Anleger auf die Zwischenberichte von Unternehmen wie Adidas und BMW.
BMW-Gewinn bricht ein
Die Krise auf dem chinesischen Automarkt reißt Löcher in die Bilanz des Autobauers BMW. Im abgelaufenen Quartal brach der Gewinn des Dax-Konzerns eigenen Angaben zufolge unter dem Strich um 34,9 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro ein. Der Umsatz schrumpfte zugleich um 7,9 Prozent auf knapp 31,3 Milliarden Euro. Die für BMW wichtige Gewinnmarge im Autogeschäft sank auf 2,3 Prozent. Der Umsatzrückgang fiel damit stärker aus, als vom Unternehmen befragte Analysten vorhergesagt hatten. "Der Wettbewerb hat sich im globalen Automobilmarkt spürbar verschärft", sagte Finanzchef Walter Mertl. Entsprechend verstärke BMW seinen Sparkurs. Am Mittwoch hatte BMW angekündigt, Tausende Stellen in Deutschland zu streichen.
Rechtskosten treffen Meta
Hohe Kosten für Rechtsstreitigkeiten überschatten das überraschend starke Umsatzwachstum von Meta. Die Facebook- und Instagram-Mutter hob zudem das untere Ende der Spanne für die geplanten Investitionen an. Das US-Unternehmen rechnet für 2026 mit Ausgaben zwischen 130 und 145 statt 125 und 145 Milliarden Dollar. Die Meta-Aktie fiel daraufhin im nachbörslichen Handel an der Wall Street um fünf Prozent.
Der Konzernumsatz von Meta stieg weiteren Angaben zufolge im zweiten Quartal um 28 Prozent auf 60,8 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie schrumpfte dagegen überraschend um 13 Prozent auf 6,18 Dollar. Hier machten sich Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von 2,4 Milliarden bemerkbar. Der Betreiber von Facebook und Instagram muss sich unter anderem wegen des Designs seiner Apps in mehreren Verfahren vor Gericht verantworten. Die Kläger werfen dem Unternehmen vor, Nutzer gezielt süchtig zu machen. Im Frühjahr hatte ein US-Gericht Meta und Google zu Schadenersatzzahlungen verurteilt.
Microsoft nimmt Druck vom Kessel
Die milliardenschweren Investitionen in KI-Rechenzentren zahlen sich für Microsoft aus. Der Softwarekonzern gab dank einer boomenden Cloud-Sparte ein Quartalsergebnis über Markterwartungen bekannt. "In diesem Jahr hat der Azure-Umsatz erstmals die Marke von 100 Milliarden Dollar überschritten", sagte Konzernchef Satja Nadella. Die kostenpflichtige Variante des KI-Assistenten Copilot nutzen inzwischen mehr als 30 Millionen Anwender.
Die Cloud-Erlöse stiegen im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 um 43 Prozent. Analysten hatten mit knapp 40 Prozent gerechnet. Der Konzernumsatz und der operative Gewinn legten jeweils 18 Prozent auf 90 beziehungsweise 40,6 Milliarden Dollar zu. Anleger reagierten erleichtert auf die Zahlen. Microsoft-Aktien legten im nachbörslichen Handel an der Wall Street um drei Prozent zu.
Schwache Nachfrage nach Eisenerz
Die Futures auf Eisenerz geben nach. Die Preise dürften in einer Handelsspanne verharren, da die Anleger auf weitere makroökonomische Signale von wichtigen politischen Treffen in China und den USA in dieser Woche warten, so die Analysten von Nanhua Futures. Die Nachfrage nach Eisenerz bleibe schwach, da sich das Produktionstempo der Stahlwerke verlangsame, heißt es weiter. Eisenerz gibt 2,0 Prozent auf 725,5 Yuan pro Tonne nach.
"Verkaufsgeschehen hat irrationales, panikartiges Element"
Die Sorge vor einer Blase bei Aktien aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) verunsichert die asiatischen Börsen. Im Mittelpunkt steht ein Ausverkauf in Südkorea, der den Leitindex Kospi auf einen Wochenverlust von zwölf Prozent drückt. Aktuell erholt sich der Index zwar um vier Prozent, der Finanzminister entschuldigte sich jedoch für die Einführung von gehebelten Einzelaktien-ETFs, die die Verluste verschärft hatten. "Angesichts der Tatsache, dass die grundlegende These intakt bleibt, scheint das aktuelle Verkaufsgeschehen ein irrationales, panikartiges Element zu haben", sagt Gina Kim, Portfoliomanagerin bei Nordea Asset Management.
Der breiter gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans legt um mehr als ein Prozent zu. Der japanische Nikkei-Index steigt 2,0 Prozent. Zusätzliche Unsicherheit geht von der US-Notenbank Fed aus, die nach einer uneinheitlichen Zinsentscheidung die Anleger über den künftigen Kurs im Unklaren ließ.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 163,47 Yen und legt leicht auf 6,7605 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,2 Prozent höher bei 0,8150 Franken. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1453 Dollar und zieht leicht auf 0,9335 Franken an.
Nach Zinspause: Fed-Kurs ist unklar
Nach der fünften Zinspause in Folge sind Experten längst nicht mehr so überzeugt wie zuvor, dass die US-Notenbank Federal Reserve den Leitzins bei der kommenden Sitzung wirklich erhöhen wird. Zwar erwartet eine Mehrheit von Ökonomen weiterhin, dass die Fed bei ihrem September-Entscheid den Zins um einen Schritt straffen dürfte - mit der ersten Veränderung im laufenden Jahr würde die Spanne dann bei 3,75 bis 4,00 Prozent liegen. Mit dem zuvor nahezu fest eingepreisten Schritt rechnen inzwischen aber deutlich weniger Volkswirte als noch vor dem Entscheid am Mittwoch. Der von Präsident Donald Trump installierte Fed-Chef Kevin Warsh ließ sich bei der Pressekonferenz nicht in die Karten schauen.
Die US-Zentralbank hatte das fünfte Mal in diesem Jahr den Leitzins unangetastet gelassen, während Trump beharrlich eine Senkung fordert. Damit bleibt die Spanne vorerst bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Neun Mitglieder stimmten dafür, während sich drei Abweichler für eine Zinserhöhung um einen Schritt (25 Basispunkte) aussprachen. Dass das Fed-Gremium nicht einstimmig votiert, ist zwar nicht außergewöhnlich - die vergleichsweise hohe Anzahl an Gegenstimmen zeigt allerdings, wie unterschiedlich stark die derzeit hohe Teuerungsrate und die von ihrer ausgehenden Gefahren gewichtet werden. Im Juni lag die Inflation bei 3,5 Prozent.
KI? Cloud? Es wird sportlich
Zwei Themen haben das Handeln der Dax-Anleger zur gestrigen Wochenmitte bestimmt: Das erneute Aufflammen der Kämpfe an der Straße von Hormus ließ die Ölpreise in die Höhe schießen. Brent kostet wieder über 90 Dollar je Barrel (159 Liter). Stützend wirkte sich dagegen die Berichtssaison aus, in der etwa Deutsche Bank und Rheinmetall die Anleger überzeugen konnten. Auch BASF schloss fester. Der Dax beendete den Handel kaum verändert mit 25.460 Punkten.
Nach Börsenschluss hierzulande erfolgte dann die Zinsentscheidung der US-Notenbank: Diese hält trotz anhaltender Inflationsgefahr den Leitzins stabil. Die Federal Reserve (Fed) beließ ihn in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Experten hatten damit gerechnet, auch wenn sich der neue Fed-Chef Kevin Warsh mit Signalen zum Zinskurs bewusst zurückgehalten hatte. Die durch den Energiepreisschock infolge des Iran-Krieges befeuerte Inflation hat zuletzt zwar nachgelassen. Mit 3,5 Prozent war die Teuerung im Juni jedoch noch immer stark erhöht.
Und heute? Da liefert die Konjunktur BIP-Daten aus Deutschland und den USA. Aber auch die Berichtssaison geht weiter, hierzulande öffnet etwa Adidas die Bücher. Sportlich hat der fränkische Sportartikelhersteller bei der Fußball-Weltmeisterschaft maximal abgeräumt: In einem reinen Drei-Streifen-Finale setzte sich Spanien gegen Argentinien durch. Das zweite Quartal, über das die weltweite Nummer zwei hinter Nike am Donnerstag berichtet, wird erste Hinweise geben, ob und wie sich das in den Zahlen niederschlägt. Adidas profitiert ohnehin von der Schwäche von Nike. Nach Branchendaten ist der Marktanteil der Herzogenauracher bei Sportschuhen im Juni auf 19,2 Prozent gestiegen. Ein Jahr zuvor waren es erst 16 Prozent gewesen.
In den USA legen zwei Börsen-Schwergewichte Zahlen vor: Bei den Geschäftszahlen des iPhone-Anbieters Apple halten Anleger Ausschau nach Gewinneinbußen durch die stark gestiegenen Speicherchip-Preise. Apple musste wegen der gestiegenen Kosten bereits die Preise für einige seiner Produkte anheben. Börsianer beschäftigt außerdem die Frage, ob Kunden Neuanschaffungen hinauszögern. Das Unternehmen hat für das abgelaufene Quartal Erlöse von etwa 107 bis 110 Milliarden Dollar prognostiziert.
Im Mittelpunkt der Quartalsbilanz des Online-Händlers Amazon steht die Entwicklung der Cloud-Tochter Amazon Web Services (AWS). Anleger wollen wissen, ob sich die hohen Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) rechnen und ob wie bei der Konkurrenz zusätzliche Investitionen geplant sind. Analysten erwarten für das zweite Quartal einen AWS-Umsatz von 40,4 Milliarden Dollar. Die Konzernerlöse lagen voraussichtlich bei 196,5 Milliarden Dollar.
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