HelloFresh senkt Jahresziele - Kurssturz
Wegen einer überraschend geringen Nachfrage schraubt HelloFresh seine Jahresziele herunter. Der Umsatz werde voraussichtlich um neun bis elf statt um drei bis sechs Prozent schrumpfen, teilte der Essenslieferant mit. Die Prognose für den operativen Gewinn sinke auf 350 bis 370 von 375 bis 425 Millionen Euro.
Die Neukundengewinnung sei in den vergangenen Wochen wegen gekürzter Marketingausgaben hinter den Erwartungen zurückgeblieben, hieß es weiter. Dadurch dürften die Markterwartungen für das laufende Quartal verfehlt werden. HelloFresh rechnet für diesen Zeitraum mit einem Rückgang der Erlöse um elf bis zwölf Prozent und einem Betriebsergebnis zwischen 45 und 55 Millionen Euro. Nachbörslich stürzte die Aktie rund sieben Prozent ab.
Was für ein Comeback von Silber spricht
Der Goldpreis bleibt auf einem hohen Niveau, deutlich günstiger ist hingegen Silber. Das Edelmetall ist im Preis spürbar zurückgegangen. Ob sich nun ein Einstieg lohnt, darüber spricht Raimund Brichta mit der Vermögensverwalterin Beate Klasen.
Weltgrößte Kupfermine liefert wieder
Nach einem tödlichen Arbeitsunfall fährt der Bergbaukonzern BHP den Betrieb in der weltgrößten Kupfermine im chilenischen Escondida schrittweise wieder hoch. "Das Unternehmen prüft weiterhin die Voraussetzungen für eine schrittweise Wiederaufnahme des Bergbaubetriebs unter Berücksichtigung des Wohlergehens der Belegschaft, der Betriebsbereitschaft, der Risikokontrollen und der geltenden behördlichen Auflagen", teilte der Konzern (Ortszeit) mit. Der Betrieb war am Mittwoch komplett heruntergefahren worden, nachdem ein Arbeiter bei Wartungsarbeiten ums Leben gekommen war.
In Chile dürfen Bergwerke nach einem tödlichen Unfall in der Regel erst dann den Betrieb wieder aufnehmen, wenn Inspektoren überprüft haben, dass die Bedingungen für eine Wiederaufnahme sicher genug sind. Die Escondida-Mine befindet sich in der chilenischen Atacama-Wüste. BHP betreibt die Anlage, während Rio Tinto einen Anteil von 30 Prozent hält. Weitere 12,5 Prozent gehören dem japanischen Unternehmen Jeco.
"Die weltweiten Anleihemärkte schreien auf"
Die asiatischen Börsen zeigen sich trotz eines weltweiten Ausverkaufs am Anleihemarkt robust. Zu den Gewinnern zählt die japanische Börse in Tokio, die fester tendiert. Der Nikkei-Index legt um 1,2 Prozent auf 66.318,14 Punkte zu, und der breiter gefasste Topix notiert 1,2 Prozent höher bei 4123,73 Zählern. Das Handelsvolumen in der Region bleibt jedoch dünn, da viele Handelsplätze feiertagsbedingt geschlossen bleiben. So findet an der Börse Shanghai kein Handel statt, und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen wird ebenfalls nicht gehandelt.
Die Stimmung der Anleger wird von stark steigenden Renditen bei Staatsanleihen dominiert, die Befürchtungen über höhere weltweite Kreditkosten schüren. In Japan klettert die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit 1996. "Die weltweiten Anleihemärkte schreien auf, und das zu ignorieren, könnte sehr teuer werden", warnt Nigel Green, Chef des Finanzberaters deVere Group. Sobald die risikofreien Zinsen in den USA über fünf Prozent lägen, müsse jeder Vermögenswert seinen Preis rechtfertigen.
Google schickt testweise KI-Chips ins All
Die Alphabet-Tochter Google macht einen ersten Schritt, um herauszufinden, ob Rechenzentren im All machbar sind. Der Internet-Konzern schickt vier seiner KI-Chips in die Umlaufbahn, um zu testen, wie gut sie das vertragen können. Probleme könnten dabei schon in der Startphase drohen, weil die Prozessoren Erschütterungen und einem vielfachen der Erdanziehungskraft ausgesetzt sein werden, wie Google mitteilte. In Vibrationstests auf der Erde hätten die Chips den Belastungen standgehalten, hieß es.
Eine weitere Herausforderung sei die starke Strahlung außerhalb der Erdatmosphäre, die Elektronik beschädigen könne. Um ihre Effekte zu simulieren, seien die TPU-Chips (Tensor Processing Unit) im Labor mit einem Protonen-Strahl beschossen worden. Nach diesen Versuchen sei man zwar überzeugt, dass die Technik den geplanten fünfjährigen Einsatz in Weltraum-Rechenzentren überstehen könne: "Aber einige Dinge können nur im All getestet werden."
Der Satellit mit den Google-Chips soll kommende Woche starten - als einer von vielen auf einer Rakete der Weltraumfirma SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Im asiatischen Devisenhandel verliert der Dollar 0,3 Prozent auf 158,38 Yen und legte leicht auf 6,7128 Yuan zu. Zur Schweizer Währung büßt er etwas auf 0,8283 Franken ein. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1377 Dollar und zieht leicht auf 0,9423 Franken an. Auf Wochensicht profitiert die US-Währung jedoch von der Erwartung weiterer Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Fed.
Rabatte, Deckel, fallende Kurse
Das Marktumfeld hat sich im Wochenverlauf eingetrübt: Konnte der Dax zum Wochenstart noch ein Plus von 1,1 Prozent verbuchen, waren es am Dienstag schon nur noch vier Punkte. Zur Wochenmitte ging es dann 0,7 Prozent abwärts, gestern folgten weitere 0,6 Prozent auf einen Stand von 25.267 Zählern. Ein Wochengewinn, der erste im September, ist damit fraglich, denn der Preis für ein Barrel Brent-Öl aus der Nordsee notiert im Bereich von 105 Dollar. Das heizt die Inflationssorgen an und schürt Zinsängste.
Das Thema hohe Energiepreise beschäftigt den Markt hierzulande auch zum Wochenschluss, denn der Tankrabatt soll heute zuerst im Bundestag und gleich danach im Bundesrat beschlossen werden. Er würde dann von Anfang Oktober bis Ende Dezember gelten und die Spritpreise um 17 Cent je Liter Diesel und Benzin drücken. Es ist die erste von mehreren Entlastungen der Bundesregierung. Geplant ist zudem noch ein Preisdeckel, der spätestens zum Jahreswechsel eingeführt werden soll. Experten haben aber Zweifel angemeldet, ob dies nicht nach hinten losgehen könnte. Den Tankrabatt kritisieren Ökonomen als wenig zielgenau und sehr teuer.
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