Nahost-Konflikt drückt StimmungWall Street tritt auf der Stelle

Die US-Anleger blicken mit Anspannung auf den Nahost-Konflikt und die hohen Energiepreise. Es dreht sich alles ums Öl, bemerkt ein Analyst. Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen stieg auf den höchsten Stand seit 2004.
Die Furcht vor einer Eskalation im Nahen Osten und steigende Anleiherenditen haben die Wall Street gebremst. Der breit gefasste S&P 500 schloss nahezu unverändert mit 7704 Punkten, ebenso der technologielastige Nasdaq, der mit 26.939 Zählern aus dem Handel ging. Der Leitindex Dow Jones verlor 0,3 Prozent auf 51.349 Punkte.
Die Indizes erholten sich im späten Handel von ihren Tagestiefs, nachdem die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hatte, dass Unterhändler der USA und des Irans einen schrittweisen Ausweg aus dem Krieg ausloten. Dieser sehe vor, dass Teheran die Straße von Hormus wieder öffne und Washington seine Wirtschaftsblockade gegen den Iran aufhebe. Zuvor hatte ein Raketenangriff der Huthi auf Saudi-Arabien die Sorge vor Lieferengpässen geschürt und den Preis für die Nordseesorte Brent um mehr als drei Prozent auf 107 Dollar pro Barrel getrieben.
"Es dreht sich wirklich alles um Öl und Inflation und die Auswirkungen auf die Zinsen sowie deren Folgen für die Kapitalmärkte", sagte Bill Northey, Investmentdirektor bei U.S. Bank Wealth Management. Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen stieg auf den höchsten Stand seit 2004. Höhere Renditen machen die als sicher geltenden Papiere für Investoren im Vergleich zu Aktien attraktiver. Zudem schürten robuste Konjunkturdaten und Äußerungen des New Yorker Fed-Präsidenten John Williams die Erwartung, dass die US-Notenbank die Zinsen nach der Erhöhung in der Vorwoche noch in diesem Jahr weiter anheben könnte.
Meta macht Gewinnsprung
Bei den Einzelwerten zeigten sich Technologie-Papiere uneinheitlich. Während Microsoft 0,5 Prozent und Broadcom 1,3 Prozent verloren, stiegen Advanced Micro Devices um 2,4 Prozent. Meta kletterten um 4,5 Prozent, nachdem der Social-Media-Konzern ein neues tragbares Gerät für seinen kürzlich eingeführten KI-Assistenten vorgestellt hatte.
Oracle gaben dagegen 3,5 Prozent nach. Einem Medienbericht zufolge hatte das Unternehmen höhere Gewalt für ein Rechenzentrum im Bundesstaat New Mexico angemeldet. Die Aktien des Projektentwicklers Blue Owl fielen in diesem Zusammenhang ebenfalls stark.
Die Papiere des Casino-Betreibers MGM Resorts brachen um elf Prozent ein, nachdem das Unternehmen People Inc des Medienmoguls Barry Diller sein Übernahmeangebot zurückgezogen hatte.
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