Dax erholt sich im Schatten guter Bilanzen
Nach dem kräftigen Rücksetzer am Vortag kommt es an den europäischen Aktienmärkten zur Wochenmitte zu einer Erholung. Der Markt agiert weiter im Spannungsfeld Iran-Krieg, steigender Inflation und dem mit Spannung erwarteten US-chinesischen Gipfel in Peking. Dazu kommt eine Flut an Quartalsberichten, die überwiegend gut ausgefallen sind und für eine positive Stimmung sorgen.
Der Dax zieht um 0,86 Prozent auf 24.136 Punkte an. Der europäische Leitindex Euro-Stoxx-50 gewinnt 0,37 Prozent auf 5.861 Punkte.
Etwas Entspannung liefern zudem die Zinsmärkte, nachdem es am Vortag hier für die Zinsen nach oben ging. Die Renditen für britische Staatsanleihen kommen von ihren Höchstständen leicht zurück. Der britische Premier Keir Starmer hält sich weiterhin an der Macht, während Zweifel an den konkreten Mechanismen für seine Absetzung aufkommen.
Der Mega-IPO-Sommer kommt - und mit ihm die Erinnerung an die große Blase
Der mögliche IPO-Sommer rund um SpaceX, OpenAI und Anthropic erinnert an Dotcom 2.0: große Infrastrukturversprechen, enorme Bewertungen, gewaltige Erwartungen. ntv-Börsenreporter Patrick Dewayne spricht über die Chancen und Risiken für mögliche Aktionäre.
Zinssorgen drücken Goldpreis
Anhaltende Inflations- und Zinssorgen setzen den Goldpreis erneut unter Druck. Das Edelmetall verbilligt sich um rund ein Prozent auf etwa 4660 Dollar je Feinunze. Angesichts kräftig gestiegener Energiekosten in den USA hoben die Hersteller ihre Preise im April weit stärker an als gedacht. Die Erzeugerpreise gelten als Frühindikatoren für die Entwicklung der Verbraucherpreise.
"Die Inflation hält sich hartnäckig. Das bestärkt die Erwartung, dass die Zinsen länger auf einem höheren Niveau bleiben werden", sagte Peter Grant, Chefstratege bei Zaner Metals. Bei erhöhten Zinsen schichten Anleger vermehrt in verzinste Anlagen um, was die Nachfrage nach Edelmetallen dämpft. Auch die jüngste Nachricht über erhöhte Importzölle in Indien habe Nachfragesorgen ausgelöst, fügte Grant hinzu. Indien ist der zweitgrößte Verbraucher von Edelmetallen weltweit.
Euro-Wirtschaft wächst fast gar nicht
Die Wirtschaft in der Euro-Zone ist ohne Schwung ins Jahr gestartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von Januar bis März nur um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte und damit eine Schätzzahl bestätigte. Ende 2025 war noch ein Zuwachs von 0,2 Prozent beim BIP erzielt worden.
Finnland erreichte in der Euro-Zone zu Jahresbeginn mit 0,9 Prozent die höchste Wachstumsrate. Rückgänge gab es hingegen in Irland (minus 2,0 Prozent) und in Litauen (minus 0,4 Prozent). Die deutsche Wirtschaft wuchs um 0,3 Prozent.
Chipwerte erholen sich an der Wall Street
Nach den jüngsten US-Konjunkturdaten findet die Wall Street keine klare Richtung. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zur Eröffnung ein halbes Prozent tiefer bei 49.539 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 trat mit 7397 Zählern mehr oder weniger auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte um 0,3 Prozent auf 26.164 Punkte vor.
Die US-Erzeugerpreise legten im April angesichts kräftig gestiegener Energiekosten um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Anstieg von 0,5 Prozent gerechnet. Die Erzeugerpreise gelten als frühe Hinweisgeber für die Entwicklung der Verbraucherpreise. "Diese Zahlen sind schwierig", sagte Peter Cardillo, Chefvolkswirt bei Spartan Capital Securities. "Sie bedeuten, dass der künftige Notenbankchef Kevin Warsh die Zinsen in nächster Zeit und vielleicht sogar für den Rest des Jahres nicht senken dürfte."
Bei den Einzelwerten schlugen Chip-Aktien nach einem Ausverkauf am Dienstag einen Erholungskurs ein. Gefragt waren dabei vor allem die Titel der Hersteller von Speicherchips. Micron, SanDisk und Seagate gewannen gut ein bis fast fünf Prozent.
US-Erzeugerpreise schießen in die Höhe
Die Erzeugerpreise in den USA sind im April viel stärker gestiegen als erwartet, primär getrieben durch die kriegsbedingt gestiegenen Energiekosten infolge des Konflikts mit dem Iran. Wie das Arbeitsministerium mitteilte, schnellten die Produzentenpreise um 1,4 Prozent gegenüber dem Vormonat in die Höhe und lagen um 6,0 (Vormonat: 4,0) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten nur einen monatlichen Preisanstieg von 0,5 Prozent prognostiziert.
Die Kernerzeugerpreise ohne die volatilen Preise von Nahrungsmitteln und Energie kletterten um 1,0 Prozent gegenüber dem Vormonat und erhöhten sich auf Jahressicht um 5,2 (3,8) Prozent. Ökonomen hatten einen monatlichen Anstieg von 0,4 Prozent prognostiziert.
Die Erzeugerpreise geben einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Inflation. In der Regel schlagen veränderte Erzeugerpreise früher oder später auf den Handel und damit auf die Verbraucher durch.
Ostdeutsche Tech-Aktie eilt von Rekord zu Rekord
Einen Tag nach der Vorlage starker Quartalszahlen eilen Jenoptik von Rekord zu Rekord. Die Aktien steigen in der Spitze um 12,8 Prozent auf eine neue Bestmarke von 44,12 Euro und sind größte MDax-Gewinner. Am Dienstag hatten sie bereits mehr als 15 Prozent gewonnen.
Einige Broker erhöhten ihre Kursziele für die Aktien des Technologiekonzerns, darunter Deutsche Bank und Berenberg. "Die aktuellen Auftragstrends deuten darauf hin, dass Jenoptik gut positioniert ist, um von der anhaltenden Erholung der Ausgaben für Halbleiteranlagen zu profitieren", heißt es bei der Baader Bank. Allerdings sei es nicht zu empfehlen, auf dem derzeitigen Preisniveau weiter zuzukaufen, ergänzte die Bank.
Internationale Energieagentur prophezeit noch monatelangen Ölmangel
Die fast vollständige Sperrung der Straße von Hormus hat einen beispiellosen Versorgungsschock auf den globalen Energiemärkten ausgelöst, der nach Einschätzung der Internationale Energieagentur (IEA) dazu führen könnte, dass die Ölversorgung noch monatelang eingeschränkt bleibt, selbst nachdem der Schiffsverkehr wieder aufgenommen wird. Die in Paris ansässige Energiebehörde erwartet nun, dass die weltweite Ölnachfrage in diesem Jahr um 420.000 Barrel pro Tag schrumpfen wird. Zuvor war sie von einem Rückgang um 80.000 Barrel pro Tag ausgegangen
Pharmakonzern Merk springt an die Dax-Spitze
Größter Dax-Gewinner sind derzeit Merck mit einem Kurssprung von bis zu 9,4 Prozent. Die Papiere lagen mit 123,60 Euro so hoch wie seit knapp zehn Wochen nicht mehr. Der Darmstädter Pharma- und Technologiekonzern punktete mit starken Quartalsergebnissen und einer angehobenen Jahresprognose.
Die erhöhte Prognose für das organische Umsatz- und Ergebniswachstum geht nun zudem davon aus, dass in den USA erst ab Mai keine Umsätze mit Multiple-Sklerose-Medikament mehr erzielt werden. Die bisherige Prognose hatte das bereits ab März angenommen. In der Sparte Healthcare habe sich zudem das Geschäft mit Therapien für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen und Endokrinologie (CM&E) gut entwickelt.
Investor mit höchstem Gewinn der japanischen Geschichte - und wird von Rating-Agentur abgestraft
Eine gestiegene Bewertung der Beteiligung am US-Softwarehaus OpenAI hat Softbank zu einem Gewinnsprung verholfen. Der Überschuss des Geschäftsjahres 2025/2026 sei mit umgerechnet 27 Milliarden Euro der höchste eines japanischen Unternehmens überhaupt, sagte Yoshimitsu Goto, Finanzchef des Technologie-Investor. Allein im abgelaufenen Quartal habe Softbank einen Gewinn von knapp zehn Milliarden Euro verbucht, mehr als dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum.
Softbank hatte sich im vergangenen Jahr für 30 Milliarden Dollar am ChatGPT-Entwickler OpenAI beteiligt. Seither hat sich die Bewertung des auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierten Startups auf etwa 850 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt.
Zur Finanzierung dieser Vorhaben hat Softbank Anteile am US-Mobilfunker T-Mobile und dem Chipkonzern Nvidia verkauft, Anleihen ausgegeben sowie Kredite aufgenommen. Die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) prüft inzwischen eine Herabstufung der Bonität der Beteiligungsgesellschaft. Der Umfang der Wette auf ein weiteres Wachstum des KI-Entwicklers OpenAI sei angesichts des verschärften Wettbewerbs mit Google und Anthropic eine Gefahr für die Kreditwürdigkeit von Softbank.
Gewinne europäischer Firmen steigen so schnell wie seit drei Jahren nicht
Etwas niedrigere Ölpreise und ermutigende Firmenbilanzen haben die europäischen Aktienmärkte zur Wochenmitte gestützt. Der Dax zieht bis zum Mittag um 0,7 Prozent auf 24.111 Punkte an. Der EuroStoxx50 notiert 0,3 Prozent höher bei 5823 Zählern.
Für Rückenwind sorgte die laufende Bilanzsaison. Analysten erwarten, dass die Unternehmensgewinne in Europa insgesamt so schnell wie seit drei Jahren nicht mehr gestiegen sind. Laut Daten der LSEG dürften die Firmen im ersten Quartal im Schnitt 10,2 Prozent mehr verdient haben. Im Vergleich zu den in den USA erwarteten Gewinnsteigerungen der S&P 500-Firmen in Höhe von rund 28 Prozent fällt das Plus allerdings eher mager aus.
Telekom will mit Rüstungsgeschäften stark wachsen
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom Tim Höttges hat weitere Kooperationen im Rüstungsbereich in Aussicht gestellt. Rüstung sei ein neues Geschäftsfeld, das die Telekom erschließen wolle, und er sehe darin hohes Wachstumspotenzial, sagte der Konzernchef des Bonner Dax-Konzerns während der Pressekonferenz zu den Erstquartalszahlen. Er verwies darauf, dass die Telekom im vergangenen Jahr entschieden habe, konsequent in Rüstung und Verteidigung zu investieren.
Anfang der Woche hatte die Telekom angekündigt, gemeinsam mit Rheinmetall einen Abwehrschirm gegen Drohnen und Sabotage entwickeln und angesichts zunehmender Bedrohungen durch Sabotage oder Drohnenflüge Städte und kritische Infrastrukturen in Deutschland schützen zu wollen. Rheinmetall-CEO Armin Papperger bezeichnete die Bedrohung durch Drohnen bei der Ankündigung als "hochgradig digital". Deshalb brauche ihre Abwehr die Verbindung aus Sensorik, Effektoren und sicheren Kommunikationsnetzen. Rheinmetall und die Deutsche Telekom würden genau diese Fähigkeiten bündeln.
E-Autobauer aus China will Stellantis-Werke in Europa übernehmen
Der chinesische Elektroautobauer BYD verhandelt mit Stellantis und anderen europäischen Herstellern über die Übernahme wenig ausgelasteter Fabriken in Europa. Das sagte die BYD-Managerin Stella Li der Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch in einem Interview. Der weltgrößte Anbieter von Elektrofahrzeugen diskutiere mögliche Vereinbarungen zur Übernahme von Werken in Ländern wie Italien. "Wir sprechen nicht nur mit Stellantis, wir sprechen auch mit anderen Unternehmen", sagte Li. Dabei bevorzuge BYD den alleinigen Betrieb der Anlagen anstelle von Gemeinschaftsunternehmen.
"Wir halten Ausschau nach allen verfügbaren Werken in Europa, da wir diese freien Kapazitäten nutzen möchten", sagte die Managerin. Stellantis äußerte sich zunächst nicht. Der Opel-Mutterkonzern gab kürzlich bekannt, zusammen mit dem chinesischen Partner Leapmotor in Europa Autos zu bauen - zum Beispiel ein Elektro-SUV von Opel.
BYD hat ein eigenes Werk in Ungarn gebaut, plant ein weiteres in der Türkei und sprach im vergangenen Jahr über die Option eines dritten Standorts. BYD steht im Heimatmarkt China unter Druck und forciert deshalb seine Auslandsexpansion. Europäische Autobauer haben unterdessen Überkapazitäten - so auch Volkswagen. Die Regierung Sachsens regte deshalb aus Sorge um den Standort Zwickau kürzlich an, das Werk mit einem chinesischen Partner zu betreiben.
Adecco-Aktien brechen ein
Die Papiere des Schweizer Personaldienstleisters Adecco brechen angesichts einer geringeren Bruttomarge im ersten Quartal deutlich ein. An der Börse verliert die Aktie des Unternehmens aus Zürich in der Spitze mehr als 14 Prozent und steuert damit auf den größten Tagesverlust seit mehr als 22 Jahren zu. Der Umsatz übertreffe zwar die Erwartungen, sagten die Analysten der Investmentbank Jefferies. Dies werde jedoch durch die schwächere Bruttomarge sowie höhere Vertriebs- und Verwaltungskosten als erwartet ausgeglichen. Die Bruttomarge lag mit 18,8 Prozent 40 Basispunkte niedriger als im Vorjahr. Auch die Aktien des Konkurrenten Randstad büßen an der Börse in Amsterdam rund sieben Prozent ein.
Allianz verdient so viel wie nie zuvor
Deutschlands größter Versicherungskonzern Allianz ist mit einem Rekordgewinn in das laufende Jahr gestartet. Das operative Ergebnis legte nach Angaben vom Mittwoch um 6,6 Prozent auf einen Rekordwert von 4,52 Milliarden Euro zu. Vom Unternehmen befragte Analysten hatten mit lediglich 4,36 Milliarden Euro gerechnet. Das gesamte Geschäftsvolumen - die Summe aus Versicherungsprämien und Fondsgebühren - verbesserte sich um 3,5 Prozent auf 53 Milliarden Euro. "Wir haben an die Dynamik eines hervorragenden Jahres 2025 angeknüpft", sagte Finanzchefin Claire-Marie Coste-Lepoutre.
Unter dem Strich stand ein Gewinn von fast 3,8 Milliarden Euro, das sind 48,4 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Der wichtigste Grund dafür war der Verkauf der Anteile an einem Gemeinschaftsunternehmen in Indien. Ohne diesen und weitere Sondereffekte hätte ein Anstieg um sieben Prozent zu Buche gestanden. An der Frankfurter Börse gehörten die Aktien mit einem Plus von 1,63 Prozent zu den Gewinnern im Dax.
Inflationsindikator springt in die Höhe - Obstpreise brechen massiv ein
Der Iran-Krieg hat die deutschen Großhandelspreise im April so stark steigen lassen wie seit über drei Jahren nicht mehr. Die Verkaufspreise erhöhten sich laut Statistischem Bundesamt um 6,3 Prozent zum Vorjahresmonat. Im März hatte diese Teuerungsrate noch bei 4,1 Prozent gelegen, im Februar vor Kriegsausbruch bei 1,2 Prozent. Ein größeres Plus wurde zuletzt im Februar 2023 mit 9,5 Prozent verzeichnet.
Die Entwicklung auf Großhandelsebene ist ein wichtiger Indikator für die Inflation denn sie kommt meist verzögert über die allgemeine Teuerung auch bei den Endverbrauchern an.
Der Krieg in Nahost und die Sperrung der Straße von Hormus hinterlassen eindeutige Spuren: Mineralölerzeugnisse kosteten 37,3 Prozent mehr als im April 2025.
In die entgegengesetzte Richtung entwickeln sich die Erzeugerpreise von landwirtschaftlichen Produkten - auch wenn vielen Bauern die höheren Kosten für Diesel und auch Dünger zu schaffen machen. Die Agrarpreise fielen um 8,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Besonders stark sanken im März die Erzeugerpreise für Obst: Diese fielen um 31,2 Prozent zum Vorjahresmonat. Preissenkungen gab es hier unter anderem bei Tafeläpfeln mit 33,0 Prozent. Gemüse verteuerte sich dagegen um 19,3 Prozent.
Hormus-Blockade bremst Hapag-Lloyd aus
Bei Hapag-Lloyd hinterlässt die Blockade der Straße von Hormus deutliche Spuren in der Bilanz. Im ersten Quartal rutschte der Konzern beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in die roten Zahlen. In den Büchern standen minus 134 Millionen Euro nach plus 463 Millionen Euro ein Jahr zuvor, wie Deutschlands größte Containerreederei mitteilte. Hapag-Lloyd führte den Einbruch auch auf Beeinträchtigungen infolge von Unwettern sowie niedrigere Frachtraten zurück. "Mit dem Verlauf des ersten Quartals können wir nicht zufrieden sein, denn wetterbedingte Störungen der Lieferketten und der Druck auf die Frachtraten führten zu einem deutlichen Ergebnisrückgang", so Konzernchef Rolf Habben Jansen.
Die Frachtrate lag demnach bei durchschnittlich 1330 US-Dollar je Standardcontainer (TEU) nach 1471 Dollar im Vorjahresquartal. Der Umsatz verringerte sich um fast 17 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr schließt der Hamburger Konzern im operativen Geschäft ein deutliches Minus nicht aus. Am Mittwoch bestätigte Hapag-Lloyd, dass das Ebit zwischen minus 1,3 und plus 0,4 Milliarden Euro erwartet werde. Die Prognose bleibe aber aufgrund der sehr volatilen Entwicklung der Frachtraten und des Konflikts im Nahen Osten mit erheblichen Unsicherheiten behaftet, betonte der Konzern.
Mercedes-Benz verkauft Autohäuser
Mercedes-Benz verkauft seine Autohäuser in Berlin und Brandenburg. Die konzerneigene Niederlassung Berlin-Brandenburg werde von der im Vereinigten Königreich sitzenden Global Auto Holdings (GAHL) übernommen, teilte der Dax-Konzern mit. Betroffen seien fünf Autohäuser in Berlin und zwei in Brandenburg, sagte ein Sprecher.
In der Niederlassung arbeiten den Angaben zufolge mehr als 1.100 Menschen. Die Transaktion stehe unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe und soll Ende dieses Jahres vollzogen werden. GAHL führe bereits seit Jahren Betriebe von Mercedes-Benz in Großbritannien und in den USA, teilte Mercedes mit.
Fast eine Milliarde Verlust "entspricht Erwartungen" von Porsche-SE-Chef
Der VW- und Porsche-Großaktionär Porsche SE hat im ersten Quartal aufgrund sinkender Ergebnisse seiner Kernbeteiligungen weniger Gewinn gemacht. Das angepasste Konzernergebnis nach Steuern schrumpfte um ein Fünftel auf 400 Millionen Euro, wie der Dax-Konzern mitteilte.
Einschließlich der nicht zahlungswirksamen Wertberichtigungen auf VW und Porsche sank der Nettoverlust auf 0,9 Milliarden Euro von 1,1 Milliarden Euro vor Jahresfrist. "Der Start ins Geschäftsjahr entspricht unseren Erwartungen", erklärte Vorstandschef Hans Dieter Pötsch. Bei VW und Porsche müssten die lange Zeit gut funktionierenden Geschäftsmodelle neu ausgerichtet werden. Intelligente Lösungen zur nachhaltigen Stärkung von Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität müssten konsequent umgesetzt werden.
Das Papier verbilligt sich um gut 1 Prozent
Meyer: Deutsches Standortproblem ist "auch Ideologie"
Dax bedeutet zwar "Deutscher Aktienindex", aber die Dax-Konzerne machen ihre Gewinne größtenteils im Ausland: ob die Telekom, Siemens oder Adidas. Doch bei anderen Unternehmen zeigt sich die Krise der deutschen Wirtschaft, kommentiert ntv-Börsenreporter Frank Meyer: "Die Politik muss sich aufraffen".
Ölpreise geben etwas nach
Am Rohstoffmarkt geben die Ölpreise etwas nach. So verbilligt sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,6 Prozent auf 107,08 Dollar je Barrel (159 Liter). Die Ölpreise halten sich seit Ende Februar bei oder über 100 Dollar, nachdem US-amerikanische und israelische Angriffe auf den Iran und Teherans faktische Schließung der Straße von Hormus die Versorgung bedrohten. Das US-Öl WTI notiert 0,6 Prozent schwächer bei 101,55 Dollar.
TUI setzt auf den Sommer
TUI hat im zweiten Quartal des bis September laufenden Geschäftsjahres trotz Belastungen des Iran-Krieges den Verlust gedrückt. Von Januar bis März verbesserte der MDax-Konzern das bereinigte Betriebsergebnis um 19 Millionen Euro oder rund neun Prozent auf einen Fehlbetrag von 188 Millionen Euro. Das starke erste Halbjahr gebe Rückenwind für ein herausforderndes zweites Halbjahr, teilte der Reisekonzern mit. TUI bekräftigte die im April gesenkte Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr - statt bis zu zehn Prozent Wachstum erwartet der Konzern das operative Ergebnis maximal auf Vorjahresniveau von 1,4 Milliarden Euro oder einen Rückgang auf bis zu 1,1 Milliarden Euro.
Neben den Kosten für Rückholaktionen aus Nahost und das wochenlange Festsitzen von zwei TUI-Kreuzfahrtschiffen am Persischen Golf verursachte der Krieg sinkende Buchungszahlen für beliebte Urlaubsziele wie die Türkei und Ägypten. Der Trend zum kurzfristigeren Buchen halte an, die Nachfrage konzentriere sich stärker auf das westliche Mittelmeer. Jeder zweite Verbraucher habe wie üblich zu dieser Jahreszeit noch nicht gebucht. Mehr als die Hälfte der verfügbaren Kapazität für den Sommer sei verkauft, die Durchschnittspreise im zweiten Halbjahr seien höher.
Zahlen satt – und es geht aufwärts
Der Dax scheint den gestrigen Rutsch unter die 24.000er-Marke als Versehen ad acta legen zu wollen. Zum Start ins heutige Geschäft legt der deutsche Börsenleitindex zu, notiert aktuell im Bereich von 24.160 Punkten, nachdem er gestern 1,6 Prozent verloren und mit 23.955 Zählern geschlossen hatte. "Zahlen satt lautet heute das Motto auf dem Parkett", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. Er verweist auf Geschäftsberichte von unter anderem Siemens, Deutsche Telekom, EON, RWE, TUI oder Hapag-Lloyd.
Trump-Zölle: US-Gericht setzt Urteil aus
Im juristischen Tauziehen um seine umstrittene Zollpolitik hat US-Präsident Donald Trump einen Etappensieg errungen. Ein Berufungsgericht hat die Entscheidung einer unteren Instanz vorläufig ausgesetzt, das Trumps temporäre Zölle auf Einfuhren aus der ganzen Welt vergangene Woche als rechtswidrig eingestuft hatte. Importeure müssen nun zunächst weiter die Abgaben in Höhe von 10 Prozent zahlen.
Die Entscheidung des Berufungsgerichts ist kein finales Urteil in der Sache. Vielmehr setzt sie das Urteil der unteren Instanz - des Gerichts für Internationalen Handel in New York - vorläufig aus, während die Berufungsrichter den Antrag der US-Regierung prüfen. Die Kläger - darunter der Bundesstaat Washington und zwei Unternehmen - haben nun sieben Tage Zeit, um zu reagieren.
Sollte das Berufungsgericht ebenfalls am Ende die Zölle kassieren, bliebe der Trump-Regierung noch der Gang vor das Oberste Gericht.
Dax-Anleger sind gefordert
Der Dax wird mit Gewinnen in den Handel starten. Gestern hatte der deutsche Leitindex 1,6 Prozent tiefer bei 23.954,93 Punkten geschlossen. Für schlechte Stimmung an den Börsen sorgten Zweifel an einem baldigen Frieden im Nahen Osten und ein erneuter Anstieg der US-Inflation.
Heute kommt vor dem Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping US-Finanzminister Scott Bessent in Südkorea mit dem chinesischen Vizeministerpräsidenten He Lifeng zu Handelsgesprächen zusammen. Auf der Agenda dürfte die zuletzt gegenüber China weniger aggressive US-Zollpolitik stehen, ebenso wie eine Verlängerung des Abkommens über Seltene Erden. Beim Treffen von Trump und Xi werden auch Zusagen Chinas für den Kauf von Boeing-Flugzeugen und US-Agrarprodukten erwartet.
Im Fokus bei den Konjunkturdaten stehen die Daten zum Arbeitsmarkt und zum Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone im ersten Quartal sowie zur europäischen Industrieproduktion im März.
Gewinnmitnahmen überwiegen an Asien-Börsen
Die meisten asiatischen Aktienmärkte verbuchen Aufschläge. Zwar halten sich Sorgen über den offenbar nicht enden wollenden Iran-Krieg und dessen inflationstreibende Effekte durch steigende Ölpreise, zunächst liegen die Hoffnungen in Asien aber auf dem bevorstehenden US-chinesischen Gipfel. "Mit Blick auf den heutigen Tag ist der Trump-Xi-Gipfel in Peking der dominierende geopolitische Fokus", sagt MUFG-Analyst Michael Wan.
Der iranische Botschafter in China erklärte derweil laut der iranischen Nachrichtenagentur, Peking verschaffe dem Iran diplomatische Tiefe. "China kann diese Botschaft auf der Ebene der Großmächte weitergeben", sagte er mit Blick auf die iranischen Forderungen zu einem Kriegsende.
Der Kospi in Seoul setzt seine Rally nach dem Rücksetzer am Vortag fort. Nach einer sehr schwachen Eröffnung liegt er 2,1 Prozent im Plus und macht das Vortagesminus, nach einem ebenfalls sehr volatilen Handelstag, wieder wett. Zu den Treibern gehören Halbleiterwerte. In Japan zieht der Nikkei um 0,8 Prozent auf 63.262 Punkte an. In China bleiben Anleger abwartend. Der HSI in Hongkong legt um 0,3 Prozent zu, der Shanghai-Composite um 0,1 Prozent. Der australische S&P/ASX-200 gibt 0,5 Prozent ab, belastet von schwachen Finanzwerten.
Inflationsraten von über vier Prozent im Sommer möglich
Bundesbank-Präsident Joachim Nagel sieht die EZB auf etwaige Zinserhöhungen zusteuern. "Wir können die hohen Energiepreise nicht ausblenden", sagte er dem "Handelsblatt" und fügte an: "Zinserhöhungen werden immer wahrscheinlicher, wenn sich das Inflationsbild nicht grundsätzlich ändert." Der deutsche Notenbankchef verwies auf gestiegene Inflationserwartungen: "Und selbst bei einem baldigen Kriegsende könnte die Inflationsrate deutlich länger erhöht bleiben, als wir noch vor Wochen dachten." Steigende Ölpreise infolge des Iran-Kriegs haben die deutsche Inflation im April bereits auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren getrieben. Waren und Dienstleistungen kosteten 2,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Unter den gegenwärtigen Bedingungen dürfte hierzulande im Durchschnitt für 2026 eine Teuerungsrate von etwa 2,7 Prozent herauskommen, sagte Nagel. In einzelnen Monaten werde man möglicherweise Werte über drei Prozent sehen. Es sei auch nicht auszuschließen, dass es heftiger werden könne und im Sommer Inflationsraten von über vier Prozent drohten.
Weg für neuen Fed-Chef Warsh ist frei
Der Weg für Kevin Warsh an die Spitze der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ist frei. Der Senat bestätigte den Juristen und Finanzexperten mit 51 zu 45 Stimmen zunächst für eine 14-jährige Amtszeit als Fed-Gouverneur. Zugleich leitete die Kongresskammer das Verfahren für seine Ernennung zum neuen Notenbankchef ein. Darüber könnte im Tagesverlauf (Ortszeit) abschließend abgestimmt werden. Warsh soll auf Jerome Powell folgen, dessen vierjährige Amtszeit als Fed-Vorsitzender am Freitag endet. Der designierte Notenbankchef hat einen Kurswechsel angekündigt: Er strebt eine engere Abstimmung mit der Regierung von Präsident Donald Trump an und will die Bilanz der Notenbank verkleinern.
Der Führungswechsel fällt in eine Phase, in der die politische Unabhängigkeit der Notenbank auf die Probe gestellt wird. Trump fordert vehement Zinssenkungen und versucht auf beispiellose Weise, Einfluss auf die Fed zu gewinnen. Dazu gehören der Versuch, Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen, sowie eine inzwischen eingestellte Untersuchung des Justizministeriums gegen Powell. Als Reaktion auf diese juristischen Angriffe plant Powell den ungewöhnlichen Schritt, auch nach dem Ende seines Vorsitzes als regulärer Gouverneur im Führungsgremium der Fed zu verbleiben. Erschwert wird der geldpolitische Kurs derzeit durch die Folgen des Iran-Krieges: Gestiegene Ölpreise treiben die Inflation an.
Siemens-Auftragseingang schnellt nach oben
Siemens ist im zweiten Quartal im operativen Geschäft hinter den Erwartungen zurückgeblieben, hält an seinen Zielen für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 jedoch fest. Der Auftragseingang schnellte von Januar bis März auf vergleichbarer Basis um 18 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro, wie der Technologiekonzern mitteilte. Der Umsatz wuchs währungsbereinigt nur um sechs Prozent auf 19,8 Milliarden Euro, während Analysten im Schnitt mit 20,1 Milliarden gerechnet hatten.
Das Ergebnis aus dem Industriegeschäft lag mit 2,97 Milliarden Euro acht Prozent unter Vorjahr; weil Siemens im Vorjahr einen Gewinn von rund 300 Millionen Euro aus dem Verkauf einer Sparte verbucht hatte. Die Zug-Sparte Mobility und die Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers seien durch die US-Zölle belastet worden, hieß es.
US-Tochter hilft Deutscher Telekom
Gestützt auf die optimistischeren Prognosen der US-Tochter T-Mobile hat die Deutsche Telekom ihre Jahresziele leicht angehoben. Im abgelaufenen Quartal übertraf der Bonner Konzern die Markterwartungen dank einer robusten Nachfrage geringfügig. "Weitgehend unbeeindruckt von den Ereignissen rund um den Globus läuft unser Geschäft stabil", sagte der Vorstandsvorsitzende Tim Höttges.
Die Telekom steigerte ihren Umsatz in den ersten drei Monaten des Jahres um 4,7 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro und den bereinigten operativen Gewinn um 7,5 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr peilt sie ein Betriebsergebnis von 47,5 statt 47,4 Milliarden Euro an.
Zwei Themen belasten Asien-Börsen
Die festgefahrenen Gespräche zwischen Washington und Teheran sowie eine höher als erwartete US-Inflation belasten die asiatischen Börsen. Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und die hartnäckig hohen Energiepreise sorgen für Zurückhaltung bei den Anlegern. US-Präsident Donald Trump hatte erklärt, er glaube nicht, Chinas Hilfe zur Beendigung des Krieges mit dem Iran zu benötigen. Ein Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping ist für diese Woche geplant.
"Die unerwartet hohe Inflation und die anhaltenden geopolitischen Spannungen erinnern die Anleger daran, dass hartnäckige Preise und erhöhte Energiekosten nicht so schnell verschwinden werden", sagt Tony Sycamore, Marktanalyst bei IG.
Die japanische Börse zeigt sich uneinheitlich: In Tokio legt Nikkei-Index 0,3 Prozent auf 62.930,20 Punkte zu. In Südkorea bricht der Kospi zeitweise 3,2 Prozent ein, bevor er einen Teil der Verluste wieder aufholt. Der Shanghai Composite bleibt fast unverändert bei 4213,51 Stellen.
Tech-Schwergewicht stürzt ab
In Seoul stürzen die Aktien von Samsung Electronics um 5,7 Prozent ab. Der Elektronikkonzern hatte keine Einigung mit seiner südkoreanischen Gewerkschaft über Lohnforderungen erzielt. Mehr als 50.000 Beschäftigte könnten nun in einen Vollstreik treten, der die Produktion von KI- und anderen Chips zu stören droht.
Das ist los im frühen Devisenhandel
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 157,67 Yen und legt leicht auf 6,7914 Yuan zu. Die japanische Währung war gestern kurzzeitig gestiegen - Händler spekulierten auf mögliche Interventionen Tokios zur Stützung des Yen. Zur Schweizer Währung rückt der Dollar etwas auf 0,7803 Franken vor. Der Euro bleibt fast unverändert bei 1,1736 Dollar.
Autoindustrie rechnet mit massivem Jobabbau
Der Verband der Automobilindustrie rechnet mit einem zusätzlichen massiven Stellenabbau in der Autoindustrie. "Wir müssen leider nach aktuellen Berechnungen von einem Beschäftigungsverlust von 225.000 Arbeitsplätzen bis 2035 ausgehen, also etwa 35.000 Arbeitsplätze mehr als bisher angenommen", sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Davon seien von 2019 bis 2025 schon 100.000 Arbeitsplätze verloren gegangen, sagte Müller weiter. Ursprünglich war laut VDA der Abbau von 190.000 Arbeitsplätzen im Zeitkorridor von 2019 bis 2035 vorhergesagt worden. "Betroffen sind insbesondere die Zulieferbetriebe, weil auf dem Weg vom Verbrennermotor zur Elektromobilität gerade in der Zulieferindustrie viele Arbeitsplätze verloren gehen werden", erklärte die VDA-Chefin.
Als Ursache für die negative Entwicklung nannte Müller auch "eine gravierende und anhaltende Standortkrise" in Deutschland und Europa. "Und die Bedingungen verschlechtern sich zusehends. Hohe Steuern und Abgaben, teure Energie, hohe Lohnkosten, überbordende Bürokratie - die Liste der Herausforderung ließe sich fortführen", sagte sie.
Von Schwergewichten, Energie - und Kursfantasie
Der Dax hat sich im gestrigen Geschäft volatil gezeigt. Der deutsche Börsenleitindex hielt sich lange über der 24.000er-Marke auf, auch deutlich, am Ende schloss er aber mit 23.955 Zählern doch darunter. Das Tagesminus betrug 1,6 Prozent. Marktteilnehmer verwiesen unter anderem auf die brüchige Waffenruhe im Iran-Krieg. Gleichzeitig hatte sich die Teuerung in den USA spürbar erhöht – im Rahmen der Erwartungen.
Und heute? Steht einiges auf der Agenda: Da kommt etwa vor dem mit Spannung erwarteten Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping US-Finanzminister Scott Bessent in Südkorea mit dem chinesischen Vizeministerpräsidenten He Lifeng zu Handelsgesprächen zusammen. Auf der Agenda dürfte die zuletzt gegenüber China weniger aggressive US-Zollpolitik stehen, ebenso wie eine Verlängerung des Abkommens über Seltene Erden. Beim Treffen von Trump und Xi werden auch Zusagen Chinas für den Kauf von Boeing-Flugzeugen und US-Agrarprodukten erwartet.
Unternehmensseitig liegt der Fokus heute klar auf dem Dax: Bei Siemens gibt es dabei eine Premiere, denn die neue Finanzvorständin Veronika Bienert darf mit Vorstandschef Roland Busch die Zahlen für das zweite Quartal präsentieren. Dabei wird sich zeigen, ob und wie der schwache Dollar und die Folgen des Iran-Kriegs den Münchner Technologiekonzern belasten. Der operative Gewinn aus dem Industriegeschäft dürfte nach Analystenschätzungen zwischen Januar und März um sechs Prozent auf 3,05 Milliarden Euro zurückgegangen sein. Doch für das Gesamtjahr 2025/26 trauen die Experten Siemens im Schnitt weiter ein Umsatzwachstum von 7,3 Prozent auf vergleichbarer Basis zu, Siemens selbst hatte die Prognose im Februar auf sieben bis acht Prozent angehoben. Das Betriebsergebnis dürfte dann nochmals um neun Prozent steigen.
Nach der Anhebung der Jahresziele durch die US-Tochter T-Mobile erwarten Börsianer einen ähnlichen Schritt der Deutschen Telekom. Wegen der Spekulationen um eine mögliche Fusion des Dax-Schwergewichts mit T-Mobile spielen die Geschäftszahlen jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Analysten rechnen für das erste Quartal mit einem Telekom-Umsatz von 29,7 Milliarden Euro und einem operativen Gewinn von 11,35 Milliarden Euro.
Auch die beiden Energiekonzerne EON und RWE legen Zahlen für das erste Quartal vor. EON, der größte europäische Betreiber von Energienetzen, hatte angekündigt, von 2026 bis 2030 insgesamt 48 Milliarden Euro zu investieren. Rund 40 Milliarden davon sollen auf das Netzgeschäft entfallen. Aber auch sein Geschäft in Großbritannien hat der Konzern jüngst mit einer Übernahme ausgebaut. Der Versorger RWE, der als Erzeuger von Strom und Gas die Verbraucher nicht mehr direkt beliefert, setzt dagegen verstärkt auf das Geschäft in den USA.
Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.