Wirtschaft

Bedrohung "hochgradig digital"Rheinmetall und Telekom entwickeln gemeinsamen Drohnenschutz

11.05.2026, 12:25 Uhr
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Rheinmetall baut nicht nur selbst Drohnen, sondern hat bereits Erfahrung mit der Bekämpfung und dem Abfangen von feindlichen Drohnen. (Foto: picture alliance / Ulrich Baumgarten)

In der Kriegsführung spielen Drohnen eine immer größere Rolle. Nun bündeln zwei deutsche Unternehmen ihre Expertise, um einen Anti-Drohnen-Schutzschild zu entwickeln. Dieser soll besonders einen Bereich schützen.

Der Rüstungskonzern Rheinmetall übt den Schulterschluss mit der Deutschen Telekom, um gemeinsam feindliche Drohnen und Cyberangriffe abzuwehren. Ein entsprechendes Entwicklungsvorhaben für einen Drohnen-Schutzschild gaben die beiden Firmen bekannt. Die beiden Unternehmen arbeiten bereits seit Längerem an der Erkennung und Bekämpfung von Drohnen zusammen. Dieses Vorhaben ist jedoch in einem frühen Stadium.

Das Ziel ist, Drohnen frühzeitig zu erkennen und dann durch Störsignale - durch Jammen - oder eigene Abfangdrohnen sowie möglicherweise Laserschüsse aufzuhalten, etwa an Kraftwerken, Industrieanlagen, Brücken und anderer kritischer Infrastruktur. Um Flugabwehr-Geschütze geht es beim dem Projekt nicht. Die Telekom soll ihre Kompetenz zu Handynetzen und anderen Digitalanwendungen in das Gemeinschaftsvorhaben einbringen, Rheinmetall ist für Sensorik und Effektoren, also Laser, zuständig.

"Die Bedrohung durch Drohnen ist hochgradig digital", sagt Rheinmetall-Chef Armin Papperger. Zur Abwehr brauche es eine Verbindung aus Sensorik, Effektoren und sicheren Kommunikationsnetzen. "Rheinmetall und die Deutsche Telekom bündeln genau diese Fähigkeiten". Telekom-Chef Tim Höttges verweist auf die Kompetenz seiner Firma zur Konnektivität, Cloud und Datenanalyse, womit die Drohnenabwehr "auf ein neues Level" gehievt werde: "Gemeinsam mit Rheinmetall stärken wir so die Souveränität und leisten unseren Beitrag dazu, Sorgen in der Bevölkerung zu reduzieren."

Schutz ziviler Bereiche

Bislang werden die meisten Drohnen am Himmel über Deutschland per Fernsteuerung von Piloten gesteuert, und zwar über eine Funk-Frequenz, auf Englisch Radio Frequency (RF) genannt. Die Funksignale lassen sich über sogenannte RF-Sensoren erkennen. Die Telekom setzt hierbei passive RF-Sensoren ein, die kein aktives Suchsignal aussenden. Das Gute daran: Wenn man sie an Funkmasten befestigt, stören sie dort Mobilfunktechnik nicht. Diese Technologie kam unter anderem bei der Fußball-Europameisterschaft 2024 zum Einsatz.

Rheinmetall wiederum baut nicht nur selbst Drohnen, sondern hat auch Erfahrung mit der Bekämpfung und dem Abfangen von feindlichen Drohnen. Dabei greift die Firma auch auf spezielle Sensortechnologien zurück. Hierbei geht es nicht nur um den militärischen Einsatz, sondern auch um den Schutz ziviler Bereiche. So hat der Waffenhersteller Ende vergangenen Jahres eine Partnerschaft mit der Hamburger Polizei und dem Hamburger Hafen geschlossen, um Lösungen für mögliche Drohnen-Bedrohungen zu finden.

Deutschlands Handynetze werden besser, die Flächenabdeckung schreitet voran. Das ist grundsätzlich eine gute Sache, hat aber gewissermaßen eine Nebenwirkung: Drohnen lassen sich inzwischen auch gut über weite Strecken über das Mobilfunknetz steuern - also nicht per Fernbedienung in Sichtweite über die übliche Funk-Frequenz, sondern von überall aus über das Internet.

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Das wiederum stellt Firmen und Behörden vor eine neue Herausforderung. Die Telekom erforscht mit der Hamburger Bundeswehr-Universität, wie sich solche Drohnen finden lassen. Hierfür wird das Mobilfunknetz selbst zu einer Art Radar, das bestimmte Auffälligkeiten im Datenverkehr erfasst. Dadurch wiederum sollen die Drohnen frühzeitig erkannt werden. Diese neue Art der Abwehr von Mobilfunk-Drohnen soll ebenfalls in das Gemeinschaftsvorhaben der Telekom und von Rheinmetall einfließen.

Quelle: ntv.de, mwa/dpa/rts

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