Der Börsen-Tag
19. Januar 2026
imageHeute mit Thomas Badtke und Wolfram Neidhard
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08:03 Uhr

Eskalation jederzeit möglich

Mit einem schwachen Start in die neue Handelswoche rechnen Händler an den europäischen Börsen. Die Grönland-Forderungen Trumps sorgen für Verunsicherung. Besonders problematisch sei, "dass gerade heute die US-Börsen geschlossen sind", sagt ein Händler. Denn damit fehle eine wichtige Indikation, wie US-Anleger auf die Eskalation durch die Trump-Administration reagieren: "Trump schaut auf die Börsen, und schwache US-Märkte hätten ihm signalisieren können, dass er auf dem falschen Weg ist" - dieses Regulativ fehle nun.

Der Dax-Future fällt rund 300 Punkte. Die Renditen der 10-jährigen US-Anleihen brachen bereits am Freitag nach oben über den Widerstand um 4,19 Prozent aus, der seit September die US-Renditen gekappt hatte. Belastend sei nicht einmal die Trump-Drohung mit neuen Zusatzzöllen von 10 Prozent wegen Grönland, sondern dass damit nun die Absegnung des bereits verhandelten US-EU-Zollvertrages auf Eis liege, heißt es im Handel. Sprecher der Fraktionen im Europa-Parlament wie Manfred Weber von der EVP machten klar, darüber könne unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht abgestimmt werden. Ein Sondergipfel der EU am Sonntag zeigte eine gewisse Einigkeit der Europäer bei der Bereitschaft zu deutlichen Gegenmaßnahmen.

Mit Spannung wird daher nun auf den Trump-Auftritt auf dem beginnenden Weltwirtschaftsgipfel in Davos geblickt. Gehofft wird auf eine gütliche Einigung, angesichts der Unberechenbarkeit des US-Präsidenten ist eine Eskalation aber jederzeit möglich.

Eskalation jederzeit möglich
07:47 Uhr

Investor geht auf Konfrontationskurs zu Toyota

Der aktivistische Investor Elliott hält das Angebot des Toyota-Konzerns, den Maschinenbau- und Autozulieferkonzern Toyota Industries von der Börse zu nehmen, für fast 40 Prozent zu niedrig. Elliott forderte die Aktionäre auf, das vergangene Woche auf 18.800 Yen je Aktie erhöhte Angebot nicht anzunehmen. Stattdessen schlug der Investor einen Wachstumsplan vor, der den Wert des Unternehmens bis 2028 auf 40.000 Yen je Aktie mehr als verdoppeln soll. Die Aktie von Toyota Industries notierte heute mit 19.450 Yen über dem Angebotspreis. Das Angebot stammt von Toyota Motor, der Konzerngesellschaft Toyota Fudosan und dem Toyota-Verwaltungsratschef Akio Toyoda. Elliott ist nach eigenen Angaben der größte Minderheitsaktionär von Toyota Industries.

Investor geht auf Konfrontationskurs zu Toyota
07:27 Uhr

Vermögen von Milliardären steigt 2025 auf Rekord

Das Vermögen der Milliardäre weltweit ist im vergangenen Jahr nach Angaben von Oxfam extrem stark gewachsen und hat einen Rekordwert erreicht. Das Gesamtvermögen der Reichsten sei 2025 um 2,5 Billionen Dollar auf den Höchstwert von 18,3 Billionen Dollar gestiegen, teilte die Entwicklungsorganisation mit. Dieser Zuwachs entspreche in etwa dem gesamten Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung von 4,1 Milliarden Menschen. Gleichzeitig lebten rund 3,8 Milliarden Menschen in Armut und müssten mit weniger als 8,30 Dollar pro Tag auskommen.

Das Wachstum des Reichtums habe sich beschleunigt, erklärte Oxfam und berief sich auf die Milliardärsliste des Magazins "Forbes". Mit einem Plus von rund 16 Prozent sei das Vermögen der Milliardäre 2025 dreimal so schnell gewachsen wie in den fünf Jahren davor. Seit März 2020 habe es inflationsbereinigt um 81 Prozent oder 8,2 Billionen Dollar zugelegt. In Deutschland gebe es die viertmeisten Milliardäre weltweit und ihre Zahl sei 2025 um ein Drittel auf 172 gestiegen. Ihr Gesamtvermögen wuchs demnach um 30 Prozent auf 840,2 Milliarden Dollar. Eine deutsche Milliardärin oder ein deutscher Milliardär verdient laut Oxfam in weniger als anderthalb Stunden das durchschnittliche Jahreseinkommen in Deutschland.

Vermögen von Milliardären steigt 2025 auf Rekord
07:11 Uhr

Euro legt zum Dollar zu

Im asiatischen Devisenhandel verliert der Dollar 0,1 Prozent auf 157,89 Yen und legt leicht auf 6,9630 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,5 Prozent niedriger bei 0,7989 Franken. Parallel dazu steigt der Euro um 0,2 Prozent auf 1,1620 Dollar und gibt 0,3 Prozent auf 0,9284 Franken nach.

Euro legt zum Dollar zu
06:52 Uhr

Kapital als Waffe im Handelskrieg? 

US-Präsident Donald Trumps Drohung mit neuen Zöllen im Streit um Grönland sorgt an den asiatischen Börsen für ein uneinheitliches Bild. Führende Staaten der Europäischen Union bezeichneten die Zolldrohungen als Erpressung. Analysten der Deutschen Bank verweisen darauf, dass europäische Länder US-Anleihen und -Aktien im Wert von acht Billionen Dollar hielten. Dies sei fast doppelt so viel wie der Rest der Welt zusammen. Sie könnten erwägen, einen Teil dieses Geldes abzuziehen. "Angesichts des auf einem Rekordtief liegenden Nettoauslandsvermögens der USA war die gegenseitige Abhängigkeit der europäischen und US-amerikanischen Finanzmärkte noch nie so hoch", sage George Saravelos, globaler Leiter der Devisenanalyse bei der Deutschen Bank. "Kapital als Waffe einzusetzen, wäre für die Märkte weitaus schädlicher als Handelsstreitigkeiten." Die Spannungen dürften auch das bevorstehende Weltwirtschaftsforum in Davos prägen, zu dem eine große US-Delegation unter Führung von Trump erwartet wird.

In Tokio gibt der Nikkei-Index 0,9 Prozent auf 53.467,03 Punkte nach und der breiter gefasste Topix notiert 0,4 Prozent niedriger bei 3644,85 Zählern. Der Shanghai Composite gewinnt hingegen 0,1 Prozent auf 4107,18 Stellen, während der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen um 0,2 Prozent auf 4721,07 Punkte fällt.

Der Blick der Anleger richtet sich zudem auf Japan und die dortige Geldpolitik. Am Freitag tagt die japanische Notenbank. Zwar wird keine sofortige Zinserhöhung erwartet, doch könnten die Währungshüter eine Straffung für April in Aussicht stellen. Diese Aussicht stützt den Yen und setzt im Gegenzug den Dollar unter Druck. Für zusätzliche Unsicherheit sorgt die innenpolitische Lage: Es wird erwartet, dass Ministerpräsidentin Sanae Takaichi in Kürze das Parlament auflöst, um den Weg für Neuwahlen im Februar freizumachen.

Kapital als Waffe im Handelskrieg? 
06:34 Uhr

Chinas Wirtschaft gelingt Punktlandung mit Schönheitsfehlern

Mit einem Wachstum von fünf Prozent im vergangenen Jahr hat Chinas Wirtschaft das offizielle Ziel der Regierung erreicht. Im vierten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,5 Prozent zu, wie das Statistikamt in Peking mitteilte. Analysten hatten mit einem Plus von 4,4 Prozent gerechnet. Jedoch verlangsamte sich das Wachstum im Vergleich zum dritten Quartal, als es noch bei 4,8 Prozent gelegen hatte. Während die Exporteure trotz US-Zöllen einen Rekord-Handelsüberschuss erzielten, ließ die Binnennachfrage wegen der anhaltenden Immobilienkrise weiter nach.

Chinas Wirtschaft gelingt Punktlandung mit Schönheitsfehlern
06:16 Uhr

Wall Street geschlossen

Da die Wall Street heute wegen des Feiertags Martin Luther King Day geschlossen bleibt, stehen vergleichsweise wenige US-Konjunkturdaten auf dem Terminplan. Zum heutigen Wochenstart blicken Anleger vor allem auf die chinesische Konjunktur. Geplant zur Veröffentlichung in der Volksrepublik sind unter anderem Wachstumszahlen für das vierte Quartal sowie Daten zur Industrie und zum Einzelhandel im Dezember. Im Euroraum werden endgültige Inflationszahlen für den vergangenen Monat veröffentlicht.

Wall Street geschlossen
05:59 Uhr

"Der Handelskrieg ist zurück"

Die Finanzmärkte dürften Experten zufolge auf die jüngsten Zoll-Drohungen von US-Präsident Donald Trump mit Abschlägen reagieren. Die Börsen würden zum Wochenstart wohl im "Risk-Off"-Modus starten, sagt IG-Marktanalyst Tony Sycamore. Die jüngste Krise habe die Sorge über einen Bruch des Nato-Bündnisses verstärkt. Auch das US-Handelsabkommen mit Europa stehe in Frage. Das werde die Stimmung an den Aktienmärkten belasten, die Nachfrage nach "sicheren Häfen" wie Gold und Silber aber erhöhen.

Trump hat angekündigt, ab dem 1. Februar zusätzliche Einfuhrzölle in Höhe von 10 Prozent auf Waren aus Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Finnland und Großbritannien zu erheben, sollte den USA der Kauf Grönlands verwehrt bleiben. Die Sätze sollen per Juni auf 25 Prozent erhöht werden. Die Drohung kam am gleichen Tage, an dem die EU und der südamerikanische Staatenbund Mercosur ein umfassendes Freihandelskommen unterzeichneten.

"Die Hoffnungen, dass sich die Zollsituation für dieses Jahr beruhigt hat, haben sich vorerst zerschlagen", sagt Berenberg-Chefvolkswirt Holger Schmieding. "Wir befinden uns in der gleichen Situation wie im letzten Frühjahr." Im April 2025 hatten von Trump verhängte Zölle die Märkte erschüttert.

"Der Handelskrieg zwischen den USA und der EU ist zurück", erklärt auch Tina Fordham, geopolitische Strategin und Gründerin von Fordham Global Foresight. Trotz der wachsenden Nervosität haben sich Investoren aber an ein gewisses Maß an geopolitischen Risiken gewöhnt. "Die Stimmung der Anleger hat sich angesichts derartiger, immer wiederkehrender undenkbarer Entwicklungen als recht widerstandsfähig erwiesen", sagte Fordham. Dies sei auch ein Ausdruck davon, dass es den Glauben gebe, dass Trump nicht alles umsetzen könne, was er ankündige.

"Der Handelskrieg ist zurück"