Dax startet mit deutlichem Plus in die Woche
Nach der Verlustserie in der vergangenen Woche ist es für die deutschen Aktienindizes wieder nach oben gegangen. Der Dax stieg um 0.6 Prozent und ging mit 23.239 Punkten aus dem Xetra-Handel. In der vergangenen Woche hatte der Leitindex fast 3,5 Prozent eingebüßt. Der EuroStoxx50 notierte 0,5 Prozent höher bei 5541 Stellen. Der Euro lag bei 1,1525 US-Dollar.
Ein enttäuschender Ifo-Geschäftsklimaindex sorgte kurzzeitig für Ernüchterung auf dem Frankfurter Parkett. "Die deutsche Wirtschaft zweifelt an einer baldigen Erholung", kommentieren die Münchener Konjunkturforscher die Zahlen. Dass die Börsenindizes dennoch Kursgewinne verzeichneten, ist in erster Linie der zuletzt wieder gestiegenen Zuversicht bezüglich einer weiteren Zinssenkung in den USA im Dezember zu verdanken. Nachdem sich mit John Williams ein weiterer US-Notenbanker für eine Zinssenkung ausgesprochen habe, votierten nun drei der wichtigsten Fed-Mitglieder für eine Senkung, so die Marktexperten von Vanguard. Daneben stützt die Hoffnung auf ein Ende des Ukraine-Kriegs die Stimmung.
Gefragt bei den Einzelwerten waren vor allem Bayer, die um 10,9 Prozent in die Höhe sprangen. Rund zwei Jahre nach dem Forschungsrückschlag mit dem Gerinnungshemmer Asundexian meldete der Pharmakonzern positive Studienergebnisse mit diesem Mittel.
Nach unten ging es hingegen für die Aktien der Rüstungskonzerne. Renk, Hensoldt und Rheinmetall büßten zwischen 2,2 und 5,0 Prozent ein. Am Sonntag wurden bei Gesprächen in Genf über einen Plan zur Beendigung des Ukraine-Krieges nach Angaben der USA Fortschritte erzielt.
Krypto-Konsolidierung oder weiterer Crash?
Der Kryptomarkt steckt in einer Krise, der Bitcoin ist in den vergangenen Wochen eingebrochen. Woran das liegt, wie es weitergehen könnte und wie man ganz einfach auf den Bitcoin setzen kann, darüber spricht Raimund Brichta mit Dirk Heß von nxtAssets.
United Internet verkauft 1&1 Versatel an Tochter - Aktie steigt stark
Der Verkauf der Glasfaser-Sparte 1&1 Versatel an die eigene Mobilfunktochter 1&1 AG beflügelt die Aktien des Mutterkonzerns United Internet. Sie stiegen 6,0 Prozent auf 25,54 Euro. Die Titel der 1&1 AG gewannen 5,8 Prozent auf 23,00 Euro.
United Internet hatte am Freitagabend angekündigt, 1&1 Versatel für 1,3 Milliarden Euro inklusive Schulden an die 1&1 AG zu verkaufen. "Durch die konzerninterne Umstrukturierung bündelt United Internet ihre Aktivitäten und Kompetenzen im Telekommunikationsgeschäft unter dem Dach der 1&1 AG", teilte der Internet-Anbieter mit. Bei der Transaktion würden Forderungen der 1&1 AG an den Mutterkonzern angerechnet. Außerdem gewähre United Internet der Mobilfunktochter ein Gesellschafterdarlehen. Dadurch fließe United Internet kein Geld zu. Der Internet-Anbieter hält rund 87 Prozent an der 1&1 AG.
Wall Street startet im Plus
Anziehende Spekulationen auf eine weitere Zinssenkung der US-Notenbank Fed in diesem Jahr sorgen für einen positiven Wochenauftakt an der Wall Street. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte zog zur Eröffnung 0,2 Prozent auf 46.352 Punkte an. Der breiter gefasste S&P 500 stieg ein halbes Prozent auf 6637 Zähler. Der technologielastige Index Nasdaq eröffnete knapp ein Prozent höher bei 22.482 Punkten. Allerdings blieben die Entscheidungsträger der Fed in der Zinsfrage weiter gespalten. "Das vorherrschende Thema bleibt im Moment die Unsicherheit", sagte Lilian Chovin von der britischen Privatbank Coutts.
Bei den Einzelwerten trieb eine Hochstufung die Titel des US-Pharmakonzerns Merck um mehr als drei Prozent nach oben. Die US-Bank Wells Fargo stufte die Titel auf "overweight" von zuvor "equal weight" und erhöhte das Kursziel auf 125 von 90 Dollar. Die jüngsten Fortschritte in der Produktpipeline verringerten das Risiko von Umsatzeinbrüchen nach dem Auslaufen des Patentschutzes für das Krebsmedikament Keytruda, hieß es zur Begründung.
Continental verschärft Sparkurs bei ContiTech - Jobs gehen ins Ausland
Der Reifenhersteller Continental verschärft seinen Sparkurs und plant einen weiteren Stellenabbau bei seiner zum Verkauf stehenden Sparte ContiTech. Ziel sei es, jährlich 150 Millionen Euro insbesondere in der Verwaltung zu sparen, teilte das Unternehmen mit. Aus Betriebsratskreisen hieß es, daraus errechne sich der Wegfall von bis zu 1500 Arbeitsplätzen in Deutschland.
Geplant sei, einen Teil der betroffenen Tätigkeiten in Länder mit wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen zu verlagern, teilte der Dax-Konzern mit mit. Der zuständige Continental-Manager Philip Nelles sagte, der Kostendruck steige aufgrund des veränderten Marktumfeldes, reduzierter Wachstumsraten wichtiger Wirtschaftsnationen, anhaltender Unsicherheit durch Handelskonflikte und des stetig steigenden Wettbewerbs insbesondere aus China. "Die Anpassung der Kostenstruktur ist unabhängig vom geplanten Verkauf von ContiTech notwendig."
"ETF kaufen und warten - das wird nicht funktionieren"
Berichte über Obamacare-Hilfen treiben US-Versicherer
Die Aussicht auf eine Verlängerung von Subventionen für die als "Obamacare" bekannte US-Krankenversicherung treibt die Aktien in der Branche an. Die Papiere von US-Krankenversicherern wie Centene, UnitedHealth und Humana gewinnen vor US-Börsenstart zwischen drei und zehn Prozent, nachdem das Magazin "Politico" berichtet hat, dass das Weiße Haus die Prämienvergünstigungen des "Affordable Care Act" um zwei Jahre verlängern wolle. Der jüngste 40-tägige Regierungsstillstand war ohne Verlängerung der unter US-Präsident Barack Obama eingeführten Subventionen beendet worden, die zum Jahresende auslaufen. Stattdessen soll im Dezember über das Thema abgestimmt werden.
Mehrere wichtige Fed-Banker sind für eine Zinssenkung
Mit John Williams seien nun drei der wichtigsten Fed-Mitglieder für eine Zinssenkung: Neben Williams auch Fed-Chef Jerome Powell sowie Fed-Gouverneur Christopher Waller, so Josh Hirt vom Vermögensverwalter Vanguard. Das erkläre, warum die Zinssenkungserwartung für Dezember nach der Williams-Rede so stark auf 71 Prozent gestiegen sei von 40 Prozent zuvor.
Goldman-Sachs-Kommentar schiebt Luxus-Autowerte an
Ein positiver Analystenkommentar gibt den europäischen Luxus-Automobilaktien Rückenwind. Der Branchenindex rückt um rund ein Prozent vor. Die Experten der US-Investmentbank Goldman Sachs haben die Bewertung der Aktien von Mercedes, BMW und Ferrari mit "Buy" aufgenommen. Stellantis stuften sie mit "Neutral" ein. Als Grund nannten sie die vergleichsweise niedrigen Aktienkurse der Premium-Automobilhersteller aus Europa. Die Papiere der vier Konzerne rückten daraufhin deutlich nach oben.
Novo Nordisk scheitert bei Alzheimer-Studien - Aktie stürzt ab
Novo Nordisk hat mit seinem Abnehm-Wirkstoff Semaglutide einen Fehlschlag in zwei Alzheimer-Studien erlitten. Wie der dänische Konzern mitteilte, hat die orale Verabreichung des Wirkstoffs - der zentrale Inhaltsstoff in den Blockbuster-Medikamenten Ozempic und Wegovy - das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit nicht verlangsamt. Die Aktie bricht um 10,3 Prozent ein.
Die Studien hätten keine Überlegenheit von Semaglutide im Vergleich zu einem Placebo bei der Verlangsamung des Fortschreitens der Alzheimer-Krankheit bestätigt, so der Konzern. Daher werde Novo Nordisk die Verlängerung der Studien nicht fortsetzen.
Neues vom Geldmarkt
Etwas breiter werden die Sätze am europäischen Geldmarkt zu Wochenbeginn gestellt. Mit Beendigung des US-Regierungs-Shutdowns werden in den kommenden Tagen hochkarätige US-Wirtschaftsdaten in konzentrierter Form nachgereicht. Den Auftakt bilden am Dienstag die US-Einzelhandelsumsätze sowie die Erzeugerpreise für September. Am Mittwoch folgen dann die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die nach Einschätzung der Deutschen Bank von besonderer Relevanz für den Markt sind, da sie den Monat November umfassen und daher für die US-Notenbank bei der im Dezember anstehenden geldpolitischen Entscheidung einen größeren als normalen Stellenwert haben dürften. An den Märkten wird derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent eine Senkung um 25 Basispunkte durch die Fed eingepreist. Am Freitag werden dann die deutschen Verbraucherpreise für November veröffentlicht. Im Blick steht dabei die Entwicklung der von der EZB stark beachteten Kerninflationsrate..
Hier die jüngsten Daten: Tagesgeld: 1,80 - 2,15 (1,90 - 2,07), Wochengeld: 1,88 - 2,23 (1,90 - 2,07), 1-Monats-Geld: 1,86 - 2,28 (1,92 - 2,10), 3-Monats-Geld: 2,05 - 2,26 (2,05 - 2,26), 6-Monats-Geld: 2,07 - 2,30 (2,06 - 2,29), 12-Monats-Geld: 2,03 - 2,43 (2,16 - 2,38), Euribors: 21.11. 20.11. 3 Monate: 2,0470 2,0540, 6 Monate: 2,1230 2,1340, 12 Monate: 2,2200 2,2210
Grüne Vorzeichen an der Wall Street
Nach den Gewinnen zum Vorwochenausklang sieht es vorbörslich nach einem etwas festeren Handelsstart an der Wall Street aus. Haupttreiber ist die seit Freitag wieder gestiegene Erwartung einer Zinssenkung durch die US-Notenbank am 10. Dezember. Zwar herrscht innerhalb des entscheidenden Offenmarktausschusses offenbar weiter Uneinigkeit, zuletzt wartete aber John Williams, der Präsident der Fed von New York, mit der Aussage auf, eine weitere Zinssenkung "in naher Zukunft" könnte gerechtfertigt sein, um die Zinssätze näher an einen neutralen Bereich heranzuführen", die das Wachstum weder ankurbele noch bremse.
Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung wird aktuell wieder bei 75 Prozent gesehen, verglichen mit rund 30 Prozent zur Mitte der Vorwoche. Am Anleihemarkt wird die Zehnjahresrendite aktuell mit 4,06 Prozent unverändert gesehen, sie war am Freitag um 4 Basispunkte gefallen.
Luxusmarkt schrumpft weltweit - vor allem Kunst betroffen
Der weltweite Luxusmarkt schrumpft. Im laufenden Jahr werden voraussichtlich 1,44 Billionen Euro für teure Autos, edles Essen, Jachten, Privatjets und ähnliches ausgegeben, wie eine Studie der Unternehmensberatung Bain & Company und des italienischen Luxusgüterverbands Fondazione Altagamma prognostiziert. Es wäre der zweite Rückgang in Folge. 2024 waren es noch 34 Milliarden mehr, im Vergleich zu 2025 ergibt sich ein Minus von 54 Milliarden Euro. Der Rückgang ist ungewöhnlich, langfristig wächst der Luxusmarkt. 2019 waren es noch 169 Milliarden Euro weniger als aktuell, und auch für die Zukunft sagt Bain deutliches Wachstum voraus: Bis 2035 sollen es insgesamt 2,2 bis 2,7 Billionen werden.
Im aktuellen Jahr ist es vor allem der schwächelnde Absatz bei Luxusautos, der für den Rückgang sorgt. Mit 545 Milliarden Euro stehen sie zwar immer noch für mehr als ein Drittel der Ausgaben, weisen aber ein Minus von sechs Prozent auf. Auch die Ausgaben für edle Weine und Spirituosen sinken - um fünf Prozent auf 93 Milliarden Euro. Für Kunst werden sogar neun Prozent weniger ausgegeben: der Studie zufolge 31 Milliarden Euro.
Studienerfolg mit Gerinnungshemmer lässt Bayer-Aktie hochschießen
Positive Studienergebnisse für den Gerinnungshemmer Asundexian haben der Aktie von Bayer kräftig Auftrieb gegeben. Die Papiere des Pharma- und Agrarkonzerns legten um 11,2 Prozent zu und waren mit Abstand größte Dax-Gewinner. Mit 30,98 Euro notierten sie zeitweise auf dem höchsten Stand seit Januar 2024.
Bayer hatte am Sonntag mitgeteilt, dass der einstige Hoffnungsträger in einer zulassungsrelevanten Studie das Risiko für ischämische Schlaganfälle signifikant verringert hat. Für das Unternehmen ist das ein wichtiger Erfolg, nachdem Bayer mit dem Mittel Ende 2023 einen schweren Rückschlag hinnehmen musste. Damals war der Gerinnungshemmer in einer entscheidenden klinischen Studie mit Patienten mit Vorhofflimmern und Schlaganfallrisiko gescheitert, der Aktienkurs brach ein.
Dax-Gewinne eingedampft
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat nun einen Großteil seiner Gewinne wieder abgegeben. Am Mittag lag der deutsche Leitindex nur noch 0,3 Prozent höher bei 23.169 Punkten. Der EuroStoxx50 notierte 0,1 Prozent tiefer bei 5511 Stellen. Der Euro lag etwas fester bei 1,1539 US-Dollar. Die Preise für die Ölsorten Brent und WTI gaben um je 0,2 Prozent nach.
Rheinmetall nutzt für Personalaufbau die Entlassungen der Autobranche
Der Rüstungskonzern Rheinmetall setzt angesichts der bis zum Ende des Jahrzehnts erwarteten Verfünffachung des Umsatzes gegenüber 2024 auf hohe Bewerbungszahlen, um die Expansion des Geschäfts zu bewältigen. Um die benötigten Stellen zu besetzen, kann das Düsseldorfer Unternehmen aus einem Pool von Arbeitnehmern schöpfen, die von großen Arbeitgebern - vor allem aus der Automobilindustrie - entlassen wurden, wie die Chefin der Personalabteilung sagt.
Die Sicht von Arbeitssuchenden auf Rheinmetall hat sich verändert. Der Rüstungskonzern gelte inzwischen als attraktiver Arbeitgeber in Deutschland, sagte Monica Wertheim, Leiterin für Personalangelegenheiten weltweit, in einem Interview. Auf mehr als 3000 Stellen, die im ersten Halbjahr 2025 in Deutschland ausgeschrieben wurden, habe Rheinmetall 120.000 Bewerbungen bekommen, so die Managerin.
Julius-Bär-Aktie schwach
Julius Bär verlieren an der Züricher Börse 3,6 Prozent. "Die meisten Zahlen sind zwar gut", so ein Händler. "Es gibt aber eine neue Abschreibung über 149 Millionen Franken, die den Turn-around-Plan belastet", so der Händler.
"Viel Angst im Markt - wie kurz nach Corona-Ausbruch"
Hohe Staatsausgaben und schwache Kryptokurse belasten die Stimmung an den Börsen. Experte Ascan Iredi zufolge ist die Angst an den Märkten derzeit ungewöhnlich hoch. Warum das aber gut ist und er noch an die Jahresendrallye glaubt, erklärt er im Interview mit ntv-Börsenreporter Raimund Brichta.
Das sind die Gewinner der ZertifikateAwards 2025
Die Gewinner der diesjährigen ZertifikateAwards stehen fest. Nancy Lanzendörfer spricht mit Volker Meinel von der BNP Paribas, Matthias Hüppe von der HSBC und Veranstalter Tobias Kramer von DZB Media über die Herausforderungen, die das Börsenjahr 2025 an die Marktteilnehmer gestellt hat und welche Themen die Branche im kommenden Jahr beschäftigen werden.
Dax verliert Teil seiner Gewinne - "BIP-Wachstum wird teuer erkauft"
Der Dax hat sein anfängliches sein Plus von mehr als einem Prozent nach dem Ifo-Index auf nur noch 0,8 Prozent reduziert. Dieser hat im November enttäuscht, die Unternehmensstimmung verschlechtert sich wieder. Der Index sank im November auf 88,1 nach 88,4 Punkten. "Von Konjunkturoptimismus mit Blick auf das Jahr 2026 kann deshalb kaum die Rede sein", sagte Thomas Gitzel von der VP Bank. Zwar habe sich das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer im bisherigen Jahresverlauf verbessert, doch der absolute Stand deute darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft nur verhalten wachsen werde. "Vor allem im verarbeitenden Gewerbe senken die Unternehmen den Daumen", so Gitzel.
Auch das von der deutschen Bundesregierung aufgelegte Infrastrukturprogramm scheine keine Euphorie mehr zu entfachen: "Zu viele Mittel fließen nicht in zusätzliche Investitionen, sondern werden für andere Ausgaben verwendet", warnt der Volkswirt. Im kommenden Jahr wird der Fiskalimpuls durch das Infrastrukturprogramm aber dennoch beträchtlich sein. Hinzu kommen noch zusätzliche Rüstungsausgaben. Damit sollte der BIP-Zuwachs zumindest wieder leicht über 1,0 Prozent liegen. In vielen Branchen dürfte derweil die Kapazitätsauslastung niedrig bleiben: "Das bessere BIP-Wachstum ist somit teuer erkauft."
Siemens-Energy-Aktie erholt sich kräftig - Kursziel heraufgesetzt
Deutlich nach oben geht es mit Siemens Energy. Nach dem Rückschlag vom Freitag zieht der Kurs um 4,3 Prozent auf 105,15 Euro an. Die Deutsche Bank hat das Kursziel auf 135 von 130 Euro angehoben, und Metzler hat die Aktie mit einem Kursziel von 130 nach 93 Euro frisch auf die Kaufliste genommen.
Ifo-Index sinkt - "Lagebeurteilung bleibt grottig"
Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen hat sich im November überraschend etwas eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank auf 88,1 Zähler, nach 88,4 Punkten im Oktober, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage unter rund 9000 Führungskräften mitteilte. Ökonomen hatten hingegen mit einem Mini-Anstieg auf 88,5 Zähler gerechnet. Die Firmen blickten zwar etwas optimistischer auf ihre Lage, bewerteten aber zugleich ihre Aussichten skeptischer als zuletzt. "Die deutsche Wirtschaft zweifelt an einer baldigen Erholung", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.
Der Chefvolkswirt von Hauck Aufhäuser Lampe, Alexander Krüger, sagte dazu: "Das Geschäftsklima dürfte vor allem wegen der zögerlichen Politik durchhängen. Vor allem die Lagebeurteilung bleibt grottig. Problematisch ist, dass die Zukunftshoffnungen schon wieder fallen. In diesem Umfeld dürfte Abwanderungsgedanken von Unternehmen nicht der Stecker gezogen sein. Ohnehin sind Klagen über Wettbewerbsnachteile und Materialmangel seit Langem hörbar. Man möchte sich gar nicht ausmalen, was geschieht, wenn der Schub durch das Fiskalpaket weitgehend ausbleibt. Umso wichtiger ist es, dass Standortnachteile von der Bundesregierung endlich repariert werden. Auf den ausgebliebenen Herbst der Reformen darf nicht ein Winter mit Tiefschlaf folgen."
Julius Bär verbucht erneut Kreditverluste
Die krisengeplagte Bank Julius Bär hat die Überprüfung des eigenen Kreditportfolios auf weitere Problemfälle abgeschlossen und verbucht eine weitere Wertberichtigung von 149 Millionen Franken. Das Institut habe entschieden, eine Untergruppe von Positionen im Kreditbuch abzubauen, die nicht mit der neuen Strategie und den überarbeiteten Leitlinien zur Risikobereitschaft der Gruppe vereinbar seien, teilte der Schweizer Vermögensverwalter mit. Diese Positionen befänden sich hauptsächlich im Buch der renditegenerierenden Wohn- und Gewerbeimmobilien und betrügen 0,7 Milliarden Franken. "Der Abschluss der Überprüfung ist die letzte Phase in der Aufarbeitung von Altlasten im Kreditbereich", hieß es weiter.
Anfang 2024 hatte Bär Netto-Kreditverluste von 606 Millionen Franken verbucht, der größte Teil davon in Zusammenhang mit dem Kollaps der Immobiliengesellschaft Signa des österreichischen Investors Rene Benko. Der Skandal kostete den damaligen Bär-Chef den Job. Der seit Anfang des Jahres amtierende CEO Stefan Bollinger ordnete an, das Kreditportfolio auf weitere Problemfälle zu durchforsten und vorsichtigere Kriterien in Bezug auf die Kreditqualität anzuwenden. Im Mai nahm das Institut dann Wertberichtigungen auf Hypotheken und andere Kredite im Volumen von 130 Millionen Franken vor.
"Rüstungsaktien raus …"
"Rüstungsaktien raus, Infrastrukturtitel rein", so ein Marktteilnehmer mit Blick auf die Ukraine-Verhandlungen. Die Chancen auf ein Kriegsende seien wahrscheinlich so gut wie lange nicht mehr, sagt er. Damit dürften die Rüstungsaktien ihre Korrektur fortsetzen. Infrastruktur- und Baukonzerne sowie Banken dürften dagegen von der Spekulation auf einen Wiederaufbau der Ukraine profitieren, sagt er.
Ist das die Trendwende?
Der Dax startet fester in das heutige Geschäft. Der deutsche Börsenleitindex, der am Freitag mit 23.092 Punkten geschlossen und damit rund drei Prozent auf Wochensicht eingebüßt hatte, notiert aktuell im Bereich von 23.240 Zählern.
"Durchschnaufen ist angesagt, die Aussicht auf eine Trendwende besteht", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Raimund Brichta. "Die Wall Street hatte am Freitag ins Plus gedreht und auch in Asien legen die Kurse zu", erläutert er. "Auch der Bitcoin scheint sich stabilisiert zu haben."
Dax will zurück in die Trading-Range
Mit der erwarteten festen Eröffnung kämpft der Dax um eine Rückkehr in die Trading-Range zwischen knapp 23.300 Punkten und der Widerstandszone, die von 24.450 bis zum Allzeithoch bei 24.772 Punkten reicht. Vorbörslich wird der deutsche Leitindex knapp 1 Prozent höher direkt an der 23.300er Marke errechnet. Oberhalb liegt als nächste Hürde die 200-Tage-Linie bei 23.467, darüber die Gap-Oberkante bei 23.530. Negativ wäre laut Marktanalysten ein erneuter Rückschlag unter die 23.000er-Marke.
BHP gibt bei Anglo American klein bei
BHP hat seinen erneuten Anlauf zur Übernahme des Konkurrenten Anglo American nach ersten Gesprächen wieder aufgegeben. Das Unternehmen verfolge eine mögliche Verbindung mit Anglo American nicht weiter, teilte der Bergbaukonzern mit. Ein Zusammenschluss hätte zwar "starke strategische Vorzüge" geboten, hieß es von BHP weiter. Der Konzern sei jedoch auch von der Stärke seiner eigenen Wachstumsstrategie überzeugt.
Der Rückzieher von BHP kommt nur wenige Monate, nachdem Anglo Pläne für eine Fusion mit dem kanadischen Konkurrenten Teck Resources bekannt gegeben hatte. Mit dem Zusammenschluss soll ein weltweit führender Kupferproduzent entstehen. Die Aktionäre beider Unternehmen sollen in weniger als drei Wochen über die mehr als 60 Milliarden Dollar schwere Transaktion abstimmen.
Im vergangenen Jahr hatte BHP bereits versucht, Anglo American für rund 49 Milliarden Dollar zu übernehmen. BHP ist insbesondere an den Kupfervorkommen von Anglo in Lateinamerika interessiert, die für die Energiewende von Bedeutung sind. Der Deal scheiterte jedoch an der Forderung von BHP, dass Anglo seine südafrikanischen Platin- und Eisenerzgeschäfte abspaltet.
Zinsen runter, Asien-Aktien rauf
Mit Aufschlägen zeigen sich die asiatischen Börsen zu Wochenbeginn. Dabei reichen die Gewinne von 0,2 Prozent in Seoul bis 2,0 Prozent in Hongkong. Der Shanghai Composite zeigt sich wenig verändert. In Tokio findet wegen eines Feiertages kein Handel statt. Für eine positive Stimmung sorgt die Aussicht auf US-Zinssenkungen, die am Freitag auch schon die Wall Street angetrieben hatte. Sie war vor allem von Fed-Mitglied John Williams ausgelöst worden. Eine weitere Zinssenkung "in naher Zukunft" könnte gerechtfertigt sein, um die Zinssätze näher an eine neutrale Einstellung zu bringen, die das Wachstum weder beflügelt noch verlangsamt, so Williams. Die Äußerungen des Präsidenten der New Yorker Fed seien bemerkenswert, da er ein enger Vertrauter von US-Notenbankpräsident Jerome Powell sei, heißt es.
Immer mehr Fed-Vertreter, darunter auch einige, die sich im September und Oktober für Zinssenkungen ausgesprochen hatten, hatten dagegen in den vergangenen zwei Wochen angedeutet, dass sie eine weitere Senkung im nächsten Monat nicht für gerechtfertigt halten. Problematisch für die Börsen ist, dass die vom Trump-Shutdown gezeichneten US-Behörden keinen eigenständigen Inflationsbericht für Oktober vorlegen wollen. Er soll zusammen mit den November-Daten mit einer Verzögerung am 18. Dezember veröffentlicht werden.
Das bedeutet, dass die Fed über keine Beschäftigungs- und Inflationsdaten verfügen wird, die aktueller sind als die vom September, wenn sich die Mitglieder am 9. und 10. Dezember treffen, um ihre letzte geplante Zinsentscheidung für 2025 zu treffen.
Das ist los am Rohstoffmarkt
Am Rohstoffmarkt stagniert der Preis für die Nordseesorte Brent bei 62,49 Dollar je Barrel. Das US-Öl WTI notiert 0,2 Prozent schwächer bei 57,97 Dollar. Händler verweisen auf Hoffnungen auf eine mögliche Erhöhung des Angebots. Hintergrund sind die Verhandlungen und Diskussionen zwischen den USA und der Ukraine zu einem möglichen Friedensplan zur Beendigung des Krieges in der Ukraine.
Zwei Entwicklungen stützen den Dax
Mit einer festen Eröffnung an den europäischen Aktienmärkten rechnen Marktteilnehmer zum Wochenauftakt. Der Dax wird vorbörslich knapp 1 Prozent höher an der Marke von 23.300 Punkten errechnet. "Die Risikobereitschaft nimmt wieder zu", so ein Marktteilnehmer. Die Futures auf die US-Indizes ziehen ebenfalls weiter an, und auch die Kryptowährungen können sich von den jüngsten Tiefs erholen. Am Rentenmarkt bewegen sich die Kurse dagegen nur wenig.
Gestützt wird die Stimmung von zwei Entwicklungen", so der Marktteilnehmer. Zum einen nehme die Zinssenkungsfantasie in den USA wieder zu. Der Chef der Fed-Filiale in New York John Williams sagte, eine weitere Zinssenkung könnte bereits in naher Zukunft gerechtfertigt sein. Die Zinssenkungserwartung für die Dezember-Sitzung stieg daraufhin auf über 70 Prozent von nur 40 Prozent vor der Rede.
Daneben stützt die Hoffnung auf ein Ende des Ukraine-Kriegs weiter die Stimmung. Nach dem Treffen der Ukraine-Unterstützungsrunde in Genf kommen positive Signale sowohl von den US-Vermittlern als auch von der Ukraine selbst. "Die Frage ist zwar, ob sich Russland kompromissbereit zeigt", so der Marktteilnehmer. Dass die Märkte hier relativ optimistisch seien, zeige der Ölpreis, der kaum von der steigenden Risikobereitschaft profitiere und in der Nähe der jüngsten Tiefs verharre.
Meta soll Studie zu psychischen Schäden vertuscht haben
Meta hat Gerichtsdokumenten zufolge eine Studie mit Belegen für psychische Schäden durch seine Plattformen gestoppt. In dem Forschungsprojekt "Project Mercury" aus dem Jahr 2020 hätten Nutzer, die eine Woche lang auf Facebook verzichteten, über "geringere Gefühle von Depression, Angst, Einsamkeit und weniger sozialen Vergleichsdruck" berichtet, heißt es in den Gerichtsakten. Anstatt die Ergebnisse zu veröffentlichen, habe Meta das Projekt jedoch beendet. Ein Meta-Sprecher wies die Vorwürfe zurück. Die Studie sei wegen methodischer Mängel eingestellt worden.
Die Enthüllungen sind Teil einer Klage von US-Schulbezirken gegen die Konzerne Meta, Google, TikTok und Snapchat. Den Klägern zufolge habe Meta aus Sorge um das Nutzerwachstum die Sicherheit von Jugendlichen bewusst vernachlässigt. So seien Schutzfunktionen absichtlich unwirksam gestaltet und Bemühungen gegen Kinderschänder blockiert worden. Ein Konto sei zudem erst nach 17 nachgewiesenen Fällen von versuchter sexueller Anbahnung entfernt worden. Konzernchef Mark Zuckerberg habe erklärt, die Sicherheit von Kindern sei nicht sein Hauptanliegen, da er sich auf das Metaverse konzentriere. Der Meta-Sprecher bezeichnete die Vorwürfe als "aus dem Zusammenhang gerissene Zitate und auf Fehlinformationen beruhende Meinungen" und betonte, die Sicherheitsmaßnahmen seien wirksam.
"Wirtschaft ist Wirtschaft, Politik ist Politik …"
Die Hoffnung auf eine baldige Zinssenkung in den USA beschert den Börsen in Asien zum Wochenauftakt eine uneinheitliche Tendenz. Während der südkoreanische Leitindex Kospi um 0,7 Prozent zulegt, tendiert die Börse in Shanghai schwächer. Der Shanghai Composite verliert 0,3 Prozent auf 3821,68 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fällt 0,6 Prozent auf 4427,55 Punkte. An der Börse in Tokio wird wegen eines Feiertags nicht gehandelt.
Im Fokus stehen zudem die angespannten Beziehungen zwischen China und Japan. Auslöser sind Äußerungen der japanischen Ministerpräsidentin Sanae Takaichi zu Taiwan. Auf der Automesse in Guangzhou zeigen sich chinesische Kunden davon jedoch unbeeindruckt. "Wirtschaft ist Wirtschaft, Politik ist Politik, und beides sollte nicht vermischt werden", sagt ein Kaufinteressent bei Honda. Trotz der Spannungen bleibt China für japanische Autobauer wie Nissan ein wichtiger Markt und Produktionsstandort.
Wird der Zollkonflikt zwischen den USA und der EU ausgeräumt?
Zollkonflikte, Überkapazitäten, Abschottung: Wenn US-Handelsminister Howard Lutnick und der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer nach Brüssel kommen, werden voraussichtlich viele komplizierte Themen zur Sprache kommen. Die beiden US-Vertreter treffen die Handelsministerinnen und -minister der EU.
Im Zollstreit zwischen Brüssel und Washington gibt es eigentlich seit Monaten eine Grundsatzeinigung auf ein Abkommen. Doch es gibt immer noch offene Details zum umstrittenen Deal. So wird unter anderem um die Umsetzung einer im August veröffentlichten gemeinsamen Erklärung gerungen. Ob es nach dem Treffen greifbare Ergebnisse geben wird, ist noch unklar.
Im Sommer hatten sich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsident Donald Trump darauf geeinigt, dass für die meisten EU-Importe in die USA ein Basiszollsatz in Höhe von 15 Prozent gilt. Im Raum standen zuvor noch deutlich höhere Abgaben. Dafür hat von der Leyen unter anderem versprochen, dass die EU bis zum Ende von Trumps Amtszeit US-Energie im Wert von 750 Milliarden Dollar kaufen will.
Yen steht am Devisenmarkt im Fokus
An den Devisenmärkten steht derweil der Yen im Mittelpunkt, der in der Nähe eines Zehnmonatstiefs verharrte. Händler sind wachsam bezüglich möglicher Interventionen der japanischen Behörden zur Stützung der Währung. "Der Dollar-Yen wird definitiv weiter steigen, auch wenn man versucht zu intervenieren", sagt Saktiandi Supaat, Devisenstratege bei Maybank. "Ich glaube nicht, dass sie die Richtung aufhalten können, vielleicht nur das Tempo."
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar 0,2 Prozent auf 156,62 Yen und legt auch zum Yuan leicht auf 7,1076 zu. Zur Schweizer Währung rückt er auf 0,8082 Franken vor. Der Euro notiert fast unverändert bei 1,1517 Dollar und zieht zum Franken leicht auf 0,9310 an.
Absturz oder Jahresendrally: Daran hängt's
Die Stimmung am deutschen Aktienmarkt dürfte Experten zufolge in der letzten Novemberwoche nervös bleiben. Anleger fragen sich, ob das anhaltend rasante Wachstum des KI-Börsenlieblings Nvidia den Weg für eine Jahresendrally ebnet oder doch noch eine Korrektur droht.
Denn die stark gestiegenen Bewertungen der Tech-Giganten an der Wall Street schüren Zweifel an der Nachhaltigkeit der Rally. Am vergangenen Freitag rutschte der Dax zeitweise unter die Marke von 23.000 Punkten und verbuchte mit 23.091 Zählern am Ende einen Wochenverlust von rund drei Prozent. Die Angst der Investoren vor einer KI-Blase ist nach Meinung von Sören Wiedau von der Weberbank momentan zumindest überzogen. "Die Bewertungen sind zwar hoch, bewegen sich im historischen Vergleich aber nicht in extremen Regionen und werden vor allem durch eine dynamische Gewinnentwicklung gestützt", sagt der Portfoliomanager. "Viele führende börsennotierte KI- und Technologiekonzerne erwirtschaften so starke laufende Mittelzuflüsse, dass sie ihre milliardenschweren Investitionsprogramme weitgehend aus dem operativen Geschäft finanzieren können." Die Abhängigkeit von Fremdkapital bleibe damit überschaubar, anders als in früheren Übertreibungsphasen. Als besorgniserregend stufen Analysten von Raiffeisen Research jedoch die Tatsache ein, dass mittlerweile das Wohl des gesamten Aktienmarkts an Nvidia hänge. Die Abhängigkeit des Marktes von nur einem einzigen Sektor sei "fatal", heißt es auch bei den Strategen der LBBW.
Wie es um die Stimmung in den Chefetagen deutscher Firmen bestellt ist, wird der Ifo-Geschäftsklimaindex für November zum Wochenstart zeigen. Zuletzt hatte sich das Barometer aufgehellt. Am Dienstag wird dann die zweite Schätzung für das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland kommen. Dabei komme es vor allem auf die Detailzahlen an, sagt die Helaba. Zur Wochenmitte steht das sogenannte Beige Book der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) im Blick, am Donnerstag bleibt wegen Thanksgiving die Wall Street geschlossen, am Freitag handelt sie dann nur verkürzt.