Saisonales Dax-Fenster kurz vor der Schließung
Für den Dax schließt sich die technisch positive Phase in den nächsten Tagen. Für den technischen Analysten Christoph Geyer stehen dem Index im August und September eher unsichere statistische Phasen bevor. Das Verhalten der Marktteilnehmer deutete in den letzten Wochen bereits auf Unsicherheit hin, was bei den erneut wankelmütigen internationalen Aussagen auch nicht verwunderlich sei. Die im neutralen Bereich notierenden Indikatoren helfen derzeit auch nicht weiter. Somit könne aktuell nur von Tag zu Tag gedacht werden, da ohnehin kein klarer Trend zu erkennen sei. Jede neue Entwicklung werde an den Märkten sofort mit Auf- oder Abschlägen umgesetzt. Die weiterhin rückläufigen Umsätze zeigten die Zurückhaltung der Marktteilnehmer recht eindrucksvoll auf, so der Experte.
Fallende Ölpreise stützen Asien-Börsen
Deutlich fallende Ölpreise stützen die asiatischen Aktienbörsen. Im Iran-Krieg scheint eine wackelige Waffenruhe zu halten, sowohl die USA als auch der Iran haben ihre wechselseitigen Angriffe seit dem Wochenende bis auf Weiteres eingestellt. Die "wichtigste Entwicklung über das Wochenende ist eine Unterbrechung der US-Angriffe auf den Iran seit spätem Freitag. Es ist zwar schwierig, mit Sicherheit zu wissen, wie sich die Dinge entwickeln werden, aber unser Basisszenario bleibt eine Deeskalation im Laufe der Zeit", urteilt MUFG-Analyst Michael Wan.
Allerdings herrscht keine Euphorie am Markt: Denn Anleger wappnen sich für die US-Notenbank, die am Mittwoch die Zinsen anheben könnte, nachdem der jüngste Anstieg der Ölpreise Inflationsängste geschürt hat.
In Japan öegt der Nikkei-Index 0,3 Prozent zu. In China steigen der Shanghai Composite und der HSI in Hongkong um 0,8 und 0,4 Prozent. Der südkoreanische Kospi verbucht dagegen Verluste von 0,5 Prozent. In Australien legt der S&P/ASX-200 um 1,2 Prozent zu.
Öl runter, Dax rauf?
Die Aktien-Futures deuten auf eine höhere Eröffnung in Europa hin, gestützt durch die positive Stimmung infolge einer Pause im USA-Iran-Konflikt. Die Märkte entspannen in Erwartung oder Hoffnung auf eine neuerliche Waffenruhe, heißt es. So wird der Dax bei 25.269 Punkten gesehen nach einem Freitagsschluss bei 25.099 Zählern. Impulsgeber der gestiegenen Risikobereitschaft ist das Öl, das bei 92,37 Dollar je Barrel der Sorte Brent handelt, nachdem es in der Vorwoche zwischenzeitlich über 100 Dollar kostete. In der Folge handeln auch die Anleihen freundlich, die Renditen kommen damit unter Druck. Sollten die Energiepreise längerfristig fallen, könnte dies die Aussichten auf Zinserhöhungen durch Zentralbanken dämpfen und die Risikobereitschaft weiter verbessern.
US-Präsident Trump hat eine weitere Eskalation gegen den Iran vorerst gestoppt. Hintergrund sind Bemühungen, die Diplomatie zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus wiederzubeleben, sowie eine Debatte über die Auswirkungen sinkender Munitionsbestände, wie aus US-Regierungskreisen zu erfahren war. Das US-Militär stand am Freitag bereit, eine Serie von Luftangriffen auf den Iran zu starten, die bis zu zwei Wochen hätte dauern können. Trump signalisierte jedoch, dass Diplomatie wieder eine Option sei und US-Vertreter im Austausch mit dem Iran stünden.
Eisenerzpreis im Blick
Eisenerz notiert aktuell unverändert und schwankt dabei zwischen Gewinnen und Verlusten. Die Preise dürften sich vorerst seitwärts bewegen, da die Märkte auf wichtige makroökonomische Ereignisse wie die Sitzung des chinesischen Politbüros und die Sitzung der US-Notenbank warten, so Nanhua Futures. Der meistgehandelte Eisenerz-Kontrakt notiert unverändert bei 743,0 Yuan pro Tonne.
531-Prozent-Kursplus: Rekord-IPO in China
Der chinesische Halbleiterriese CXMT hat ein Rekord-Börsendebüt in Shanghai gefeiert, bei dem das Unternehmen rund 8,6 Milliarden US-Dollar einsammelte. Die Aktie steigt bei ihrem Handelsstart um 531 Prozent. CXMT könnte ein Hauptprofiteur der fortgesetzten Unterstützung Chinas für die Chip-Autarkie sein, befindet Morningstar-Analyst Jing Jie Yu. Obwohl die Technologien von CXMT noch hinter denen der weltweit führenden Speicherhersteller zurückblieben, erwartet der Analyst eine robuste inländische Akzeptanz seiner Chips.
Singapur strafft überraschend Geldpolitik
Angesichts hartnäckiger Inflationssorgen hat die Notenbank von Singapur überraschend die geldpolitischen Zügel angezogen. Die Währungsbehörde (MAS) teilte mit, sie werde den Aufwertungspfad ihres wechselkursbasierten Steuerungsbandes leicht anheben. Von 16 von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Analysten hatten zwölf eine unveränderte Politik erwartet.
"Die Kerninflation wird voraussichtlich ab Juli anziehen und hoch bleiben, dürfte sich aber ab Mitte 2027 spürbar abschwächen", erklärte die MAS. Die Notenbank hatte ihren Kurs bereits im April verschärft, die jetzige Anpassung falle jedoch geringer aus. Die jährliche Kerninflationsrate lag im Juni bei 1,6 Prozent, während die Wirtschaft im zweiten Quartal den vorläufigen Daten zufolge um unerwartet starke 5,7 Prozent wuchs
Ölpreis rutscht ab: So reagieren Asiens Börsen
Die internationalen Börsen reagieren verhalten auf eine Waffenruhe am Golf. Die damit einhergehende Entspannung bei den Ölpreisen dämpft die Inflationssorgen und geb Anleihen Auftrieb. Die Anleger blicken zudem auf eine Woche voller wichtiger Zentralbanksitzungen und Unternehmensbilanzen. Der Iran hatte erklärt, er werde seine Angriffe einstellen, solange die USA ihre ebenfalls einstellen. Die vom Iran unterstützten Huthi im Jemen greifen einem Bericht zufolge jedoch weiterhin saudische Ölanlagen an der Küste des Roten Meeres an.
"Unterm Strich sieht es so aus, als hätten sich die Entwicklungen im Nahen Osten über das Wochenende positiv entwickelt", sagt Sally Auld, Chefvolkswirtin bei der NAB. Dies stütze die Annahme, dass ein Ölpreis von über 100 Dollar pro Barrel beide Seiten zur Deeskalation veranlasse. Analysten von Goldman Sachs stellen fest, dass die Anleger den Ausgang der Fed-Sitzung im Juli als ungewöhnlich unsicher einschätzten. "Wahrscheinlich, weil die Fed in letzter Zeit gespalten war, die Position von Fed-Präsident Warsh unklar bleibt und ein Teil der erneuten Eskalation mit dem Iran in die Stillhalteperiode fiel." Es werde wahrscheinlich mindestens eine abweichende Stimme für eine Zinserhöhung geben, aber die meisten stimmberechtigten Mitglieder dürften nach den schwächeren Inflationsdaten für Juni in dieser Woche nicht auf einen solchen Schritt drängen.
Die vorübergehende Ruhe an der Straße von Hormus lässt den Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent um 5,2 Prozent auf 91,73 Dollar fallen, während US-Leichtöl um 5,4 Prozent auf 84,45 Dollar nachgibt. An den Aktienmärkten sorgt dies für Erleichterung. In Asien legt der Nikkei-Index um 0,1 Prozent zu, während der stark von Chipherstellern beeinflusste Index in Südkorea um 1,1 Prozent nachgibt. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans bleibt stabil. Der chinesische Index der Standardwerte legt um 0,4 Prozent zu.
Shein rutscht in die Verlustzone
Shein ist vor seinem geplanten Börsengang in Hongkong in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich stand für das erste Quartal dieses Jahres ein Verlust von 99 Millionen Dollar in der Bilanz, wie aus dem Börsenprospekt des Online-Modehändlers hervorging. Im Vorjahreszeitraum hatte Shein noch einen Gewinn von 395 Millionen Dollar erzielt. Den Hauptgrund sieht das Unternehmen darin, dass die USA seit Mai 2025 die Zollausnahmen für importierte Pakete mit einem Wert von unter 800 Dollar gestrichen haben. Der Wegfall dieser sogenannten "De-minimis"-Regel, von der Billig-Versandhändler wie Shein besonders profitierten, habe auch den Absatz in den USA belastet. Der Konzernumsatz legte im ersten Quartal um magere 1,1 Prozent auf 9,05 Milliarden Dollar zu.
Die erstmals veröffentlichten Finanzdaten vermitteln Anlegern einen genaueren Einblick in den Druck, unter dem Shein bei der Suche nach neuen Finanzmitteln steht – vor dem Hintergrund steigender Kosten, eines verlangsamten Wachstums und zunehmender behördlicher Kontrollen in wichtigen Märkten. Das in China gegründete Unternehmen mit Sitz in Singapur hatte Anfang Juli die Genehmigung der chinesischen Börsenaufsicht für die Notierung in Hongkong erhalten. Frühere Versuche für einen Börsengang in New York und London waren gescheitert. Angaben zur Größe des Börsengangs, zur Preisspanne oder zum Zeitplan machte das Unternehmen nicht. Begleitet wird das Debüt von den Banken Goldman Sachs, Morgan Stanley und JPMorgan.
Ölpreis fällt deutlich
Nach dem Ende der US-Angriffsserie im Iran hat der Ölpreis deutlich nachgegeben. Der Preis für Rohöl der Referenzsorte Brent lag zeitweise bei ungefähr 92 US-Dollar je Barrel (159 Liter) und damit mehr als 5 Prozent im Minus.
Zuvor hatten die USA 13 Nächte in Folge Angriffe auf den Iran gemeldet. Der Preis für die Nordseesorte Brent stieg in den folgenden Tagen deutlich und überschritt die Marke von 100 US-Dollar je Barrel. Die jüngste Pause der US-Angriffe am Wochenende nährte erneut Hoffnung auf eine Deeskalation in dem seit Ende Februar tobenden Konflikt. Auch der Iran hatte angedeutet, seine Angriffe vorerst auszusetzen. Das Militär begründete den Schritt damit, dass es mit seinem Vorgehen lediglich Vergeltung auf US-Angriffe übe.
Das ist los im frühen Devisenhandel
Im asiatischen Devisenhandel verliert der Dollar 0,2 Prozent auf 163,52 Yen und legt leicht auf 6,7680 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,4 Prozent niedriger bei 0,8145 Franken. Parallel dazu steigt der Euro um 0,4 Prozent auf 1,1407 Dollar und zieht leicht auf 0,9291 Franken an.
Nahost-Flächenbrand im Blick der Anleger
Der anhaltende US-Iran-Konflikt bleibt auch in dieser Börsenwoche im Fokus der Anleger. "Im Weißen Haus scheint es keinen Plan zu geben, um den Flächenbrand zu löschen", schreiben die Experten der LBBW. "Es werden lediglich die Rüstungsausgaben erhöht und wieder einmal die Zollkeule geschwungen." CoinShares-Experte Alexandre Schmidt sagte, die USA hätten nach seinen Berechnungen in den vergangenen zehn Tagen etwa 95 Ziele in zwölf Städten angegriffen. Damit solle laut US-Präsident Donald Trump die Bedrohung durch den Iran für Schiffe in der Straße von Hormus verringert werden.
Doch neben dem Konflikt um die für Öltransporte wichtige Meerenge haben die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen eine neue Front eröffnet und nehmen nun auch Schiffe in der Meerenge Bab el-Mandeb am Roten Meer ins Visier. Dies trieb die Ölpreise in der alten Woche erneut um rund zehn Prozent nach oben - auch wenn am Freitag Gewinnmitnahmen einsetzten.
Der Dax absolvierte indes eine Achterbahnfahrt. Am Freitag schloss er dank überraschend starker Konjunkturdaten und Geschäftszahlen des Softwareriesen SAP bei 25.099 Punkten und damit gut ein Prozent über dem Vorwochenschluss.
Die Anleger fürchten, dass die erneut angestiegenen Energiepreise die Inflation antreiben und die Zentralbanken zu Zinserhöhungen veranlassen. Die US-Notenbank Fed dürfte beim nächsten Zinsentscheid am Mittwoch zwar in Warteposition bleiben. Ihr Augenmerk dürften die Investoren jedoch auf die Äußerungen des seit Mai amtierenden Fed-Chefs Kevin Warsh legen, der den geldpolitischen Kurs vor der Presse erläutert. An den Finanzmärkten wird erwartet, dass die Währungshüter auf der Sitzung im September die geldpolitischen Zügel anziehen werden.
Nach den negativ aufgenommenen Bilanzen von Alphabet und Tesla warten Anleger in der neuen Woche auf weitere Impulse aus dem Technologiesektor. Ihre Geschäftszahlen legen unter anderem Meta, Microsoft, Amazon, Apple und Qualcomm vor. Diese dürften laut Experten entscheiden, ob der Ausverkauf in der Branche weitergeht oder gestoppt wird. "Die Zeit der bedingungslosen Aufwertung aller KI-Firmen ist längst vorbei", sagte Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank. Wer aber am Ende das Rennen um die Umsätze und Gewinne mit der neuen Technologie macht, sei noch nicht abzusehen. Die neue Konjunkturdatenwoche eröffnet heute aber erst einmal der IFO-Geschäftsklimaindex für Juli.
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