Mittwoch, 24. März 2021Der Börsen-Tag

Heute mit Max Borowski und Jan Gänger
17:58 Uhr

Dax hat den Corona-Blues

Die Pandemiesorgen lasten wieder etwas stärker auf dem deutschen Aktienmarkt. Der Dax verliert 0,4 Prozent auf 14.610 Punkte, der MDax 0,8 Prozent auf 31.511 Zähler. Der TecDax gibt 1,1 Prozent auf 3378 Zähler nach. Und was macht der SDax? Büßt 0,3 Prozent auf 15.138 Punkte ein.

Börsianer sehen den Dax derzeit auf Konsolidierungskurs, nachdem er in der Vorwoche mit 14.804 Punkten einen Rekord aufgestellt hatte. Am Markt gelten die wirtschaftlichen Sorgen wegen der anhaltenden Lockdown-Maßnahmen in vielen Ländern als Belastung.

17:06 Uhr

Carrefour-Brasil-Aktien gehen durch die Decke

Die milliardenschwere Übernahme des Rivalen BIG ermuntert Anleger zum Einstieg bei Carrefour Brasil. Die Aktien des Einzelhändlers steigen in Sao Paolo um gut 16 Prozent auf ein Acht-Monats-Hoch von 22,40 Real und steuern auf den größten Tagesgewinn der Firmengeschichte zu.

Die Titel der Mutter Carrefour gewinnen in Paris zwei Prozent. Carrefour Brasil werde durch den Zukauf zum unangefochtenen Marktführer, sagt Analyst James Grzinic von der Investmentbank Jefferies. Die zu erwartenden Synergien könnten den operativen Gewinn um umgerechnet 259 Millionen Euro steigern.

Carrefour
Carrefour 15,85

16:42 Uhr

Commerzbank stellt Verlust in Aussicht

Die teilverstaatlichte Commerzbank rechnet wegen der hohen Kosten für den Stellenabbau und Corona-Belastungen im laufenden Jahr mit einem Verlust. Nach Abzug des Aufwands für den geplanten Umbau sei bei einer Risikovorsoge für Kreditausfälle am oberen Ende der in Aussicht gestellten 0,8 bis 1,2 Milliarden Euro von einem Konzernverlust auszugehen, wie aus dem Geschäftsbericht der Bank hervorgeht. Der neue Konzernchef Manfred Knof hatte Anfang des Jahres den Abbau von weiteren 10.000 Stellen sowie weitere hohe Aufwendungen für den Umbau angekündigt.

Im vergangenen Jahr summierte sich das Minus wegen bereits verbuchter Aufwendungen für die Restrukturierung und der erhöhten Risikovorsorge unter dem Strich auf rund 2,9 Milliarden Euro. Somit brachte 2020 der Commerzbank den höchsten Verlust seit der Finanzkrise 2009 mit damals mehr als 4,5 Milliarden Euro.

Im Tagesgeschäft will die Bank dagegen wieder in die Gewinnzone zurückkehren - das operative Ergebnis soll im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen. Damit präzisierte die Commerzbank ihre bisherigen Angaben. Bisher hatte die Bank lediglich ein positives operatives Ergebnis in Aussicht gestellt.

Commerzbank
Commerzbank 4,84

15:44 Uhr

Anleger rätseln: Steigen die Zinsen?

Die Wall Street geht nach den deutlichen Abgaben von gestern nun auf Erholungskurs. Gestützt wird der Markt von Intel und dem Ölsektor. Auch die Hoffnung auf weiter niedrige Zinsen beflügelt. Denn der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter im Februar fällt schwach aus. Auch die Einkaufsmanagerindizes für Service und verarbeitendes Gewerbe im März haben die Erwartungen verfehlt.

S&P 500
S&P 500 4.134,74

"Für die Wirtschaft sieht das nicht nach starker Erholung aus, für die Bondmärkte ist es aber gut", sagt ein Händler. Denn es lasse keinen Druck hin zu Zinserhöhungen erkennen. Der Dow-Jones-Index steigt um 0,7 Prozent auf 32.659 Punkte, der S&P 500 um 0,4 Prozent.

US-Notenbankgouverneur Jerome Powell hatte steigenden Leitzinsen gestern erneut eine Abfuhr erteilt. Gleichzeitig machte er aber klar, dass die Fed bereitstehe, einen übermäßigen Preisauftrieb zu bremsen.

Marktakteure bleiben daher skeptisch, ob mittelfristig nicht doch Zinserhöhungen drohen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen steigt um 1,4 Basispunkte auf 1,64 Prozent. "Wir haben eine Federal Reserve, die gesagt hat, dass sie ziemlich entspannt ist, was die Inflation angeht, und sie die Dinge für eine Weile laufen lassen wird. Man würde einen massiven Anstieg der Aktienkurse vor diesem Hintergrund erwarten - auch weil die Impfungen gut laufen, aber das haben wir nicht wirklich gesehen", sagt Marktstratege Brian O'Reilly von Mediolanum International Funds.

Der Energiesektor legt dank anziehender Ölpreise um 2,5 Prozent zu. Exxon Mobil und Chevron ziehen um 2,7 beziehungsweise 2 Prozent an. Intel klettern um 2,5 Prozent. Der Halbleiterkonzern hat angesichts einer globalen Chipknappheit Pläne zum massiven Ausbau seiner Chipproduktion präsentiert.

15:15 Uhr

Bitcoin und Gold werden teurer

Für Bitcoin und Gold ist heute ein guter Tag. Eine Feinunze Gold (31 Gramm) verteuert sich um 0,3 Prozent auf 1733 Dollar. Der Grund für die Erholung des Goldpreises von den erreichten Tiefständen liege im Nachgeben der Renditen der US-Staatsanleihen, sagt Michael Hewson, Marktanalyst beim Handelshaus CMC Markets. "Wenn sich die Renditen weiter abschwächen, kann der Goldpreis weiter steigen und sich wieder der Marke von 1760 Dollar nähern."

Auch für Bitcoin geht es aufwärts. Die Cyber-Devise gewinnt mehr als vier Prozent auf 56.850 Dollar. "Dass Tesla nun sein Versprechen einhält und die Kryptowährung offiziell als Bezahlmittel in den eigenen Reihen eingeführt hat, dürfte weiteres Wasser auf die Mühlen der Anleger sein", meint Analyst Timo Emden von Emden Research.

Gold, Feinunze
Gold, Feinunze 1.782,39

14:42 Uhr

Autoindustrie freut sich über Stopp der "Osterruhe"

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picture alliance / Stephan Goerlich

Die Autoindustrie hat die Entscheidung von Kanzlerin Angela Merkel begrüßt, den Bund-Länder-Entscheid zur sogenannten Osterruhe zu stoppen. "Einen Fehler einzuräumen, zeugt von Größe", sagte die Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller. "Die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten sind in einer ausgesprochen schwierigen Lage."

Das Land müsse jetzt zusammenstehen und nach Lösungen, nicht nach Fehlern bei anderen suchen, so Müller. "Unser gemeinsames Ziel bleibt die Eindämmung der Pandemie. Wir als Automobilindustrie leisten einen großen Beitrag und werden das auch weiterhin tun."

Die Autoindustrie hatte zuvor vor den Folgen eines "Oster-Lockdowns" gewarnt. "Plötzliche Betriebsstilllegungen sind für eine international vernetzte Wirtschaft nicht darstellbar", hatte Müller gestern Abend nach dem "Autogipfel" mit Merkel gesagt.

14:09 Uhr

Suezkanal-Blockade treibt Ölpreis weiter nach oben

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VIA REUTERS

Das auf Grund gelaufene Containerschiff im Suezkanal lässt einige Anleger offenbar um die Öl-Versorgung bangen. Die Ölsorte Brent aus der Nordsee verteuert sich um 2,3 Prozent auf 62,20 Dollar je Barrel. Der WTI-Preis steigt um 2,6 Prozent auf 59,23 Dollar. Schon am Morgen hatte der Preis angesichts der Blockade zugelegt - allerdings nicht ganz so stark wie jetzt.

Acht Schlepper sind dabei, das 400 Meter lange Containerschiff zu befreien. Dieses war im Suezkanal auf Grund gelaufen und blockiert damit die Durchfahrt von Schiffen auf einer der wichtigsten Wasserstraßen der Welt. Es sieht so aus, als könne der Schiffsverkehr bald wieder aufgenommen werden.

Der Hafenbehörde zufolge war der Frachter im Zuge eines Sandsturms bei starkem Wind manövrierunfähig geworden und vom Kurs abgekommen und dann in der Nähe der Hafenstadt Suez auf Grund gelaufen. In beiden Richtungen des Suezkanals, durch den rund zwölf Prozent des globalen Frachtvolumens fließen, stauen sich daraufhin Frachter und Öl-Tanker.

13:46 Uhr

Gamestop-Aktien stürzen ab

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REUTERS

Aktienverkaufspläne des Videospielehändlers Gamestop lassen die Titel vor US-Börsenstart um 13,5 Prozent auf 157,30 Dollar einbrechen. Das Unternehmen hatte angekündigt, die Emission neuer Aktien zu erwägen, um von dem kometenhaften Kursanstieg der letzten Wochen zu profitieren. Mit dem Erlös solle das Internetgeschäft ausgebaut werden. Für den Videospielehändler wäre eine Kapitalerhöhung derzeit günstig, weil sich der Wert der Aktie in diesem Jahr - trotz Achterbahnfahrt - fast verzehnfacht hat.

Das Unternehmen war in diesem Jahr mehrfach in den Schlagzeilen, weil Kleinanleger mit konzertierten Käufen Hedgefonds dazu gezwungen hatten, ihre Wetten auf einen Kursverfall der Papiere aufzulösen. Dies bescherte der Aktie zeitweise astronomische Kursgewinne.

So kostete das Papier vor knapp einem Jahr noch rund 2,50 Dollar. Mitte Januar 2021 waren es 20 Dollar, dann ging es ohne große Nachrichten aus dem Unternehmen binnen zwei Wochen bis auf 482 Dollar in die Höhe. Anschließend verloren die Papiere mehr als 90 Prozent an Wert, um danach wieder stark zu steigen. Derzeitiger Kurs: 181 Dollar.

GameStop Corporation
GameStop Corporation 128,50

13:23 Uhr

Chipwerte heben ab

Eine geplante Investition von Intel im Volumen von 20 Milliarden Dollar sorgt für Rückenwind bei Chipherstellern in Europa. Die Aktien von ASM International und ASML ziehen acht beziehungsweise sechs Prozent an. BE Semiconductor steigen um vier Prozent, Infineon legen rund zwei Prozent zu.

Angesichts der steigenden Nachfrage nach Halbleitern hatte der weltgrößte Chipkonzern Intel angekündigt, seine Produktionskapazitäten stark auszubauen und in großem Umfang in das Geschäft zur Auftragsfertigung einzusteigen. Dafür will der US-Konzern seine Werke für externe Kunden öffnen.

13:00 Uhr

Scheuer will mit Luftfahrtbranche über Tests sprechen

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imago images/Lichtgut

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will morgen mit Vertretern der Luftverkehrsbranche über die geplanten zusätzlichen Corona-Tests etwa für Mallorca-Urlauber beraten. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen. Bei den Beratungen soll es um die konkrete Ausgestaltung der Tests gehen.

Alle Reisenden, die aus dem Ausland zurückkehren, sollen künftig einen Corona-Test machen, auch wenn sie aus einem Nichtrisikogebiet wie aktuell Mallorca kommen. Darauf hatten sich Bund und Länder verständigt.

Die Rücknahme von Reisebeschränkungen für Mallorca war auf massive Kritik gestoßen. Der Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft hatte angekündigt, Reisenden sollten Testangebote gemacht und die Tests vor Abflug kontrolliert werden. Es seien aber noch viele organisatorische und logistische Details ungeklärt.

Mal sehen, ob das übermorgen anders ist.

11:41 Uhr

Ifo-Forscher: "Teile der Politik sind beratungsresistent"

Das Ifo-Institut kritisiert die Corona-Politik in Deutschland. "Im Moment wird relativ viel falsch gemacht", sagte der Leiter des Ifo-Zentrums für Makroökonomik und Befragungen, Andreas Peichl, "Es fehlt eine Strategie. Es wird planlos agiert." Man laufe dem Virus hinterher. Die Politik begehe die gleichen Fehler, die sie schon im vergangenen Herbst gemacht habe. Trotz fehlender Teststrategie seien die Beschränkungen Anfang März gelockert worden.

In Betrieben und Schule müssen nun endlich breitflächig getestet werden. "Das wäre viel billiger, so etwas durchzuführen als das, was wir jetzt machen", sagte Peichl. Auch das Impfen laufe nicht gut. "Wir müssen einfach das Tempo um ein Vielfaches erhöhen."

Teile der Politik seien inzwischen beratungsresistent. "Das ist ein bisschen erschreckend", sagte Peichl. Andere Abwägungen spielten zunehmend eine Rolle bei den Entscheidungen, etwa der beginnende Bundestagswahlkampf.

Kleiner Fun Fact: Zum Zeitpunkt seiner Kritik wusste Peichl das hier noch nicht.

11:14 Uhr

Tui macht Dutzende Filialen in Großbritannien dicht

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imago images/i Images

Tui wird in Großbritannien 48 weitere Filialen aufgrund der Corona-Krise schließen. 166 Filialen sind deswegen bereits dichtgemacht worden. 273 Mitarbeiter seien von den Schließungen betroffen, ihnen würden Alternativen im Konzern angeboten, teilte Tui mit. Die Ladenschließungen seien notwendig, um Kosten zu sparen. "Die Reiseindustrie sowie der britische Einzelhandel sind mit beispiellosem Druck konfrontiert", so der Konzern. Aufgrund von steigenden Covid-19 Infektionszahlen sowie der schleppenden Impfungen auf dem europäischen Kontinent bereiten sich Flug- und Reiseunternehmen auf einen weiteren Verlustsommer vor.

Tui
Tui 4,50

10:31 Uhr

Anleger gehen in Deckung

Die wieder in den Vordergrund getretenen Pandemie-Sorgen verderben die Kauflaune der Dax-Anleger. Der deutsche Leitindex gibt 0,5 Prozent auf 14.593 Punkte ab. Wenn sich die wirtschaftliche Erholung wegen der anhaltend hohen Fallzahlen und Lockdowns verlangsame und nach hinten verschiebe, seien die aktuellen Bewertungen kaum zu rechtfertigen, sagt Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. "Immer mehr Anleger hinterfragen kritisch, ob die Kurse angesichts des unverändert schwierigen Umfelds nicht doch zu weit gelaufen sind."

10:05 Uhr

Robinhood geht an die Börse - und streitet mit Investorenlegende

Der durch die jüngsten Turbulenzen am US-Finanzmarkt in die Schlagzeilen geratene Wertpapier-Broker Robinhood Markets strebt selbst an die Börse.

Das Unternehmen teilte mit, einen vertraulichen Antrag für eine Erstnotiz bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht zu haben. Über einen Börsengang des 2013 im kalifornischen Menlo Park gegründeten Finanzdienstleisters wurde schon länger spekuliert. Zum Zeitpunkt oder Volumen der Börsenpremiere machte Robinhood noch keine Angaben.

Robinhood gilt als Wegbereiter einer neuen jüngeren Generation von Anlegern am US-Finanzmarkt. Kritiker werfen dem Broker indes vor, mit seiner einfach zu bedienenden und vor allem bei jüngeren Anlegern beliebten App eher wie ein Glücksspiel-Anbieter daherzukommen als wie ein seriöser Finanzdienstleister. Robinhood betreibe ein "dreckiges" Geschäftsmodell, das Kunden mit Gebührenfreiheit locke, während das Unternehmen für die Vermittlung von deren Transaktionen Geld von großen Wall-Street-Konzernen erhalte, beschwerte sich kürzlich Charlie Munger, der Stellvertreter von US-Starinvestor Warren Buffett. Das Unternehmen wies diese Kritik als "enttäuschend und elitär" zurück.

Der Discount-Broker war zuletzt jedoch auch bei vielen seiner eigenen Nutzer in Ungnade gefallen, weil er den Handel mit einigen heißgelaufenen Aktien eingeschränkt hatte. Robinhood geriet in den Verdacht von Absprachen mit Hedgefonds, streitet dies jedoch ab.

09:29 Uhr

Tesla akzeptiert ab sofort Bitcoin 

Tesla-Gründer Elon Musk ist bekanntlich bekennender Fan vom Bitcoin - unabhängig davon, dass sich die Kryptowährung vor allem zum Spekulieren eignet.

Nun kündigt er an: Teslas können ab sofort auch in Bitcoin bezahlt werden. Ob das jemand macht?

Musk wirbt immer wieder für Bitcoin. Kein Wunder, schließlich hat Tesla jüngst 1,5 Milliarden Dollar in Bitcoin investiert.

09:12 Uhr

Forscher sagen kräftiges Wirtschaftswachstum voraus

Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung rechnet trotz des verlängerten Corona-Lockdowns mit einer kräftigen Erholung der deutschen Wirtschaft. Im Jahresdurchschnitt 2021 werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 4,9 Prozent wachsen, im Jahr 2022 um 4,2 Prozent, heißt es in der heute veröffentlichten Konjunkturprognose.

"Medizinisch ist die Corona-Pandemie leider längst noch nicht besiegt und damit bleiben Risiken. Aber ökonomisch stehen die Zeichen nach dem harten Jahr 2020 erst einmal auf Entspannung", sagte der Direktor des gewerkschaftsnahen Forschungsinstituts, Sebastian Dullien. Treibende Kräfte des Wachstums seien in diesem Jahr sowohl der sehr dynamische Außenhandel als auch der wieder zunehmende private Konsum, der 2022 zum dominierenden Wachstumsfaktor werde.

Die Prognose sei allerdings "mit erheblichen Unsicherheiten behaftet". Es sei ja schwer einzuschätzen, wie heftig eine dritte Corona-Welle werde, betonte Dullien.

08:38 Uhr

Blockierter Suezkanal heizt Ölpreis an

Sorgen um den Suezkanal, der durch einen Containerriesen blockiert ist, lassen die Ölpreise steigen.

Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent 61,63 US-Dollar. Das waren 84 Cent mehr als gestern. Der Preis für ein Fass amerikanisches Rohöl der Marke West Texas Intermediate (WTI) stieg um 62 Cent auf 58,38 Dollar.

Gestern waren die Erdölpreise noch deutlich gefallen, auf den tiefsten Stand seit Anfang Februar. Ausschlaggebend waren Sorgen um die Rohölnachfrage aufgrund steigender Corona-Infektionen und neuer Beschränkungen vor allem in Europa. Beides lastet auf den konjunkturellen Aussichten.

Heute überwiegen jedoch Angebotssorgen: Ein Frachter ist im Suezkanal in der Nacht auf Grund gelaufen und blockiert seither die wichtige Schifffahrtsstraße zwischen Asien und Europa. Durch den Kanal läuft ein erheblicher Teil der Energietransporte vom Mittleren Osten in Richtung Europa und USA. Betroffen sind in der Gegenrichtung auch Lieferungen aus der Nordsee nach Asien.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 65,59

08:27 Uhr

Dax dürfte mit leichtem Verlust starten

Schwache Vorlagen von den US-Börsen und den asiatischen Märkten drücken zur Eröffnung auch an den europäischen Börsen voraussichtlich etwas auf die Kurse. Der Dax wird vorbörslich 0,4 Prozent niedriger an der 14.600er Marke erwartet, im Euro-Stoxx-50 sieht es ähnlich aus. Damit dehnt sich die Konsolidierung oder Verschnaufpause nach der 1200-Punkte-Rally im Dax aus.

Dax
Dax 15.320,52

In den USA und in Asien sorgten Aussagen von US-Notenbankpräsident Jerome Powell und seiner Vorgängerin und jetzigen US-Finanzministerin Janet Yellen für eine vorsichtigere Haltung der Investoren. "Die Kurse an der Wall Street weiteten ihre Verluste aus, als Powell sagte, einige Vermögenswerte hätten erhöhte Bewertungen erreicht", so Jeffrey Halley von Oanda in einem Kommentar. Im Verlauf könnte allerdings der feste Dollar die Kurse der exportorientierten europäischen Aktien stützen.

08:08 Uhr

Norwegen bestellt U-Boote für 4,4 Milliarden Euro bei Thyssenkrupp

Norwegen will nach Angaben des Verteidigungsministeriums bei Thyssenkrupp vier U-Boote im Gesamtwert von 45 Milliarden norwegischen Kronen (rund 4,4 Milliarden Euro) bestellen.

Auch die deutsche Bundesmarine will demzufolge zwei weitere U-Boote bei Thyssenkrupp ordern. Der Vertrag solle im Sommer unterzeichnet und das erste U-Boot 2029 ausgeliefert werden. Das Bundesverteidigungsministerium bestätigte am Abend eine Einigung. Das Projekt trage zur Stärkung der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie im Bereich der Schlüsseltechnologie Marineschiffbau in Deutschland bei. Zudem würden in Kiel und Umgebung bis in die Mitte des nächsten Jahrzehnts zahlreiche hochwertige Arbeitsplätze gesichert. Die Länder hatten 2017 beschlossen, gemeinsam bei dem Projekt vorzugehen. Ursprünglich wollten sie den Vertrag 2019 unterzeichnen. Partner von Thyssenkrupp auf norwegischer Seite ist Kongsberg Gruppen.

08:02 Uhr

Eon liefert solide Zahlen

Die Zahlen von Eon für 2020 werden in einer ersten Einschätzung aus dem Handel als "in line" eingestuft. Der Umsatz sei leicht unter der Markterwartung ausgefallen, die Ertragsseite dagegen ein Tick darüber. Die Dividende sei mit 0,47 Euro wie erwartet. Auch der Ausblick dürfte keinen Impuls für die Aktie liefern.

Eon
Eon 10,11

Während das Unternehmen zwischen 2021 und 2023 das Ergebnis im Durchschnitt pro Jahr um 8 bis 10 Prozent auf Ebit-Ebene steigern will, erwarten die Analysten für 2021 nur ein kleines Plus und sind dann für 2022 wesentlich optimistischer. Auf die drei Jahre gerechnet erwartet das Unternehmen ein Plus von 24 bis 30 Prozent, was in der Mitte der Markterwartung von 28 Prozent recht nahe komme. Hier bleibe abzuwarten, wie die Analysten reagierten. Erste Indikationen sehen die Aktie gegen den Trend 0,5 Prozent im Plus.

07:56 Uhr

Euro stagniert nahe Viermonatstief

Der Euro steht weiter unter Druck. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung im Tief 1,1834 US-Dollar. Sie rangierte damit in der Nähe ihres tiefsten Stands seit vier Monaten. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gestern noch auf 1,1883 Dollar festgesetzt.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,20

Heute stehen wichtige Konjunkturdaten auf dem Programm. In der Eurozone werden die Markit-Einkaufsmanagerindizes erwartet. Die Umfrage unter Unternehmen gibt Auskunft über den Zustand der Konjunktur im Währungsraum. Auch in den USA werden solche Stimmungsindikatoren veröffentlicht. Sie spielen an den Märkten aber eine geringere Rolle als der wesentlich ältere Indikator ISM. Dieser wird etwas später im Monat veröffentlicht.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,20

07:45 Uhr

Globaler Chipmangel: Intel baut neue Fabriken für 20 Milliarden Dollar

Angesichts des globalen Engpasses bei Halbleitern in vielen Branchen will der weltgrößte Chipkonzern Intel seine Herstellungskapazitäten deutlich vergrößern.

Der US-Halbleiterkonzern teilt mit, bis zu 20 Milliarden Dollar in den Aufbau von zwei Chipfabriken im Bundesstaat Arizona investieren zu wollen. Die Werke sollen auch für externe Kunden geöffnet werden. Intel sagt damit auch der Konkurrenz aus Asien den Kampf an. Nachbörslich legten Intel-Aktien mehr als fünf Prozent zu.

Für das Gesamtjahr prognostizierte Intel einen Umsatz von 72 Milliarden Dollar und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 4,55 Dollar. Analysten rechnen indes mit Erlösen von 72,9 Milliarden Dollar und einem bereinigten Ergebnis je Anteilsschein von 4,77 Dollar. Der Ausblick reflektiere den branchenweiten Mangel an einigen Komponenten wie Substraten, teilt Intel weiter mit.

07:10 Uhr

Asien-Anleger fliehen in Qualität

Die asiatischen Aktien sind auf den tiefsten Stand seit zwei Wochen abgerutscht. Erneute Lockdown-Maßnahmen in Europa wegen steigender Infektionszahlen beeinträchtigten die Risikobereitschaft der Anleger. "Die Kombination aus zunehmenden Schließungen in weiten Teilen Europas und einer gewissen Risikoreduzierung in den Schwellenländern führte zu einem risikofreien Tag, an dem Treasuries aufgrund einer Flucht in die Qualität anzogen", schrieb John Briggs, Leiter der Strategieabteilung von NatWest.

Nikkei
Nikkei 29.188,17

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 1,6 Prozent tiefer bei 28.542 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 2 Prozent und lag bei 1932 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 1,2 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 1,4 Prozent.

07:07 Uhr

Lockdown kostet schon 250.000.000.000 Euro - Spaltung der Wirtschaft droht

Die Forscher des Instituts der Deutschen Wirtschaft senken wegen der nicht abflauenden Corona-Pandemie ihre Konjunkturprognose für 2021 und rechnen nur mit einem stagnierenden Privatkonsum. Die deutsche Wirtschaft werde im laufenden Jahr um drei Prozent wachsen und 2022 um vier Prozent, wie das arbeitgebernahe Institut mitteilte. Im Dezember hatten die Kölner Ökonomen für 2021 noch ein Plus von vier Prozent veranschlagt. "Bisher haben die Lockdowns bereits 250 Milliarden Euro gekostet. Derzeit läuft ein Wettlauf zwischen Injektionen und Infektionen", sagte IW-Direktor Michael Hüther.

Ein langer dritter Lockdown wäre ein teurer Rückschlag für Unternehmer und Einzelhändler. "Zudem würde die Spaltung der Volkswirtschaft in eine robuste Industrie und darbende Lockdown-Branchen immer tiefer gehen und weitreichende soziale Folgen haben", warnte Hüther. Die IW-Ökonomen sehen die dritte Infektionswelle mit Ernüchterung. "Die Pandemie ist längst nicht überwunden, der Lockdown wird bis nach Ostern verlängert, das Impfen stockt, Menschen konsumieren wenig und Unternehmen investieren noch nicht wie vor der Krise." Erst Anfang 2022 werde die Wirtschaft wieder ihr Vorkrisenniveau erreichen.

06:33 Uhr

Das wird heute wichtig für den Dax

Am Montag klettert der Dax, am Dienstag auch - und an beiden Handelstagen startet er zunächst mit Abschlägen: Dieses Bild könnte sich auch zur Wochenmitte wiederholen. In den Vordergrund drängen sich aber wieder mehr und mehr die Konjunktursorgen, was vor allem den Zyklikern wie etwa den Autowerten am Dienstag zu schaffen gemacht hat. Gleichzeitig dürften die Ausführungen von US-Finanzministerin Janet Yellen und von US-Notenbankchef Jerome Powell den Märkten Sorgen nehmen.

Impulse von der Konjunkturseite könnten frische Daten diverser Einkaufsmanagerindizes liefern, etwa aus Frankreich, Deutschland, Großbritannien oder am Nachmittag auch aus den USA. In den Blick dürfte auch die Entwicklung der US-Rohöllagerbestände rücken angesichts der jüngsten Preisbewegungen an den Ölmärkten.

Bei den Einzelwerten öffnet Börsenneuling Auto1 seine Bücher. Auch Tradegate, Sixt und LPKF Laser legen Zahlen vor.  

Was den deutschen Aktienmarkt gestern gebremst und gestützt hat, lesen Sie hier.

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