Dienstag, 23. März 2021Der Börsen-Tag

Heute mit Diana Dittmer und Thomas Badtke
17:43 Uhr

Lockdown-Gerangel? Dax-Anleger bleiben cool

Dem leichten Aufgalopp vom Wochenstart lässt der Dax im Dienstagshandel einen weiteren Aufschlag folgen, auch wenn es nur wenige Punkte sind. Der deutsche Börsenleitindex schließt mit 14.662 Punkten. Wie am Montag startet der Dax im Minus. Er markiert bei 14.516 Zählern sein Tagestief, dreht im Anschluss und klettert mit 14.707 Stellen danach sogar wieder über die 14.700er Marke und das Tageshoch vom Montag. Charttechnisch durchaus ein positiver Fingerzeig - in einer von der Corona-Krise bestimmten Themenlage rund um Lockdown-Verlängerung, -Verschärfung und stärker werdender Konjunktursorgen.

Dax
Dax 15.320,52

"Am Morgen herrscht noch Corona-Blues, im Anschluss setzt sich aber die Erholung durch", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel. Sie verweist auf "den anderen Mechanismus der Börse": "Gibt es Lockdowns, gibt es Hilfen, und die Zinsen bleiben niedrig", erläutert sie. "Börsen schauen in die Zukunft. Sie feiern bereits die Nach-Corona-Erholung und konjunkturelle Nachholeffekte."

Bei den Einzelwerten rücken die Corona-Gewinner wieder in den Fokus. Zykliker wie etwa die Autowerte verschwinden dagegen aus den Depots. Im Dax heißt das: Delivery Hero legen etwa ein Prozent zu. An der Spitze der Dax-Gewinner finden sich aber Immobilienwerte wie Vonovia und Deutsche Wohnen mit Aufschlägen von jeweils mehr als 2,5 Prozent. Auf der Verliererseite geben BMW rund ein Prozent, Daimler etwa zwei Prozent und VW etwa vier Prozent nach.

Vonovia SE
Vonovia SE 56,86
VW Vorzüge
VW Vorzüge 231,05

16:47 Uhr

Norwegen stoppt Verkauf von Rolls-Royce-Tochter nach Russland

Die norwegische Regierung stoppt den Verkauf einer norwegischen Tochter des Triebwerkbauers Rolls Royce nach Russland. Die Entscheidung sei aus Gründen der nationalen Sicherheit getroffen worden, sagt die Justizministerin des Landes, Monica Maeland. Die Regierung in Oslo hatte am 9. März den 150 Millionen Euro schweren Verkauf von Bergen Engines an die russische TMH vorläufig untersagt. Inzwischen lägen ausreichend Informationen für eine endgültige Entscheidung vor, so Maeland nun. Für den Kurs der Rolls-Royce-Aktien geht es mehr als sieben Prozent abwärts.

Rolls-Royce
Rolls-Royce 1,20

16:25 Uhr

Politik treibt Anleger zurück in den Corona-Basket

"Ein bisschen sieht das wie bei einer neuen Pandemie aus", sagt ein Händler zu den Kursbewegungen am deutschen Aktienmarkt, denn der verschmähte Stay-at-Home-Basket der Corona-Profiteure wird wieder gekauft: "In Deutschland sind weder Lockdown-Ende, noch eine Strategie und auch keine Impffortschritte erkennbar." Die Politik agiere wie im März vor einem Jahr.

Daher würden Aktien verkauft, mit denen auf eine Konjunkturerholung und Tourismus gesetzt wurde. Autoaktien wie VW, Airlines wie Lufthansa, Fabrikausrüster wie Kion liegen allesamt zeitweise um drei Prozent im Minus. Hellofresh steigen dagegen etwa drei Prozent, Online-Apotheken seien im Rally-Modus, Zalando und Teamviewer gefragt. Sie legen mehr als zwei Prozent zu.

Kion
Kion 84,28
Hellofresh
Hellofresh 71,00

15:50 Uhr

Wall Street bröckelt vor Yellen- und Powell-Anhörung: Ölwerte im Blick

Vor der Kongress-Anhörung der US-Finanzministerin Janet Yellen und des Notenbankchefs Jerome Powell halten sich Anleger mit Engagements an der Wall Street zurück. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P-500 geben zunächst jeweils etwa 0,2 Prozent nach.

S&P 500
S&P 500 4.138,00

Die Position der Fed zu Anleihe-Renditen, Inflation und Geldpolitik seien weitgehend bekannt, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Interessanter seien daher Aussagen von Yellen zu den geplanten zusätzlichen Konjunkturhilfen im Volumen von drei Billionen Dollar.

Es sei aber fraglich, ob dieses Paket in seiner geplanten Form verabschiedet werde, gab Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen zu bedenken. "Dieses Mal müssten die Demokraten schließlich auch die teilweise Unterstützung der Republikaner sichern, was sich angesichts der Tatsache, dass als Teil des Pakets unter anderem Maßnahmen der Vorgängerregierung zurückgerollt werden sollen, als schwierig erweisen dürfte." Die Fragen der Oppositionspolitiker an Yellen könnten Rückschlüsse auf die Intensität des Widerstandes gegen die Pläne liefern.

Zu den Verlierern am Aktienmarkt zählen Exxon und Chevron mit Kursverlusten von bis zu zwei Prozent. Ölkonzerne litten unter dem Ölpreis-Verfall. Die US-Sorte WTI verbilligte sich um knapp vier Prozent auf 59,29 Dollar je Barrel (159 Liter). Die Verschärfung der Coronavirus-Restriktionen in Europa schürten Zweifel an der erhofften Erholung der Nachfrage, sagte Treibstoff-Händler Matt Stanley vom Brokerhaus Star Fuels.

Exxon
Exxon 46,12
Chevron
Chevron 84,94

15:19 Uhr

Dax zieht über Montagshoch

Der Dax steigt zeitweise auf gut 14.700 Punkte. Damit hat er das Montagshoch bei 14.677 Zählern überwunden und die Folge aus fallenden Hochs gebrochen. "Es sieht nach wie vor eher nach einer flachen Konsolidierung aus und nicht nach einem deutlichen Rückgang", kommentiert ein Marktteilnehmer.

14:44 Uhr

VW-Großaktionär hält Gewinnplus für möglich

Der VW-Haupteigner Porsche SE (PSE) blickt vorsichtig optimistisch ins laufende Jahr. Die seit kurzem im Nebenwerteindex MDax gelistete Holding der Familien Porsche und Piech teilt mit, sie halte 2021 sowohl einen Nettogewinn auf Vorjahreshöhe von 2,6 Milliarden Euro als auch einen Anstieg auf bis zu 4,1 Milliarden für möglich. Dies hänge im Wesentlichen von der Entwicklung bei Volkswagen ab. An dessen Kapital ist die PSE mit gut 30 Prozent beteiligt. Bei ihrer Prognose nimmt die Porsche SE die von den Wolfsburgern für dieses Jahr in Aussicht gestellte operative Rendite von fünf bis 6,5 Prozent zur Grundlage und addiert ein geschätztes Finanzergebnis, das sich vor allem aus dem Ergebnis der Gemeinschaftsunternehmen von VW in China speist.

VW Vorzüge
VW Vorzüge 231,05
Porsche SE
Porsche SE 92,96

 

13:51 Uhr

Britische Industrie sieht wieder Land

Die Auftragslage der von Brexit und Corona gebeutelten britischen Industrie hat sich im März unerwartet deutlich verbessert. Das Barometer für das Neugeschäft kletterte um 19 auf minus 5 Zähler, wie die Confederation of British Industry (CBI) mitteilt. Das ist der höchste Stand seit fast zwei Jahren. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg auf minus 20 gerechnet. Zugleich stiegen die Produktionserwartungen für die kommenden drei Monate so stark wie seit August 2017 nicht mehr.

"Es ist großartig zu sehen, wie sich die Stimmung unter den Herstellern hebt, beflügelt durch einen Sprung in den Auftragsbüchern", sagt die stellvertretende CBI-Chefvolkswirtin Anna Leach. "Aber die Firmen haben weiterhin mit höheren Frachtkosten und Rohstoffknappheit zu kämpfen." Ein Wiederaufflammen der Corona-Pandemie in den europäischen Märkten könnte allerdings den Aufschwung behindern. In der Europäischen Union wird deutlich langsamer geimpft als in Großbritannien.

13:22 Uhr

Biontech-Partner Pfizer will eigenen mRNA-Impfstoff entwickeln

Der US-Pharmariese Pfizer sieht sein Impfstoffgeschäft entscheidend gestärkt durch die Kooperation mit dem deutschen Partner Biontech. Die neuartige mRNA-Technologie habe "dramatisches Potenzial", sagt Pfizer-Chef Albert Bourla dem "Wall Street Journal". Pfizer sei zuversichtlich, nun auch alleine mRNA-Vakzine entwickeln zu können. "Wir arbeiten gerne mit Biontech zusammen, aber wir müssen nicht mit Biontech zusammenarbeiten", so Bourla. "Wir haben unsere eigene Expertise entwickelt." Bei Covid-19-Impfstoffen würden die beiden Unternehmen weiter kooperieren.

Bourla kündigt dem Blatt zufolge die Entwicklung neuer mRNA-Impfstoffe gegen andere Viren und Krankheitserreger an. Details wurden nicht genannt. Von Pfizer und Biontech waren zunächst keine Stellungnahmen zu erhalten. Die Zeitung zitierte eine Biontech-Sprecherin mit den Worten: "Wir betrachten es als große Anerkennung für mRNA-Technologien, dass inzwischen Unternehmen wie unser Partner Pfizer ihre eigene mRNA-Impfstoff-Strategie aufbauen." Auf diese Technologie setzt auch der US-Konkurrent Moderna. "Wir sind wegen unserer Größe und unserer Expertise derzeit das Unternehmen, das am besten aufgestellt ist, um den nächsten Schritt zu gehen", sagte der Pfizer-Chef.

Der Covid-19-Impfstoff aus den Laboren von Biontech, den das Mainzer Unternehmen in Zusammenarbeit mit Pfizer entwickelt hat, hatte als erster in den USA und in Europa eine Zulassung erhalten. Experten zufolge könnte die Boten-RNA (mRNA) nicht nur den Kampf gegen Covid, sondern auch gegen andere zukünftige Pandemien und sogar Krebs umkrempeln.

Pfizer
Pfizer 32,20
Biontech
Biontech 142,05

 

12:59 Uhr

US-Anleger halten sich vor Powell-Rede zurück

Die Wall Street dürfte am Dienstag mit leichten Abgaben in die Sitzung starten. Der Aktienterminmarkt deutet moderate Verluste bei allen Indizes an - auch die Technologiewerte, die zuletzt ein Eigenleben gezeigt haben, dürften diesmal nicht ausscheren.

Die Verschärfung der Beziehungen zwischen China den USA, der EU und Kanada sorgen für Verunsicherung. Der Westen hat Sanktionen gegen Peking wegen des Vorgehens gegen die muslimische Minderheit der Uiguren verhängt. China reagierte bereits mit Gegenmaßnahmen. Mit Blick auf die Gespräche der vergangenen Woche zwischen den USA und China, die von einer frostigen Atmosphäre gekennzeichnet waren, sprechen Teilnehmer nun von einer Verschärfung des Konflikts mit möglichen negativen Konjunkturfolgen. "Wir befinden uns wahrscheinlich in einem zyklischen Aufschwung, aber vielleicht sind wir uns selbst vorausgeeilt. Das ist eine Denkpause: Wie schnell wird diese Erholung tatsächlich sein?", sagt Fondsverwalter Sebastian Mackay von Invesco.

Daneben warten Händler mit Spannung auf die Anhörung von US-Notenbankpräsident Jerome Powell vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses im Sitzungsverlauf. Laut einem vorbereiteten Text will Powell die Wirtschaft weiter unterstützen. Auch Finanzministerin Janet Yellen wird sich den Fragen der Abgeordneten stellen.

Zuletzt hatten steigende Inflationserwartungen für anziehende Rentenrenditen gesorgt. Die wiederum hatten die Aktienmärkte belastet. Aktuell sinkt die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen etwas. Mit großer Nervosität würden die Aussagen von Powell daraufhin abgeklopft, ob die Fed gegen den Anstieg der Marktzinsen vorzugehen gedenke. Der Präsident der Federal Reserve Bank von Richmond, Thomas Barkin, will sich indes in den nächsten sechs Monaten nicht von höheren Inflationszahlen schrecken lassen. Die Teuerung werde in der Erholung von der Pandemie nur kurzzeitig anspringen, erwartet der Notenbanker.

12:43 Uhr

Anstieg fauler Kredite: Aufsicht appelliert an Banken

Die Europäische Zentralbank hat die Geldinstitute im Euro-Raum aufgefordert, sich auf einen Anstieg der faulen Kredite (NPL) einzustellen. Ein erstes vorrangiges Feld für die Aufsicht sei es, mögliche Klippeneffekte im Blick zu haben, sobald staatliche Hilfen im Zusammenhang mit der Corona-Krise auslaufen, sagt der oberste EZB-Bankenkontrolleur, Andrea Enria, dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments per Onlineschalte. "Das zweite vorrangige Feld ist, sicherzustellen, dass Banken sich angemessen auf die kommende Zunahme der NPLs vorbereiten", ergänzte er. Die EZB-Bankenaufsicht hatte erst unlängst vor einem zu laxen Umgang mit Problemkrediten gewarnt.

Experten rechnen mit steigenden Kreditausfällen je länger die Virus-Pandemie und die Beschränkungen des Wirtschaftslebens anhalten. Aus Sicht des EZB-Bankenkontrolleurs ist es unter anderem wichtig, dass sich die Geldhäuser an die aufsichtlichen Regeln und Empfehlungen halten. Institute müssten sich proaktiv mit dem Management von Kunden in Schwierigkeiten beschäftigen und ihre Bilanzen rasch aufräumen. "Die Covid-19-Pandemie hat es dringender denn je gemacht, dass Banken die strukturelle Schwäche angehen, die ihre geringe Profitabilität und die tiefen Börsenbewertungen zur Folge haben", sagt Enria. Aus seiner Sicht können Übernahmen und Fusionen ein Faktor sein, um das Problem der Überkapazitäten und der Zersplitterung in der Branche anzugehen.

12:21 Uhr

Flugstorno wegen Streiks: Airlines müssen entschädigen

Werden Flüge aufgrund von Streiks bei einer Airline gestrichen, haben Fluggäste nach einem Urteil des EU-Gerichts Anspruch auf Ausgleichszahlungen. Streiks sind nach der Entscheidung kein "außergewöhnlicher Umstand", der die Fluggesellschaft von der Erstattungspflicht befreit, weil es sich um einen nicht kontrollierbaren externen Einfluss handelt. Geklagt hatte das Fluggastrechteportal Airhelp gegen die skandinavische Airline SAS. (AZ: C-28/20)

11:55 Uhr

Analysten stützen Gea-Kurs

Der Spezialanlagenbauer Gea profitiert von einer Hochstufung. Die Aktien legen in einem schwachen Marktumfeld 0,3 Prozent zu. Die Experten der Citigroup setzten den Titel auf "Buy" von zuvor "Neutral" herauf und erhöhten das Kursziel auf 42 Euro von zuvor 29,90 Euro. Aktuell notieren die Titel um 34 Euro.

Gea Group
Gea Group 35,22

11:04 Uhr

Kurssprung: Startet Nemetschek nun die Aufholjagd?

Um knapp 3,7 Prozent nach oben springen die Aktien von Nemetschek nach der Zahlenvorlage. Händler äußern sich darüber ein wenig überrascht, da es nur die finalen Zahlen seien. Allerdings sorge der Ausblick auf das laufende Jahr bei dem Softwareanbieter für den Baubereich erneut für Zuversicht. "Die Aktien sind mit dem globalen Ausverkauf der Tech-Wert mitverkauft worden, das holen sie jetzt nur etwas auf", sagt ein Marktteilnehmer. Denn die Aktien seien bereits seit Dezember am Fallen und kämen auch mit diesem Kurssprung nur auf das Niveau vom Februar. Nemetschek will 2021 währungsbereinigt mindestens "mit einer hohen einstelligen Rate" wachsen.

Nemetschek AG
Nemetschek AG 59,10

10:43 Uhr

Lockdowns setzen CTS Eventim zu

Schlecht wie befürchtet sind die Zahlen von CTS Eventim ausgefallen. Diese stünden aber nicht im Fokus, sondern nur der Ausblick. Angesichts der Unsicherheiten und der mangelnden "Visibilty" beim Thema Corona sei es verständlich, dass ein Jahresausblick nicht abgegeben werden könne, sagt ein Händler: "Die Aktien dürften weiter ein Spielball der tagesaktuellen Nachrichtenlage zu Corona bleiben" - und die sei gerade mit den fehlenden Perspektiven nach dem Oster-Lockdown und dem anhaltenden Impfdesaster weiter schlecht. Sehr gut für CTS sei aber deren Kostenkontrolle, der Jahresverlust 2020 sei geringer als befürchtet, was die Aktien stützen sollte. Die Aktien des Ticketverkäufers geben 0,3 Prozent nach.

CTS Eventim
CTS Eventim 55,06

10:27 Uhr

Nordex-Ausblick überrascht: Kurs zieht deutlich an

Für die Aktie von Nordex geht es 3,3 Prozent nach oben. An der Börse kommt vor allem der Ausblick des Unternehmens gut an. Trotz der schwierigen Bedingungen durch Covid sei Nordex im vierten Quartal auf EBITDA-Ebene in die Gewinnzone zurückgekehrt. Da der Großteil des Auftragseingangs 2020 in Höhe von 6.020 MW vor allem aus Ländern mit geringerem Risiko stamme, erwarten die Analysten von Jefferies ein begrenztes Risiko für die 2021er Prognose eines Umsatzes von 4,7 bis 5,2 Milliarden Euro und einer EBITDA-Marge von 4,0 bis 5,5 Prozent. Der Konsens der Analysten liege beim Umsatz mit 4,6 Milliarden Euro unterhalb der Spanne, der EBITDA-Konsens mit 217 Millionen unter dem Mittelwert der Unternehmensprognose 235 Millionen.

Nordex
Nordex 25,04

10:02 Uhr

Von Daimler bis VW: Autowerte verlieren auf breiter Front

Gewinnmitnahmen kennzeichnen den Autosektor in Europa. Daimler fallen 2,2 Prozent, BMW 0,8 Prozent und VW 1,3 Prozent, Stellantis 1,3 Prozent. Zulieferer Conti büßen 2,3 Prozent ein. Lkw-Hersteller Volvo brechen aber nach ihrer Gewinnwarnung 7 Prozent ein und ziehen die deutsche Traton um 2,5 Prozent nach unten.

Daimler
Daimler 73,59

Der Autosektor ist mit 1,5 Prozent schwächster in Europa. Grund seien aber weniger die bekannten Problem mit dem Chip-Mangel: "Der deutsche Osterlockdown sorgt dafür, dass die Erholungserwartungen noch weiter nach hinten rutschen", sagt ein Händler. Eine BIP-Erholung im zweiten Quartal könne man wohl abhaken. Die nächsten beiden Verlierer seien Reise- und Einzelhandelsaktien.

BMW
BMW 86,18

Traton
Traton 24,62
Continental
Continental 115,28

 

09:09 Uhr

Bremsen Lockdown-Beschlüsse? Dax verliert 110 Punkte

Dem positiven Start in die neue Handelswoche lässt der Dax erst einmal negative Vorzeichen am Dienstag folgen. Der deutsche Börsenleitindex verliert 0,8 Prozent oder rund 110 Punkte auf 14.544 Zähler. Sowohl von der Wall Street als auch aus Asien kommen eher belastende Vorgaben. Ein Hoffnungsschimmer: Auch am Montag startete der Dax zunächst mit Abschlägen in den Handel.

"Die in der Nacht beschlossene Lockdown-Verlängerung und -Verschärfung spielt an der Börse nur eine untergeordnete Rolle", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf und begründet damit, dass nur wenige Unternehmen aus den betroffenen Branchen wie Einzelhandel, Kultur oder Gastgewerbe börsennotiert seien. "Bei Titeln der Reisebranche wie etwa Lufthansa oder Fraport sieht man dagegen schon Kursverluste."

08:37 Uhr

Oster-Lockdown wird Dax bremsen - Kurskapriolen bei Gamestop erwartet

Nach der Verlängerung des Lockdowns in Deutschland wird der Dax voraussichtlich niedriger starten. Zum Wochenauftakt hatte er 0,3 Prozent im Plus bei 14.657,21 Punkten geschlossen.

Dax
Dax 15.320,52

Nach mehr als elfstündigen Beratungen haben Bund und Länder eine Verlängerung des Corona-Lockdowns bis zum 18. April und einen fast völligen Stillstand des öffentlichen Lebens über Ostern beschlossen. Nach Ostern könne man dann erneut über Lockerungen nachdenken, wenn die Zahl der Neuinfektionen dies erlaube, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.

Relevante Konjunkturdaten stehen nicht auf dem Terminplan. Allerdings legen mehrere Firmen ihre Geschäftszahlen vor. Hierzu gehört der MDax-Rückkehrer Porsche SE. Die Aktien des Volkswagen-Großaktionärs waren in den vergangenen Tagen im Windschatten der VW-Rally von Hoch zu Hoch geeilt, weil die Elektroauto-Strategie des Wolfsburger Konzerns bei Investoren gut ankommt.

GameStop Corporation
GameStop Corporation 128,50

In den USA öffnet Gamestop seine Bücher. Der Videospiele-Händler war durch die Kurskapriolen seiner Aktie in den vergangenen Monaten wiederholt in die Schlagzeilen geraten. Börsianer interessieren sich allerdings weniger für die Zahlen als für die Frage, ob das Unternehmen die sich durch die Veröffentlichung der Bilanz bietende Gelegenheit nutzt, um neue Aktien auszugeben. Mit rund 200 Dollar kosten die Papiere rund elf Mal so viel wie bei der Veröffentlichung der vorangegangenen Quartalsergebnisse. Kurse an den Terminmärkten signalisieren, dass es für die Gamestop-Aktie im Anschluss an die Zahlen 30 Prozent nach oben oder unten gehen kann.

08:19 Uhr

Reaktion auf harten Oster-Lockdown: Ölpreise geben nach

Die Ölpreise sind wegen der Sorge vor einem Rückgang der Nachfrage gesunken. Ein Barrel (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent kostete am Morgen 63,99 US-Dollar. Das waren 63 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass amerikanisches Rohöl der Marke West Texas Intermediate (WTI) fiel um 62 Cent auf 60,94 Dollar.

Am Ölmarkt blicken die Anleger besorgt auf die jüngste Entwicklung der Corona-Krise. Neue Beschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie schürten die Sorge vor einem Rückgang der Nachfrage nach Rohöl. So wurden Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung in Europa wieder eingeführt oder ausgeweitet. Unter anderem hat Deutschland in der vergangenen Nacht einen harten Lockdown über die Osterfeiertage beschlossen.

08:03 Uhr

Gewinn bei Chinas Autobauer Geely bricht ein

Der chinesische Autobauer Geely hat im Corona-Jahr weniger Fahrzeuge auf dem Heimatmarkt verkauft und deutlich weniger verdient. Der Gewinn brach 2020 um ein Drittel ein, die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge sank um 40.000 auf 1,32 Millionen, wie das Unternehmen mitteilte. Der Umsatz schrumpfte um fünf Prozent auf umgerechnet knapp zwölf Milliarden Euro. Zugleich kündigte Geely mit Sitz in Hangzhou an, ein Gemeinschaftsunternehmen für Elektroautos mit seiner Muttergesellschaft auf den Weg zu bringen. Die Geely-Mutter hält unter anderem Anteile an Volvo und Daimler.

Geely Automobile
Geely Automobile 2,35

07:52 Uhr

Volvo mit "bislang heftigster Gewinnwarnung wegen Chip-Mangels"

Als die "bislang heftigste Gewinnwarnung wegen des Chip-Mangels" bezeichnet ein Händler die Aussagen von Volvo. Das Thema sei zwar bekannt und habe fast alle Autohersteller schon zu Produktionseinschränkungen und sogar Fabrikstillegungen gezwungen, das Ausmaß bei Volvo sei aber stärker.

Geely Automobile
Geely Automobile 2,35

Der in chinesischem Besitz befindliche Lkw-Bauer erwartet, dass der Mangel die Produktion im gesamten zweiten Quartal belastet und es kaum absehbar sei, wann er sich bessere. Gewinn und Cashflow werden darunter leiden. Die Analysten der Citi rechnen damit, dass das Ebit für 2021 daher 10 Prozent unter den Erwartungen liegen wird.

07:34 Uhr

Milliarden-Deal: Synnex fusioniert mit Tech Data

Das amerikanische IT-Lösungsunternehmen schließt sich mit seinem Konkurrenten Tech Data zusammen. Der Deal habe einen Wert von rund 7,2 Milliarden US-Dollar, inklusive Schulden, teilte der Konzern mit. Synnex-Aktionäre erhielten demnach etwa 55 Prozent des neuen Unternehmens, das einen geschätzten Jahresumsatz von 57 Milliarden Dollar erwirtschaften soll.

Mit mehr als 22.000 Mitarbeitern werde der neue IT-Riese in mehr als 100 Ländern tätig sein. Die Fusion soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 abgeschlossen sein. Erst im vergangenen Jahr war Tech Data von Apollo für sechs Milliarden Dollar übernommen worden. Sowohl Synnex als auch Tech Data profitierten während der Pandemie von der Beschleunigung der digitalen Transformation, da mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten.

07:18 Uhr

Gewinnmitnahmen drücken Asien-Börsen

Den Börsen in Asien geht auf ihrer Rekordjagd am Dienstag die Puste aus. Die Anleger machten aus der jüngsten Rally einiger Firmen auf dem Festland lieber Kasse, obwohl nachlassende Inflationssorgen die allgemeine Stimmung in der Region aufhellten. Die chinesischen Aktien seien in letzter Zeit anderen asiatischen Märkten vorausgeeilt, sagte Gary Ng, Ökonom bei Natixis. Eine Art Korrektur sei daher fällig gewesen.

Nikkei
Nikkei 29.188,17

Investoren blicken nun auf die Reden des Vorsitzenden der US-Notenbank, Jerome Powell, und der Finanzministerin Janet Yellen vor dem Kongress im weiteren Verlauf des Tages. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf faktisch unverändert bei 29.175 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,3 Prozent und lag bei 1985 Punkten.

Die Börse in Schanghai lag 1,2 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Schanghai und Shenzen verlor 1,4 Prozent.

06:24 Uhr

Das wird heute wichtig für den Dax

Der Wochenstart ist geglückt, der Dax gewinnt am Montag 0,3 Prozent auf 14.657 Zähler. Dabei konnte der deutsche Börsenleitindex seine Startverluste schnell wettmachen, das Aufwärtspotential blieb aber begrenzt, da es an kursbewegenden Nachrichten gemangelt hat. Auch an der Wall Street fiel die Handelsspanne gering aus. Marktexperten sprachen von einer "Verschnaufpause" - die heute andauern könnte. Allerdings stehen einige Konjunkturdaten auf der Agenda.

So könnten die britischen Arbeitslosenzahlen beispielsweise einen Hinweis auf die wirtschaftliche Entwicklung nach dem Brexit liefern. Aus den USA kommen frische Daten zu den Neubauverkäufen und den Einzelhandelsumsätzen aus der Vorwoche. Anleger dürften aber vor allem die Anhörung von Fed-Chef Jerome Powell vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses im Blick haben. Powell hatte jüngst versichert, die Preisentwicklung im Blick zu haben, den Leitzins aber weiterhin niedrig halten zu wollen.

Auf Seiten der Einzelwerte sollten frische Geschäftszahlen des Tickethändlers CTS Eventim hervorstechen - vor dem Hintergrund einer Lockdown-Verlängerung und weiterer Einschränkungen. Auch Nemetschek Nordex öffnen ihre Bücher.

Was den deutschen Aktienmarkt gestern gebremst und gestützt hat, lesen Sie hier.

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