Dienstag, 23. Juni 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard
17:37 Uhr

Dax mit sattem Plus - Bayer stark - Wirecard mal wieder grün

Schwere Wirtschaftskrise? Davon war heute an den europäischen Börsen nichts zu spüren. Die Anleger haben die dunklen Konjunkturwolken fast vollständig ausgeblendet. Unerwartet gute Einkaufsmanager-Daten aus Europa heizten die Stimmung an den Aktienmärkten an.

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So auch in Frankfurt: Der Dax machte sich heute auf den Weg nach oben und schloss 2,1 Prozent fester bei 12.524 Punkten. Der MDax stieg um 0,8 Prozent auf 26.169 Zähler. Der TecDax vermehrte sich um 1,6 Prozent auf 3001 Stellen. Der EuroStoxx50 zog um 1,9 Prozent auf 3303 Punkte an.

Die starken Daten schürten am Markt die Hoffnung auf eine V-förmige, also sehr rasche Erholung der globalen Konjunktur. Davon profitierten die zyklischen Branchen wie die deutlich zurückgebliebenen Autoaktien - allen voran VW mit plus 4,5 Prozent.

Bayer gewannen 5,2 Prozent. Der US-Bundesstaat Kalifornien ist mit dem Vorstoß gescheitert, die Leverkusener zu einer Warnung vor angeblichen Krebsrisiken des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup zu verpflichten.

Klare Dax-Gewinnerin war heute die zuletzt abgestürzte Wirecard-Aktie, die sich um 18,8 Prozent auf 17,16 Euro verteuerte. Händler sprachen allerdings von terminorientierten Käufen solcher Anleger, die bisher auf fallende Kurse gesetzt hätten und nun ihre Gewinne realisierten. Die Verhaftung von Ex-Konzernchef Markus Braun - er ist inzwischen gegen Kaution wieder auf freiem Fuß - habe sich dagegen abgezeichnet und beeinflusse die Kursfindung nicht. Dazu kämen noch die großen Probleme, vor denen Wirecard noch steht.

Im MDax ließen Lufthansa erneut Federn: minus 4,5 Prozent. Noch immer ist unklar, ob das Rettungspaket am Donnerstag durchkommt. Mit der Stilllegung von Sunexpress Deutschland geht das große Aufräumen weiter.

17:04 Uhr

Fed will "Brücke" zur Konjunkturerholung bauen

Die US-Notenbank Fed hat nach den Worten einer führenden Währungshüterin einen langen Atem bei der Bekämpfung der Rezession. Die Währungshüter würden "alles tun", um eine ausreichend lange "Brücke" zu bauen, die die Wirtschaft zur Erholung tragen könne, sagte die Chefin des Fed-Bezirks San Francisco, Mary Daly, bei CNN. Fed-Banker erwarten, dass die Wirtschaftsleistung dieses Jahr um 6,5 Prozent einbrechen und 2021 um 5,0 Prozent zulegen wird.

Die Notenbank hat mit Notfallprogrammen und Wertpapierkäufen dazu beigetragen, die US-Wirtschaft über Wasser zu halten. Fed-Chef Jerome Powell hat dem Kongress jüngst geraten, die von der Corona-Pandemie gebeutelte Wirtschaft weiter zu stützen.

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(Foto: picture alliance / dpa)

16:31 Uhr

Null-Umsatz-Firma ist mehr als 20 Milliarden Dollar wert

Die Firma macht praktisch keinen Umsatz, ist aber schon deutlich mehr als 20 Milliarden US-Dollar wert. Das Startup Nikola Motors will LKWs und auch normale Autos mit Wasserstoff-Energie herstellen und hat damit einen wahren Hype unter Börsianern ausgelöst. Friedhelm Tilgen spricht darüber mit Kemal Bagci von der BNP Paribas.

16:05 Uhr

Trump verhilft Wall Street zum Plus

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(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Mit Erleichterung haben die US-Anleger auf das Bekenntnis von US-Präsident Donald Trump zum Handelsabkommen mit China reagiert. Außerdem setzten sie erneut auf eine kraftvolle Erholung der Konjunktur von den Folgen der Coronavirus-Pandemie. Die Leitindizes Dow Jones, S&P-500 und Nasdaq legten zur Eröffnung jeweils etwa 1 Prozent zu. Letzterer markierte mit 10.151 Punkten ein Rekordhoch.

Bei den Aktienwerten gehörte Translate Bio zu den Favoriten. Die Papiere des Impfstoff-Spezialisten stiegen um fast 60 Prozent auf ein Rekordhoch von 25,49 Dollar, nachdem das Unternehmen die Ausweitung der Zusammenarbeit mit dem französischen Pharmakonzern Sanofi bekanntgegeben hatte. Translate Bio winken dadurch Zahlungen von mehr als 2 Milliarden Dollar.

15:45 Uhr

Sunexpress Deutschland wird abgewickelt

Der von der Lufthansa stillgelegte Urlaubsflieger Sunexpress Deutschland wird abgewickelt. Der Flugbetrieb werde in Kürze eingestellt, teilte das Unternehmen mit. Sunexpress ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa und Turkish Airlines - der türkische Ableger, ebenfalls mit Namen Sunexpress, fliegt weiter. Von der Abwicklung betroffene Passagiere werden größtenteils automatisch umgebucht.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie hätten auch Sunexpress hart getroffen, erklärte das Unternehmen. Im Zeitraum zwischen dem 2. April und dem 31. Mai stand demnach nahezu die gesamte Flotte am Boden.

15:23 Uhr

SAP-Aktie nur noch knapp unter Allzeithoch

Einen sehr guten Tag hat bislang auch die Aktie des Dax-Schwergewichts SAP zu verzeichnen. Ihr Kurs stieg auf den höchsten Stand seit vier Monaten. Mit 127,12 Euro stand der Kurs am frühen Nachmittag nur noch knapp unter dem Allzeithoch von 129,60 Euro, das die Aktie am 19. Februar dieses Jahres markiert hatte.

Händlern zufolge profitiert die Aktie unter anderem von der Steilvorlage der Nasdaq-Indizes in den USA. Beide hatten gestern so hoch geschlossen wie nie zuvor.

SAP
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15:02 Uhr

Viele Seeleute hängen in Häfen fest

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(Foto: picture alliance/dpa)

Corona sorgt auch für Chaos im internationalen Schiffsverkehr. Die deutschen Reedereien vermeldeten Beschränkungen beim Wechsel von Schiffsbesatzungen in vielen Häfen. Mittlerweile warteten weltweit etwa 200.000 Seeleute auf Schiffen auf Ablösung, weitere 200.000 an Land auf ihren Einsatz an Bord, berichtet der Verband Deutscher Reeder (VDR). In einigen Häfen, etwa in Europa, Hongkong und Singapur, habe sich die Lage entspannt.

In anderen Ländern seien geglückte Crew-Wechsel aber nach wie vor die Ausnahme. "Wenn sich die Situation nicht ändert, werden Logistikketten reißen, weil Schiffe nicht weiterfahren können", erklärt VDR-Präsident Alfred Hartman. Dann sei auch der Nachschub etwa mit Lebensmitteln, Rohstoffen und Medikamenten gefährdet.

14:46 Uhr

Ex-Wirecard-Chef Braun kommt auf Kaution frei

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(Foto: picture alliance/dpa)

Der frühere Vorstandschef des skandalgeschüttelten Finanzdienstleisters Wirecard, Markus Braun, wird gegen Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen. Das entschied das Amtsgericht München, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Braun war gestern Abend verhaftet worden.

Derweil hat die Wirecard-Aktie ihr Plus am Nachmittag vergrößern können. Sie verteuerte sich um 23,5 Prozent auf 17,83 Euro.

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14:32 Uhr

Lufthansa kappt Sunexpress-Flüge

Die Lufthansa beendet den Flugbetrieb der Beteiligung Sunexpress Deutschland mit rund 1200 Mitarbeitern. Die verbleibenden Flüge sollen von der türkischen Schwestergesellschaft, Eurowings und anderen Airlines abgewickelt werden, wie das MDax-Unternehmen mitteilte.

Eine Boeing 737-800 der Fluggesellschaft SunExpress rollt am Flughafen zur Startbahn. Foto: Christoph Schmidt/dpa/Archivbild

(Foto: Christoph Schmidt/dpa/Archivbild)

14:19 Uhr

Zahlreiche Jobs in UK-Autobranche in Gefahr

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(Foto: imago/IPON)

Die Corona-Krise trifft auch die britische Autoindustrie mit voller Breitseite. Einer Umfrage des dortigen Lobbyverbandes SMMT ist jeder sechste Job gefährdet. Der Verband appellierte daher an die konservative Regierung von Premierminister Boris Johnson, die Branche stärker finanziell zu unterstützen.

Eine Mitgliederbefragung hatte ergeben, dass zahlreiche Arbeitnehmer in der Branche in Kurzarbeit seien. Allein im Juni sei die Streichung von mehr als 6000 Stellen angekündigt worden. Zusätzliche Einbußen fürchtet der SMMT im Falle eines harten Bruchs mit der Europäischen Union nach der Brexit-Übergangsphase. Rund 80 Prozent der britischen Autoproduktion gehen in den Export, die meisten Fahrzeuge landen in der EU.

14:07 Uhr

Telefónica baut Bezahlen per Handy-Rechnung aus

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(Foto: imago/Alexander Pohl)

Der Mobilfunk-Anbieter Telefónica (O2) will das Bezahlen auch kleinerer Beträge im Alltag per Handy-Rechnung in Deutschland stärker etablieren. Der Bezahlweg soll künftig unter anderem an Automaten, beim Carsharing, in Taxis, beim Ausleihen von E-Scootern sowie für Lieferdienste und Fast-Food-Lokale zur Verfügung stehen, wie der Konzern ankündigte.

Bisher kann man auf diese Weise unter anderem Fahrkarten und Parkscheine abrechnen - sowie Apps bei Apple und Google.

13:49 Uhr

Spanien droht im zweiten Quartal dramatischer Einbruch

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Am Flughafen von Palma de Mallorca.

(Foto: picture alliance/dpa)

Für Spanien kommt es ganz dick: Die Notenbank in Madrid erwartet, dass die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone im zweiten Quartal um 16 bis 22 Prozent schrumpfen wird. Die spanische Wirtschaft beginne sich zwar zu reaktivieren, sagte Zentralbankgouverneur Pablo Hernandez de Cos in einer Rede vor dem Parlament, fügte aber hinzu, dass die Unsicherheit inmitten der Coronavirus-Pandemie "hoch" bleibe.

Spanien, eines der am härtesten von der Pandemie betroffenen Länder in Europa, verzeichnete im ersten Quartal einen Rückgang seiner Wirtschaft um 5,2 Prozent. Die Europäische Kommission erwartet, dass das spanische BIP in diesem Jahr um 9,4 Prozent sinken wird.

13:35 Uhr

Gute Konjunkturdaten schieben Autowerte an

Sehr fest hat sich heute an der Frankfurter Börse der Autosektor präsentiert. Mit Aufschlägen von 3 Prozent führte er mit weitem Abstand die Gewinnerliste in Europa an. Der Sektor profitierte von den sehr viel besser als erwartet ausgefallenen Einkaufsmanagerindizes aus Europa, die die Hoffnung auf eine V-förmige Erholung der Wirtschaft befeuern. Zudem haben sich die Verkäufe der deutschen Premium-Hersteller in China etwas erholt.

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VW legten um 3,9 Prozent zu. BMW verteuerten sich um 3,3 Prozent. Gut liefen auch Continental und Daimler mit plus 2,3 beziehungsweise plus 2,2 Prozent.

12:47 Uhr

Positive Vorzeichen an der Wall Street

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(Foto: REUTERS)

Die freundliche Tendenz der Wall Street vom Montag könnte sich heute fortsetzen. Denn in Europa überraschten die Einkaufsmanagerindizes der Eurozone sowie Deutschlands, Großbritanniens und Frankreichs positiv. Händler sprechen von ermutigenden Signalen sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor. Das Wiederanfahren der Wirtschaft sorge für eine zügige Konjunkturerholung.

Die positiven Konjunkturdaten lassen die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle in den Hintergrund treten. Völlig verflogen seien die Ängste gleichwohl nicht, hieß es. Positiv wird im Handel auch die Klarstellung von US-Präsident Donald Trump zum Handelsabkommen mit China gewertet. Zunächst hatte der Handelsbeauftragte Peter Navarro Zweifel am Fortbestand der Vereinbarungen gestreut, diese dann aber selbst relativiert. Trump versicherte, das Handelsabkommen sei vollständig intakt.

12:25 Uhr

Dax steigt kräftig - Wirecard auch - KlöCo gehen durch die Decke

Klöckner & Co
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Eine deutlich aufgehellte Wirtschaftsstimmung hat dem deutschen Aktienmarkt bislang einen kräftigen Auftrieb beschert. Der Dax legte am Mittag um 2,5 Prozent auf 12.574 Punkte zu. Der EuroStoxx50 stieg um 2,0 Prozent auf 3307 Stellen.

Unter den Einzelwerten blieb die von einem milliardenschweren Bilanzskandal erschütterte Wirecard-Aktie im Fokus. Nach drei Tagen Absturz legte sie um 15,6 Prozent und lag damit an der Dax-Spitze. Für Heidelbergcement als zweitstärkstem Wert im Dax ging es nach einem positiven Analystenurteil um 4,0 Prozent nach oben.

Im SDax sprangen die Anteilsscheine des Stahlhändlers Klöckner & Co um 20 Prozent hoch. Dank Einsparungen infolge der fortschreitenden Geschäftsdigitalisierung kam KlöCo in der Corona-Krise besser als zunächst befürchtet durch das zweite Quartal.

12:14 Uhr

Wirtschaftsweise erwarten für 2020 schwere Rezession

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(Foto: dpa)

Die Wirtschaftsweisen rechnen für 2020 insgesamt mit einer schweren Rezession in Deutschland - aber ab Jahresmitte mit einer wieder anziehenden Konjunktur.

  • "Die Corona-Pandemie wird voraussichtlich den stärksten Einbruch der deutschen Wirtschaft seit Bestehen der Bundesrepublik verursachen", sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrates, Lars Feld, anlässlich der Vorlage der neuen Prognose der Regierungsberater.
  • "Wir erwarten, dass jedoch ab dem Sommer eine Erholung einsetzt."

Demnach dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 6,5 Prozent einbrechen und 2021 um 4,9 Prozent steigen. Damit dürfte das BIP frühestens im Jahr 2022 wieder auf dem Niveau von vor der Pandemie liegen.

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12:05 Uhr

ING: Einkaufsmanager sprechen für Anfang V-förmiger Erholung

Gibt es doch eine kräftige Wirtschaftserholung im Euroraum? Der unerwartet deutliche Anstieg der europäischen Einkaufsmanagerindizes lässt wohl diese Schlussfolgerung zu. Nach Einschätzung von ING wird die Erwartung einer zumindest anfänglich V-förmigen Konjunkturerholung durch diese Daten gestützt.

  • "Komplette Schließungen von über einem Monat haben zu einem Stillstand der Volkswirtschaften geführt, die langsame Öffnung der vergangenen zwei Monate zieht nun eine starke Erholung der wirtschaftlichen Aktivität nach sich", hieß es seitens der Bank.

Allerdings sei es "alles andere als sicher, dass die Euroraum-Wirtschaft diesen Schwung beibehalten kann". Dagegen sprächen eine höhere Arbeitslosigkeit und gesunkene Auftragseingänge.

11:28 Uhr

Nanogate-Aktie erholt sich nach bösem Absturz

Nanogate
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Nach dem gestrigen Abschmieren ist es heute mit der Aktie von Nanogate wieder kräftig bergauf gegangen, ihr Kurs legte um 55 Prozent zu. Am Montag war das Papier um 81 Prozent eingebrochen.

Nach dem Scheitern der Gespräche mit Banken über ein Finanzierungskonzept hatte die Saarbrücker Nanotechnologiefirma Insolvenz angemeldet. Ziel sei es, das Unternehmen im Zuge der laufenden Restrukturierung in Eigenverwaltung zu sanieren, teilte das Unternehmen mit. Bei Nanogate sind 1800 Mitarbeiter beschäftigt. Nanogate entwickelt und produziert Oberflächen beispielsweise aus Kunststoff und Metall und veredelt sie, um sie langlebiger zu machen.

Laut Warburg ist es praktisch unmöglich, die Erfolgsaussichten des Insolvenzaussichten einzuschätzen. Die Aktie sei zum jetzigen Zeitpunkt nur für Spekulanten interessant.

11:04 Uhr

Kräftiges Feilschen um Lufthansa-Krisenpaket

Die in akute wirtschaftliche Schieflage geratene Lufthansa hat noch keine Einigung mit den Gewerkschaften über ein Krisenpaket zur Senkung der Personalkosten erzielt. Bei den Verhandlungen sei mit keiner Gewerkschaft eine Vereinbarung für ein "hinreichendes Krisenpaket" abgeschlossen worden, teilte das MDax-Unternehmen mit.

Konzernchef Carsten Spohr wollte mit der Vereinigung Cockpit (VC) für die Piloten, der Flugbegleitergewerkschaft Ufo und Verdi ursprünglich bis gestern ein Sparpaket aushandeln - und damit noch vor der entscheidenden Hauptversammlung am Donnerstag. Damit soll verhindert werden, dass die rechnerisch 22.000 überzähligen Vollzeitstellen gestrichen werden. Die Lufthansa-Aktie gewann am Vormittag minimal um 0,1 Prozent.

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10:36 Uhr

Keine guten Nachrichten zum EU-Automarkt in diesem Jahr

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(Foto: picture alliance / dpa)

Der europäische Auto-Herstellerverband ACEA rechnet damit, dass die Pkw-Verkäufe im EU-Bereich wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr um etwa 25 Prozent einbrechen werden. Das würde bedeuten, dass der Absatz um mehr als 3 Millionen Fahrzeuge auf rund 9,6 Millionen Einheiten sinken werde, teilte ACEA in Brüssel mit.

Nach den ersten Schockwellen der Krise zwischen Mitte März und Mai werde sich die Nachfrage in den kommenden zwar zu einem gewissen Grad entspannen. Dennoch dürfte der Absatz voraussichtlich auf das niedrigste Niveau seit 2013 fallen.

10:18 Uhr

Braun-Festnahme tangiert Wirecard-Kurs nicht - Fall für Zocker

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Die Festnahme des ehemaligen Wirecard-Chefs Markus Braun hat keinen wesentlichen Einfluss auf den Kursverlauf der Aktie des Zahlungsdienstleisters. Sie notierte mit plus 14,7 Prozent etwas niedriger als vor der Vollzugsmeldung. Nicht nur sei die Verhaftung erwartet worden, hieß es im Handel, damit sei auch kein einziges Problem für das Unternehmen gelöst. Dieses kämpfe weiter ums Überleben. Demnächst dürfte eine Klagewelle auf Wirecard zurollen. Ein Engagement in der Wirecard-Aktie mache weiterhin nur für Zocker Sinn.

Nach ihren bisherigen Ermittlungen legt die Staatsanwaltschaft München I Braun zur Last, gegebenenfalls im Zusammenwirken mit weiteren Tätern die Bilanzsumme und das Umsatzvolumen von Wirecard durch vorgetäuschte Einnahmen aus Geschäften mit sogenannten Third-Party-Acquirern (TPA) aufgebläht zu haben, um so das Unternehmen finanzkräftiger und für Investoren und Kunden attraktiver darzustellen.

Besonders im Fokus der hinsichtlich dieses Tatvorwurfs erst seit wenigen Tagen laufenden Ermittlungen stünden angebliche Bankguthaben auf Treuhandkonten bei zwei philippinischen Banken in Höhe von mehr als 1,9 Milliarden Euro. Wirecard hatte bereits eingeräumt, dass diese Bankguthaben "mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht bestehen".

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10:07 Uhr

Trendwende in der deutschen Wirtschaft bestätigt

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(Foto: dpa)

In der deutschen Wirtschaft zeichnet sich im Juni zunehmend eine Trendwende ab, nachdem das Wachstum Anfang des zweiten Quartals mit einer Rekordrate eingebrochen war. Der Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - stieg auf 45,8 Zähler von 32,3 im Vormonat, wie das IHS Markit Institut im Zuge der ersten Veröffentlichung mitteilte. Oberhalb von 50 Zählern signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter deutet es auf ein Schrumpfen.

Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes stieg stärker als erwartet auf 44,6 Zähler von 36,6 im Vormonat. Volkswirte hatten im Mittel einen Indexanstieg auf 41,0 prognostiziert.  Auch der Index für den Servicesektor kletterte stärker als erwartet auf 45,8 Punkte von 32,6 im Vormonat. Ökonomen hatten nur einen Anstieg auf 40,2 erwartet.

  • "Die deutsche Wirtschaft kämpft sich mit aller Kraft aus der Talsohle heraus", kommentierte IHS-Markit-Ökonom Phil Smith.
10:06 Uhr

Ex-Wirecard-Chef Braun festgenommen

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(Foto: picture alliance/dpa)

Der ehemalige Vorstandschef von Wirecard, Markus Braun, ist festgenommen worden. Das meldet die Münchner Staatsanwaltschaft.

Der Manager hätte sich gestern Abend gestellt, hieß es weiter. Braun werde im Laufe des Tages der Ermittlungsrichterin vorgeführt, die über eine Haft entscheide.

09:44 Uhr

Einkaufsmanager beflügeln Dax - Wirecard mit zweistelligem Plus

Nach besser als erwartet ausgefallenen Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und Frankreich hat der Dax seine Gewinne ausgeweitet, Der Leitindex notierte 1,7 Prozent fester bei 12.471 Punkten. Ein Analyst sprach von "zunehmenden Lebenszeichen der deutschen Wirtschaft".

Zur guten Stimmung trug auch bei, dass US-Präsident Donald Trump klargestellt hat, dass das Handelsabkommen zwischen China und den USA weiterhin Bestand habe. Zuvor hatten anders klingende Aussagen des Handelsberaters des Weißen Hauses, Peter Navarro, für Wirbel gesorgt und die Aktienmärkte in Ostasien und auch die Futures auf die US-Indizes zwischenzeitlich gedrückt.

Rasant bergauf ging es mit der Wirecard-Aktie. Sie notierte rund 17 Prozent höher bei 16,90 Euro, ihr Kursverlauf ist aber äußerst volatil.

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09:30 Uhr

Nach Wirecard-Skandal werden Rufe nach Reformen lauter

Angesichts des Bilanzskandals bei Wirecard werden Rufe nach schärferen Regeln für Unternehmensführung laut.

  • "Der Fall Wirecard macht deutlich, dass die Deutsche Börse dringend eine Reformdebatte anstoßen muss", sagte der Vorstandsvorsitzende der Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland (VARD), Peter Dehnen, gegenüber Reuters.
  • "Wir brauchen in Deutschland einen starken Kapitalmarkt, und deshalb wünschen wir uns, dass die Deutsche Börse mit ihrer neuen starken Führung im Stil der Nasdaq die Diskussion über Standards guter Unternehmensführung vorantreibt - gemeinsam mit Aufsichtsräten und Vorständen."

 Die 2012 gegründete Vereinigung hat über 130 Mitglieder und bezeichnet sich als unabhängigen Berufsverband für Aufsichtsräte.

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09:08 Uhr

Dax mit grünem Start - Wirecard-Aktie an Indexspitze

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Pluszeichen an der Frankfurter Börse: Die deutschen Aktienindizes sind mit Aufschlägen in den Handel gestartet. Der Dax legte um 0,8 Prozent auf 12.363 Punkte zu. Der MDax stieg um 0,9 Prozent auf 26.202 Zähler, der TecDax um 0,6 Prozent auf 2970 Stellen. Der EuroStoxx50 vermehrte sich um 0,6 Prozent auf 3262 Punkte.

Die wichtigste Nachricht zuerst: Nach drei verlustreichen Tagen setzten sich Wirecard mit plus 5,4 Prozent an die Dax-Spitze. Im Handel hieß es, dass sich die Gewinne durch Shorteindeckungen schnell ausweiten könnten. Grundsätzlich dürfte die Aktie weiter sehr volatil bleiben. Heidelbergcement verteuerten sich um 0,8 Prozent. Die Experten der Societe Generale stuften die Papiere auf "Buy" von "Hold" hoch, senkten zugleich aber ihr Kursziel auf 60 von 68 Euro.

08:57 Uhr

Wirecard beantragt Geschäftslizenz in Singapur

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(Foto: picture alliance/dpa)

Der ins Straucheln geratene Zahlungsdienstleister Wirecard will sich zur Aufrechterhaltung der Geschäfte in Singapur eine Lizenz in dem Stadtstaat besorgen. Der von einem riesigen Bilanzskandal erschütterte Dax-Konzern habe einen Antrag bei der Aufsichtsbehörde MAS gestellt, teilte die dortige Zentralbank mit. Es müsse sichergestellt werden, dass Kundengelder im Land blieben.

Wirecard ist in Singapur vor allem für die Abwicklung von Zahlungen für Händler zuständig und unterstützt Unternehmen bei der Ausgabe von Prepaid-Karten. Bis ein neues Gesetz, das Grundlage für die nun beantragte Lizenz sei, in Kraft trete, arbeite Wirecard mit einer Ausnahmeregelung, erklärte die Zentralbank.

08:44 Uhr

Handelskonflikt nervt Asiens Anleger - Nikkei legt leicht zu

Die jüngsten Entwicklungen im Handelsstreit zwischen den USA und China haben die asiatischen Aktienmärkte in Atem gehalten. Investoren begrüßten die Erklärung von US-Präsident Donald Trump, das bereits vereinbarte Teilabkommen zwischen den beiden weltweit größten Wirtschaftsmächten sei intakt. Zuvor hatten gemischte Signale für Unruhe gesorgt.

In Tokio ging der Nikkei 0,5 Prozent fester bei 22.549 Zählern aus dem Handel. In Hongkong legte der Hang Seng 0,8 Prozent zu.

08:40 Uhr

Ölpreise nach Abschlägen wieder erholt

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Die Ölpreise haben sich im frühen Handel von spürbaren Abschlägen über Nacht überwiegend erholt. Auslöser war die Befürchtung, der Handelsdeal zwischen den USA und China könnte beendet sein. Am Morgen kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent 42,87 US-Dollar. Das waren 21 Cent weniger als gestern. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI fiel um 34 Cent auf 40,39 Dollar.

In der vergangenen Nacht hatten die Ölpreise abrupt nachgegeben. Ursache waren Bemerkungen von Peter Navarro, dem wirtschaftspolitischen Berater von US-Präsident Donald Trump. Navarro hatte den Handelsdeal zwischen den USA und China im amerikanischen Fernsehen als beendet bezeichnet. Trump dagegen stellte wenig später in einem Tweet klar, dass die Vereinbarung "vollständig intakt" sei. Die USA und China sind die weltweit größten Ölverbraucher.

08:29 Uhr

Wirecard-Aktie orientiert sich weiter nach unten

Mit der Wirecard-Aktie geht es auch weiter abwärts. Im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz verlor das Papier rund 10 Prozent. Im dem Krimi um verschwundene Milliarden könnten Insidern zufolge Ex-Firmenchef Markus Braun und dem geschassten Vorstand Jan Marsalek Haftbefehle drohen.

07:52 Uhr

Dax will Corona-Angst und Wirecard-Fluch abschütteln

Am zweiten Tag der Handelswoche wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Gestern war er 0,6 Prozent tiefer bei 12.262 Punkten aus dem Handel gegangen.

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Auf die Stimmung der Börsianer drücken die steigenden Corona-Infektionszahlen. Sie schüren Furcht vor einer zweiten Welle in der Pandemie, die verheerende Auswirkungen auf die Wirtschaft haben könnte. Schon jetzt dürfte Deutschland in der schwersten Rezession der Nachkriegszeit stecken. Dabei dürften Anleger auf die Einkaufsmanagerindizes achten, die am Vormittag vorgelegt werden, und auf die anstehende Konjunkturprognose des Sachverständigenrates.

Ebenfalls im Fokus stehen wieder einmal die Werte von Wirecard. Bei dem Bezahldienstleister droht im Zuge des Bilanzskandals ein weiterer Ausverkauf. Gestern war die Aktie erneut kräftig runtergerauscht - diesmal um 44,1 Prozent auf 14,44 Euro.

Zudem aktualisiert die Welthandelsorganisation WTO ihre Vorhersagen. Weiterhin dürfte der Krimi bei Wirecard für Gesprächsstoff sorgen. Inzwischen stehen Haftbefehle gegen ehemalige Spitzenmanager im Raum. Bei dem Zahlungsabwickler fehlen 1,9 Milliarden Euro in der Bilanz.

07:32 Uhr

US-Aussagen zu Handelsabkommen lassen Börsen schwanken

Die Asiatische Aktien haben sich nach einem deutlichen Einbruch zu Tagesbeginn wieder erholt. Widersprüchliche Aussagen des Weißen Hauses über das Bestehen des Handelsabkommen der ersten Phase zwischen den USA und China brachten die Märkte ins Taumeln: Der Handelsberater des Weißen Hauses, Peter Navarro, sagte, das Handelsabkommen mit China sei "vorbei". Der Kommentar führte zunächst zu einem Ausverkauf an den Aktienmärkten. Die Stimmung erholte sich allerdings schnell nach der Erklärung Navarros, dass sein Kommentar aus dem Zusammenhang gerissen worden sei. Auch US-Präsidenten Donald Trump pflichtete auf Twitter bei, dass der Pakt "völlig intakt" sei.

  • Als Reaktion darauf hat sich die Börse in Tokio hat sich zunächst stärker gezeigt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,9 Prozent höher bei 22.642 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1 Prozent und lag bei 1594 Punkten.
  • Die Börse in Shanghai lag 0,2 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,3 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 0,1 Prozent.