Donnerstag, 17. Oktober 2019Der Börsen-Tag

Heute mit Diana Dittmer
17:46 Uhr

Alle Gewinne futsch, Dax landet im Minus

Mit dem Rückenwind der vorläufigen Brexit-Einigung haben sich die deutschen Standardwerte am Donnerstag bis auf 12.815 Punkte hochgeschwungen. Am Ende des Tages blieb von dem Tages- und Jahreshoch jedoch gar nichts übrig.

Der Dax landete mit 0,1 Prozent im Minus bei 12.654 Punkten. Die Euphorie über den Vertragsentwurf zum Brexit ist damit komplett verpufft. Schuld daran waren vor allem die ablehnenden Stimmen aus der Nordirland-Partei DUP.

Bei den Einzeltiteln standen die Autobauer weiter unter Beobachtung. Die Titel von BMW gewannen 1,1 Prozent, damit waren sie Spitzenreiter. Daimler nahmen 0,6 Prozent Plus mit in den Feierabend und VW sicherten sich immerhin noch 0,2 Prozent.

Anleger setzten laut Händlern bereits auf ein besseres Autojahr 2020, daneben stützte die Hoffnung auf einen Brexit-Deal. Lufthansa stiegen um 0,9 Prozent. Die am Boden gebliebenen Maschinen der Tochter Swiss können wieder fliegen, nachdem die Untersuchung der Pratt & Whitney-Triebwerke erfolgreich war. "Damit entstehen keine der befürchteten Gewinneinbußen durch ein längeres Grounding", sagte ein Händler.

17:03 Uhr

Eurokurs klettert auf höchsten Stand seit August

Der Euro gehört zu den Profiteuren der Einigung auf ein Brexit-Abkommen. Zwischenzeitlich steigt der Kurs bis auf 1,1140 US-Dollar. Das ist der höchste Stand seit Ende August. Am Nachmittag kommt der Euro-Kurs allerdings wieder etwas zurück. Zuletzt notiert er noch bei 1,1120 Dollar.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,11

"Jetzt hängt alles am britischen Parlament", sagt der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer. Stimmen die Abgeordneten dem Abkommen zu, gäbe es Ende Oktober eine saubere Scheidung, was gerade für die exportorientierte deutsche Wirtschaft sehr wichtig wäre.

Die Skepsis der Anleger über den Ausgang der Abstimmung im Parlament in London zeigt sich am Kursverlauf des britischen Pfund.

16:47 Uhr

Brexit-Deal geschafft. Ok. Aber wie geht es nun weiter?

Bloomberg hat es für uns zusammengefasst:

  • Boris Johnson dürfte am Nachmittag wohl eine Erklärung auf dem EU-Gipfel abgeben.
  • Wahrscheinlich wird er sich auch direkt an die Staats- und Regierungschefs der EU wenden. Ob er sie bitten wird, zusätzliche Verzögerungen auszuschließen? Würden sie das riskieren, dem zuzustimmen? Abwarten.
  • Am Samstag wird dann das britische Parlament gebeten, über das heute veröffentlichte Abkommen abzustimmen. Die Abgeordneten hatten nicht lange Zeit, den Text der Vereinbarung zu verdauen. 
  • Sicher ist schon jetzt, dass Labour dagegen stimmen wird. Auch die nordirische DUP ist noch nicht überzeugt. Das macht es für Johnson schwierig, das Unterhaus-Votum zu gewinnen.
  • Die Abgeordneten könnten beschließen, das Abkommen zu unterstützen, indem sie aber gleichzeitig fordern, dass es den Wählern in einem Referendum zur Genehmigung vorgelegt werden muss.
  • Wenn Johnson seinen Deal nicht durch das Parlament bekommt, ist eine Verlängerung das wahrscheinlichste Szenario. Auch wenn der Premierminister versprochen hat, am 31. Oktober einen Brexit ohne Deal zu erzwingen.
  • Neuwahlen in Großbritannien könnten innerhalb von Wochen nach Bekanntgabe einer weiteren Verschiebung des Brexit-Termins stattfinden, möglicherweise gefolgt von einem weiteren Referendum.

Vieles ist möglich, viele Fragen leider noch offen ....

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16:24 Uhr

Euphorie über Brexit-Deal weicht Ernüchterung

Der Dow-Jones-Index gewinnt nach der Eröffnung 0,3 Prozent auf 27.081 Punkte. Der S&P-500 klettert um 0,5 Prozent und der Nasdaq-Composite verbessert sich um 0,6 Prozent.

Trotz der versprühten Zuversicht von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Premierminister Boris Johnson bleiben allerdings Unsicherheiten. Diplomaten zweifeln, ob es durch das britische Parlament und die EU-Länder bis zum 31. Oktober noch eine Zustimmung geben wird.

Zudem gibt es immer noch Widerstand von der nordirischen Partei DUP, auf deren Zustimmung Premierminister Johnson im Unterhaus angewiesen ist. Auch der Chef der oppositionellen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, rief die Abgeordneten auf, das Abkommen abzulehnen. Damit wird eine Zustimmung durch das Parlament unsicherer. Die Sitzung ist für Samstag geplant.

In Europa hat sich die anfängliche Euphorie an den Finanzmärkten mittlerweile wieder gelegt.

Und das haben unsere TV-Kollegen für Sie vorbereitet:

 

15:55 Uhr

Die Zweifel sind zurück: Britisches Pfund fällt wieder

Ein wirklicher Durchbruch sieht anders aus. Langsam sackt die Einsicht, dass nach dem Deal nur vor der Einigung bedeutet. Und diese zu erreichen, dürfte für Boris Johnson am Samstag im Unterhaus schwer zu erlangen sein.

Das britische Pfund, das nach dem Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen in Brüssel zunächst stark zugelegt hatte, fällt am Nachmittag wieder auf 1,2795 Dollar. Der Kurs des Euro liegt umgekehrt bei 86,85 Pence.

*Datenschutz

Laut dem Wirtschaftswissenschaftler Julian Jessop sorgen sich die Märkte nach der anfänglichen Erleichterung, dass das britische Parlament die Brexit-Vereinbarung ablehnen könnte. Am Vormittag hatte der Kurs des Pfundes gegenüber dem Dollar und dem Euro jeweils stark zugelegt. Auch die Aktienmärkte reagierten zunächst überschwänglich. 

Das britische Parlament kommt wegen der Beratungen über den neuen Brexit-Deal erstmals seit 37 Jahren an einem Samstag zusammen. Die Abgeordneten stimmten heute mit 287 zu 275 Stimmen für einen Antrag, der eine Sondersitzung des Parlaments an diesem Samstag vorsieht, wie das Unterhaus bei Twitter mitteilte.

15:38 Uhr

Immer mehr Anträge auf staatliche Elektroautoprämie

Gute Nachrichten für die Autobauer, die wegen der hohen Investitionen in die E-Mobilität ständig ächzen. Die staatliche Prämie macht den Umstieg der Bürger auf ein Elektroauto zumindest attraktiver.

VW Vorzüge
VW Vorzüge 182,94

Die Zahl der Anträge habe in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen, heißt es beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Bis Ende September gab es insgesamt 141.000 Anträge. Nach der Entscheidung der Bundesregierung, die Förderbedingungen weiter zu verbessern, wird damit gerechnet, dass im kommenden Jahr 200.000 Neuanträge gestellt werden. Bisher seien rund 183 Millionen Euro von 600 Millionen Euro Fördermitteln ausbezahlt worden. Daneben seien 22,6 Millionen Euro bereits bewilligt.

15:16 Uhr

Morgan Stanley überrascht mit sattem Gewinn

Bessere Geschäfte im Investmentbanking und ein höherer Zinsüberschuss haben der US-Großbank Morgan Stanley im dritten Quartal einen überraschend hohen Gewinn beschert. Unterm Strich entfiel auf die Aktionäre ein Überschuss von knapp 2,1 Milliarden US-Dollar (1,9 Mrd. Euro) und damit zwei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Morgan Stanley
Morgan Stanley 48,99

Analysten hatten mit einem Rückgang gerechnet. Vor allem in der Investmentbank und bei der Differenz von eingenommenen und gezahlten Zinsen übertrafen die Erträge die Erwartungen deutlich. Der Zinsüberschuss stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 30 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar. Prognostiziert waren im Schnitt nur rund 970 Millionen Dollar.

Über alle Geschäftsbereiche hinweg legten die Nettoerträge um zwei Prozent auf gut zehn Milliarden Dollar zu. Laut der Bankführung um Morgan-Stanley-Chef James Gorman waren sie damit höher als in jedem anderen dritten Quartal der vergangenen zehn Jahre.

14:40 Uhr

Regierung rudert beim Wachstum für 2020 deutlich zurück

Die Bundesregierung sieht trotz wirtschaftlichen Abschwungs keine drohende Konjunkturkrise. Die exportorientierte Industrie stehe zwar unter Druck, die Binnenkonjunktur sei jedoch "weiterhin intakt", erklärte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier.

In der Herbstprognose geht die Regierung von einem Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent in diesem und von 1,0 Prozent im kommenden Jahr aus. Für 2019 bleibt die Regierung demnach bei ihrer Prognose vom Frühjahr. Für das kommende Jahr allerdings hatte sie im April noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,5 Prozent für 2020 veranschlagt - diese Zahl korrigierte sie nun nach unten.

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14:07 Uhr

Autozulieferer Brose baut 2000 Arbeitsplätze ab

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Brose reagiert auf das schwierige Branchenumfeld mit einem umfangreichen Sparprogramm.

Brose

Es gibt natürlich auch noch andere Sorgen neben der Brexit-Frage. Dazu gehört auch der Schrumpfprozess in der Autobranche, der ungebremst weitergeht. Der nächste Kandidat ist Brose. Hier werden werden bis Ende 2022 rund 2000 Arbeitsplätze in Deutschland abgebaut. Betroffen sind die Standorte Bamberg, Hallstadt, Coburg, Würzburg und Berlin. Außerdem soll die Fertigung von Schließsystemen von Wuppertal verlegt werden.

Der globale Wettbewerb zwinge Brose zur Verlagerung von Arbeit in Niedriglohnländer, erklärt Kurt Sauernheimer, Vorsitzender der Geschäftsführung. "Der Wandel der Automobilindustrie, ein rückläufiger Markt - insbesondere in China -, globaler Preisdruck, aber auch interne Ursachen beeinträchtigen die Geschäftsentwicklung bei Brose", heißt es. Als weitere Gründe nannte Brose die "einseitige Klimadebatte zulasten der Kfz-Industrie" und damit verbundene Unsicherheiten in der Branche, aber auch steigende Personal- und Arbeitskosten.

 

13:29 Uhr

Wirtschaft lobt Brexit-Einigung in höchsten Tönen

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Ausgang offen: Denn noch steht der Brexit-Deal vor einer großen Parlamentshürde.

REUTERS

Ungeachtet des ungewissen Ausgangs würdigt die deutsche Industrie die Einigung bei den Brexit-Verhandlungen als "ersten Lichtblick seit langer Zeit". Das mühsam zwischen Großbritannien und der EU ausgehandelte Austrittsabkommen könnte Folgen für deutsche Unternehmen abfedern, erklärte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, in Berlin. Ein ungeregelter Brexit hingegen würde Wirtschaft und Handel stark beeinträchtigen. Das "lange Hin und Her bei den Brexit-Gesprächen" habe die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Großbritannien in den vergangenen Jahren bereits "stark negativ beeinflusst", fuhr Schweitzer fort.

Auch Bankenpräsident Hans-Walter Peters lobte den "Durchbruch" und sprach von einer "lang ersehnten Nachricht". Nun seien die politischen Entscheidungsträger gefordert, dem Kompromiss zuzustimmen und einen ungeregelten EU-Austritt des Landes abzuwenden.

Der Außenhandelsverband BGA zeigte sich ebenfalls "sehr erleichtert", das Warten habe sich offenbar "gelohnt". "Nur mit einem geregelten Austritt können die chaotischen Verhältnisse in allen Lebensbereichen und nicht zuletzt für die Wirtschaft verhindert werden", erklärte BGA-Präsident Holger Bingmann. Nun bleibe zu hoffen, dass die Einigung die Zustimmung der Staats- und Regierungschefs sowie im Europaparlament und im britischen Unterhaus finde. Die Unternehmen bräuchten "Klarheit und Planungssicherheit".

12:37 Uhr

Pfund mit stärkster Rally seit mehr als 30 Jahren

Die Erleichterung der Anleger über den Brexit-Deal gibt dem Pfund zusätzlichen Schub: Der Kurs zieht um 1,2 Prozent auf 1,2988 Dollar an.

Britisches Pfund / Dollar
Britisches Pfund / Dollar 1,29

Damit summiert sich das Plus der vergangenen sechs Handelstage nun auf rund sechs Prozent. Das ist die stärkste Rally seit 1985.

12:18 Uhr

Dax schwingt sich über 12.800 Punkte

Die Brexit-Einigung beflügelt den deutschen Aktienmarkt. Der Dax klettert über die Marke von 12.800 Punkten auf den höchsten Stand seit August 2018. Zuletzt notierte er noch 0,7 Prozent im Plus bei 12.766 Zählern. Der MDax notiert zuletzt 1,1 Prozent höher auf 26.236 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewinnt rund 0,6 Prozent.

DAX
DAX 13.241,75

Dass das britische Parlament der Vereinbarung auf einer Sondersitzung am Samstag noch zustimmen muss, wird am Aktienmarkt zunächst einmal ausgeblendet.

Unter den Einzelwerten sind die Aktien der Lufthansa mit einem Plus von 2,8 Prozent Spitzenreiter im Dax, damit verbuchen sie den siebten Gewinntag in Folge. Börsianer verweisen auf einen positiven Kommentar der Analysten von Kepler Cheuvreux als Kurstreiber.

12:03 Uhr

Arbeitskampf bei Lufthansa wird haarig

Der Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und der Kabinengewerkschaft Ufo wird vor dem für Sonntag geplanten Warnstreik immer kleinteiliger ausgetragen.

Lufthansa
Lufthansa 17,66

Heute verweigerte das Unternehmen der Gewerkschaft, mit einem Info-Bus vor der Frankfurter Basis zu stehen. Man habe vom Hausrecht Gebrauch gemacht und die Gewerkschaft auf einen angrenzenden Grünstreifen verwiesen, erklärte eine Sprecherin des Unternehmens. Der Gewerkschafts-Vize Daniel Flohr erklärte hingegen, dass Lufthansa entgegen der bisherigen, mit der Polizei abgestimmten Praxis ihr beanspruchtes Sperrgebiet ausgeweitet habe.

Die geplante Informationsveranstaltung wurde abgesagt, die Mitglieder auf andere Kanäle wie Hotlines und Social Media verwiesen. Für den Sonntagvormittag hat Ufo einen fünfstündigen Warnstreik an den Basen Frankfurt und München angekündigt. Lufthansa will den Streik ins Leere laufen lassen und sämtliche Flüge durchführen.

11:42 Uhr

Brexit-Einigung: Euro und Dax springen an

Das zähe Warten hat ein Ende: Kurz vor Beginn des EU-Gipfels treffen Großbritannien und die EU endlich eine Brexit-Vereinbarung. "Wo ein Wille ist, ist auch ein Deal - wir haben einen", schreibt EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auf Twitter. Er schlage dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs nun vor, das Abkommen zu billigen.

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Marktteilnehmer reagieren erleichtert: Der Dax erreicht ein neues Jahreshoch bei 12.773 Punkten. Der Euro springt mit der Brexit-Einigung über 1,11 Dollar und das Pfund klettert auf ein Fünfmonatshoch.

Auch wenn Juncker von einer fairen und ausbalancierten Vereinbaarung für die EU und für Großbritannien spricht, gibt es allerdings doch noch Unwägbarkeiten: So will die nordirische DUP-Partei den ausgehandelten Brexit-Deal weiterhin nicht unterstützen. Die DUP bleibe bei ihrer ablehnenden Haltung, machte ein Parteisprecher klar.

Parteichefin Arlene Foster und Fraktionschef Nigel Dodds hatten bereits am Morgen mitgeteilt, dass sie mit dem Stand der Verhandlungen nicht einverstanden seien. Sollte die DUP an ihrer Ablehnung festhalten, ist zweifelhaft, ob Premierminister Boris Johnson für das Übereinkommen im britischen Parlament auf eine Mehrheit hoffen kann. Das britische Parlament muss der Vereinbarung zustimmen. Bislang wurden die regierenden Konservativen im Unterhaus von der DUP unterstützt. Die Tories verfügen über keine Mehrheit.

Ob das Abkommen noch rechtzeitig bis zum 31. Oktober von allen Parlamenten ratifiziert werden kann, sehen Diplomaten ebenfalls kritisch.

11:19 Uhr

Viele parallele Risiken: Bafin warnt vor "perfektem Sturm"

Angesichts wachsender Risiken und dauerhaft niedriger Zinsen fordert Bafin-Chef Felix Hufeld Finanzunternehmen eindringlich zum Gegensteuern auf. Das Zinsumfeld sei eine "Realität, die die Banken anerkennen müssen und nicht immer nur bejammern dürfen", zitiert ihn die "Wirtschaftswoche". Manager müssten ihre Unternehmen jetzt "wetterfest" machen.

Deutsche Bank
Deutsche Bank 6,58

"Es wird nicht reichen, womöglich überflüssiges Fett abzuschneiden und Skelett und Muskeln darunter unverändert zu lassen", so Hufeld weiter. Die Geschäftsmodelle vieler Banken seien zu komplex, jede müsse kritisch hinterfragen, mit welchen Aktivitäten und Produkten sie wirklich Geld verdiene. "Da gibt es viel Spielraum, ohne dass die Geldversorgung in irgendeiner Form gefährdet wird." Besorgt äußert Hufeld sich auch über die Folgen einer konjunkturellen Eintrübung. "Für manche Banken heißt das, dass die Risikovorsorge wieder zu einer Belastung wird."

Die Gefahren für die Finanzstabilität haben sich nach Ansicht des Bafin-Chefs zuletzt deutlich erhöht. Als Beispiel nennt er internationale Handelsstreitigkeiten, die weltweit gestiegene Verschuldung, den Verfall der Margen im Kreditgeschäft in Europa und die Gefahr von Preisblasen. "Wenn sich mehrere Risiken parallel realisieren, droht der sprichwörtliche perfekte Sturm", sagte Hufeld.

10:46 Uhr

Investor Georg Kofler präzisiert Börsenpläne

Der frühere Chef der Fernsehsender ProSieben und Premiere, Georg Kofler, will im kommenden Jahr den Sprung aufs Parkett wagen.

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Georg Kofler ist Juror in der Startup-Castingshow "Höhle der Löwen". Die Sendung wird dienstags auf Vox und freitags auf n-tv ausgestrahlt.

(Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer)

Wie das "Handelsblatt" berichtet, plant der Aufsichtsratsvorsitzende und Hauptanteilseigner, die Social Chain AG bereits Mitte 2020 an die Frankfurter Börse zu bringen. Auch die Anmeldung an der New Yorker Börse Nasdaq ist demnach geplant.

Hier weitere Infos:

  • Die Medienagentur wurde 2014 gegründet und ist seit 2016 in Deutschland aktiv. Die Zeitung zitiert Kofler mit den Worten: Durch die Verbindung von Social Media, Werbung und Onlinehandel sei Social Chain "das erste integrierte Social-Media-Unternehmen".
  • Weiter heißt es, der Investor wolle "jedes Jahr um 30 bis 35 Prozent organisch wachsen und dieses Wachstum mit der einen oder anderen Akquisition beschleunigen".
  • Im kommenden Jahr strebe er 300 Millionen Euro Umsatz und in fünf Jahren über eine Milliarde Euro Umsatz an, schreibt das Blatt. Aktuell erwirtschafte das Unternehmen mit etwa 500 Mitarbeitern 170 Millionen Euro Umsatz.
10:14 Uhr

Peking heißt Musk willkommen: Tesla-Produktion kann starten

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Die Zeit drängt für Tesla-Chef Elon Musk. Immer mehr Hersteller kommen mit eigenen Elektroautos an den Markt.

imago images / Xinhua

Da kommt bei Elon Musk sicherlich große Freude auf: Seine Elektroautoschmiede Tesla bekommt grünes Licht für die Aufnahme der Produktion in China. Wie das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie mitteilt, steht Tesla nun auf der Liste der von der Regierung genehmigten Autobauer.

Tesla Motors (USD)
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Mit dem entsprechenden Zertifikat der Regierung kann Tesla nun jederzeit mit der Produktion starten. Der Konzern hat in Schanghai ein Werk für zwei Milliarden Dollar gebaut - es ist die erste ausländische Produktionsstätte von Tesla.

Die Produktion soll noch in diesem Monat beginnen und bis Ende des Jahres sollen mindestens 1000 Fahrzeuge des Modells 3s pro Woche vom Band laufen. Der Absatz im weltgrößten Automarkt soll so angekurbelt und Einfuhrzölle für Autos aus den USA vermieden werden. Ob der Konzern seine Produktionsziele erreichen kann, ist jedoch unklar. Mit Blick auf Arbeitskräfte und Lieferanten gibt es immer noch Unsicherheiten.

10:02 Uhr

Tauziehen um Brexit-Deal belastet das britische Pfund

Am Devisenmarkt kommt das Pfund zurück auf 1,2790 Dollar beziehungsweise 1,1542 Euro. Noch ist ein Brexit-Deal nicht in trockenen Tüchern. Außerdem muss das britische Parlament einer Einigung noch zustimmen.

Britisches Pfund / Dollar
Britisches Pfund / Dollar 1,29

Ob das so sein wird, ist unklar, denn Premier Boris Johnson hat keine Mehrheit, und die die Regierung stützende DUP hat bereits ihre Ablehnung signalisiert. "Außerdem war die Idee einer Art Zollpartnerschaft bereits unter Theresa May in der Diskussion und wurde von dieser damals vehement abgelehnt", sagt die Commerzbank.

09:49 Uhr

Warten auf Brexit-Deal: Dax-Anleger scharren mit den Füßen

Kurz vor Beginn des EU-Gipfels mit einer möglichen Brexit-Entscheidung fassen Anleger deutsche Aktien nur mit spitzen Fingern an. Der Dax bröckelt zur Eröffnung um 0,1 Prozent, dann wagt er sich minimal in den grünen Bereich bis auf 12.677 Punkte.

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Die Brexit-Verhandlungen sind zuletzt vorangekommen. Der Ausgang ist aber weiterhin offen. Börsianer gehen davon aus, dass eine Einigung unmittelbar bevorsteht. Ob das britische Parlament einem Deal zustimmen wird, sehen sie allerdings skeptisch.

Bei den Unternehmen stehen erneut die Aktien von Corestate im Rampenlicht. Der Immobilienverwalter aus dem SDax bekräftigte seine Gesamtjahresziele, nachdem am Mittwoch bekannt geworden ist, dass der berüchtigte Hedgefonds Muddy Waters auf einen Kursverfall wettet. Corestate-Titel brachen daraufhin um fast 20 Prozent ein. Zum Auftakt liegen die Papiere wieder im Plus.

Hier erfahren Sie mehr zum aktuellen Stand in den Brexit-Verhandlungen:

08:43 Uhr

Alcoa fährt Verluste ein

Alcoa hat wegen geringerer Preise für Aluminium im dritten Quartal einen höheren Verlust verzeichnet, als am Markt erwartet und zudem ein trübes Bild für die kommenden Monate gezeichnet. Die Nachfrage nach dem Leichtmetall werde angesichts des schwierigen Umfelds schwächer sein als bisher erwartet. Alcoa will nun Randgeschäfte im Wert von 500 Millionen bis eine Milliarde US-Dollar verkaufen und möglicherweise Werke schließen.

In den drei Monaten brach der Umsatz um knapp ein Viertel auf 2,57 Milliarden Dollar ein, wie die Alcoa Corp mitteilte. Ein wesentlicher Grund: Der Durchschnittspreis für eine Tonne Aluminium sank im abgelaufenen Quartal um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Quartalsverlust stieg laut Mitteilung auf 221 Millionen oder 1,19 Dollar je Aktie von 6 Millionen oder 3 Cent je Anteil im Vorjahr. Bereinigt um Sonderposten berichtete Alcoa über einen Verlust von 44 Cents je Aktie, Analysten hatten weniger erwartet.

07:51 Uhr

Dax wird wohl kaum verändert starten

Dax
Dax 13.241,75

Der Dax startet Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge kaum verändert. Im Fokus steht weiterhin das Ringen um den Brexit. Auf dem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs könnte einer Grundsatzeinigung zugestimmt werden, bevor am Samstag das britische Parlament darüber abstimmt.

Allerdings ist auch noch ein EU-Sondergipfel im Oktober im Gespräch. Bei den Wirtschaftsdaten werden Anleger auf den Philly-Fed-Konjunkturindex und die US-Industrieproduktion schauen.

07:04 Uhr

Diese Marken sind die wertvollsten

Apple
Apple 265,76

Apple, Google, Amazon und Microsoft bleiben in der Rangliste der Marktforschungsfirma Interbrand trotz des verstärkten Augenmerks von Wettbewerbshütern auf Tech-Konzerne mit Abstand die wertvollsten Marken der Welt. In der veröffentlichten jährlichen Studie errechnete Interbrand für Apple einen Markenwert von gut 234 Milliarden Dollar, ein Zuwachs von neun Prozent. Google belegt Platz zwei mit einem Plus von acht Prozent auf 167,7 Milliarden Dollar. Bei Amazon sehen die Marktforscher einen Zuwachs von 24 Prozent auf rund 125,3 Milliarden Dollar. Der Online-Händler und Anbieter der Sprachassistentin Alexa konnte damit den Vorsprung zu Microsoft ausbauen: Den Markenwert des Software-Riesen schätzt Interbrand auf knapp 109 Milliarden Dollar.

Als wertvollste Marke aus Deutschland blieb Mercedes-Benz auf dem 8. Platz mit einem Zuwachs von fünf Prozent auf 50,8 Milliarden Dollar. BMW verbesserte sich vom 13. auf den 11. Rang mit 40,4 Milliarden Dollar (plus ein Prozent). Als drittwertvollste deutsche Marke sieht Interbrand SAP auf Platz 20 nach einem Zuwachs von zehn Prozent auf rund 25,1 Milliarden Dollar.