DAX marschiert in Richtung 14.000
Eine erfolgreiche Woche liegt hinter dem DAX. Mit dem deutschen Leitindex ging es über die 13.800-Punkte-Marke, allerdings war dann bei 13.813 Zählern Schluss mit dem Aufstieg. Aber immer mehr Händler äußerten die Zuversicht, dass für den DAX bald die 14.000 Stellen möglich sein würden.
Weitere Preisdaten aus den USA stützten die Aktienindizes. Nach den Verbraucherpreisen am Mittwoch und den Erzeugerpreisen am Donnerstag überraschten nun auch die Einfuhrpreise positiv. Ansonsten war heute bei wichtigen Konjunkturdaten Fehlanzeige.
Der DAX ging mit einem Zugewinn von 0,7 Prozent auf 13.796 Punkte ins Wochenende, damit gewann der Leitindex in dieser Woche rund 220 Stellen dazu. Der EUROSTOXX50 notierte 0,6 Prozent höher bei 3781 Zähler. Die Hoffnung auf ein langsameres Tempo bei den US-Zinserhöhungen war dabei Haupttreiber der steigenden Kurspfeile in Frankfurt.
Bayer stiegen im DAX um 4,8 Prozent. Die Leverkusener errangen im Streit mit der BASF um den Verkaufspreis für das Saatgutgeschäft in den Jahren 2017 und 2018 einen Erfolg. BASF gewannen 1,7 Prozent
Freenet verteuerten sich im MDAX um 2,1 Prozent. Der Mobilfunk-Anbieter erhöhte nach guten Geschäften im zweiten Quartal die Prognose für das operative Jahresergebnis. Dagegen verloren Jungheinrich 1,7 Prozent. Der Gabelstaplerhersteller verzeichnete zwar eine starke Auftragslage, klagte aber zugleich über hohe Kosten für Energie und Logistik, die sich negativ auf die Marge auswirkten.
Knorr-Bremse waren dagegen nach endgültigen Quartalszahlen mit minus 11,3 Prozent Schlusslicht im MDAX. Auch hier wurde die Auftragslage als Pluspunkt bewertet, aber die Aussagen des Bremssystemherstellers für Lkw und Schienenfahrzeuge zu den Aktivitäten in China seien negativ, so ein Analyst.
Uniper sprangen nach zwei Handelstagen mit Verlusten um 9,3 Prozent nach oben. Ein Händler verwies auf Berichte, denen zufolge der schwer angeschlagene Energiekonzern vorgeschlagen hat, für Asien bestimmtes Flüssiggas aus den USA nach Europa umzuleiten und Asien über einen Kooperationspartner in Australien zu beliefern. Das Gas könnte so früher in Europa verfügbar sein und Lücken in der Gasversorgung stopfen.
Konzept der Relativen Stärke: The trend is your friend
Nur weil alle in eine Richtung laufen, sollte man doch nicht meinen, dass man auch selber hinterherlaufen sollte, oder? Nun ja, zumindest an der Börse kann das offenbar trotzdem sinnvoll sein, zumindest dann, wenn man der Statistik der Relativen Stärke nach Levy folgt. Demnach gab es grob gesagt in der Vergangenheit immer dann eine höhere Chance auf weiter steigende Kurse, wenn der aktuelle Kurs besser war als im letzten halben Jahr. Wie dieses Konzept der Relativen Stärke genau funktioniert und was Anleger damit konkret anfangen können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Jörg Scherer von der HSBC.
Ölpreise sinken deutlich
Mit den Ölpreisen ist es am späten Nachmittag nach unten gegangen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verbilligte sich um 1,7 Prozent auf 97,57 US-Dollar. Der Preis für US-Leichtöl der Sorte WTI fiel um 2,3 Prozent auf 91,85 Dollar.
Am Donnerstag hatte die erhöhte Prognose der Internationalen Energieagentur (IEA) für die Ölnachfrage in diesem Jahr die Preise um mehr als vier beziehungsweise drei Prozent nach oben getrieben. Für Unruhe sorgte jedoch, dass die OPEC wegen der konjunkturellen Unsicherheiten von einer geringeren Ölnachfrage ausgeht und ihre Prognose bereits zum dritten Mal seit April gekürzt hat.
Hohe Inflation hat Polen fest im Griff
Unser östliches Nachbarland Polen ächzt dagegen weiter unter einer hohen Inflationsrate. Die Verbraucherpreise stiegen im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15,6 Prozent, wie die zentrale Statistikbehörde in Warschau mitteilte. Im Juni hatte die Teuerungsrate im Jahresvergleich bei 15,5 Prozent gelegen. Gegenüber dem Juni erhöhten sich die Verbraucherpreise im Juli um 0,5 Prozent.
Besonders gestiegen sind die Preise für Lebensmittel und nicht alkoholische Getränke: Für sie mussten die Verbraucher rund 26,6 Prozent mehr ausgeben als im Juli 2021. Bis zum Ende des Jahres werde die Inflationsrate zweistellig bleiben, prognostizierten die Analysten vom Polnischen Wirtschaftsinstitut.
Freundlicher Start an der Wall Street
Mit Gewinnen ist die Wall Street in den heutigen Handel gestartet. Der Dow-Jones-Index stieg um 0,3 Prozent auf 33.453 Punkte, der S&P-500 gewannt 0,5 Prozent und der Nasdaq-Composite 0,7 Prozent. Die Teilnehmer schöpfen Mut mit den Anzeichen, dass sich die hohe Inflation in den USA etwas abgekühlt hat. Bereits am Mittwoch und am Donnerstag waren Teuerungsdaten niedriger ausgefallen als erwartet. Nun folgten noch die Importpreise, die ebenfalls die Prognosen unterboten.
Illumina standen mit kräftigen Abschlägen im Fokus. Die Titel des Herstellers von Geräten für die Gentechnik brachen um zwölf Prozent ein. Poshmark gaben 5,3 Prozent nach. Der digitale Marktplatz traf zwar im Großen und Ganzen mit seinen Geschäftszahlen die Markterwartungen, verfehlte diese aber mit dem Ausblick. Bei steigenden Umsätzen weitete das Unternehmen den Verlust aus.
Gas-Pipeline von Spanien nach Frankreich könnte zügig kommen
Die angedachte Gas-Pipeline zwischen Spanien und Frankreich könnte nach Angaben der Regierung in Madrid in weniger als einem Jahr funktionstüchtig sein. Voraussetzung sei, dass sich Frankreich und die EU auf das Projekt verständigten, sagte die spanische Energieministerin Teresa Ribera. Dann könnte es acht bis neun Monate dauern.
Bundeskanzler Olaf Scholz hatte gesagt, er habe sich für die Pipeline zwischen Portugal, Spanien und Frankreich ausgesprochen und mit EU-Vertretern über das Projekt gesprochen. Spanien hat die meisten Flüssiggas-Terminals in Europa und zudem eine Pipeline aus dem Förderland Algerien.
Preisdruck lässt in den USA weiter nach
Weitere Entspannungssignale aus den USA: Nachdem die Verbraucher- wie auch die Erzeugerpreise jüngst für eine nachlassende Preisdynamik standen, reihen sich die Importpreise hier ein. So fielen sie mit minus 1,4 Prozent deutlich stärker als erwartet. Damit habe der Preisdruck in den Vereinigten Staaten weiter nachgelassen, hieß es an der Wall Street.
China rettet die VW-Absatzzahlen
Volkswagen hat dank hoher Autoverkäufe in China nach teils erheblichen Rückgängen in den Vormonaten einen stabilen Absatz im Juli erzielt. Rückenwind gab es vor allem von der Kernmarke, wo der Absatz um rund ein Zehntel kletterte. Wie der DAX-Konzern mitteilte, lagen die gesamten Auslieferungen vergangenen Monat weltweit bei 725.400 nach 725.600 Einheiten im Vorjahr. Im mit Abstand wichtigsten Automarkt China stiegen die Auslieferungen um 22 Prozent. In Westeuropa verringerten sich die Verkäufe dagegen erneut spürbar um elf Prozent.
Für die ersten sieben Monate des Jahres ergibt sich für VW weltweit ein Absatzminus von 19 Prozent. Grund dafür sind vor allem die Halbleiter-Engpässe und die Lockdown-Maßnahmen im Frühjahr in China. Die VW-Vorzugsaktie notierte an der Frankfurter Börse 0,7 Prozent fester.
Lotto24-Betreiber bekommt Umsatzsteuer zurück
Der Lottovermittler Zeal Network hat den Steuerstreit mit den deutschen Steuerbehörden endgültig gewonnen und bekommt nun nach eigenen Angaben 56 Millionen Euro vom Finanzamt zurück. Der Bundesfinanzhof in München habe ein entsprechendes Urteil des Finanzgerichts Hannover zu Gunsten der britischen Tochter mylotto24 bestätigt, teilte der Betreiber von Tipp24 und Lotto24 mit.
In dem Rechtsstreit ging es um die Frage, ob auf sogenannte Zweitlotterien, wie sie mylotto24 veranstaltet hatte, in Deutschland Umsatzsteuer fällig wird.
Bayer kommt um Schadenersatz an BASF herum - Anleger jubeln
Bayer muss BASF keinen Schadenersatz im Zusammenhang mit dem vor Jahren vereinbarten Verkauf von Saatgutgeschäften leisten. Der von BASF angerufene Internationale Schiedsgerichtshof (ICC) in Paris hat die Klage des Ludwigshafener Chemieriesen jetzt abgewiesen, wie beide Seiten bestätigten. Die Bayer-Aktie machte nach Bekanntwerden der Entscheidung einen Sprung und zeigte sich mit einem Plus von 4,1 Prozent als stärkster Wert im DAX.
Für das Unternehmen aus Leverkusen hätte es teuer werden können. BASF soll einem Insider zufolge 1,7 Milliarden Euro plus Zinsen gefordert haben. Während Bayer die Entscheidung begrüßte, äußerte sich BASF in einer Stellungnahme "enttäuscht, dass das Schiedsgericht unseren Argumenten nicht gefolgt ist".
Jungheinrich kämpft mit hohen Kosten - Aktienkurs fällt
Schwere Zeiten erlebt auch Jungheinrich: Der Gabelstapler-Hersteller sieht sich weiter mit Herausforderungen konfrontiert. Zwar konnten sich der MDAX-Konzern zur Mitte des Jahres über volle Auftragsbücher freuen. Zugleich blieb aber der Auftragsbestand wegen Materialmangels hoch. Wegen der hohen Kosten für Energie und Logistik ging zudem die Marge zurück.
Wie die Hamburger mitteilten, erhöhte sich der Auftragseingang im ersten Halbjahr leicht und betrug bis Ende Juni knapp 2,5 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg um elf Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Davon blieb als operativer Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) mit 162 Millionen Euro allerdings etwas weniger als ein Jahr zuvor. Das entspricht einer Marge von 7,4 Prozent. Zuvor waren es 8,5 Prozent. Die Jungheinrich-Aktie verbilligte sich um 1,1 Prozent.
Mercedes sichert sich Batteriezellen aus neuem Werk
Mercedes-Benz sichert sich aus einem weiteren Werk in Europa Batteriezellen für seine Elektro-Premiumwagen. Der chinesische Batteriezellkonzern CATL baut laut einer Mitteilung eine neue Zellfabrik im ungarischen Debrecen für bis zu 7,34 Milliarden Euro. Die Fabrik soll eine Kapazität von 100 Gigawattstunden haben. Der Bau soll noch dieses Jahr starten und in 64 Monaten fertiggestellt werden.
CATL hatte 2018 seine erste Fabrik im Ausland in Thüringen gebaut. Das Unternehmen beliefert unter anderem BMW mit Batteriezellen. Vor zwei Jahren hatte auch Mercedes-Benz eine Kooperation mit den Chinesen vereinbart.
Das ist wichtig beim Investieren in Oldtimer
Oldtimer sind nicht nur ein Thema für Auto-Liebhaber. Auch als Investment können die ikonischen Fahrzeuge interessant sein. Worauf es dabei ankommt, erklärt Norbert Schroeder vom TÜV Süd Classic.
Positive Vorzeichen an der Wall Street
Mit Gewinnen dürfte die Wall Street in den Handelstag starten. Die Teilnehmer schöpfen Mut mit den Anzeichen, dass sich die hohe Inflation in den USA etwas abgekühlt hat. Die Präsidentin der FED von San Francisco, Mary Daly, sagte allerdings, der Kampf der US-Notenbank gegen die steigende Inflation sei noch nicht vorbei.
Ein anstehender Bericht der Universität Michigan über die Verbraucherstimmung könnte weitere Aufschlüsse darüber geben, wie die Konsumenten die Preise einschätzen. Außerdem könnte sie den Anlegern einen zusätzlichen Hinweis darauf geben, wie sich die Verbrauchernachfrage in den kommenden Wochen und Monaten entwickeln wird.
Eurozonen-Industrie erweist sich als robust
Trotz Materialengpässen und den Folgen des Ukraine-Kriegs hat die Industrie der Eurozone ihre Produktion im Juni überraschend deutlich gesteigert. Die Betriebe stellten 0,7 Prozent mehr her als im Vormonat, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet, nachdem es im Mai nach revidierten Daten sogar ein Plus von 2,1 Prozent gegeben hatte.
Auch die deutschen Unternehmen hatten ihre Produktion im Juni trotz Materialengpässen, schwächelnder Weltwirtschaft und Russlands Krieg gegen die Ukraine gesteigert. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 0,4 Prozent mehr her als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt jüngst mitteilte.
Pläne zum Gas-Ringtausch lassen Uniper-Kurs hochschießen
Sehr guter Tag für die Aktie von Uniper: Das im MDAX notierte Papier legte um 9,2 Prozent zu. Hier trieb die Aussicht auf eine mögliche Behebung der Gas-Knappheit. "Das sind zwar erst Pläne, aber jede Aussicht auf Versorgungssicherheit im Winter treibt", sagte ein Händler in Frankfurt.
Uniper erwägt laut Presseberichten einen Ringtausch beim Flüssiggas, bei dem Asien Gas aus Australien erhält und Europa dafür aus den USA.
"Energie-Importe aus Russland kosten 23 Milliarden Euro"
Deutschland präsentiert seine Handelsbilanz. Dabei fällt vor allem eines auf: Während bei den Importen keine Schwächen zu erkennen sind, stockt der Exporthandel. Die Gründe für die Probleme in der eigentlichen Paradedisziplin Deutschlands erklärt ntv-Börsenreporter Frank Meyer.
DAX versucht weiteren Aufstieg
Der DAX hat am Vormittag klar im Plus notiert. Der Leitindex legte 0,6 Prozent auf 13.775 Punkte zu. Der EUROSTOXX50 stieg um 0,5 Prozent auf 3777 Stellen.
"Energiesektor an der Börse nicht sonderlich beliebt"
Deutsche Börse nach BAFIN-Mitteilung unter Druck
Die Aktie der Deutschen Börse hat mit einem Abschlag von drei Prozent die rote Laterne im DAX gehalten. Die Finanzaufsicht BAFIN hatte mitgeteilt, sie habe bei einer Sonderprüfung Mängel bei der Tochter Clearstream festgestellt und das Halten zusätzlicher Eigenmittel angeordnet. Die Deutsche Börse erklärte, sie habe die von der Finanzaufsicht gerügten Mängel im Risikomanagement zum Teil behoben.
Briten-BIP wächst auf Jahressicht - Dienstleister schwach
Die britische Wirtschaft ist im zweiten Quartal leicht geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) verringerte sich im Vergleich zum ersten Quartal um 0,1 Prozent, wie das Statistikamt ONS in London mitteilte. Analysten hatten für das zweite Jahresviertel im Schnitt mit einem etwas höheren Minus von 0,2 Prozent gerechnet.
Verglichen mit dem zweiten Quartal des Vorjahres stieg das BIP zu Jahresbeginn um 2,9 Prozent. Im Vorquartal hatte der Wert noch bei 8,7 Prozent gelegen. Belastet wurde die Konjunktur im zweiten Quartal laut ONS besonders vom Dienstleistungssektor, der um 0,4 Prozent schrumpfte.
Chinas Immobiliensektor hat neues großes Problem
Über dem chinesischen Immobiliensektor sind wieder dunkle Wolken: In Hongkong fielen die Aktien des chinesischen Immobilienentwicklers Redsun Properties zeitweise um fast fünf Prozent, nachdem das Unternehmen erklärt hatte, eine Zinszahlung auf Anleihen nicht geleistet zu haben. Damit drohe die Zahlungsunfähigkeit auch bei anderen Verpflichtungen. Die Aktien des größeren Rivalen Longfor brachen fast zehn Prozent ein.
Nikkei lässt es nochmal ein bisschen krachen
Die Hoffnung auf eine langsamere Gangart im US-Zinserhöhungszyklus hat dem japanischen Aktienmarkt zum Wochenschluss ordentlich Rückenwind verliehen. Der Nikkei stieg um 2,6 Prozent auf 28.546 Zähler und schloss damit auf dem höchsten Stand seit sieben Monaten. Der breiter gefasste Topix rückte um zwei Prozent vor.
An der chinesischen Börse war die Kauflaune vom Donnerstag schon wieder verflogen. Der Shanghai-Index und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen notierten nur knapp im Plus.
DAX startet mit einem Mini-Plus
Wenig Bewegung in den ersten Handelsminuten an der Frankfurter Börse: Der DAX gewann 0,1 Prozent auf 13.711 Punkte. Dagegen sackten MDAX, SDAX und TECDAX zwischen 0,2 und 0,4 Prozent ab.
Nach Angaben vom Parkett lassen Marktteilnehmer nach einer anstrengenden Woche voller Berichtssaison und Inflationsdaten die Informationen nun erst einmal sacken. Die wegen der Urlaubssaison ohnehin schon dünne Liquidität an den Börsen könnte noch weiter sinken. Im Blick stehen wieder einmal Preisdaten aus den USA: Am Nachmittag werden neue Daten zu den Importpreisen veröffentlicht.
Ölpreise schwächeln
Nach der Rally am Vortag gibt der Ölpreis zum Wochenschluss wieder nach. Das US-Öl WTI verliert in der Spitze 0,8 Prozent auf 93,60 Dollar je Fass. Das Nordseeöl Brent wird mit 98,87 Dollar je Barrel 0,7 Prozent niedriger gehandelt.
Am Vortag hatte die erhöhte Prognose der Internationale Energieagentur (IEA) für die Ölnachfrage in diesem Jahr die Preise um mehr als vier beziehungsweise drei Prozent nach oben getrieben. Für Verunsicherung sorgte jedoch, dass die Opec wegen der konjunkturellen Unsicherheiten von einer geringeren Ölnachfrage ausgeht und ihre Prognose bereits zum dritten Mal seit April gekürzt hat. Es gebe derzeit viel Ungewissheit im Markt bezüglich der Nachfrage, sagte Justin Smirk von Westpac. Und solange dies anhalte, bleibe der Markt volatil.
Deutsche Exporte legen im ersten Halbjahr deutlich zu
Die deutschen Exporte sind im ersten Halbjahr 2022 zwar deutlich gestiegen, aber die Importe legten noch stärker zu. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtete, wuchsen die Ausfuhren von Waren gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13,4 Prozent auf 763,9 Milliarden Euro. Die Einfuhren erhöhten sich um 26,5 Prozent auf 729,6 Milliarden Euro. Der Außenhandelsüberschuss betrug im ersten Halbjahr 34,3 Milliarden Euro nach 96,5 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.
Wichtigste Exportgüter Deutschlands waren im ersten Halbjahr Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile mit einem Wert von 116,3 Milliarden Euro, gefolgt von Maschinen mit einem Wert von 99,2 Milliarden Euro. Wichtigste Importgüter waren chemische Erzeugnisse mit 76,1 Milliarden Euro und Datenverarbeitungsgeräte mit 68,2 Milliarden Euro.
J&J stoppt Verkauf von talkumhaltigem Babypuder weltweit
Johnson & Johnson wird den Verkauf von Babypuder mit Talkum auch weltweit im Jahr 2023 einstellen. Schon 2020 war der Vertrieb in den USA und Kanada gestoppt worden. Der Pharma- und Konsumgüterhersteller verwies damals auf rückläufige Kundennachfrage, nachdem es zu Tausenden Schadensersatzklagen gekommen war. Frauen behaupteten, die jahrelange Verwendung von Talkumpuder habe ihrer Gesundheit geschadet.
Einige der Klagen haben zu kostspieligen Geschworenenurteilen gegen das Unternehmen geführt. J&J hat sich gegen die Klagen und Urteile gewehrt und erklärt, sein talkhaltiger Puder sei sicher.
DAX unverändert erwartet: Anleger verschnaufen erstmal
Händler rechnen am letzten Handelstag der Woche mit einem verhaltenen Start an Europas Börsen. Nach einer anstrengenden Woche voller Unternehmensbilanzen und Inflationsdaten wollen die meisten Marktteilnehmer die Informationen erst einmal sacken lassen.
Die wegen der Urlaubssaison ohnehin schon dünne Liquidität an den Börsen könnte noch weiter sinken. Der DAX wird am Morgen zunächst wenig verändert unter der 13.700er-Marke erwartet.
Schon am Vorabend hatte sich gezeigt, dass die Freude über den geringeren Anstieg auch der US-Erzeugerpreise noch nicht als dauerhafter Kurstreiber wirkt. Nach ersten Gewinnen kamen die Kurse an Wall Street wieder nach unten.
Dazu trugen auch weitere Aussagen von US-Notenbank-Mitgliedern bei, die die Inflation als "inakzeptabel hoch" bezeichneten.
Der Präsident der Chicagoer Fed, Charles Evans, sagte, er gehe davon aus, dass die Zentralbank die Zinsen während des restlichen Jahres und bis ins nächste Jahr hinein anheben werde, um sicherzustellen, dass die Inflation wieder auf das Ziel von 2 Prozent zurückfällt. Die Rendite der 10-jährigen US-Anleihen übersprang darauf wieder die 2,80er-Marke und stieg bis auf 2,86 Prozent. Mit Interesse wird daher am Freitag noch auf die Import- und Exportpreise der USA geblickt.
Im Fokus steht aber Großbritannien mit dem BIP zum zweiten Quartal, der Handelsbilanz und der Industrieproduktion. Diese Daten dürften den Pfund-Kurs bewegen. In der EU wird ebenfalls die Industrieproduktion vorgelegt.
Interview: Nuri-Chefin zur Insolvenz der Berliner Kryptobank
Die Berliner Kryptobank Nuri meldet Insolvenz an. Die Vorstandsvorsitzende Kristina Walcker-Mayer beantwortet bei ntv Fragen rund um die Gründe der Insolvenz, welchen Einfluss diese auf die Einlagen der Kunden hat und wie es nun mit dem Unternehmen weitergeht.
Knorr-Bremse spürt Krieg und Pandemie
Der Nutzfahrzeug- und Zugausrüster Knorr-Bremse spürt die Folgen des Ukraine-Kriegs und die Corona-Einschränkungen in China. Der operative Gewinn ging im ersten Halbjahr auf 365 Millionen Euro von 495 Millionen Euro zurück, wie das Unternehmen mitteilte.
Der mit den internationalen Sanktionen verbundene Rückzug aus dem Russland-Geschäft sowie die schwierige Marktlage in China belasteten spürbar das Geschäft, sagte Knorr-Bremse-Chef Frank Markus Weber.
In China reagierten Bahnbetreiber mit einem reduzierten Serviceangebot und geringeren Investitionen auf die pandemiebedingt deutlich geringere Zugauslastung, hieß es zur Begründung. "Hinzu kommt eine sehr deutliche Abkühlung des Truck-Marktes in China." Mit einer schnellen Entspannung sei nicht zu rechnen.
Studie: Immobilienpreise werden "mehr als 20 Prozent steigen"
Die rasant steigenden Preise für Energie und Baumaterial versetzen die Baubranche in Alarmstimmung: Allein im zweiten Quartal haben die Preise für Wohn-, Büro- und Betriebsgebäude nach Daten des Statistischen Bundesamts im Vergleich zum Vorjahr zwischen 17,6 und 19,4 Prozent zugelegt. Und ein Ende ist nicht in Sicht.
Nach einer Studie der Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse-Coopers (PwC), über die das "Handelsblatt" berichtet, müssen sich Bauherren noch mindestens in den kommenden zwei Jahren auf weiter steigende Preise einstellen. "Wir gehen davon aus, dass die Baupreise für Immobilien in den kommenden beiden Jahren um mehr als 20 Prozent steigen werden", sagt Harald Heim, Partner und Immobilienspezialist bei PwC.
Branchenverbände rechnen mit einem Einbruch des Wohnungsbaus in Deutschland.
Rhein-Pegel sinkt weiter - Frachtverkehr droht zu erliegen
Der für die Schifffahrt auf dem Rhein wichtige Pegelstand bei Kaub in Rheinland-Pfalz ist weiter gesunken. Er lag nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung am Morgen bei 42 Zentimetern und damit rund 5 Zentimeter niedriger als zum gleichen Zeitpunkt des Vortags. Laut Prognose der Behörde könnte noch am Freitag die Marke von 40 Zentimetern fallen.
Die für die Schifffahrt entscheidende Fahrrinnentiefe betrug am Vortag nur noch 1,59 Meter - das war so niedrig wie an keinem anderen Abschnitt des Mittel- und Niederrheins.
Wegen des niedrigen Wasserstands hat die Frachtschifffahrt auf dem Rhein schon jetzt Probleme. Wie es aussieht, könnte es weitere Einschränkungen geben. Kohle für Kraftwerke soll beispielsweise deshalb per Bahn transportiert werden.
Hier ein Beitrag unserer TV-Kollegen und -Kolleginnen zum Thema:
IG Metall droht Windanlagenbauer Vestas mit Warnstreik
Im Konflikt um einen Tarifvertrag droht die IG Metall der deutschen Tochter des dänischen Windanlagenherstellers Vestas mit einem Warnstreik.
"Sie haben uns mitgeteilt, dass sie überhaupt nicht vorhaben, mit uns in Tarifverhandlungen einzutreten, sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, der Rendsburger IG-Metall-Geschäftsführer Martin Bitter, der dpa. "Dieses kategorische und wenig diplomatische Nein zu Tarifverhandlungen ist mir so noch nicht untergekommen."
Vor diesem Hintergrund prüfe die Gewerkschaft nun die Möglichkeit, mit einem Ausstand den Druck auf das Unternehmen zu erhöhen, sagte Bitter. Zeitpunkt und Ausmaß einer solchen Arbeitskampfaktion nannte er nicht.
Lieferkettenprobleme: E-Auto-Neuling Rivian verdreifacht Verlust
Der erst seit einem Jahr produzierende US-Elektroautohersteller Rivian rechnet angesichts von Kosteninflation, Lieferkettenproblemen und geplantem Ausbau seiner Produktion mit einem deutlich höheren Verlust im laufenden Geschäftsjahr. Der bereinigte Ebitda-Verlust werde sich auf 5,45 Milliarden Dollar belaufen, teilte das Unternehmen bei Veröffentlichung der Zweitquartalszahlen mit. Das wären 700 Millionen Dollar mehr als zuletzt prognostiziert.
Der Nettoverlust im zweiten Quartal auf 1,7 Milliarden Dollar, was einer knappen Verdreifachung gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Damit steigt der Druck auf Rivian, schnell weitere Autos auszuliefern und die Kosten zu senken.
Es habe zuletzt "eine Reihe von Herausforderungen" mit fehlenden Teilen gegeben, aber die Aussichten für die zweite Jahreshälfte besserten sich, sagte CEO RJ Scaringe in einer Telefonkonferenz. Rivian sei auf dem besten Weg, in seinem Werk bis zum Ende des laufenden Quartals eine zweite Schicht zu starten. Rivian will in diesem Jahr 25.000 Elektroautos produzieren.
Tokioter Börse holt Kursgewinne nach
Die Börse in Tokio zeigt sich bei der Wiedereröffnung nach einem Feiertag zunächst stärker. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 2,5 Prozent höher bei 28.507 Punkten und holte damit Kursgewinne der internationalen Aktienmärkte nach den Inflationsdaten aus den USA nach.
Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1,8 Prozent und lag bei 1969 Punkten. Ansonsten hielten sich die Anleger in Asien wegen der Unsicherheiten über die künftige Zinspolitik der US-Notenbank zurück. "Die FED wird das tun was sie gesagt hat - alles Nötige zur Bekämpfung der Inflation", sagte Carlos Casanova von der Privatbank UBP.
Der zuletzt verlangsamte Preisauftrieb in den USA im Juli hatte Spekulationen geschürt, die US-Notenbank könnte bei den Zinserhöhungen einen Gang zurückschalten. Inzwischen haben sich jedoch US-Notenbanker zu Wort gemeldet, die davor warnten, bereits den Sieg über die Inflation zu erklären. "Deshalb sieht man, dass Anleger umschichten und aus den US-Aktien rausgehen", sagte Casanova. Die FED hatte die ausufernde Inflation zuletzt mit ungewöhnlich großen Zinsschritten bekämpft. Sie will nächsten Monat nachlegen.
Das wird für den DAX heute wichtig
Die neuen US-Inflationsdaten sind da, doch was macht die FED daraus? Die Ungewissheit über die nächsten Zinsschritte der US-Notenbank hat den europäischen Aktienanlegern am Donnerstag zu schaffen gemacht, in Frankfurt wurde auch der DAX ausgebremst. Der im Juli verlangsamte Anstieg der Inflation in den USA ließ zuletzt Hoffnung aufkeimen, die FED könnte beim Tempo der Zinserhöhungen etwas auf die Bremse treten.
Gleichzeitig warnten einige Analysten jedoch, größere Zinsschritte der FED in den kommenden Monaten bereits abzuhaken. Es bedürfe sicherlich noch ein oder zwei weiterer erfreulicher Inflationsberichte, um sicher zu sein, dass der Höhepunkt bei der Teuerung überschritten sei, sagte Elliot Clarke, Volkswirt beim Finanzhaus Westpac.
Was bringt der letzte Tag der laufenden Handelswoche? Nicht viel, wenn man auf den Kalender schaut. Die Berichtssaison geht so langsam aber sicher ihrem Ende entgegen. Heute gibt es keine Zahlen von einem DAX-Unternehmen. In den hinteren Reihen warten Knorr-Bremse und Jungheinrich mit Daten auf.
Konjunkturmäßig ist so eine Art Briten-Tag. Aus dem Vereinigten Königreich gibt es BIP-Zahlen für das zweite Quartal. Zudem werden in London Daten zur Handelsbilanz und zur Industrieproduktion jeweils im Juni veröffentlicht. Auch die Eurozonen-Industriezahlen geraten ins Blickfeld. Aus den USA gibt es Angaben der Uni Michigan zur Verbraucherstimmung.
Nach Handelsschluss in Frankfurt überprüft Moody's das Deutschland-Rating. Andere Agenturen widmen sich in dieser Hinsicht Dänemark, Ungarn und der Schweiz.
Hier noch der eklusive Börsen-Bericht unserer Wall-Street-Korrespondenten:
.