Freitag, 28. September 2018Der Börsen-Tag

Heute mit Max Borowski
17:46 Uhr

Italien löst Krisenalarm an den Finanzmärkten aus

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Euro-Krise reloaded? Eine Demo gegen Sparpolitik im Zuge der Griechenlandkrise 2015.

(Foto: imago/Independent Photo Agency)

Auf Quartals-, Monats-, Wochen- und auch Tagessicht: Die Dax-Bilanz ist negativ. Aus Furcht vor einem Schuldenstreit zwischen Italien und der EU haben die Anleger Reißaus genommen. Nicht nur der deutsche Leitindex verlor kräftig und schloß 1,5 Prozent tiefer bei 12.2246,73 Punkten.

Richtig düster sieht es in Italien aus der Mailänder MIB gab 3,5 Prozent nach. An der Börse wurden die Papiere einiger Banken zeitweise vom Handel ausgesetzt, die Aktienkurse einzelner Institute gaben zeitweise mehr als zehn Prozent nach. Italienische Staatsanleihen erlitten hohe Verluste, was ihre Risikoaufschläge in die Höhe trieb. Der Euro rutschte auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Wochen. Kurz: Die Möglichkeit einer Euro-Krise ist zumindest im Bewusstsein der Anleger wieder voll da.

Euro / US-Dollar
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Dax
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17:28 Uhr

Musk soll Aktienpreis nach Kiffer-Code festgelegt haben

Über Tesla, Musk und die SEC-Klage haben wir ja schon ausführlich berichtet. Ein Detail aus der Klageschrift habe wir noch ausgelassen.

Die Börsenaufsicht hat auch eine Theorie wie Musk in seinem Tweet zum angeblichen Börsenabschied zu dem konkreten Preis von 420 Dollar pro Aktie kam:

Wörtlich heiß es in der Klage: "According to Musk, he calculated the $ 420 price per share based on a 20% premium over that day's closing share price because he thought 20 % was a 'standard premium' in going-private transaction."

"This calculation resulted in a price of $419, and Musk stated that he rounded the price up to $420 because he had recently learned about the number's significance in marijuana culture and thought his girlfriend 'would find it funny, which admittedly is not a great reason to pick a price'." 

Musk habe also die 420 gewählt, weil das an einen populären Code der Kiffer-Szene 4/20 oder 4:20 erinnert. Dieser Spaß habe seine Freundin die Sängerin Grimes beeindrucken sollen. Manche Anleger hat es ein paar Milliarden gekostet, die sie nun von Tesla bzw. Musk wiederhaben wollen.

16:39 Uhr

So entsteht gerade die nächste Weltwirtschaftskrise

Wirtschaftsprofessor Nouriel Roubini trägt den Spitznahmen "Dr. Doom" nicht umsonst. Als die meisten seines Faches gerade zu euphorisch waren, sagte er ziemlich korrekt die große letzte globale Finanz- und Wirtschaftskrise voraus. Nun schreibt er in einem Beitrag für "Project Syndicate": 2020 wird die nächste globale Rezession und Finanzkrise einsetzen.

Hauptursache - von zehn Gründen, die Roubini aufzählt -  wird der derzeitige Trump-Boom in den USA sein. Die US-Wirtschaft wachse aktuell angetrieben durch Steuererleichterungen und hohe Staatsausgaben rund zwei Prozent schneller als ihr Potenzial. Dieser Stimulus werde nachlassen, gleichzeitig die Inflation und damit die Zinsen steigen und so den nächsten Abschwung zur Krise machen.

16:33 Uhr

Ölpreis steigt unaufhaltsam weiter

Die Ölpreise legen nach den Vortagesgewinnen erneut leicht zu.

Zuletzt hatte die Verweigerung einer Freigabe der US-Ölreserven zur Abfederung der Iran-Sanktionen die Preise nach oben getrieben.

Für den Monat September steht bei der US-Sorte WTI bislang ein Plus von 3,3 Prozent zu Buche, bei Brent sind es sogar 5,6 Prozent. Aktuell steigen WTI um 0,2 Prozent auf 72,24 Dollar und Brent um 0,5 Prozent auf 82,14 Dollar.

16:19 Uhr

Italiens Populisten schicken Euro auf Talfahrt

Der Euro fällt mit den Nachrichten aus Italien unter die Marke von 1,16 Dollar und geht mit rund 1,1580 Dollar um.

Die Devisen-Experten der ING sehen in dem Haushaltsentwurf der rechtspopulistischen Regierung in Rom bislang aber lediglich "Gegenwind für den Euro und keinen Bremsklotz".

16:16 Uhr

Goldpreis erholt sich

Der Goldpreis kann sich leicht von den kräftigen Vortagesverlusten erholen, leidet übergeordnet aber unter dem starken Dollar. Auch die Aussicht auf weiter steigende Zinsen in den USA belastet den Preis für das zinslos gehaltene Edelmetall, heißt es. Die Feinunze steigt um 0,2 Prozent auf 1.185 Dollar.

16:09 Uhr

Wall Street startet mit angezogener Handbremse

Auch neben den spektakulären Kurssturz von Tesla ist die Stimmung an der Wall Street negativ. Mit kleinen Abgaben starten die US-Börsen in den letzten Handelstag des dritten Quartals.

Zwar gibt es vom weiter schwelenden Handelsstreit zwischen den USA und China keine Neuigkeiten, doch richten sich die Blicke der Investoren nun auf Italien. Kurz nach Handelsbeginn verliert der Dow-Jones-Index 0,2 Prozent auf 26.401 Punkte. Der S&P-500 gibt um 0,1 Prozent nach und der Nasdaq-Composite ebenfalls um 0,1 Prozent.

An den Börsen in Europa bringen die Sorgen um Italien die Indizes dagegen deutlich unter Druck. In Mailand geht es um über 4 Prozent abwärts. Der Dax liegt am Nachmittag 1,7 Prozent im Minus.

Impulse könnten von den anstehenden US-Konjunkturdaten ausgehen. Die vorbörslich veröffentlichten persönlichen Einkommen und Ausgaben für August trafen genau die Erwartungen und verursachen daher keine größere Bewegung. Nach der Startglocke folgen der Index der Einkaufsmanager Chicago für September und die zweite Lesung des Index der Verbraucherstimmung der Uni Michigan für September.

Die zuletzt veröffentlichten Daten hatten das Bild einer robust wachsenden US-Wirtschaft untermauert und die US-Notenbank in ihrem Zinserhöhungskurs bestätigt.

16:01 Uhr

Hälfte des Tesla-Börsenwertes könnte sich in Luft auflösen

Tesla fallen nach Handelsstart an der Wall Street wie ein Stein.

Knapp 13 Prozent geht es für die Papiere des Elektroautobauers nach unten, nachdem die Börsenaufsicht Konzernchef Musk angezeigt und seinen Ausschluss von der Führung börsennotierter Unternehmen gefordert hat.

Doch das könnte nur der Anfang gewesen sein. Laut Analyst Brian Johnson von Barclays hat die Tesla-Aktie immer noch einen "Musk-Aufschlag" von etwa 130 Dollar - gewissermaßen über ihrem nach rationalen Gesichtspunkten kalkulierbaren Wert. Dieser Aufschlag, den Anleger bislang bereit sind zu zahlen für Musks Visionenm, würde wegfallen - und damit fast die Hälfte des Börsenwertes von Telsa-  wenn die Börsenaufsicht Musk absetzt.

15:43 Uhr

Bleibt Audi-Chef Stadler in Haft, weil VW ihn nicht rauswirft?

Das "Handelsblatt" berichtet, der VW-Aufsichtsrat habe seine Entscheidung über eine Abberufung des inhaftierten Audi-Chefs Rupert Stadler erneut vertagt. Zwar gebe es "keinen Zweifel" daran, dass Stadler nicht auf seinen Posten zurückkehren werde. Wie und wann man ihn loswird, ist aber offenbar unklar. Dem "Handelsblatt" zufolge gibt es Bedenken, dass eine Vertragsauflösung teuer werden könne, da Stadler eine hohe Abfindung zustehe. Das könnte in der Öffentlichkeit für Empörung sorgen, wenn sich der Konzern gleichzeitig dagegen wehrt, sich substanziell an den Kosten von Millionen von Autobesitzern zu beteiligen, deren Dieselfahrzeuge von Fahrverboten betroffen sind.

Gleichzeitig könnte der formelle Verbleib Stadlers an der Unternehmensspitze ein Hindernis sein, dass der Manager aus der Untersuchungshaft frei kommt. Dort sitzt er wegen Verdunklungsgefahr. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor in der Diesel-Causa versucht zu haben, Mitarbeiter als Zeugen zu beeinflussen. Dieses Argrument könnte aber wegfallen, wenn Stadler aus dem Unternehmen ausscheidet. Derzeit liegt Stadlers Haftbeschwerde in zweiter Instanz vor.

14:56 Uhr

Saab bekommt Milliardenauftrag für neuen US-Militärjet

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Saab ist vor allem für den Kampfjet Gripen bekannt, der in mehreren Armeen weltweit eingesetzt wird.

(Foto: imago/Russian Look)

Der US-Flugzeugbauer Boeing hat innerhalb weniger Wochen einen Hattrick erzielt und sich einen weiteren Großauftrag der US-Regierung gesichert, diesmal im Volumen von bis zu 9,2 Milliarden US-Dollar und auch der schwedische Saab-Konzern bekommt davon einen ordentlichen Brocken ab.

  • Boeing und Saab sollen der Air Force gemeinsam die nächste Generation von Ausbildungsjets liefern. Wie Boeing mitteilte, umfasst der Auftrag anfänglich 351 T-X Jets sowie die Bereitstellung von Trainingsdienstleistungen.
  • Erst Ende August hat sich Boeing mit dem Erhalt eines Auftrags in die Pole Position für den Bau von Drohnen für die amerikanischen Streitkräfte gebracht. Das Programm hat ein Volumen von 13 Milliarden Dollar.
  • Vor drei Tagen gab Boeing bekannt, vom Pentagon einen Auftrag im Wert von 2,4 Milliarden Dollar bekommen zu haben. Boeing soll die US Air Force mit neuen Helikoptern beliefern, die zum Schutz der Atomwaffenbasen eingesetzt werden sollen.
  • Saabaktien legen an der Börse in Stockholm um mehr als 8 Prozent zu.
14:30 Uhr

Fällt Thyssenkrupp aus dem Dax?

Viele Beobachter sehen die geplante Aufspaltung von Thyssenkrupp als Schritt in die richtige Richtung an, um verborgenen Wert zu heben und die Effizienz zu steigern. Doch am Tag nach der spektakulären Ankündigung und einem Kurssprung von zeitweise mehr als 20 Prozent herrscht an der Börse Ernüchterung vor. Die Aktien fallen mit dem Markt um rund 1,5 Prozent.

Es stellten sich einige wichtige Fragen, heißt es etwa bei UBS. Etwa jene, ob Thyssenkrupp aus dem Dax fallen könnte. Oder mit welchen Kosten die Aufspaltung verbunden sei beziehungsweise wie diese zwischen den beiden künftigen Einheiten aufgeteilt würden.

Erstaunt zeigen die Analysten sich über den Zeitpunkt der Ankündigung, da doch Vorstandsvorsitz und Aufsichtsratsvorsitz derzeit nur interimistisch besetzt seien.

14:19 Uhr

Blackberry verdient mehr als erwartet

Seit Langem verdient Smartphone-Pionier Blackberry sein Geld nicht mehr mit Mobiltelefonen, sondern vor allem mit Software. Und dieses Geschäft läuft im Moment gut. Der Konzern hat die Erwartungen im zweiten Geschäftsquartal übertroffen. Die Jahresprognose wurde bestätigt. Die Aktie steigt im vorbörslichen Handel um 1,1 Prozent.

Blackberry
Blackberry 4,08

In den drei Monaten per Ende August lag der Nettogewinn bei 43 Millionen US-Dollar nach 19 Millionen im Vorjahreszeitraum. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis je Aktie belief sich auf 4 Cent. Der Umsatz sackte zwar auf 210 von 238 Millionen Dollar ab. Hier hatten die Beobachter allerdings nur 206 Millionen prognostiziert.

Im laufenden Geschäftsjahr rechnet Blackberry weiterhin mit einem "positiven" bereinigten Ergebnis je Aktie. Der Umsatz mit Software und Dienstleistungen soll um 8 bis 10 Prozent zulegen.

13:30 Uhr

Großaktionär fordert Daimler-Zerschlagung

Der Chef einer der größten Daimler-Aktionäre geht in einem "Handelsblatt"-Interview hart mit dem langjährigen Daimler-Boss Zetsche ins Gericht. Pläne, den Konzern in eine Holding-Struktur umzubauen, dienten vor allem "dazu, Besitzstände zu wahren und Pöstchen zu verteilen", sagte Bert Flossbach, Chef des Fondshauses Flossbach von Storch. Er fordert stattdessen, Auto- und Lkw-Bau vollständig zu trennen und damit den Konzern aufzuspalten.

Zetsche verglich Flossbach mit Kanzlerin Merkel. Beide seien seit 13 Jahren im Amt und hätten "viele Erfolge vorzuweisen, aber nach so langer Zeit kommt es zu Abnutzungseffekten".

Mit einem Anteil von 1,8 Prozent gehört der Fondsanbieter Flossbach von Storch zu den größten Daimler-Aktionären.

13:13 Uhr

Schwungloser Wall-Street-Start erwartet

Mit einer kaum veränderten Tendenz dürfte die Wall Street in den letzten Handelstag des dritten Quartals starten. Die Themen Italien und Handelsstreit drücken auch hier die Stimmung "Das Level politischer Risiken bleibt weiterhin hoch", so Chef-Strategin Isabelle Mateos y Lago von Blackrock.

  • Der Future auf den S&P-500 deutet aktuell auf einen wenig veränderten Start am Kassamarkt hin.
  • Für Impulse könnten auch die US-Konjunkturdaten sorgen. Vorbörslich werden die persönlichen Einkommen und Ausgaben für August veröffentlicht. Nach der Startglocke folgen der Index der Einkaufsmanager Chicago für September und die zweite Lesung des Index der Verbraucherstimmung der Uni Michigan für September. Die zuletzt veröffentlichten Daten hatten das Bild einer robust wachsenden US-Wirtschaft untermauert und die US-Notenbank in ihrem Zinserhöhungskurs bestätigt.
  • Bei den Einzelwerten dürfte vor allem die Tesla-Aktie im Fokus stehen, für die es vorbörslich um 11,3 Prozent nach unten geht. Die US-Börsenaufsicht SEC hat Tesla-Chef Elon Musk wegen Betrugs im Zusammenhang mit seiner Ankündigung eines Börsenrückzugs angezeigt.
13:05 Uhr

Verpackungskonzern schafft Börsen-Comeback

Der Verpackungskonzern SIG hat nach elf Jahren den Sprung zurück an die Schweizer Börse geschafft.

Die Aktien des Unternehmens aus Neuhausen am Rheinfall starteten mit einem Kurs von 11,85 Franken in den Handel an der SIX. Die Papiere lagen damit über dem Ausgabepreis von 11,25 Franken. Mit einem Marktwert von 3,8 Milliarden Franken ist SIG der größte Neuzugang an der Schweizer Börse seit 2010. Gemessen am Wert der platzierten Aktien im Volumen von 1,49 Milliarden Franken sei SIG eines der drei größten Börsengänge in Europa im laufenden Jahr, teilte SIX mit.

12:18 Uhr

Krisenangst: Türken schaffen Milliarden nach Deutschland

Nicht nur Oppositionelle und Journalisten aus der Türkei suchen Zuflucht in Deutschland vor Präsident Erdogan. Türken bringen hier auch Milliarden-Vermögen vor der - nicht zuletzt von Erdogans Politik ausgelösten - Geldentwertung in Sicherheit.

Zwischen April und Juni stieg der Kapitalzufluss aus der Türkei nach Deutschland um 4,57 Milliarden Euro, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP hervorgeht. Für das dritte Quartal liegen noch keine Zahlen vor - hier hat sich der Absturz der türkischen Lira beschleunigt. 

Türkische Lira / Euro
Türkische Lira / Euro ,10

Der Antwort des Bundesfinanzministeriums zufolge lag der Kapitalzufluss aus der Türkei im letzten Quartal 2017 netto bei 400 Millionen. Im ersten Quartal 2018 waren es 300 Millionen Euro, bevor mit Verschärfung der Krise in der Türkei die starke Kapitalflucht im zweiten Quartal einsetzte.

"Es spricht einiges dafür, dass sich die Kapitalflucht im dritten Quartal verschärft hat", sagte der Vizefraktionschef der FDP im Bundestag, Florian Toncar, der "Funke Mediengruppe". Darunter dürften viele Privatpersonen sein, die ihr Geld aus Angst vor einem weiteren Lira-Verfall ins Ausland schafften, betonte der Finanzexperte.

12:12 Uhr

Anleger fliehen aus deutschen Banken - wegen Italien-Defizit

Die Furcht der Anleger vor einem Schuldenstreit zwischen Italien und der EU belastet die Börsen am Mittag. Dax und EuroStoxx gaben jeweils 0,7 Prozent auf 12.351 Punkte und 3426 Punkte nach.

Der Euro notierte mit 1,1612 Dollar so tief wie seit mehr als zwei Wochen nicht mehr.

Am Aktienmarkt traf es vor allem italienische Banken, aber auch Aktien deutscher Kreditinstitute wie Commerzbank (4,5 Prozent) und Deutsche Bank (minus 3 Prozent) ließen Federn.

Nicht gut an kamen bei BASF-Anlegern Aussagen des Finanzvorstands. Dieser sagte, die Nachfrage im Gesamtkonzern sei im dritten Quartal voraussichtlich etwas schwächer ausgefallen als erwartet.

Dax
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11:52 Uhr

Audi-Chef soll noch heute geschasst werden

Der inhaftierte und beurlaubte Audi-Chef Rupert Stadler steht Insidern zufolge vor der Abberufung.

Der Aufsichtsrat der Konzernmutter Volkswagen werde die Beendigung des Vertrags Stadlers voraussichtlich noch heute bekannt geben, sagten mit den Vorgängen vertraute Personen. Stadler sitzt seit Mitte Juni wegen seiner Verwicklungen im Dieselskandal in Untersuchungshaft.

Derzeit versucht er in zweiter Instanz, eine Haftentlassung zu erreichen. Es gebe aber keine Zweifel, dass Stadlers lange Karriere bei Volkswagen und Audi zu Ende ist, heißt es.

Eine Rückkehr Stadlers sei nicht denkbar, sagte eine der informierten Personen. "Die Diskussion dreht sich jetzt noch um die Frage, wie man den Vertrag am besten beendet. Damit beschäftigen sich die Anwälte."

11:44 Uhr

Erzkonkurrent freut sich über Ryanair-Streiks

Der britische Billigflieger Easyjet sieht sich als Profiteur der Streikwelle bei dem größeren irischen Konkurrenten Ryanair.

Das Unternehmen teilte mit, dass in dem am 30. September zu Ende gehenden Geschäftsjahr der Vorsteuer-Gewinn um mindestens 40 Prozent auf 570 bis 580 Millionen Pfund gestiegen sei (641 bis 652 Millionen Euro). Der Gewinn lag damit im oberen Bereich der im Juli ausgegebenen Spanne. Damals prognostizierte Easyjet 550 bis 590 Millionen Pfund.

Neben den Flugausfällen bei Ryanair kam Easyjet nach eigenen Angaben auch zugute, dass die einstigen Rivalen Air Berlin und Monarch pleitegingen. Da es sich aber um Einmal-Effekte handle, dürfte in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2019 der Umsatz je Sitzplatz wohl um einen niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich zurückgehen, warnte die Airline.

11:37 Uhr

US-Justiz ermittelt gegen Werbeagenturen

Die Werbebranche gerät in den USA ins Visier staatlicher Ermittlungen.

Bundesstaatsanwälte in Manhattan haben eine Untersuchung eingeleitet, die das Media-Buying der Werbeagenturen unter die Lupe nimmt, und haben Vorladungen ausgesprochen, sagten mit der Sache vertraute Personen dem "Wall Street Journal". Media Buying bedeutet im Detail die Auswahl des adäquaten Mediums, die Verhandlung und den Ankauf von Werbezeit.

Konkret stehe der Vorwurf im Raum, dass Agenturen Rabatte von Medien erhalten haben sollen. Eine Werbeagentur, die untersucht werde, sei die Vivendi-Tochtergesellschaft Havas SA.

In Europa stehen die Aktien von Werbeagenturen nach dem Bericht auf den Verkaufszetteln der Anleger. Vivendi fallen um 1,4 Prozent, Publicis um 2,2 Prozent und WPP um 2,7 Prozent.

11:28 Uhr

Diesel-Gipfel treibt Spezialisten-Aktie

In der Hoffnung, dass substanzielle Hardwarenachrüstungen kommen steigen Baumot auf den höchsten Stand seit Monaten.

Der Kurs gewinnt 14,7 Prozent auf 3,76 Euro, lag im Tagesverlauf aber auch schon bei 3,85.

Vor dem Dieselgipfel im Bundeskanzleramt heißt es, Besitzer von Euro-5-Dieseln könnten Gutscheine bekommen, mit denen sie ihre Diesel unter anderem von Baumot nachrüsten lassen könnten.

11:13 Uhr

Anleger rechnen in Italien mit dem Schlimmsten

"Wenn Italien in diesem Tempo neue Schulden anhäuft, muss die Frage nach der langfristigen Schuldentragfähigkeit gestellt werden", sagt Thomas Altmann, Chef des Portfoliomanagements bei QC Partners. Die Defizitpläne sind das Top-Thema an den europäischen Finanzmärkten am Morgen.

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db x-trackers auf den FTSE MIB-Index 17,75

Bei den italienischen Staatsanleihen kam es am Vormittag zu einem kräftigen Kurssturz, während die Renditen für die Staatspapiere deutlich stiegen. Erstmals seit Anfang September kletterte die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen wieder über 3 Prozent - um 0,22 Prozentpunkte auf 3,10 Prozent. Beobachter sprachen von einer ungewöhnlich heftigen Kursreaktion für den Anleihemarkt. 

An der Börse in Mailand verlor der Leitindex FTSE MIB zum Auftakt zwei Prozent. Starke Verluste gab es auch bei den Bankwerten - die Aktien von Intesa Sanpaolo und von Unicredit verloren mehr als vier Prozent.

EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici nannte Italiens Staatsverschuldung "explosiv". Es sei ein Haushalt, "der heute außerhalb der Grenzen unserer Regeln scheint", sagte Moscovici dem französischen Nachrichtensender BFMTV.

11:04 Uhr

Euro-Inflation zieht an

Deutlich höhere Energiepreise haben die Inflation in der Eurozone im September steigen lassen.

  • Wie Eurostat in einer ersten Schätzung mitteilte, erhöhten sich die Lebenshaltungskosten für die Verbraucher um 2,1 Prozent. Im August hatte die Inflationsrate in der Währungsunion bei 2,0 Prozent gelegen.
  • Die Energiepreise kletterten den Statistikern zufolge in den 19 Euro-Staaten um 9,5 Prozent. Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak wurden demnach um 2,7 Prozent teurer und Industriegüter um 0,4 Prozent.
  • Trotz der wieder anziehenden Inflation hatte die Europäische Zentralbank (EZB) ihren maßgeblichen Leitzins Mitte September weiter bei 0,0 Prozent gelassen. Die Notenbank strebt eine Inflation von zwei Prozent als Zielmarke an, bei der aus ihrer Sicht die Preisstabilität gewahrt ist.
  • Die durchschnittliche Inflationsrate in der Eurozone liegt derzeit unter der in Deutschland. Das Statische Bundesamt hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass es für September von einer Preissteigerung von 2,3 Prozent ausgeht.
10:22 Uhr

Sex-E-Mails sollen VW in Dieselaffäre überführen

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Zumindest in der Fantasie mancher Mitarbeiter geht es im scheinbar grauen Wolfsburg hoch her.

(Foto: picture alliance/dpa)

Kann es zu viel Transparenz geben? Gibt es Details vom Abgasbetrug bei VW, die man lieber gar nicht kennen will? E-Mails zwischen einer Sekretärin und einem 55-jährigen VW-Ingenieur mit Passagen wie dieser gehören wohl dazu:

"Also, wenn ich Dir jetzt beschreibe, was ich in meiner Phantasie alles mit Dir anstelle, dann kann ich mich nachhaltig für den Rest des Tages nicht mehr auf meinen Job konzentrieren."

VW Vorzüge
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Tatsächlich ist es allerdings nicht nur peinlich für die betreffenden Mitarbeiter, was das "Handelsblatt" jetzt berichtet. Denn in den E-Mails vom 27. Juli 2015 geht es nicht nur um Sexfantasien, sondern - nebenbei - auch darum, dass Konzernchef "WiKo" Winterkorn den Ingenieur zum "kritischen Thema Dieselzulassung USA" angerufen habe und dieser Punkt auf den berühmten "Schadenstisch" komme. Die Mail schließt mit einem ":-(".

Das bewerten Ermittler als weiteren Hinweis darauf, dass der VW-Chef schon lange vor dem 18. September 2018, als der Konzern die Affäre öffentlich machte, von der massenhaften Manipulation wusste.

09:54 Uhr

Oligarch und Dax-Konzern schmieden deutschen Ölmulti

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Öl und Gas aus der deutschen Provinz: Wintershall fördert unter anderem auch in Rheinland-Pfalz.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Chemieriese BASF und die Investmentfirma LetterOne des russischen Milliardärs Mikhail Fridman fusionieren ihre Öl- und Gasgeschäfte. Sie unterzeichneten eine Vereinbarung über die Fusion ihrer jeweiligen Töchter Wintershall und DEA, wie BASF mitteilte.

Das künftige Gemeinschaftsunternehmen solle "mittelfristig" an die Börse. Das neue Gemeinschaftsunternehmen soll dann im ersten Halbjahr 2019 stehen, wie BASF mitteilte.

Wintershall mit Hauptsitz in Kassel ist nach eigenen Angaben Deutschlands größter Erdöl- und Erdgasproduzent. DEA mit Sitz in Hamburg ist die ehemalige Erdöl- und Erdgasfördertochter von RWE, seit 2015 im Besitz von LetterOne. Zusammen machten Wintershall und DEA im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,7 Milliarden Euro und einen Gewinn von 740 Millionen Euro. Zusammen produzierten sie 210 Millionen Barrel Öl.

10:01 Uhr

Arbeitslosenzahl fällt weiter

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im September im Vergleich zum Vormonat um 94.000 auf 2,256 Millionen Menschen gefallen. Gegenüber dem Vorjahr ging die Zahl der Jobsucher um 192.000 zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilt.

Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 5,0 Prozent.

09:37 Uhr

Italiens Schuldenstreit lässt Finanzmarkt zittern

Das Gezerre innerhalb der italienischen Regierung um das Defizitziel trübt am Morgen die Stimmung an den Börsen.

Der Dax gab im frühen Handel um 0,49 Prozent auf 12.374,29 Punkte nach. Für die zu Ende gehende Woche zeichnen sich somit leichte Verluste ab und für den Börsenmonat September eine Stagnation. Der MDax verlor am Morgen 0,16 Prozent auf 26.107,69 Zähler. Der EuroStoxx 50 gab ebenfalls nach. Der Euro notierte mit 1,1619 Dollar rund 0,2 Prozent schwächer.

An den Anleihemärkten warfen Anleger italienische Titel aus den Depots: die Renditen für die zehnjährigen Papiere zogen im Gegenzug um 18 Basispunkte auf 3,08 Prozent an. Die Börse in Mailand startet 2,2 Prozent schwächer.

Die italienischen Regierungsparteien verständigten sich am Donnerstagabend auf ein Defizitziel für 2019 in Höhe von 2,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes - so wie es die populistische 5-Sterne-Bewegung und die rechte Lega gefordert hatten. Der parteilose Wirtschafts- und Finanzminister Giovanni Tria, der weniger Schulden machen wollte, konnte sich nicht durchsetzen. 

09:16 Uhr

Musk-Absetzung gefordert: Tesla crashen über Nacht

Dass die Börsenaufsicht Musks Gebaren rund um den angeblichen Börsenruckzug von Tesla unter die Lupe nehmen würde, kann ja eigenlich niemanden überraschen. Dennoch sind einige Investoren offenbar geschockt, dass die SEC Musk nun wegen Betrugs angezeigt und seine Absetzung gefordert hat. Der Kurs der Tesla-Aktien bricht in der Nacht nach Börsenschluss in New York um fast 12 Prozent ein.

In der Klageschrift erklärt die SEC, Musks Äußerungen seien "falsch und irreführend" gewesen. Gespräche zur Finanzierung seines Vorhabens mit möglichen Investoren hätten gar nicht stattgefunden.

09:01 Uhr

Knorr-Konzern ist 14 Milliarden Euro wert

Der Bremsenkonzern Knorr-Bremse wird bei seinem geplanten Börsengang mit bis zu 14 Milliarden Euro bewertet.

Das Münchner Unternehmen legte die Preisspanne morgen auf 72 bis 87 Euro je Aktie fest. Mehrheitseigentümer Heinz Hermann Thiele will, abhängig von der Nachfrage, bis zu 30 Prozent der Anteile seiner Familie verkaufen. Er könnte damit zwischen 3,48 und 4,21 Milliarden Euro einnehmen. Die Preisspanne entspricht einem Börsenwert zwischen 11,6 und 14 Milliarden Euro.

Die bis zu 48,4 Millionen Aktien können von Montag an bis zum 11. Oktober gezeichnet werden. Einen Tag nach dem Ende der Zeichnungsfrist soll Knorr-Bremse sein Debüt an der Frankfurter Börse feiern.

08:38 Uhr

Ölpreise unterbrechen Aufwärtsfahrt

Brent Rohöl
Brent Rohöl 39,10

Die Ölpreise haben sich bislang nur wenig bewegt. Auf Wochensicht haben die Preise für US-Rohöl und Nordsee-Öl ihre starken Gewinne seit Anfang September halten können. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November 81,73 US-Dollar und damit einen Cent mehr als am Vortag. Der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Oktober-Lieferung stieg um 19 Cent auf 72,31 Dollar.

Das Hauptthema am Ölmarkt bleibt die Sorge vor einem zu niedrigen Angebot wegen der US-Sanktionen gegen das Opec-Mitglied Iran. Zuletzt hatten wichtige Handelsunternehmen der Ölbranche und US-Banken einen Anstieg der Ölpreise bis an die Marke von 100 Dollar für möglich gehalten.

Jüngst hatte auch der Chef des Ölmultis Total, Patrick Pouyanne, einen Anstieg der Ölpreise bis auf das Niveau des Jahres 2014 ins Spiel gebracht. Damals lagen die Ölpreise über weite Strecken des Jahres knapp über der Marke von 100 Dollar. Pouyanne begründete seine Einschätzung mit den Rückgängen bei den Öllieferungen aus dem Iran und aus dem Opec-Land Venezuela, das unter einer schweren Wirtschaftskrise leidet.

08:20 Uhr

Anleger in Asien lassen sich von US-Börsen mitreißen

Die Hoffnung auf eine weiter gut laufende Weltwirtschaft hat Anleger in Asien zum Wochenausklang bei Aktien zugreifen lassen. Der Nikkei-Index in Tokio kletterte angetrieben von Gewinnen an der Wall Street zeitweise auf den höchsten Stand seit 27 Jahren und schloss 1,4 Prozent höher bei 24.120 Punkten.

Der schwächere Yen nähre die Hoffnung auf steigende Gewinne bei den Exportunternehmen, sagten Börsianer. Der US-Dollar werde von den Zinsaussichten und der guten Konjunkturentwicklung weiter gestützt. Die US-Wirtschaft war im Frühjahr so stark wie seit fast vier Jahren nicht mehr gewachsen. "In den vergangenen Monaten haben sich Dollar-Stärke und Aktienmärkte nicht im Gleichklang entwickelt, aber seit dem Fed-Schritt haben wir eine veränderte Dynamik festgestellt", sagte Marktexperte Nick Twidale vom Handelshaus Rakuten Securities Australia.

In China ging es vor der feiertagsbedingten Pause in der kommenden Handelswoche ebenfalls nach oben. Der Shanghaier Index legte ein halbes Prozent zu.

07:53 Uhr

Euro beendet Rutschpartie

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,17

Der Euro hat sich nach den kräftigen Verlusten vom Vortag kaum verändert. Allerdings war der Kurs in der vergangenen Nacht zeitweise bis auf 1,1633 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit fast zwei Wochen abgerutscht. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung dann wieder etwas höher bei 1,1643 Dollar gehandelt - etwa auf dem gleichen Niveau wie am späten Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag deutlich höher auf 1,1707 Dollar festgesetzt.

Der Euro wurde vor allem durch Querelen um den Staatshaushalt in Italien belastet. Am Vorabend hatte die Regierung in Rom die Finanzplanung für 2019 festgezurrt, die ein Haushaltsdefizit von 2,4 Prozent vorsieht. Im weiteren Tagesverlauf rechnen Marktbeobachter mit neuen Impulsen für den Handel am Devisenmarkt. Es stehen zahlreiche wichtige Konjunkturdaten auf dem Programm, die den Euro-Kurs bewegen könnten.

07:23 Uhr

Dax ist vorbörslich leicht im Minus

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(Foto: imago/Sven Simon)

Mit einer knapp behaupteten Eröffnung rechnen Marktteilnehmer am letzten Handelstag der Woche an den europäischen Aktienmärkten. Der Dax notierte am Morgen vorbörslich 0,2 Prozent niedriger bei 12.411 Punkten.

"Trotzdem wächst die Chance auf ein Ende der Konsolidierung", sagte ein Marktteilnehmer. Sollte der Leitindex mit Umsatz und nachhaltig durch die 12.460er-Marke gehen, sei ein Vorstoß Richtung 12.600 Punkte wahrscheinlich. Auf der Unterseite gilt der Dax bei 12.270 Punkten als unterstützt.

Während die Wall Street im späten Geschäft erneut unter die Tageshochs zurückfiel, kommen aus Japan und China positive Impulse. Impulse könnten von Preis- und Konjunkturdaten aus Frankreich, Spanien und Großbritannien ausgehen. Am Nachmittag rücken dann der Einkaufsmanagerindex aus Chicago und der Michigan-Index für das US-Verbrauchervertrauen in den Blick.

06:32 Uhr

Nikkei macht kräftigen Satz nach oben

Nikkei
Nikkei 23.418,51

Positive Konjunktureinschätzungen von Fed-Chef Jerome Powell haben nicht nur die Wall Street, sondern zeitweise auch die Aktienkurse in Asien steigen lassen. An der Tokioter Börse notierte der Leitindex Nikkei 1,5 Prozent höher bei 24.163 Punkten. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans notierte ebenso wie die chinesische Börse in Shanghai unverändert. Der australische Markt legte ein halbes Prozent zu.

Am Devisenmarkt in Fernost notierte der Euro mit 1,1636 US-Dollar schwächer, nachdem Italien sein Defizitziel für 2019 auf 2,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes festgelegt hatte - so wie es die populistische 5-Sterne-Bewegung und die rechte Lega gefordert hatten. Der parteilose Wirtschafts- und Finanzminister Giovanni Tria hatte sich für ein Defizitziel von unter zwei Prozent stark gemacht, konnte sich aber nicht durchsetzen. Zur japanischen Währung zog der Dollar wieder leicht auf 113,40 Yen an.