Zwei Werte stoppen DAX-Rally
Der DAX hat sich zur Wochenmitte kaum verändert präsentiert. Der deutsche Börsenleitindex schließt mit einem Minus von 0,2 Prozent und einem Stand von 12.741 Punkten. Das Tageshoch liegt bei 12.819, das Tagestief bei 12.705 Zählern. Im Handel verstärkt sich die Hoffnung auf eine Bodenbildung an den Börsen mit einem sich abzeichnenden Inflationsgipfel. Auch verlaufe die Berichtssaison bisher gut, so QC Partners. Der wieder niedrigere Gaspreis mache es energieintensiven Unternehmen und Haushalten leichter.
Als Impulsgeber kommt der nahende kleine Optionsverfall am Terminmarkt am Freitag hinzu, der über Deckungskäufe vor der Fälligkeit unterstützt. Trotzdem sollte eine Atempause im DAX nach dem Anstieg um fast 1000 Punkte innerhalb nur weniger Handelstage nicht überraschen, so Holger Struck von hs-livetrading. "Die Aktienmärkte durchlaufen einen stürmischen Börsenherbst", heißt es bei der LBBW.
"Die hohen Energiepreise und die damit einhegende Inflation bleiben weiterhin Thema", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel. Sie verweist auf die heute bekannt gegebene erneut deutlich gestiegene Teuerung in der Eurozone. Die Inflationsrate liegt bei 9,9 Prozent. "Sie ist damit zwar nicht ganz so hoch ausgefallen wie zunächst gedacht. Der Druck auf die Europäische Zentralbank ist dennoch hoch", erläutert sie. "Die meisten Volkswirte rechnen mit einem sehr großen Zinsschritt in der kommenden Woche von 75 Basispunkten."
Bei den Einzelwerten im Leitindex stechen heute gleich mehrere Werte heraus - sowohl positiv als auch negativ: Sartorius sacken mehr als 18 Prozent ab. Die Zahlen für das dritte Quartal waren der Grund. Der Laborausrüster konnte Umsatz und Gewinn erneut kräftig steigern, hat die Markterwartungen aber leicht verfehlt. Für das Gesamtjahr wird der Konzern etwas vorsichtiger und rechnet jetzt mit einem Umsatzanstieg in der unteren Hälfte der bisherigen Prognosebandbreite, bestätigte aber die Margenprognose. Als Wachstumswert ist die Aktie an der Börse hoch bewertet, so dass die Zahlen als Enttäuschung gewertet werden.
Merck verlieren mehr als vier Prozent. Die Justiz in Frankreich hat weitere Ermittlungen gegen den französischen Zweig des deutschen Pharmakonzerns wegen "schwerer Täuschung" im Zusammenhang mit der Formeländerung des Schilddrüsen-Medikaments Levothyrox aufgenommen.
Dagegen zeigen sich Fresenius-Titel mit einem Aufschlag von mehr als vier Prozent an der DAX-Spitze. FMC legen knapp zwei Prozent zu. Die Papiere reagieren damit auf den angeblichen Einstieg des aktivistischen Investors Elliott bei Fresenius. Ein Marktteilnehmer kann den Spekulationen einiges abgewinnen. Die Bewertung von Fresenius sei attraktiv. Gestützt werde die Aufwärtsbewegung auch durch Shorteindeckungen.
Fresenius s
Interessent für OMV-Öl-Geschäft schmeißt das Handtuch
Die norwegische Aker hat nach eigenen Angaben kein Interesse mehr am Öl- und Gasgeschäft der OMV. Aker habe sich aus dem Konsortium zurückgezogen. "Wir waren dabei, als das Schreiben eingereicht wurde, sind es aber nicht mehr", sage ein Aker-Sprecher. Gründe für den Rückzug nannte der Firmensprecher nicht.
Die Tageszeitung "Kurier" hatte am Dienstag berichtet, dass Aker, ein Top-Aktionär des Öl- und Gasunternehmens AkerBP, zusammen mit dem Rohstoffhändler Trafigura und der Private-Equtiy-Firma Bluewater Interesse an einem Anteil von 51 Prozent am Explorations- und Produktionsgeschäfts der OMV habe. Die OMV bestätigte gegenüber Reuters, ein Schreiben erhalten zu haben, in dem Interesse am E&P-Geschäft signalisiert wurde.
Der "Kurier" berichtete unter Berufung auf das Schreiben vom 25. Juli, dass das Konsortium von Sverre Skogen, dem Vorstandschef der norwegischen Mime Petroleum, geleitet wird. Skogen lehnte auf Anfrage von Reuters eine Stellungnahme ab. Auch Trafigura wollte sich nicht dazu äußern und Bluewater war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
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ASML "stark" - Kurs springt an
Von "starken Zahlen spricht ein Marktteilnehmer mit Blick auf ASML. Der Ausrüster der Halbleiterindustrie hat im dritten Quartal mehr umgesetzt und deutlich mehr verdient als erwartet. Zwar rechnet ASML für das vierte Quartal mit einem Rückgang der Brutto-Marge auf etwa 49 Prozent. "Mit 51,8 Prozent war sie im dritten Quartal aber sehr hoch", so der Marktteilnehmer. Zudem sei die Bruttomarge im vierten Quartal meistens leicht rückläufig. Nach der kräftigen Abwärtswelle der vergangenen Wochen und Monate habe der Kurs nun Erholungspotenzial. Die Titel gewinnen zeitweise knapp sechs Prozent.
Deutsche Post erwartet Paketflut zu Weihnachten
Die Deutsche Post geht trotz der anziehenden Energiepreise und der hohen Inflation in der Bundesrepublik optimistisch ins wichtige Weihnachtsgeschäft. Spätestens ab Mitte November erwartet der Bonner Konzern einen "signifikanten Anstieg der Paket- und warentragenden Briefsendungen", wie er mitteilt. Schnäppchen-Tage wie der Black Friday und der Cyber Monday sowie die Festtage am Jahresende ließen die Bestellungen der Verbraucher sprunghaft in die Höhe schnellen.
Die Post stelle sich für November und Dezember auf einen Anstieg der Paketmengen um 70 Prozent gegenüber dem Monat September ein, teilten die Bonner mit. An einzelnen Spitzentagen vor Heiligabend werden bis zu elf Millionen Pakete erwartet. Um der Paketflut Herr zu werden, sucht die Post auch in diesem Jahr mehr als 10.000 Aushilfskräfte vor allem für Zustellung, Sortierung und Verladung. Die Volumina bei Paketen zögen schon jetzt an, hieß es weiter. Vor allem in den Bereichen Online-Apotheken, günstiger Mode und Unterhaltungselektronik sehe die Post im Vergleich zum Vorjahr einen Wachstumstrend.
Experten: EZB steht vor Gordischem Knoten
Citi-Ökonom Arnaud Marès sieht die Europäische Zentralbank (EZB) vor einer Aufgabe, die einer Entwirrung des Gordischen Knotens gleichkommt. "Während die Normalisierung der Geldpolitik in Europa ihren Lauf nimmt, wird immer deutlicher, dass der Prozess wesentlich komplizierter ist als in jedem anderen Fall, an den wir uns erinnern können", erklärt Marès in einer Researchnote. Dafür gebe es mindestens drei Gründe:
Erstens unterscheide sich der aktuelle Inflationsschock, der weitgehend angebotsorientiert sei, deutlich von einem zyklischen Aufschwung und mache die optimale Reaktion unsicherer. Zweitens erschwere die finanzielle Fragmentierung, die sich aus der Straffung der Geldpolitik im Zusammenhang mit heterogenen Staatskrediten ergebe, die Festlegung des geldpolitischen Kurses allein durch die Höhe des Leitzinses. Drittens führe die Vielzahl der in den letzten zehn Jahren zur Lockerung des geldpolitischen Kurses eingesetzten Instrumente zu einer sehr hohen Überschussliquidität und werfe die Frage auf, wie diese Instrumente in einer Phase der Straffung miteinander interagierten.
Es sei verständlich, dass die Anhäufung von Komplikationen die Antizipation von geldpolitischen Entscheidungen schwieriger mache. Zudem sei zu erwarten, dass es immer schwerer werde, die Einstimmigkeit der Zentralbanker aufrechtzuerhalten, je mehr sich der geldpolitische Kurs einer neutralen Einstellung nähert und diese dann durchbricht.
Ermittlungen gegen Merck - Aktie abgestraft
Papiere von Merck stehen unter Druck. Der Kurs verliert 5,6 Prozent. Die Justiz in Frankreich hat weitere Ermittlungen gegen den französischen Zweig des deutschen Pharmakonzerns wegen "schwerer Täuschung" im Zusammenhang mit der Formeländerung des Schilddrüsen-Medikaments Levothyrox aufgenommen. Aus technischer Sicht liege die Aktie in einem Dreieck mit einem Abwärtstrend bei etwa 175 Euro und einem flachen Aufwärtstrend bei knapp 160 Euro.
Wall Street erneut im Minus
Der 14-Jahreshoch bei Renditen der US-Staatsanleihen setzt die Wall Street nach einer zweitägigen Erholung wieder unter Druck. Der Dow-Jones-Index verliert zunächst 0,3 Prozent auf 30.439 Punkte. Der S&P-500 taucht ein halbes Prozent auf 3703 Zähler ab. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fällt knapp ein Prozent auf 10.689 Punkte.
"Wir haben gerade eine Bärenmarkt-Rally erlebt. Der Markt wird solange mit Volatilität zu kämpfen haben, bis die Fed das Tempo ihrer Zinserhöhungen verlangsamt", sagt Robert Pavlik, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Dakota Wealth. "Das wird wahrscheinlich erst der Fall sein, wenn wir eine gewisse Schwäche auf dem Arbeitsmarkt sehen."
Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen kletterte auf den höchsten Stand seit Juli 2008, nachdem Daten einen Rückgang der Baubeginne im September um 8,1 Prozent zeigten - ein Zeichen, dass die US-Wirtschaft an Schwung verliert. Das hat den Appetit der US-Anleger auf Aktien gezügelt, obwohl die Erleichterung über einen gestoppten Kundenschwund bei Netflix die Nasdaq-Futures zunächst in die Höhe getrieben hatte.
Angst vor neuen Steuern schicken britische Banken-Kurse abwärts
Aktien britischer Banken sind unter Druck. Einem Bericht der "Financial Times" zufolge nimmt der britische Finanzminister Jeremy Hunt die Geldhäuser ins Visier, um sich neue Gelder zum Stopfen der Haushaltslücke zu verschaffen. So seien unter anderem neue Steuern für die Bankenbranche im Gespräch, hieß es in dem Bericht. Papiere von Lloyds und NatWest gaben bis zu fünf Prozent nach, erholten sich anschließend aber etwas.
Deutscher Energieversorger im Visier italienischer Wettbewerbshüter
Die Wettbewerbshüter in Italien haben gegen den Energiekonzern E.ON und weitere Versorger eine Untersuchung eingeleitet. E.ON und dem spanischen Energiekonzern Iberdrola werde vorgeworfen, Kunden, die mit der Bezahlung ihrer Rechnungen Schwierigkeiten haben, schlechtere Konditionen angeboten zu haben, teilt die Behörde mit. Von E.ON war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Iberdrola erklärte, im Rahmen der Gesetze zu handeln. Angesichts der explodierenden Energiepreise sei es mitunter für die Kunden besser, den Anbieter für Strom und Gas zu wechseln. Die Wettbewerbshüter haben auch den italienischen Konzern Iren im Visier und den Anbieter Dolomiti. Diese stünden im Verdacht, einseitig und unrechtmäßig Strompreise geändert zu haben. Iren wies das zurück.
US-Immobilienmarkt kühlt spürbar ab
Das Wohnungsbaugeschäft in den USA ist im September deutlich abgeflaut. Die Zahl der neu begonnenen Projekte fiel hochgerechnet auf das gesamte Jahr um 8,1 Prozent auf 1,439 Millionen, wie das Handelsministerium mitteilt. Im August waren es nach unten revidierten Zahlen 1,566 Millionen. Ökonomen hatten für September lediglich einen Rückgang auf lediglich 1,475 Millionen erwartet. Die Zahl der Baugenehmigungen stieg zugleich - und zwar um 1,4 Prozent auf annualisiert 1,564 Millionen.
Der Baubranche macht zu schaffen, dass mit den steigenden Zinsen auch die Hypotheken teurer werden. Die kräftig gestiegenen Preise für Holz und Baumaterialien sorgen für zusätzlichen Kostendruck. Die Inflationsrate lag im September bei 8,2 Prozent. Die US-Notenbank Federal Reserve hat die ausufernde Inflation zuletzt mit ungewöhnlich großen Zinsschritten bekämpft. Sie will Anfang November nachlegen. Der Leitzins liegt aktuell in der Spanne von 3,00 bis 3,25 Prozent.
Welche Zertifikate sind die besten?
Deutsche-Bank-Aktie mit Vorschusslorbeeren
Titel der Deutschen Bank gewinnen knapp ein Prozent. "Der Markt rechnet mit guten Quartalszahlen", so ein Händler. "Die starken Ergebnisse der US-Banken im Handel mit Festverzinslichen sind vermutlich eins zu eins auf die Deutsche Bank übertragbar", sagt er.
Brauerei-Kurse stürzen zum Teil ab
Nach einer Prognosesenkung stürzen die Aktien von Royal Unibrew um mehr als zehn Prozent ab. Die dänische Brauerei bekommt die steigenden Preise und eine stärkere Kaufzurückhaltung zu spüren und rechnet im Gesamtjahr mit einem geringeren operativen Ergebnis als bislang. Im Sog dessen fallen Carlsberg und Heineken je um mehr als drei Prozent. Titel von AB Inbev verlieren rund zwei Prozent, Papiere von Olvi 2,3 Prozent.
Hier greifen US-Anleger vorbörslich kräftig zu
Erleichterung über einen gestoppten Kundenschwund beschert Netflix vorbörslich einen Kursgewinn von mehr als vierzehn Prozent. Aktien anderer Streaming-Konkurrenten wie Walt Disney, Warner Bros Discovery, Comcast, Paramount Global und Roku legen ebenfalls bis zu 3,7 Prozent zu. Nach den Quartalszahlen hoben diverse Analysten ihre Kursziele für Netflix an. JP Morgan zeigte sich überzeugt, dass der Konzern das Umsatzwachstum unter anderem mit Hilfe von Werbung beschleunigen könne.
Procter & Gamble kappt Prognose
Der US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble hat trotz eines leichten Zuwachses im ersten Quartal seines Bilanzjahres 2022/23 die Umsatzprognose für das Gesamtjahr eingedampft. Der Vorstand erwarte nun einen Rückgang des Nettoumsatzes um ein bis drei Prozent statt eines Zuwaches um zwei Prozent, teilt der Konzern mit. Er verwies dabei auf Belastungen durch den starken Dollar. Das Ziel für das organische Umsatzwachstum von drei bis fünf Prozent behielt er bei. Im Zeitraum Juli bis September legte der Nettoumsatz um ein Prozent auf 20,6 Milliarden Dollar zu. "Wir haben in unserem ersten Quartal des Geschäftsjahres 2023 in einem sehr schwierigen Kosten- und Betriebsumfeld solide Ergebnisse erzielt", sagte Konzernchef Jon Moeller.
About You punktet bei Bayern München
About You findet immer mehr Abnehmer für seine Shop-Software. Die Sparte Scayle habe in den vergangenen Monaten unter anderem den Schuhhändler Deichmann, die Optiker-Kette Fielmann und den deutschen Fußball-Rekordmeister FC Bayern München als Partner gewonnen, teilt das Online-Modehaus mit. Diese nutzten künftig für ihre Internet-Shops die Technologie von About You. Aus Lizenz- und Serviceverträgen sichere sich Scayle damit ein Umsatzvolumen von rund 100 Millionen Euro über die Vertragslaufzeit.
About You bietet seine Software seit 2018 Geschäftskunden an. Insgesamt leidet das Unternehmen allerdings ähnlich wie die Konkurrenz unter der wachsenden Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Im abgelaufenen Quartal verlangsamte sich das Umsatzwachstum im Konzern und der operative Verlust vervielfachte sich auf 42,8 Millionen Euro.
Abbau der EZB-Bilanz ist nächster Schritt
Die nächste und letzte Etappe im Prozess der geldpolitischen Normalisierung der Europäischen Zentralbank (EZB) wird aus Sicht der Unicredit-Ökonomen der Bilanzabbau sein. Dieser Prozess habe im vergangenen Dezember begonnen, als die Zentralbank ankündigte, dass die Nettokäufe von Vermögenswerten im Rahmen des PEPP im ersten Quartal dieses Jahres eingestellt werden. Darauf folgten am 23. Juni der Wegfall der Sonderkonditionen für TLTRO, das Ende der Nettokäufe von Vermögenswerten im Rahmen des APP zum 1. Juli und einige Wochen später der Beginn der Zinserhöhungen.
Die Umsetzung des Quantitative Tightening (QT) in der Eurozone sei mit Herausforderungen verbunden, erklären die Unicredit-Experten, die größtenteils mit dem Risiko zusammenhingen, das die Verringerung der Reinvestitionen für den geldpolitischen Transmissionsmechanismus darstellt, während gleichzeitig das TLTRO ausläuft.
Ökonomen: EZB erhöht nochmals um 75 Basispunkte
Die Ökonomen von Goldman Sachs rechnen damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei der Oktober-Sitzung zum zweiten und letzen Mal eine Zinserhöhung um 75 Basispunkte vornimmt. "Wir gehen davon aus, dass die EZB-Vertreter ein solches Frontloading bei den Leitzinsen mit dem anhaltenden Inflationsdruck und den Risiken von Zweitrundeneffekten begründen werden", schreiben die Experten in ihrem Ausblick auf die Ratssitzung.
Der EZB-Rat werde voraussichtlich bei seinem Ansatz bleiben, wonach Entscheidungen von Sitzung zu Sitzung getroffen werden. Und Präsidentin Christine Lagarde werde wahrscheinlich kaum zusätzliche Informationen über die endgültige Höhe des Leitzinses liefern.
"Wir gehen davon aus, dass Präsidentin Lagarde anerkennen wird, dass die Diskussion über eine quantitative Straffung (QT) begonnen hat, und bekräftigen wird, dass der Rat plant, die Leitzinsen zu normalisieren, bevor er zur QT übergeht", erklären die Fachleute. "Schließlich wird der EZB-Rat wahrscheinlich Maßnahmen ergreifen, um die Verzinsung von Bankreserven zu begrenzen und vorzeitige TLTRO-Rückzahlungen zu fördern."
"Gold hat sich von Aktienmärkten abgekoppelt"
Die Feinunze Gold fällt unter 1640 Dollar und markiert den tiefsten Stand seit Ende September. "Gold hat sich seit einigen Tagen von den Aktienmärkten abgekoppelt", so ein Marktteilnehmer. Das Gold leide offensichtlich stärker unter der geldpolitischen Straffung.
Wall Street vor festem Auftakt
Zur Wochenmitte zeichnet sich an den US-Börsen ein eher verhaltener Handelsauftakt ab. Die Futures auf die großen Aktienindizes tendieren vorbörslich etwas fester. Nach der deutlichen Erholung an den beiden vorigen Tagen dürften die Anleger erst einmal innehalten und die weitere Nachrichtenlage abwarten, heißt es aus dem Handel.
Die Aufmerksamkeit richtet sich mehr und mehr auf die gerade anlaufende Bilanzsaison, die in den vergangenen Tagen schon einige positive Überraschungen ergeben hat. Überschattet wurden diese jedoch von der hartnäckig hohen Inflation. Am Markt bestehen daher kaum Zweifel, dass die US-Notenbank mit ihren rigorosen Zinserhöhungen fortfahren wird. Ein Zinsschritt von 75 Basispunkten bei der nächsten Fed-Sitzung Anfang November wird derzeit mit 95 Prozent eingepreist.
Konjunkturseitig stehen am Mittwoch Daten zu Baugenehmigungen und -beginnen im Blick. Im späteren Verlauf wird die US-Notenbank ihr "Beige Book" veröffentlichen. Außerdem stehen Auftritte mehrerer Fed-Vertreter auf der Agenda.
Netzentgelte könnten Strompreise weiter treiben
Abfüllanlagenbauer erhöht Umsatzprognose
Der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller Krones steuert in diesem Jahr auf einen Umsatz von mindestens vier Milliarden Euro zu. Das Unternehmen aus Neutraubling bei Regensburg erwartet nun eine Umsatzsteigerung um zehn bis zwölf Prozent, wie Krones mitteilt. Bisher war der Weltmarktführer von einem Plus von etwa acht Prozent ausgegangen. 2021 hatte Krones 3,64 Milliarden Euro umgesetzt. Die Produktion werde auch im vierten Quartal gut ausgelastet sein, weil die Nachfrage hoch sei und man mit den knappen Ressourcen inzwischen gut zurechtkomme - vorausgesetzt, die Energie werde im Winter nicht knapp. Die operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) werde wohl bei etwa neun Prozent liegen, also am oberen Ende der Zielspanne. Im ersten Halbjahr lag sie bei 8,8 Prozent.
"Risiko" - Kursrutsch bei DAX-Konzern
Mit dem starken zweistelligen Kursrückgang hat die Aktie von Sartorius wieder ein technisches Verkaufssignal gegeben, wie Christian Henke von IG Markets sagt. "Die Gefahr eines Rückschlags Richtung Jahrestief bei 293,30 Euro sei nun groß. Zwar könnten kurzfristige Schnäppchenjäger den Kurs noch einmal Richtung 373 Euro hochziehen, ein Überwinden dieses Retracement-Widerstands sei aus technischer Sicht aber wenig wahrscheinlich. Der Kurs sackt fast 15,6 Prozent ab und notiert bei 330,80 Euro.
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Just-Eat-Aktien drücken Hellofresh und Delivery Hero
Die Zahlen von Just Eat Takeaway drücken auch auf Hellofresh und Delivery Hero. Sie fallen alle zeitweise jeweils bis zu knapp drei Prozent. Die Zahlen von Just Eat sind in der Breite etwas schwächer ausgefallen als erwartet, wie ein Händler sagt. Den Ausblick hat das Unternehmen allerdings bestätigt.
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"Wir sehen definitiv gerade Chancen für Anleger"
Eurozonen-Inflation klettert weiter
Die Inflation im Euro-Raum ist im September nur knapp unterhalb der Marke von zehn Prozent geblieben. Angetrieben durch einen anhaltenden Preisschub bei Energie stiegen die Verbraucherpreise im September binnen Jahresfrist um 9,9 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat mitteilt. Seit es den Euro gibt, war die Inflation in der Ländergemeinschaft noch nie so hoch. Eine erste Schätzung von Eurostat Ende September hatte sogar eine Rate von 10,0 Prozent ergeben. Im August lag die Teuerung bei 9,1 Prozent. Für die EZB nimmt damit der Druck zu, auf der kommenden geldpolitischen Sitzung nächste Woche mit einem erneuten kräftigen Zinsschritt gegenzusteuern.
Im Kampf gegen die Rekordinflation hat die EZB bereits die Zinswende vollzogen. In kurzer Abfolge erhöhte sie im Sommer in zwei Schritten den Leitzins auf inzwischen 1,25 Prozent und den an den Finanzmärkten maßgeblichen Einlagensatz auf 0,75 Prozent. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte zudem weitere Schritte nach oben in Aussicht gestellt. Mehrere Währungshüter machten sich unlängst bereits dafür stark, die Schlüsselsätze wie im September am 27. Oktober erneut in einem Mega-Zinsschritt um 0,75 Prozentpunkte anzuheben. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel sprach sich unlängst für einen robusten Zinsschritt auf dem kommenden geldpolitischen Treffen aus.
Gewinn bei Online-Modehändler bricht ein
Die Kaufzurückhaltung der Kunden infolge der Inflation hat dem britischen Online-Modehändler ASOS einen Gewinneinbruch eingebrockt. Bei stagnierenden Erlösen von rund 3,9 Milliarden Pfund (4,5 Milliarden Euro) sank im Bilanzjahr 2021/22 - per Ende August - der bereinigte Vorsteuergewinn auf 22 Millionen von 193,6 Millionen Pfund im Vorjahr, wie die Firma mitteilt. Der für das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2022/23 erwartete Verlust werde durch Preisnachlässe auf Lagerbestände verschärft, hieß es. Der Vorstand rechnet allerdings damit, dass sich im zweiten Halbjahr der Druck verringern werde. Das Management will die Abläufe im Unternehmen straffen und so der schwachen Entwicklung entgegensteuern. Die Inflation trifft vor allem Menschen mit geringerem Einkommen, die nun den Gürtel enger schnallen. Das bekommen dann Firmen wie ASOS oder die Rivalen Boohoo und About You zu spüren, die noch in der Pandemie hohe Gewinne erzielten.
Schilddrüsenpräparat - Ermittlungen gegen Merck
In Frankreich ist ein förmliches Untersuchungsverfahren gegen Merck wegen möglicherweise irreführender Informationen über das Schilddrüsenmedikament Levothyrox des im DAX notierten Arzneimittelherstellers eingeleitet worden. Merck-Anwalt Mario-Pierre Stasi erklärt, das Unternehmen werde weiter mit den Behörden in der Angelegenheit zusammenarbeiten. Die Anordnung eines Richters aus Marseille betreffe nicht die neue Formulierung von Levothyrox, sondern die Art und Weise, wie Merck Informationen bei der Umstellung von der alten auf die neue Formulierung bereitgestellt habe.
Im März dieses Jahres hatte das höchste Gericht in Frankreich das Urteil eines Berufungsgerichts in Lyon aus dem Jahr 2020 bestätigt. Merck wurde demnach zur Zahlung von jeweils 1000 Euro zur Entschädigung von mehr als 3300 Menschen mit Schilddrüsenproblemen in Frankreich verurteilt, nachdem das Unternehmen 2017 die Formulierung des Mittels geändert hatte. Die Kläger hatten Merck vorgeworfen, nicht ausreichend über die Änderungen informiert zu haben. Sie hatten Nebenwirkungen wie Gedächtnisverlust, Gewichtszunahme und Herzklopfen darauf zurückgeführt, dass das Medikament keine Laktose mehr enthält.
Merck hatte die neue Formulierung auf Drängen verschiedener Gesundheitsbehörden entwickelt, um den Wirkstoff stabiler zu machen. Die bei der Arznei enthaltene Laktose wurde durch andere Zusatzstoffe ersetzt. Danach häuften sich allerdings die Beschwerden von Patienten. In Deutschland wird das Mittel unter dem Namen Euthyrox vermarktet. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte die neue Formulierung von Euthyrox 2018 zur Zulassung in 21 EU-Ländern empfohlen. In Frankreich war sie bereits 2017 eingeführt worden.
Personalkarussell dreht sich schneller: Zalando verliert weitere Führungskraft
14 Jahre nach der Gründung muss Europas Vorreiter im E-Commerce um seine Spitzenposition kämpfen. Hochkarätige Manager gehen reihenweise von Bord. Mit der Nachhaltigkeitschefin Kate Heiny verlässt eine weitere Führungskraft den Konzern, schreibt das "Handelsblatt". Heiny war gut drei Jahre beim Unternehmen.
Aber das sind nicht die einzigen Probleme, mit denen Zalando kämpft: Die Aktie hat seit Jahresbeginn zwei Drittel ihres Wertes verloren. Damit droht nun auch noch der Abstieg aus der ersten Börsenliga. Zalandos Platz im DAX könnte Sportwagenbauer Porsche einnehmen.
Apple drosselt Produktion
Wenige Wochen nach dem Start drosselt Apple einem Bericht zufolge die Produktion des iPhone 14 Plus. Der US-Technologie-Konzern habe mindestens einem Zulieferer in China mitgeteilt, vorerst keine Teile mehr für dieses Modell zu produzieren, berichtet der Branchendienst "The Information" unter Berufung auf Insider.
Wegen der schwächelnden Konjunktur und der gestiegenen Inflation sind Smartphone-Verkäufe weltweit rückläufig. Dem Branchendienst Canalys zufolge schrumpfte der Absatz im dritten Quartal im Jahresvergleich um neun Prozent. Dieser Trend werde sich die kommenden sechs bis neun Monate wohl fortsetzen.
Apple
Chipausrüster-Schwergewicht liefert ab
Der niederländische Chipausrüster ASML hat im dritten Quartal besser abgeschnitten als erwartet und Rekordbestellungen in die Bücher geholt. Bei einem Umsatz von 5,8 Milliarden Euro erzielte der Konzern einen Quartalsgewinn von 1,7 Milliarden Euro und übertraf damit die Analystenschätzungen von 5,41 Milliarden und 1,42 Milliarden Euro. Wie ASML mitteilt, erreichte der Auftragseingang 8,9 Milliarden Euro. Trotz der Schwäche des Endmarktes für Speicherchips sei "die Nachfrage nach unseren Systemen insgesamt weiterhin stark", erklärte Firmenchef Peter Wennink. Von den US-Sanktionen auf chinesische Technologieunternehmen erwarte er für ASML keine großen Auswirkungen. Die Firma könne weiterhin Nicht-EUV-Lithografiewerkzeuge, also weniger fortschrittliche Anlagen, aus Europa nach China liefern.
Just Eat schafft Rückkehr in die Gewinnzone
Europas größter Essenslieferant Just Eat Takeaway hat dank Kostensenkungen im dritten Quartal operativ wieder einen Gewinn (Ebitda) erzielt. "Nach zwei Jahren erheblicher Investitionen nach der Fusion und der Pandemie freue ich mich, dass Just Eat Takeaway.com früher als erwartet in die Gewinnzone zurückgekehrt ist", sagte Firmenchef Jitse Groen, ohne Zahlen zu nennen.
Er hatte jüngst bereits angekündigt, dass in der zweiten Jahreshälfte wohl wieder schwarze Zahlen geschrieben werden. Der Bruttotransaktionswert (GTV), eine gängige Kennzahl für Unternehmen im Onlinehandel, stieg im Quartal um 6,92 Milliarden Euro oder zwei Prozent, was kumuliert in den ersten neun Monaten 21,11 Milliarden Euro bedeutet.
"Netflix feuert aus allen Zylindern"
"Herbst-Rally im DAX dauert an"
Der DAX startet zur Wochenmitte erneut mit Gewinnen in den Handel. Der deutsche Börsenleitindex notiert 0,1 Prozent fester bei einem Stand von 12.785 Punkten. "Die Herbst-Rally dauert vorerst an", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf. "Bereits an den vier vorangegangenen Handelstagen konnte der DAX Gewinne verbuchen - zum Teil recht deutliche."
Pfund gibt nach Inflationsdaten nach
Das britische Pfund bröckelt nach den Inflationsdaten ab. Es verliert 0,2 Prozent auf 1,1301 Dollar. Steigende Nahrungsmittelpreise hatten die jährliche Teuerungsrate im September im Vereinigten Königreich auf 10,1 Prozent getrieben. Analysten hatten mit einem Anstieg auf 10,0 Prozent nach 9,9 Prozent im August gerechnet.
"Beitrag zum Energiesparen": Aldi Nord schließt Märkte abends früher
Der Discounter Aldi Nord will in der Energiekrise mehrere Filialen abends früher schließen. Die Öffnungszeiten "zahlreicher Märkte" würden angepasst, teilte das Unternehmen auf Twitter mit. Ab November würden diese Märkte um 20 Uhr schließen, hieß es.
Die Maßnahme, die einen Beitrag zum Energiesparen leisten solle, gelte zunächst für die Winterzeit 2022/2023. Bisher sind viele Aldi-Nord-Märkte in Großstädten wie Hannover oder Hamburg bis 21 Uhr geöffnet. Wie viele und welche Märkte von kürzeren Öffnungszeiten betroffen sind, teilte Aldi Nord nicht mit. Energie ist ein großer Kostenblock im Einzelhandel und fällt insbesondere für die Kühlung von Waren und die Beleuchtung an. Kürzere Öffnungszeiten bei Einzelhändlern sind in der Branche aber umstritten.
Börsianer haben Fluggesellschaften auf dem Zettel: United Airlines runden positives Bild ab
Gute Zahlen von United Airlines dürften auch die Stimmung für die europäischen Fluggesellschaften weiter stützen. Der Kurs legte nachbörslich gut 3 Prozent zu. Das Geschäft profitiert stark von der Hybrid-Arbeit in vielen Unternehmen und Verwaltungen: Die Leute sind flexibler und reisen mehr, wie die Fluggesellschaft sagt.
Die operative Marge werde im vierten Quartal das Vorpandemie-Niveau übertreffen. Die Gewinnerwartung der Analysten soll im vierten Quartal um mehr als 100 Prozent übertroffen werden.
DAX höher erwartet - US-Geldpolitik im Blick
Die Erholung am deutschen Aktienmarkt dürfte zur Wochenmitte anhalten. Am Mittwoch wird der DAX Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Am Dienstag hatte er 0,9 Prozent auf 12.765 Punkte gewonnen, nachdem das Einstampfen der umstrittenen Steuerpläne in Großbritannien die Stimmung aufgehellt hatte.
Weitere Hinweise auf die geldpolitische Richtung der US-Notenbank Fed erwarten die Anleger vom Konjunkturbericht Beige Book, der am Abend veröffentlicht wird. Zudem legen etliche Unternehmen Zahlen vor, darunter die Deutsche Börse und Sartorius. Aus dem Ausland stehen Tesla und IBM an.
Auftragsbestand der deutschen Industrie auf neuem Rekordhoch
Der Auftragsbestand der deutschen Industrie ist im August weiter gestiegen und hat ein neues Rekordniveau erreicht. Verglichen mit dem Vormonat legte er kalender- und saisonbereinigt um 0,3 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat war der Auftragsbestand kalenderbereinigt 11,1 Prozent höher. Das verarbeitende Gewerbe verzeichnete damit seit Februar jeden Monat einen neuen Höchststand an offenen Aufträgen seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2015.
Die offenen Aufträge aus dem Inland erhöhten sich im August gegenüber Juli um 0,1 Prozent, die aus dem Ausland um 0,5 Prozent.
Ölpreise legen nach Vortagesrutsch etwas zu
Die Ölpreise legen nach dem Kursrutsch am Vortag wieder etwas zu. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 90,31 US-Dollar. Das waren 28 Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 66 Cent auf 83,48 Dollar.
Am Ölmarkt blicken die Anleger derzeit vor allem in Richtung USA. Der von der Regierung im März angekündigte Verkauf von 180 Millionen Barrel Rohöl (rund 29 Milliarden Liter) aus der eigenen strategischen Reserve ist fast abgeschlossen. Wie ein hochrangiger Regierungsbeamter mitteilte, werde US-Präsident Joe Biden am Mittwoch die Abgabe der letzten 15 der 180 Millionen Barrel bekannt geben.
Angesichts hoher Benzinpreise infolge des Ukraine-Kriegs hatte sich die US-Regierung zu der historischen Freigabe entschieden - mit dem Ziel, den Marktpreis von Rohöl zu drücken. Kurz vor den US-Zwischenwahlen setzt Biden das Thema jetzt auf die Agenda, um bei Wählerinnen und Wählern zu punkten.
Nestle übernimmt US-Kaffeemarke
Der Konsumgüterkonzern Nestle baut sein Kaffeegeschäft mit einer Übernahme in den USA aus. Von Starbucks wird die Marke Seattle's Best Coffee gekauft, teilt der Schweizer Konzern mit. Das Sortiment von Seattle's Best Coffee an geröstetem und gemahlenem Kaffee sowie Pads sei in der Gastronomie und im Lebensmittelhandel erhältlich. Einen Preis für die Übernahme nannte die Nestle SA nicht.
Sartorius verdient deutlich mehr
Der Laborausrüster Sartorius hat in den ersten neun Monaten trotz Kostensteigerungen und Währungsbelastungen Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert. Bei einem Umsatzplus von 16,6 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro schnellte der operative Gewinn (Ebitda) um 21,4 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilt.
Für das Gesamtjahr präzisierte Vorstandschef Joachim Kreuzburg seine Prognose: Er erwartet einen Zuwachs der Erlöse am unteren Rand der prognostizierten Bandbreite von 15 bis 19 Prozent. Die operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) soll indes unverändert bei etwa 34 Prozent liegen. Beide Geschäftsbereiche seien zweistellig gewachsen. "Die Laborsparte entwickelte sich sehr dynamisch, mit besonders positiver Entwicklung im Geschäftssegment Bioanalytik", so Kreuzburg.
Warenhauskonzern Galeria will schon wieder Geld vom Staat - muss das sein?
Die Gerüchteküche um den Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) und mögliche weitere Staatshilfen brodelt weiter. Wie jetzt auch Business Insider unter Berufung auf vertrauliche Quellen berichtet, laufen Verhandlungen mit der Bundesregierung über weitere Hilfen aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) in Höhe von 238 Millionen Euro.
Das Bundesfinanzministerium habe bestätigt, dass der Konzern den WSF um weitere finanzielle Unterstützung gebeten hat, heißt es. Das Begehren werde derzeit geprüft. Laut Business Insider wirft die bislang nicht veröffentlichte Bilanz der Dachgesellschaft Signa Holding für 2021 die Frage auf, ob Staatshilfen für GKK notwendig sind, wenn die Dachgesellschaft einen Jahresüberschuss von 570 Millionen Euro ausweist.
Nuri macht dicht: 200.000 Kunden aufgefordert, Geld und Kryptowerte abzuziehen
Die insolvente Krypto-Plattform Nuri hat keinen Käufer gefunden und wird nun abgewickelt. In den vergangenen Wochen habe sich das wirtschaftliche Umfeld für Nuri weiter verschlechtert, zitiert das "Handelsblatt" Nuri-Chefin Kristina Walcker-Mayer.
Der Geschäftsbetrieb wird zum 18. Dezember eingestellt, wie es bereits am Vortag hieß. Die verbliebenen über 100 Mitarbeiter werden entlassen. Die rund 200.000 Kundinnen und Kunden des Berliner Startups seien informiert und gebeten worden, bis dahin sämtliche Gelder und Kryptowerte abzuziehen, teilte der Insolvenzverwalter, die Anwaltskanzlei GT Restructuring, am Nachmittag mit. Bis zum Stichtag werde das Unternehmen sie "vollumfänglich bei der Auszahlung ihrer Einlagen unterstützen", hieß es weiter.
Ein Willkommensangebot gibt es von der Online-Bank Vivid, die mit Nuri kooperieren will. Demnach können betroffene Nuri-Kundinnen und -Kunden ihr vorhandenes Guthaben auf die Vivid-App übertragen und dort wie gewohnt weiter in Anlagen wie Kryptowährungen investieren. Dafür müssen sie bei Vivid ein eigenes Profil anlegen.
Parteitag der KP enttäuscht: China-Börsen hinken hinterher
Die asiatischen Börsen zeigen sich heute überwiegend mit leichten Aufschlägen. Lediglich die chinesischen Aktienmärkte hinken mit Abschlägen hinterher. Der Parteikongress der Kommunistischen Partei (KP) in China wird von Händlern eher als enttäuschend charakterisiert. Trotz Ankündigungen zur Wirtschaftsförderung sei wenig Konkretes verlautbart worden, heißt es. China werde in diesem Jahr erstmals seit langem langsamer wachsen als die übrigen Volkswirtschaften in Asien, heißt es. Besonders übel stößt Anlegern das rigorose Festhalten an der Null-Covid-Strategie der Regierung auf, hier lieferte der Parteitag eine Bestätigung der bisherigen Politik.
In den Aktienmärkten der Region rücke die Berichtsperiode nun immer stärker in den Fokus. Händler versuchten, die Gewinnentwicklung der Unternehmen vor dem Hintergrund steigender Zinsen abzuwägen, heißt es weiter. Gut kommen im Handel die nach US-Börsenschluss veröffentlichten Geschäftszahlen von Netflix an.
In China sinkt der Schanghai-Composite um 0,5 Prozent, der HSI in Hongkong nach seinen deutlichen Vortagesaufschlägen gar um 1,2 Prozent. IG-Analyst Jun Rong Yeap spricht von einem Ausbleiben positiver Überraschungen auf dem Parteitag der KP. Im chinesischen Kernland werden Aufschläge bei Aktien im Bereich Zulieferung für Elektroautomobile wettgemacht von Abschlägen bei Spirituosen- und Haushaltsgerätewerten.
Der Nikkei-225 gewinnt in Tokio 0,5 Prozent - gestützt von Chemie- und Versorgertiteln. Händler sprechen von nachlassenden Sorgen über Kraftstoff- und Energiekosten. Die Erdölpreise waren am Vortag erneut deutlich unter Druck geraten. Passend dazu sinken die Erdölpapiere von Inpex um 1,2 Prozent. Nach einem erneuten 32-Jahrestief des Yen spekulieren Händler erneut über mögliche Interventionen zur Stützung der japanischen Währung.
Das wird für den DAX heute wichtig
Die Erleichterung über das Einstampfen der umstrittenen Steuerpläne in Großbritannien hat am Dienstag an den europäischen Aktienmärkten in Europa weiter für Kauflaune gesorgt. "Nachdem die britische Regierung die hart kritisierten Steuerpläne auf Eis gelegt hat, haben sich die Finanzmärkte beruhigt", sagte Christian Henke, Analyst beim Broker IG.
Unterstützung kam von der Bank of England, die Berichten zufolge den Verkauf von Staatsanleihen nach hinten verschieben will. Damit wolle die Zentralbank auf der Insel den Staatsanleihenmarkt zur Ruhe kommen lassen, anstatt ihn mit Verkäufen zusätzlich zu belasten, hieß es.
Was liegt heute an? Konjunkturmäßig gibt es am Vormittag die Daten zu den EU-Verbraucherpreisen im September. Bereits um 8 Uhr MESZ kommen die Briten mit ihren Inflationszahlen um die Ecke. Aus den USA gibt es am Abend den Konjunkturbericht (Beige Book) der Notenbank FED. Am Nachmittag werden jenseits des Atlantiks Zahlen zu den Baubeginnen und -genehmigungen im September geliefert.
Derweil ist in den Vereinigten Staaten die Berichtssaison voll angelaufen. Procter & Gamble und Abbott Laboratories öffnen vor Handelsbeginn an der Wall Street die Bücher. Nach Handelsschluss ziehen Tesla, IBM und Alcoa nach.
In Deutschland gewährt am Abend mit der Deutschen Börse ein DAX-Unternehmen Einblick in die Geschäftstätigkeit. Am Morgen werden die Zahlen von Sartorius veröffentlicht.