Der Börsen-Tag
20. September 2023
imageHeute mit Diana Dittmer und Thomas Badtke
Zum Archiv
17:39 Uhr

DAX geht vor Fed-Entscheidung in Vorlage

Vor der geldpolitischen Entscheidung der US-Notenbank am Abend hat der DAX ein Kursplus eingefahren. Er schließt 0,8 Prozent fester bei einem Stand von 15.782 Punkten. Der Handel sei aber von Zurückhaltung geprägt gewesen, heißt es von Marktteilnehmern. "Eine Zinspause bei 5,25 bis 5,50 Prozent gilt als ausgemacht, der Fokus dürfte damit auf den aktualisierten Leitzinsprojektionen liegen", so Ulrich Stephan, Anlagestratege der Deutschen Bank. An den neuen Zinsprojektionen werde ablesbar sein, ob die Marktteilnehmer für die verbleibenden Zinssitzungen der US-Notenbank in diesem Jahr richtig liegen. Weil eine weitere Zinsanhebung nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 44 Prozent eingepreist werde, wäre ein Anheben der Projektionen möglicherweise ein negatives Signal für die Aktien- und Zinsmärkte. Profitieren würde dann vermutlich der Dollar.

D erweil sind in Deutschland die Erzeugerpreise im August wie erwartet im Jahresvergleich um 12,6 Prozent gesunken. Ein Hoffnungsschimmer kommt aus Großbritannien. Dort stiegen die Verbraucherpreise im August in der Kernrate zwar um 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr; Ökonomen hatten aber mit 6,8 Prozent deutlich mehr erwartet.

"Nach drei Minustagen gibt es für den DAX endlich einen Tag der Erholung", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. "Die Frage ist nun: Zinserhöhung, Zinspause, Zinsgipfel?" Meyer verweist darauf, dass sich Anleger etwas mehr Klarheit von der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) erhofften: "Aber die Währungshüter werden sich wie gewohnt weiterhin alle Wege offenhalten", erläutert er. "Wer weiß, vielleicht tut sich ja auch gar nichts? Denn es gilt: Nach der Fed ist vor der Fed."

Nach den jüngsten Abschlägen melden sich Sartorius mit Aufschlägen von rund vier Prozent in einer technischen Gegenbewegung zurück. Möglicherweise positionieren sich auch einige Anleger mit Blick auf eine mögliche Verschärfung der Covid-Lage im Herbst beziehungsweise Winter. Delivery Hero gewinnen nach positiven Analystenstimmen gleich etwa sechs Prozent. Die Fraport-Papiere steigen um gut 5,5 Prozent. Das Unternehmen entwickle sich besser als angenommen, so Goldman-Sachs-Analyst Patrick Creuset laut Marktteilnehmern.

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DAX geht vor Fed-Entscheidung in Vorlage
17:25 Uhr

Kurs von Versicherer Baloise stürzt ab

Baloise rutschen nach Vorlage der Halbjahreszahlen um rund 7 Prozent ab. Laut der UBS hat der Versicherungskonzern mit dem Nettogewinn die Erwartung um 6 Prozent verfehlt, wofür vor allem das Lebensversicherungsgeschäft verantwortlich sei. Dazu erwarte Baloise, dass eine Reihe von Naturkatastrophen, insbesondere Hagelstürme in der Schweiz, die Ergebnisse des zweiten Halbjahres negativ beeinflussen werden.

Kurs von Versicherer Baloise stürzt ab
17:15 Uhr

Klage-Option positiv für Just Eat Takeaway

Just Eat machen einen Satz um 7,5 Prozent nach oben. Als positiv für die Lieferdienste Grubhub (im Besitz von Just Eat Takeaway), Uber und Doordash heben die Analysten von Citi die Entwicklung in den USA hervor. Sie könnten nun gemäß einem Bundesgerichtsurteil die Stadt New York wegen eines Gesetzes verklagen, das ihre Liefergebühren begrenzt. Richter Gregory Woods vom US-Bezirksgerichts sagte, dass ausreichende Beweise vorgelegt worden seien, dass das Gesetz sowohl die US-Verfassung als auch die Verfassung von New York verletzt.

Jede Entscheidung zur Aufhebung der Gebührenobergrenzen in New York dürften voraussichtlich Grubhubs EBITDA erheblich verbessern, so die Analysten. Wenn es eine Lösung in Bezug auf die Gebührenobergrenzen gebe, sei in Folge relativ schnell eine Veräußerung von Grubhub zu erwarten, weil das Management von Just Eat Takeawy erklärt habe, für einen vollständigen oder teilweisen Verkauf seines US-Geschäfts offen zu sein.

Klage-Option positiv für Just Eat Takeaway
17:03 Uhr

Großauftrag treibt Ypsomed-Aktien

Ein Großauftrag von Novo Nordisk gibt Ypsomed Auftrieb. Die Aktien des Schweizer Herstellers von Injektions- und Infusionssystemen steigen um 4,3 Prozent auf 278 Franken und gehören damit zu den größten Gewinnern an der Börse in Zürich. Ypsomed hat mit dem dänischen Hersteller der begehrten Abnehmspritze Wegovy einen langfristigen Liefervertrag für große Mengen von Autoinjektoren abgeschlossen. "Dieser Deal mit Novo dürfte Ypsomeds Injection-Systems-Geschäft auf ein neues Niveau bringen", erklärte ZKB-Analyst Daniel Buchta.

Großauftrag treibt Ypsomed-Aktien
16:53 Uhr

Merck vereinbart KI-Partnerschaften

Der Pharma- und Technologiekonzern Merck will mithilfe künstlicher Intelligenz seine Wirkstoffforschung vorantreiben. Mit den Pharma-KI-Experten BenevolentAI und Exscientia vereinbarte Merck Partnerschaften, die die Geschwindigkeit und Erfolgswahrscheinlichkeit seiner Wirkstofffindung erhöhen sollen, wie das Unternehmen mitteilt. Die Kooperation konzentriert sich auf die Entwicklung von niedermolekularen Wirkstoffkandidaten, die Merck dann in präklinischen und klinischen Studien weiter untersuchen will. Beide Partner erhalten jeweils

Vorauszahlungen im niedrigen zweistelligen Millionen-Dollar-Bereich. Sie haben zudem Anspruch auf weitere erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen sowie auf Lizenzzahlungen auf mögliche spätere Umsätze mit Produkten aus der Zusammenarbeit.

Merck vereinbart KI-Partnerschaften
16:42 Uhr

Firmen haben hohes Vertrauen in KI aus zwei Ländern

Deutsche Unternehmen haben hohes Vertrauen in Künstliche Intelligenz (KI) aus Deutschland und den USA. Das ergab eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom. Demnach ist für 81 Prozent der Unternehmen, die KI-Anwendungen bereits einsetzen oder künftig einsetzen wollen, das Herkunftsland ihres KI-Anbieters wichtig, und nur zwei Länder kommen für alle von ihnen (100 Prozent) in Frage: Deutschland und die USA. Neben Russland kommt auch China als Herkunftsland nicht in Frage. "In der IT geben die USA oft den Takt vor, speziell in dem wichtigen Bereich der Künstlichen Intelligenz genießen aber auch deutsche Anbieter großes Vertrauen. Das müssen wir nutzen und die deutschen KI-Anbieter dabei unterstützen, diese gute Position im Heimatmarkt auch international auszubauen", so Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. Bei KI spielten neben Themen wie der Leistungsfähigkeit der Angebote und dem Preis auch Vertrauen, Sicherheit und Datenschutz eine wichtige Rolle. Deutschlands Ziel müsse sein, in all diesen Bereichen ganz vorne mit dabei zu sein.

Firmen haben hohes Vertrauen in KI aus zwei Ländern
16:29 Uhr

Telekom-Chef Höttges äußert sich zu China-Bann und KI

Telekom-Chef Höttges wird nicht müde zu betonen, wie wichtig die Digitalisierung der Industrie in Europa ist. Welche Rolle Künstliche Intelligenz dabei spielt und was eine Einschränkung chinesischer Komponenten beim 5G-Ausbau für die Telekom bedeutet, erklärt der Konzernlenker im Gespräch mit "ntv-Telebörsen"-Chef Re

itz.

Telekom-Chef Höttges äußert sich zu China-Bann und KI
16:08 Uhr

Wall Street lauert

Wenige Stunden vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed rücken die wichtigsten Indizes an der Wall Street leicht nach oben. Der Dow-Jones-Index und der S&P-500 notieren zunächst 0,2 Prozent höher bei 34.576 beziehungsweise 4453 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewinnt genauso viel auf 13.710 Zähler.

Die Investoren gingen fest davon aus, dass die Fed bei ihrem Entscheid um 20 Uhr (MESZ) den Schlüsselsatz in der Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent belässt. Gleichzeitig warteten sie mit Spannung auf Hinweise zu den weiteren Schritten der Notenbanker. Dies grenzte den Analysten zufolge die Kursgewinne ein. "Die Erwartung, dass die Fed die Zinsen wahrscheinlich bis weit ins Jahr 2024 hinein über fünf Prozent hält, ist relativ neu, und dies übt einen gewissen Druck auf den Markt aus", sagt Keith Buchanan, Portfoliomanager beim Vermögensberater Globalt.

Gefragt bei den Einzelwerten sind unter anderem die Titel von Pinterest, die um mehr als sieben Prozent zulegten. Der Vorstand des Fotopinnwand-App-Anbieters hat ein Programm zum Rückkauf eigener Aktien von bis zu einer Milliarde Dollar genehmigt. Die Investoren decktn sich auch mit Coty ein. Die Papiere des Kosmetikkonzerns kletterten nach einer Prognoseanhebung um 6,4 Prozent.

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Wall Street lauert
15:50 Uhr

Apple-Mitarbeiter kündigen Streik an

Vor der Markteinführung des neuen iPhone 15 gehen die französischen Mitarbeiter des US-Techkonzerns Apple in Streik. "Die vier Gewerkschaften von Apple Retail France rufen zu einem Streik am 22. und 23. September auf", teilt die CGT Apple Retail in einer Erklärung mit. Die Geschäftsführung ignoriere die legitimen Forderungen und Anliegen ihrer Mitarbeiter, hieß es darin zur Begründung. Die Gewerkschaften riefen auch zu einer Demonstration am Freitagmorgen vor der Pariser Oper Garnier auf, die sich neben einem der Vorzeigefilialen von Apple befindet. Beschäftigte in rund drei Viertel der Apple-Läden in Frankreich könnten mobilisiert werden, sagt CGT-Gewerkschaftsmitglied Karine Chouchane der französischen Tageszeitung "Liberation".

Apple-Mitarbeiter kündigen Streik an
15:37 Uhr

EZB-Direktor fordert Unterstützung durch Regierung

EZB-Direktor Fabio Panetta hat die Regierungen der Euro-Länder aufgefordert, mit ihrer Fiskalpolitik die Anstrengungen der Notenbank zu Bekämpfung der Inflation zu unterstützen. "Geld- und Finanzpolitik sollten zusammenarbeiten, wenn es notwendig ist, etwa als Reaktion auf große Schocks", sagt er. Zudem plädierte er für ein gemeinsames Budget der EU zusätzlich zu den Ausgaben der Länder, um Investitionen aufrechtzuerhalten und und einen Haushaltskurs zu verfolgen, der die Geldpolitik ausbalancieren könne. Dabei hat der EZB-Direktor besonders die Zeit nach dem europäischen Wiederaufbaufonds Next Generation EU (NGEU) im Blick.

"Wir müssen jetzt anfangen, darüber nachzudenken, was nach Next Generation EU kommt, sonst riskieren wir einen Schritt zurück statt nach vorne", sagt er. Ohne einen solchen gemeinsamen Haushalt werde Europa nicht in der Lage sein, dem Finanzierungsbedarf nachzukommen und die privaten Investitionen anzuschieben, die für die Energiewende, die digitale Transformation und die Sicherheitsarchitektur in Europa erforderlich seien.

EZB-Direktor fordert Unterstützung durch Regierung
15:21 Uhr

DAX hat sich im Seitwärtszone festgebissen

Seit Monaten bleibt der DAX seinem Seitwärtstrend treu und kommt nicht richtig vom Fleck. Wird das auch in den kommenden Monaten so bleiben? Wie Anleger auch von solchen Seitwärtsphasen profitieren können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Jörg Scherer von der HSBC.

DAX hat sich im Seitwärtszone festgebissen
15:00 Uhr

Salzgitter ordert für Wasserstoff-Produktion

Der österreichische Anlagenbauer Andritz hat vom deutschen Stahlkonzern Salzgitter den Auftrag zur Errichtung einer der europaweit größten Anlagen zur Produktion von Wasserstoff erhalten. Auf dem Gelände der Salzgitter-Tochter Flachstahl werde eine 100-Megawatt-Elektrolyseanlage errichtet, die ab 2026 rund 9000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr erzeugen soll, teilen die beiden Unternehmen mit. Angaben zum Auftragswert wurden nicht gemacht. Die Anlage ist laut Salzgitter ein bedeutender Schritt hinsichtlich der Pläne für eine nahezu Co2-freie Stahlproduktion bis Ende 2033.

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Salzgitter ordert für Wasserstoff-Produktion
14:46 Uhr

Kommt das Kühne - Gegenangebot für HHLA?

Der Milliardär Klaus-Michael Kühne hat noch keine Entscheidung über ein Gegenangebot für eine Übernahme der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) getroffen. "Ich bin in Gesprächen, ich sehe es im Moment aber als weniger wahrscheinlich an", sagt Kühne der Wochenzeitung "Die Zeit". "Im Prinzip ist eine Übernahmeschlacht nicht gut - der Kurs der HHLA ist stark gestiegen, und man würde zu viel bezahlen, wenn man jetzt versucht, mit aller Kraft an Aktien zu kommen."

Die Hansestadt Hamburg als größter Anteilseigner der HHLA hatte vergangene Woche den Einstieg der Containerreederei MSC bei dem größten Terminalbetreiber der Hansestadt angekündigt. Dazu soll sich der Branchenführer mit knapp der Hälfte der Anteile an HHLA beteiligen. Die Hansestadt reduziert ihren Anteil von knapp 70 Prozent auf 50,1 Prozent.

Kommt das Kühne - Gegenangebot für HHLA?
14:27 Uhr

Huawei drängt zurück in den Markt für Überwachungskamera-Chips

Der umstrittene chinesische Konzern Huawei will Insidern zufolge verlorene Anteile im Markt für Überwachungskamera-Chips zurückerobern. Der Telekom-Ausrüster und Elektronik-Anbieter habe bereits mit der Auslieferung einer neuen Generation dieser Prozessoren begonnen, sagen mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. "Diese Überwachungschips sind im Vergleich zu Smartphone-Prozessoren relativ einfach herzustellen", fügte eine von ihnen hinzu.

Wegen möglicher Spionage für die chinesische Regierung steht Huawei auf einer schwarzen Liste der USA. Auch andere westliche Staaten sehen vor allem den Einsatz von Komponenten der Firma in Mobilfunknetzen kritisch. So will der Bund deren Einsatz ab dem 1. Januar 2026 teilweise verbieten.

Huawei drängt zurück in den Markt für Überwachungskamera-Chips
14:10 Uhr

Bauministerium zeichnet düsteres Bild

Das Bauministerium zeichnet vor dem für Montag geplanten Wohnungsgipfel im Kanzleramt ein düsteres Bild. "Die Gefahr besteht, dass dringend benötigte Kapazitäten in der Baubranche abgebaut werden müssen und wichtige Fachkräfte verloren gehen", heißt es in einem Papier des SPD-geführten Ministeriums. Im ersten Halbjahr 2023 sind die Baugenehmigungen um gut 27 Prozent eingebrochen. Die Baupreise waren zuletzt im zweiten Quartal um knapp neun Prozent zum Vorjahr gestiegen. Die Rahmenbedingungen mit hoher Inflation und deutlich gestiegenen Zinsen seien herausfordernd.

Bis Ende des Monats soll ein Hilfspaket für die Branche geschnürt werden. Experten gehen davon aus, dass dies am Montag vorgestellt werden könnte.

Bauministerium zeichnet düsteres Bild
13:54 Uhr

Aktienrückkauf pusht Pinterest-Aktien

Ein angekündigter Aktienrückkauf verleiht Pinterest Rückenwind. Die Titel der Online-Fotopinnwand steigen im vorbörslichen US-Handel um mehr als vier Prozent. Der Vorstand hat ein Programm zum Rückkauf eigener Aktien von bis zu einer Milliarde Dollar genehmigt. Zudem sprachen die Analysten der Citigroup eine Kaufempfehlung für die Titel aus.

Aktienrückkauf pusht Pinterest-Aktien
13:38 Uhr

"Fed-Chef Powell weiß, er muss jetzt zweigleisig fahren"

Die US-Notenbank Fed entscheidet über den weiteren Kurs der Geldpolitik. Robert Halver, Kapitalmarktanalyst der Baader Bank, ist überzeugt, dass sie die Zinsen nicht anheben wird. Wie es für den Rest des Jahres aussieht und welchen Einfluss die Entscheidung auf die EZB hat, erklärt der Experte im Interview mit ntv.

"Fed-Chef Powell weiß, er muss jetzt zweigleisig fahren"
13:21 Uhr

Oracle setzt auf Ampere-Chips

Der SAP-Konkurrent Oracle setzt bei seinen Cloud-Computing-Diensten künftig auf die Prozessorchips von Ampere. Das gibt der US-Softwarekonzern bekannt. Die beiden Unternehmen sind eng miteinander verflochten: Oracle ist Großinvestor bei dem Chiphersteller, Ampere-Chef Renee James sitzt im Oracle-Vorstand. Cloud-Computing-Unternehmen gehören zu den größten Abnehmern von Chips, die sie in großen Mengen kaufen und an Software-Entwickler vermieten. Ampere, gegründet von ehemaligen Intel-Managern, entwickelt Chips für Rechenzentren mit der Technologie von Arm und lagert die Produktion an das taiwanesische Unternehmen TSMC aus.

Oracle setzt auf Ampere-Chips
13:07 Uhr

Deutsche-Bank-Chef: Deutschland ist nicht der "kranke Mann Europas"

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Die größte Aufgabe liegt laut Deutsche-Bank-Chef Sewing bei den Banken. "Wir sind stärker denn je als Risikomanager und Berater gefragt." (Foto: picture alliance/dpa)

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing ruft zu mehr Optimismus auf. "Ich kann mit den Abgesängen nichts anfangen, die derzeit überall auf Deutschlands Wirtschaft angestimmt werden. Wir sind nicht der kranke Mann Europas", sagte er beim "Banken-Gipfel" des "Handelsblatts" in Frankfurt. Es gebe aber strukturelle Mängel. "Und wir werden zum kranken Mann Europas werden, wenn wir diese strukturellen Defizite jetzt nicht angehen."

Er verwies unter anderem auf die hohen Energiekosten, Digitalisierungsrückstände und zu viel Bürokratie. Es herrsche zwar Einigkeit, dass hier etwas passieren müsse. Es gebe aber "lähmende Scheu vor Veränderungen. Zudem seien die Reformpläne oft "viel zu national gedacht". "Eine echte Agenda, die Europa mehr Souveränität und Unabhängigkeit von anderen Staaten und Regionen erlaubt, wäre die beste Form des De-Risking in einer Welt globaler Konflikte und Unsicherheiten."

Deutsche-Bank-Chef: Deutschland ist nicht der "kranke Mann Europas"
12:54 Uhr

Zwei Großkonzerne bestimmen vorbörslichen US-Handel

Unter den US-Einzelwerten legen Ford vorbörslich 0,3 Prozent zu. Der Autohersteller hat sich am Dienstagabend mit der kanadischen Gewerkschaft Unifor auf einen neuen vorläufigen Tarifvertrag geeinigt und damit einen zweiten Streik in den Betrieben in weniger als einer Woche verhindert. Fords Tarifverhandlungen mit Unifor laufen parallel zu denen in den USA mit der Gewerkschaft United Auto Workers (UAW).

Boeing rücken 0,5 Prozent vor. Der Flugzeughersteller hat die Prognose für den Bedarf an Verkehrsflugzeugen in China in den nächsten zwei Jahrzehnten dank des Wirtschaftswachstums und der Erholung des inländischen Luftverkehrs erhöht. Boeing stellte im Rahmen seiner jährlichen 20-Jahres-Prognose in Aussicht, dass China bis 2042 insgesamt 8.560 neue Verkehrsflugzeuge benötigen werde, gegenüber der Prognose von 8.485 aus dem vergangenen Jahr.

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Zwei Großkonzerne bestimmen vorbörslichen US-Handel
12:33 Uhr

Deutsche Investitionen nach China nahe Rekordwert

Trotz der politischen Debatte um ein De-Risking gehen deutsche Direktinvestitionen einer Studie zufolge verstärkt nach China. Unternehmen investierten dort im ersten Halbjahr 10,3 Milliarden Euro, wie aus einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht. Dies war zwar ein leichter Rückgang zum Rekordniveau von zwölf Milliarden Euro in den ersten sechs Monaten 2022, aber der zweithöchste Wert überhaupt. In allen ersten Halbjahren zwischen 2010 und 2020 wurde maximal halb so viel in China neu investiert, in der Regel deutlich weniger. "Der Drang nach China ist also weiter auf hohem Niveau." Der Anteil Chinas an allen deutschen Direktinvestitionsströmen ins Ausland kletterte sogar auf 16,4 Prozent. "So bedeutsam war das Land in Relation zum übrigen Ausland noch nie", sagte IW-Experte Jürgen Matthes.

Deutsche Investitionen nach China nahe Rekordwert
12:17 Uhr

An der Wall Street geht es moderat aufwärts

Die Wall Street dürfte mit leichten Aufschlägen in den Handel starten. Der Future auf den S&P-500 legt vorbörslich um 0,2 Prozent zu. Die Anleger dürften sich im Vorfeld der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Abend (20 Uhr MESZ) zurückhalten, heißt es von Marktteilnehmern.

Allgemein erwartet wird, dass die Fed die Leitzinsen unverändert belässt. Im Fokus dürften vor allem die ergänzenden Aussagen von Notenbankchef Jerome Powell stehen. Am Markt erhofft man sich hiervon Hinweise über den weiteren Zinskurs der Fed. Im Juni hatte sie bereits eine erste Zinspause eingelegt, im Juli dann aber den Leitzins um weitere 25 Basispunkte auf eine Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent angehoben.

Bei einigen Marktteilnehmern haben zuletzt unerwartet gute Wirtschaftsdaten aus den USA und der Anstieg der Ölpreise auf ein Zehnmonatshoch in dieser Woche die Befürchtung aufkommen lassen, dass der Inflationsdruck sich als hartnäckig erweisen könnte und die Fed länger an einer falkenhaften Zinspolitik festhalten könnte.

An der Wall Street geht es moderat aufwärts
12:00 Uhr

Analysten sehen bei Delivery Hero 100-Prozent-Chance

Ein positiver Analystenkommentar für Delivery Hero stimmt die Anleger euphorisch. Die Titel des Essenslieferanten ziehen um bis zu 8,2 Prozent auf ein Zweiwochenhoch von 32,24 Euro an. Die Analysten von Hauck Aufhäuser Investment Banking nahmen die Bewertung mit "Kaufen" auf und setzten ein Kursziel von 65 Euro. Sie rechnen für 2023 mit einem positiven operativen Ergebnis (Ebitda) der Firma, was "einen Wendepunkt für die Aktie" darstellen sollte, hieß es zur Begründung. Durch seinen Fokus auf Schwellenmärkte hebe sich Delivery Hero von seinen Mitbewerbern ab. Zudem sei das Unternehmen in letzter Zeit stark auf Margenausweitung fokussiert. Ein Händler sagte, auch das gelungene Börsendebüt des Mutterkonzerns des US-Lebensmittel-Lieferanten Instacart und eine allgemeine Erholungsbewegung bei Wachstumsaktien helfe den Titeln nach oben.

Analysten sehen bei Delivery Hero 100-Prozent-Chance
11:45 Uhr

DAX im Plus - Warten auf die Fed

Der DAX bewegt sich im Mittagshandel im Plus. Er leigt rund 0,5 Prozent fester bei Kursen um 15.760 Zähler. "Das ist positiv, aber kein sehr großer DAX-Sprung", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf. "Das ist aber auch nachvollziehbar: Die heutige Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed steht erst am Abend an, wenn hierzulande die Börsen schon geschlossen sind", erläutert sie. "Die Anleger warten schlichtweg ab, halten ihr Pulver trocken."

DAX im Plus - Warten auf die Fed
11:20 Uhr

Talanx-Absturz zieht Branchentitel abwärts

Die Kapitalerhöhung bei Talanx mit dem hohen Abschlag belastet die ganze Branche. So verlieren Hannover Rück 1,5 und Munich Re 0,5 Prozent, auch Allianz geben etwas nach. "Nach den starken Rally-Gewinnen sollten Hausse-Pausen nicht überraschen", meint ein Marktteilnehmer. Zudem sind Talanx nun unter den Platzierungspreis gerutscht, sie verbilligen sich um 6,8 Prozent auf 61,30 Euro.

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Talanx-Absturz zieht Branchentitel abwärts
11:03 Uhr

Musks Gehirnchip-Firma startet klinische Studie

Das Neurotechnologieunternehmen Neuralink von Tesla-Chef Elon Musk will mit der klinischen Studie mit seinem Hirnimplantat starten. Neuralink habe von einem unabhängigen Prüfungsausschuss die Genehmigung für die Rekrutierung von Patienten für die erste Studie mit seinem Gehirnimplantat für gelähmte Menschen erhalten, teilt das Unternehmen mit. Das Implantat soll bei Patienten mit Lähmungen aufgrund von Rückenmarksverletzungen oder amyotropher Lateralsklerose erprobt werden. Wie viele Teilnehmer die Studie umfassen wird, die etwa sechs Jahre dauern werde, gab Neuralink nicht bekannt.

Das Unternehmen hatte ursprünglich gehofft, die Genehmigung für die Implantation seines Geräts bei zehn Patienten zu erhalten. Neuralink verhandelte mit der US-Arzneimittelbehörde (FDA) aber schließlich über eine geringere Anzahl von Patienten, nachdem die Behörde Sicherheitsbedenken geäußert hatte, wie aktuelle und ehemalige Mitarbeiter berichten. Es ist nicht bekannt, wie viele Patienten die FDA letztlich zugelassen hat. Den Patienten soll nach Angaben von Neuralink ein Implantat in die Hirnregion eingesetzt werden, die den Bewegungswillen steuert. Das anfängliche Ziel bestehe darin, Menschen in die Lage zu versetzen, einen Computercursor oder eine Tastatur allein durch ihre Gedanken zu steuern.

Musks Gehirnchip-Firma startet klinische Studie
10:45 Uhr

Banger Blick auf den Leitzins - was plant die Fed?

Der Kampf gegen die Inflation ist für die Notenbanken weiterhin nicht vorbei und so blickt die Finanzwelt gespannt auf die Federal Reserve. Werden die US-Notenbanken weiter an der Zinsschraube drehen und wenn ja, wie stark? Beobachter rechnen zunächst mit einer Ruhephase.

Banger Blick auf den Leitzins - was plant die Fed?
10:28 Uhr

Kaufempfehlung treibt Hugo-Boss-Kurs

Anleger folgen einer Kaufempfehlung für Hugo Boss. Die Aktien des Modekonzerns liegen etwa zwei Prozent im Plus und damit an der MDax-Spitze. Jefferies stufte die Titel hoch auf "Buy" von "Hold". Das Kursziel hoben die Analysten auf 80 von 69 Euro an. Die Aktien waren am Dienstag bei 65,24 Euro aus dem Handel gegangen.

Kaufempfehlung treibt Hugo-Boss-Kurs
10:09 Uhr

"Ölpreis kennt nur eine Richtung"

Um 20.00 Uhr MESZ steht die Zinsentscheidung der US-Notenbank auf der Agenda. Davor werden aber schon frische Lagerdaten vom US-Ölmarkt veröffentlicht. Vor der Hintergrund der zuletzt deutlich gestiegenen Preise für Brent und WTI sind das wichtige Zahlen, wie ntv-Börsenkorrespondent Jens Korte sagt.

"Ölpreis kennt nur eine Richtung"
09:43 Uhr

Ölpreise geben auf hohem Niveau nach

Am Ölmarkt setzen sich die kräftigen Preiserhöhungen der vergangenen Tage zunächst nicht fort. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November 93,50 US-Dollar. Das waren 84 Cent weniger als am Abend zuvor. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Oktober-Lieferung fiel um 82 Cent auf 90,38 Dollar.

Noch am Vortag hatten die Erdölpreise die höchsten Stände seit zehn Monaten markiert. Der Brent-Preis war auf mehr als 95 Dollar gestiegen. Hauptgrund für das hohe Preisniveau ist das knappe Angebot seitens größer Förderländer wie Saudi-Arabien und Russland. Auf der Nachfrageseite deutet sich eine leichte Konjunkturerholung in China an, während die allseits erwartete Rezession in den USA bislang ausgeblieben ist.

Ölpreise geben auf hohem Niveau nach
09:29 Uhr

Chinas Gallium- und Germanium-Exporte fallen auf null

Wegen verschärfter Exportkontrollen hat China im August keinerlei Gallium oder Germanium mehr exportiert. Dies ergibt sich aus eröffentlichten Zolldaten der Volksrepublik. Im Juli hatte das Land noch 5,15 und 8,63 Tonnen dieser für die Chip-Herstellung benötigten Metalle ausgeführt.

Die Regierung in Peking hatte als Reaktion auf westliche Sanktionen im Juli eine Lizenzpflicht für Gallium- und Germanium-Exporte zum 1. August angekündigt. Die Bearbeitung der Anträge dauere aber etwa 45 Arbeitstage, sagten Branchen-Insider. "Wir haben im vergangenen Monat nichts ins Ausland verschifft, da wir noch auf eine Genehmigung warten."

Chinas Gallium- und Germanium-Exporte fallen auf null
09:20 Uhr

Analyst: Deutsche Produzentenpreise uneindeutig

Die Produzentenpreisen aus Deutschland im August bieten für Elmar Völker, Senior Fixed Income Analyst im LBBW Research, ein sehr stark gespaltenes Bild - je nachdem ob man auf die Vorjahres- oder auf die Vormonatsveränderungsrate schaut. Der rekordstarke Einbruch gegenüber dem Vorjahr resultiere aus gigantischen Basiseffekten aufgrund eines massiven Preisaufwärtsschubs im August 2022. Im Monatsvergleich seien die Produzentenpreise dagegen erstmals nach zuvor drei Rückgängen in Folge gestiegen, wenn auch moderat.

Der abnehmende Preisdruck im Vorjahresvergleich nähre einerseits die Hoffnung, dass sich die Inflation auch auf Konsumentenebene in den kommenden Monaten weiter abschwäche. Andererseits mahne der Aufwärtshaken im Vormonatsvergleich, den Kampf gegen die hohe Inflation nicht voreilig für gewonnen zu erklären. Dies gelte zumal mit Blick auf den jüngsten neuerlichen Anstieg der Ölpreise, der Aufwärtsrisiken für die kommenden Monate andeute.

Analyst: Deutsche Produzentenpreise uneindeutig
09:14 Uhr

DAX startet höher

Günstige Preisdaten stützen die Stimmung an den Märkten etwas. Der DAX krabbelt 0,3 Prozent ins Plus und notiert damit bei 15.708 Punkten.

Auch der Bund-Future hat die Tiefs hinter sich gelassen. In Großbritannien lag die Inflation im August mit 6,7 Prozent unter der Schätzung von 7,0 Prozent. Die deutschen Erzeugerpreise sind im August wie erwartet um 12,6 Prozent zurückgegangen, so stark wie noch nie seit 1949.

Die größten Gewinner sind Sartorius mit plus 2,5 Prozent gefolgt von Zalando und Deutsche Post. Die Schlusslichter bilden Hannover Rück mit minus 1,5 Prozent und Rheinmetall und Deutsche Börse mit jeweils minus 0,6 Prozent.

DAX startet höher
08:51 Uhr

"Druck lässt deutlich nach": Erzeugerpreise fallen in Rekordtempo

Die deutschen Erzeugerpreise sind im August in Rekordgeschwindigkeit gefallen. Die Produzenten gewerblicher Produkte - von Benzin bis Zucker - verlangten durchschnittlich 12,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. "Das war der stärkste Rückgang der Erzeugerpreise gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949", hieß es dazu. Ökonomen hatten mit einem Rückgang in dieser Höhe gerechnet, nachdem es im Juli bereits ein Minus von 6,0 Prozent gegeben hatte. Von Juli auf August zogen die Produzentenpreise dagegen an, und zwar um 0,3 Prozent.

"Druck lässt deutlich nach": Erzeugerpreise fallen in Rekordtempo
08:36 Uhr

Britische Inflation sinkt vor Zinsentscheid überraschend - Pfund unter Druck

Die britische Inflation hat im August vor der Zinsentscheidung der Bank of England überraschend nachgelassen. Die Verbraucherpreise stiegen um 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt ONS in London mitteilte. Ökonomen hatten dagegen mit einem Anstieg auf 7,0 Prozent gerechnet, nach 6,8 Prozent im Juli. Für nachlassenden Preisdruck sorgte vor allem die Entspannung bei Hotel- und Flugpreise. Auch verteuerten sich Lebensmittel nicht mehr so stark, wie die Statistiker erklärten.

Trotz der erfreulichen Tendenz sei die Inflationsrate aber immer noch "zu hoch", sagte Finanzminister Jeremy Hunt in einer ersten Reaktion. Die Regierung bleibe daher bei dem Plan, die Teuerungsrate zu halbieren, "um den Druck auf Familien und Unternehmen zu verringern". Das britische Pfund geriet nach Veröffentlichung der Daten unter Druck zu Euro und Dollar, weil einige Anleger nun auf eine Zinspause spekulieren. Die britische Zentralbank hat ihren Leitzins seit Ende 2021 14 mal in Folge angehoben, um die Inflation einzudämmen. Ökonomen gehen bislang davon aus, dass die Bank of England heute nochmals nachlegen wird und den Leitzins von 5,25 auf 5,50 Prozent heraufsetzen wird. Danach dürfte eine Pause folgen.

Britische Inflation sinkt vor Zinsentscheid überraschend - Pfund unter Druck
08:32 Uhr

Ökonomin Grimm für Verlängerung der Energiepreisbremsen

Die Ökonomin Veronika Grimm hat sich für eine Verlängerung der geltenden Gas- und Strompreisbremsen ausgesprochen. "Die Gaspreisbremse ist ein wichtiges Instrument, um die Menschen vor den Härten der Energiekrise zu schützen", sagte Grimm, die als Mitglied des Sachverständigenrats zu den sogenannten Wirtschaftsweisen zählt, der "Rheinischen Post".

"Auch für den nächsten Winter ist es noch unklar, ob es wieder zu einem Anstieg der Gas- und Strompreise kommt", sagte Grimm. Dies dürfte nach ihren Worten davon abhängen, ob die Länder, die immer noch von Russland beliefert werden, im Zuge des Ukrainekriegs von der Versorgung durch Russland abgeschnitten werden: "In diesem Fall könnte es durchaus wieder zu heftigen Preisanstiegen kommen." Von daher sollten die Energiepreisbremsen als Versicherungsinstrument bis Ende April 2024 verlängert werden, so wie es von der Expertinnenkommission Gas und Wärme auch vorgeschlagen worden sei.

Die Preisbremsen hätten vor allem die Unsicherheit reduziert und damit auch für eine Stabilisierung des Konsums gesorgt. "Man sieht aktuell in den Daten, dass der Anstieg der Verbraucherpreise für Energie im Frühjahr 2023 abflacht. Das dürfte auf die Preisbremsen zurückzuführen sein."

Hier mehr zum Thema:

Ökonomin Grimm für Verlängerung der Energiepreisbremsen
08:27 Uhr

Börsianer im Wartemodus

Es heißt wieder mal abwarten, was die Zinsentscheidung bringt. Diesmal sind die obersten Währungshüter aus den USA dran. Das Ergebnis wird erst nach dem Handelsschluss in Europa veröffentlicht.

Der DAX dürfte eng am Schlussstand vom Dienstag von 15.664 Punkten in den Handel gehen, ebenso der Euro-Stoxx-50. Während die Marktzinsen am Morgen auf dem stark gestiegenen Niveau etwas sinken, gibt der Ölpreis etwas nach.

"Eine Zinspause bei 5,25 bis 5,50 Prozent gilt als ausgemacht, der Fokus dürfte damit auf den aktualisierten Leitzinsprojektionen liegen", sagt Ulrich Stephan, Anlagestratege der Deutschen Bank auf den Abend. An den neuen Zinsprojektionen werde ablesbar sein, ob die Marktteilnehmer für die verbleibenden Zinssitzungen der US-Notenbank in diesem Jahr richtig liegen. Weil eine weitere Zinsanhebung nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 44 Prozent eingepreist werde, wäre ein Anheben der Projektionen möglicherweise ein negatives Signal für die Aktien- und Zinsmärkte. Profitieren würde dann vermutlich der Dollar.

Börsianer im Wartemodus
08:14 Uhr

BMW-Chef Oliver Zipse soll bis 2026 bleiben

Der BMW-Konzern steht einem Zeitungsbericht zufolge vor einer wichtigen Personalentscheidung. Der Vertrag von Vorstandschef Oliver Zipse soll bei einer Aufsichtsratssitzung in der kommenden Woche vorzeitig um zwei Jahre verlängert werden, schreibt das "Handelsblatt" unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Der 59-Jährige soll demnach bis Sommer 2026 an der Spitze des bayerischen Autobauers stehen. Eine vorzeitige Vertragsverlängerung gelte als Vertrauensbeweis der Großaktionäre aus der Familie Quandt, die rund die Hälfte der Stimmrechte bei BMW kontrollieren. Auch die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat wolle die Entscheidung mittragen, hieß es in dem Bericht.

BMW-Chef Oliver Zipse soll bis 2026 bleiben
07:46 Uhr

"Lohnt und rechnet sich nicht": Vonovia baut derzeit 60.000 Wohnungen nicht

Der Immobilienkonzern Vonovia hat wegen hoher Zinsen und Kosten den Bau zehntausender neuer Wohnungen auf Eis gelegt. "Bei uns liegen Planungen für insgesamt 60.000 Wohnungen in der Schublade", sagte Vonovia-Chef Rolf Buch den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Wir machen alles fertig bis zum Baurecht. Und hoffen, dass sich Bauen bald wieder lohnt und rechnet. Dann wollen wir sofort wieder bauen."

Buch zufolge fehlen in Deutschland derzeit mehr als eine Million Wohnungen. "Meine Schätzung ist, wir brauchen 700.000 Wohnungen im Jahr, auch wegen der zunehmenden Zuwanderung." Von einem Mietenstopp, wie ihn die SPD-Spitze Ende August in einem Beschlusspapier gefordert hatte, hält Buch wenig. "Allein die Diskussion erschwert schon neue Investitionen. Ein tatsächlicher Mietenstopp würde dazu führen, dass noch weniger gebaut wird als jetzt schon."

"Lohnt und rechnet sich nicht": Vonovia baut derzeit 60.000 Wohnungen nicht
07:45 Uhr

Euro vor US-Zinsentscheid stabil

Der Kurs des Euro kostet im frühen Handel knapp 1,07 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Abend zuvor. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,0713 Dollar festgesetzt.

Die Wochenmitte steht klar im Zeichen der US-Geldpolitik. Am Abend gibt die Zentralbank Federal Reserve neue Entscheidungen bekannt. Alles andere als unveränderte Zinsen wäre eine große Überraschung,

Euro vor US-Zinsentscheid stabil
07:23 Uhr

Neuausrichtung geht weiter: VW will Randbeteiligungen abstoßen

Volkswagen erwägt den Verkauf von Randbeteiligungen. Der Finanzchef von Europas größtem Autobauer, Arno Antlitz, erklärte laut "Handelsblatt", dass man in der Vergangenheit in viele Beteiligungen und Firmenkäufe investiert habe, die zum damaligen Zeitpunkt richtig gewesen seien.

Vor dem Hintergrund des Strategiewechsels müsse man diese nun aber neu bewerten. Bei VWs finanziellen Beteiligungen "sehen wir uns genau an, ob es strategisch sinnvoll ist, uns von bestehenden, nicht kontrollierten Beteiligungen zu trennen", sagte Antlitz. Namen nannte der Finanzchef nicht. Der Buchwert dieser Beteiligungen liegt laut aktuellem Geschäftsbericht bei 15 Milliarden Euro.

Volkswagen hat derzeit mit einem Nachfragerückgang in der Elektromobilität zu kämpfen. Im Werk im sächsischen Zwickau wurden die Verträge von rund 270 befristet Beschäftigten wegen der derzeitigen Delle in der Nachfrage nicht verlängert. Ähnliches war ein paar Monate zuvor am Standort Emden geschehen.

Neuausrichtung geht weiter: VW will Randbeteiligungen abstoßen
07:15 Uhr

Ford erzielt vorläufige Einigung mit kanadischer Autogewerkschaft

Ford hat sich am Dienstagabend mit der kanadischen Gewerkschaft Unifor auf einen neuen vorläufigen Tarifvertrag geeinigt und damit einen zweiten Streik in den Betrieben des Automobilherstellers in weniger als einer Woche verhindert. Fords Tarifverhandlungen mit Unifor laufen parallel zu denen in den USA mit der Gewerkschaft United Auto Workers (UAW). Dies ist eine ungewöhnliche Überlappung, die Ford und seine beiden Detroiter Wettbewerber - General Motors und die Chrysler-Muttergesellschaft Stellantis - unter Druck setzt, da beide Gewerkschaften gleichzeitig auf mehr Lohn und Sozialleistungen drängen.

Unifor und Ford gaben keine Einzelheiten zu der vorläufigen Vereinbarung bekannt, die etwa 5600 Mitglieder in den kanadischen Ford-Werken betrifft. Die von der UAW unabhängige Gewerkschaft Unifor vertritt rund 18.000 Beschäftigte bei GM, Ford und Stellantis in Kanada. Die Gewerkschaft hatte erklärt, sie dränge Ford zu besseren Renten, höheren Löhnen und einer Unterstützung zum Schutz der Arbeitnehmer bei der Umstellung des Unternehmens auf die Herstellung von Elektrofahrzeugen.

Ford erzielt vorläufige Einigung mit kanadischer Autogewerkschaft
07:10 Uhr

Talanx schließt Kapitalerhöhung erfolgreich ab

Dem Versicherungskonzern Talanx fließt durch eine Kapitalerhöhung ein Bruttoerlös von rund 300 Millionen Euro zu. Insgesamt wurden im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens unter Ausschluss des Bezugsrechts für Altaktionäre rund 4,878 Millionen neue Aktien zu je 61,50 Euro bei institutionellen Investoren platziert.

Die ebenfalls zum Verkauf angebotenen rund 1,626 Millionen Aktien aus dem Besitz von Mehrheitsaktionär HDI wurden zu denselben Konditionen platziert, sodass sich der HDI-Anteil am Talanx-Grundkapital auf 76,7 Prozent von 78,9 Prozent verringert. Der Streubesitz von Talanx wird sich nach Abschluss der Transaktion auf 23,3 von 21,1 Prozent erhöhen. Talanx ist im MDAX notiert.

Talanx schließt Kapitalerhöhung erfolgreich ab
07:06 Uhr

Hyundai steckt Milliarden in E-Autofertigung in den USA

Hyundai Motor wird 12,6 Milliarden US-Dollar in eine neue Elektrofahrzeug- und Batterieproduktion in den USA investieren. Es sollen Tausende Arbeitsplätze entstehen, wie der südkoreanische Autokonzern mitteilte.

Die Investition umfasst 7,59 Milliarden Dollar in den Standort der Hyundai Motor Group Metaplant America in Bryan County, Georgia, der mehr als 8500 Arbeitsplätze schaffen werde. Weitere 5 Milliarden Dollar sollen in das Joint Venture mit SK On in Bartow County, ebenfalls im Bundesstaat Georgia, fließen. Dort sollen etwa 3500 Menschen beschäftigt werden. Hyundai und Georgia Tech kündigten außerdem eine Partnerschaft an, die sich auf nachhaltige Mobilität und Wasserstofftechnologie konzentrieren soll.

Hyundai steckt Milliarden in E-Autofertigung in den USA
06:57 Uhr

Fed im Visier: Anleger in Asien scheuen das Risiko

Die Börsen in Asien präsentieren sich heute Morgen schwächer. Die Teilnehmer sind vorsichtig im Vorfeld der US-Notenbank-Entscheidung am Abend (mitteleuropäischer Zeit). Es wird zwar nicht mit einer Zinserhöhung gerechnet, doch dürften sich die Fed-Repräsentanten wohl eher falkenhaft äußern.

Grund ist die hartnäckige Inflation, die durch die scheinbar unaufhaltsam aufwärts laufenden Ölpreise stetige Nahrung erhält. Am Mittwoch geben die Ölpreise indes etwas nach; Teilnehmer sprechen von einer kleinen Gegenbewegung. Ein Warnsignal lieferte am Vortag die Verbraucherpreisinflation aus Kanada, die höher ausgefallen war als erwartet.

Am japanischen Markt fällt der Nikkei um 0,5 Prozent auf 33.066 Punkte, gedrückt vor allem von Elektronik- und Spiele-Aktien.

In Schanghai gibt der Leitindex 0,3 Prozent ab. Es gebe zwar Anzeichen dafür, dass der chinesische Aktienmarkt die Talsohle erreicht haben könnte, so James Wang, Leiter der China-Strategie bei UBS, aber "die Divergenz zwischen den Fundamentaldaten und den Aktienkursen könnte das Ergebnis einer schwachen Stimmung sein, die Zeit braucht, um zu drehen". Derweil hat die chinesische Notenbank die Leitzinsen unverändert belassen, nach einer Senkung im vergangenen Monat.

Der Hongkonger Markt folgt der Wall Street abwärts und verliert 0,7 Prozent. Die Risikoaversion könnte noch länger die Stimmung dominieren, vermutet Tina Teng, Marktanalystin bei CMC Markets.

Vergleichsweise gut hält sich der Kospi in Südkorea mit einem Minus von 0,2 Prozent. Die Aktien tendieren uneinheitlich, die Stimmung sei lustlos, berichten Beobachter. Transportwerte zeigen sich fester, während Energieaktien nachgeben.

Fed im Visier: Anleger in Asien scheuen das Risiko
06:30 Uhr

Das wird für den DAX heute wichtig

Einen Tag vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed haben sich die Anleger an den Aktienmärkten nicht aus der Deckung gewagt. In Frankfurt schloss der DAX 0,4 Prozent tiefer bei 15.664 Punkten. Anleger hätten vor dem Zinsentscheid in den Vereinigten Staaten ihr Pulver trocken gehalten und Gewinne mitgenommen, sagte Konstantin Oldenburger, Analyst vom Broker CMC Markets.

Neben der Fed, die am Mittwoch um 20.00 Uhr MESZ ihre Zinsentscheidung bekannt gibt, fällen in dieser Woche noch fünf andere Notenbanken der G20-Staaten ihr Urteil über die Leitzinsen, darunter die Bank of England und die Bank of Japan. "Es ist also ein guter Zeitpunkt zum Ausloten, wo wir uns im globalen Zinserhöhungszyklus befinden", kommentierte Oldenburger. Denn während die Fed ihren Zyklus höchstwahrscheinlich vorerst abgeschlossen habe und in der Eurozone und im Vereinigten Königreich noch jeweils ein Schritt nach oben folgen dürfte, gebe es auch Zentralbanken, die ihre Zinssätze bereits wieder senkten - darunter Polen, Brasilien und Chile.

Was liegt sonst noch an? Das Statistische Bundesamt legt die Daten zu den Erzeugerpreisen im August vor. Sie waren im Juli erstmals seit gut zweieinhalb Jahren wieder gesunken. Die Produzenten gewerblicher Produkte verlangten durchschnittlich 6,0 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In der Statistik werden die Preise ab Fabriktor geführt - also bevor die Erzeugnisse weiterverarbeitet werden oder in den Handel kommen. Sie lassen damit Rückschlüsse auf die Entwicklung der Verbraucherpreise zu.

Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.

Das wird für den DAX heute wichtig