Mittwoch, 30. Januar 2019Der Börsen-Tag

Heute mit Kai Stoppel
17:40 Uhr

Dax kommt gegen US-Zinsentscheid nicht an

Es ist mal wieder Zurückhaltung an Europas Börse angesagt - Anleger wollen zunächst wissen, wie es mit den Zinsen in den USA weitergeht, worüber die US-Notenbank aber erst am Abend Auskunft geben wird. Demnach fehlen an den Börsen die Kaufanreize, der Dax sinkt um 0,3 Prozent auf 11.182 Punkte.

Dax
Dax 12.654,95

Die US-Notenbank hat trotz des Booms am US-Arbeitsmarkt keinen Grund zur Eile bei weiteren Zinserhöhungen. Mit Blick auf die geldpolitische Entscheidung der Fed rechnen Marktteilnehmer daher mit einem taubenhaften Auftritt von Fed-Chef Jerome Powell.

Für die größte Aufregung am deutschen Aktienmarkt sorgt unterdessen das Papier des Zahlungsabwicklers Wirecard. Nach einem Zeitungsbericht über zweifelhafte Geldströme in Asien gerät die Aktie massiv unter Druck und rutscht zum Teil mehr als 20 Prozent ab. Am Ende geht sie mit einem Minus von 13,3 Prozent aus dem Handel.  Eine Sprecherin von Wirecard erklärte auf Anfrage jedoch, dass der Bericht "völlig substanzlos" sei.

Besser läuft es im Dax heute für Covestro, die mit einem Plus von 5,4 Prozent größter Dax-Gewinner sind. Grund für die Zuversicht der Anleger ist eine Meldung aus China: Einer der wichtigsten Produzenten von MDI - einem Isolierstoff, der im Bau sowie etwa bei Kühlschränken eingesetzt wird - hat eine Preiserhöhung angekündigt. Gut für Covestro, die verstärkt in die MDI-Produktion investiert und erst im Oktober den Bau einer neuen MDI-Fabrik in den USA angekündigt hat.

17:23 Uhr

Pfund leidet weiter unter Brexit-Chaos

US-Dollar / Britisches Pfund
US-Dollar / Britisches Pfund ,78

Das britische Pfund erholte sich nicht nachhaltig von seinen deutlichen Verlusten vom Vortag. Zwischenzeitliche Gewinne gibt es bis zum Nachmittag wieder ab.

Das erhöhte Risiko eines ungeordneten Brexits hatte das Pfund am Dienstag belastet. Ein Aufschub für den Brexit wurde abgelehnt. Das britische Parlament hatte aber der Regierung den Auftrag erteilt, die Brexit-Bedingungen mit der EU neu zu verhandeln. Die Europäische Union lehnte dies postwendend ab.

Der Euro gerät etwas unter Druck. Am Nachmittag kostet die Gemeinschaftswährung 1,1412 US-Dollar. Am Morgen hatte der Kurs noch bei 1,1450 Dollar gelegen.

16:10 Uhr

Wirecard brechen im Dax dramatisch ein

Wirecard
Wirecard 119,15

Die Aktie von Wirecard gerät massiv unter Druck. Anfänglich leichte Verluste, die als Gewinnmitnahmen galten, weiten sich am Nachmittag zu einem Minus von mehr als 20 Prozent aus.

Im Handel wird auf einen Artikel auf FT.com verwiesen. Demnach soll ein Wirecard-Manager in Asien im Verdacht stehen, Verträge gefälscht zu haben. Die Quelle ist dem Artikel nach ein Whistleblower.

Wirecard war in der Vergangenheit schon häufiger dem Angriff von Short-Attacken ausgesetzt. "Bisher haben sich alle Anschuldigungen als nicht haltbar erwiesen", so ein Marktteilnehmer.

15:55 Uhr

US-Börsen heben dank Apple und Boeing ab

Dow Jones
Dow Jones 27.039,16

Ermutigende Geschäftszahlen von Apple und Boeing locken US-Anleger an die Wall Street. Investoren hoffen zudem angesichts einer neuen Gesprächsrunde auf eine Annäherung zwischen den USA und China im Handelsstreit.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte und der Index der Technologiebörse Nasdaq klettern jeweils um ein Prozent auf 24.840 und 7095 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 legt 0,6 Prozent auf 2655 Zähler zu.

Am Abend werden die Investoren vor allem an den Lippen von US-Notenbankchef Jerome Powell hängen. Die Anleger erhoffen sich eine Bestätigung ihrer Einschätzung, dass 2019 keine weiteren Zinserhöhungen kommen werden. Der Fed-Chef sah zuletzt angesichts der lahmenden Konjunktur keinen Grund zur Eile auf dem Weg zu höheren Zinsen.

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15:37 Uhr

Terrortruppe Hamas setzt auf Bitcoin

Ruhig ist es um die Krypto-Währung Bitcoin seit dem vorläufigen Ende ihres Höhenflugs geworden. Nun kommt sie in einem Zusammenhang ins Gespräch, der so manchem treuen Anleger doch unangenehm werden dürfte: Terrorismus.

Denn der bewaffnete Arm der islamistischen Terrororganisation Hamas, welche über den Gaza-Streifen herrscht, fordert seine Anhänger auf, künftig via Bitcoin zu spenden, wie "Bloomberg" berichtet. Auf diese Weise sollen internationale Hürden für die Finanzierung der Terrorgruppe umgangen werden.

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Macht Negativ-Werbung für den Bitcoin: Hamas.

(Foto: picture alliance / Mohammed Tala)

 

15:24 Uhr

McDonald's wächst in den USA langsamer

McDonald's
McDonald's 187,56

Die Fastfood-Kette McDonald's hat in ihren US-Lokalen im vierten Quartal das geringste Umsatzwachstum seit fast zwei Jahren verzeichnet. Das Unternehmen leidet unter dem zunehmenden Wettbewerb mit örtlichen Restaurants und anderen Ketten. Der Erlös in den Geschäften in den USA, die seit mindestens 13 Monaten geöffnet sind, legte um 2,3 Prozent zu - weniger als Analysten erwartet hatten.

Insgesamt sank der Konzernumsatz um drei Prozent auf 5,16 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn stieg indes auf 1,42 Milliarden Dollar von knapp 699 Millionen vor Jahresfrist, als die US-Steuerreform belastet hatte.

14:46 Uhr

"China-Amazon" bekommt Handelsstreit zu spüren

Alibaba
Alibaba 158,60

Das abgeschwächte Wirtschaftswachstum in China und der Handelskonflikt mit den USA haben in der Bilanz des chinesischen Amazon-Rivalen Alibaba Spuren hinterlassen. Im wichtigen Weihnachtsquartal lag der Umsatz-Zuwachs zwar bei rund 40 Prozent. Der Zuwachs war aber so niedrig wie seit 2016 nicht mehr.

Der Gewinn lag dagegen höher als erwartet und zog um ein Drittel auf umgerechnet rund vier Milliarden Euro an, wie die nach Tencent zweitwertvollste börsennotierte Firma in Asien am Mittwoch mitteilte. Alibaba-Aktien zogen nach Vorlage der Zahlen im vorbörslichen Handel um zwei Prozent an.

14:18 Uhr

Novartis will richtig tief in die Tasche greifen

Novartis
Novartis 79,12

Der Chef des Pharma-Giganten Novartis, Vasant Narasimhan, hält weiterhin die Augen nach Zukäufen auf – und würde sich die auch einiges kosten lassen. Im Blick hat der Amerikaner vor allem Transaktionen bis zu fünf Milliarden Dollar.

Allerdings: Die Möglichkeiten für Akquisitionen über dieser Marke seien verhältnismäßig wenige und schienen oft teuer, sagt der Manager. Bei passender Gelegenheit würde Narasimhan aber auch tiefer in die Tasche greifen: "Null bis zehn Milliarden Dollar ist in etwa, was wir uns ansehen."

13:48 Uhr

Traumzahlen nützen Wirecard-Aktie nichts

"Sell on good news": Bei guten Nachrichten zu verkaufen, empfiehlt eine Börsenweisheit. Und deshalb wohl gehen die Papiere von Wirecard trotz eines Umsatz- und Gewinnsprungs im Schlussquartal auf Tauchstation. Die Aktien des Zahlungsabwicklers verlieren in der Spitze 3,3 Prozent auf 161,80 Euro. Sie bilden damit das Schlusslicht im Dax.

Wirecard
Wirecard 119,15

Börsianern zufolge nutzen Investoren die Zahlen, um Gewinne mitzunehmen. Seit Jahresbeginn kommen Wirecard auf ein Plus von gut 26 Prozent, der Dax selbst gewann im gleichen Zeitraum rund sechs Prozent.

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Starten zuletzt an der Börse durch: Wirecard-Aktien.

(Foto: picture alliance/dpa)

 

13:08 Uhr

Bestimmt Populisten-Kandidat bald bei der EZB mit?

Österreichs Regierung hat den FPÖ-nahen Wirtschaftswissenschaftler Robert Holzmann offiziell zum neuen Zentralbankchef nominiert. Damit würde Holzmann sein Land künftig auch im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) vertreten. Es wäre das erste Mal, dass ein Kandidat einer populistischen Partei dem obersten Beschlussorgan der EZB angehört.

Der 69-jährige Rentenexperte Holzmann war in der Vergangenheit bereits für die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), den Internationalen Währungsfonds (IWF) und von 1997 bis 2011 für die Weltbank tätig. Seit Langem ein Wegbegleiter der FPÖ, wurde er von den Rechtspopulisten für den Posten des Chefs der Österreichischen Nationalbank vorgeschlagen.

12:26 Uhr

Chinas Liebe zu Taschen treibt Pariser Börse an

LVMH
LVMH 375,40

An der Pariser Börse machen die Aktien des französischen Luxusgüter-Herstellers LVMH von sich Reden. Die Papiere steigen um bis zu 7,2 Prozent. In ihrem Windschatten gewinnen die Titel von Konkurrenten wie Richemont, Burberry oder Kering bis zu 3,6 Prozent.

LVMH hat seinen Umsatz unter anderem dank einer großen Nachfrage nach Louis-Vuitton-Taschen im wichtigsten Absatzmarkt China um neun Prozent auf 13,7 Milliarden Euro gesteigert.

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Kommen in China gut an: Handtaschen von Louis Vuitton.

(Foto: imago stock&people)

 

12:17 Uhr

"Gegenwind" belastet Wachstum in Deutschland

Nachdem es vergangene Woche bereits durchgesickert war, herrscht nun Gewissheit: Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent. Damit senkte die Regierung ihre Erwartungen an das Bruttoinlandsprodukt deutlich - in ihrer Herbstprognose war sie noch von 1,8 Prozent Wachstum ausgegangen.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier machte bei der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts vor allem den zunehmenden "Gegenwind" aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld für die schwächere Prognose verantwortlich. Dazu gehörten der anstehende Brexit und die anhaltenden Handelskonflikte ebenso wie das internationale steuerpolitische Umfeld, erklärte Altmaier.

11:38 Uhr

China signalisiert Zugeständnis im Handelsstreit

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Die Staatschefs unter sich: Chinas Präsident Xi und US-Präsident Trump.

(Foto: AP)

Es deutet sich Bewegung an im Handelsstreit zwischen den USA und China: Kurz vor neuen Gesprächen in Washington hat die Volksrepublik Zugeständnisse in Aussicht gestellt. Der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge soll das Parlament bereits im März über ein neues Gesetz zum Schutz ausländischer Firmen abstimmen.

Damit sollen diese besser vor Einmischung durch die Regierung in Peking und vor Technologieklau bewahrt werden. Ein besserer Schutz des geistigen Eigentums von US-Unternehmen in China ist eine der zentralen Forderungen von US-Präsident Donald Trump in der Auseinandersetzung.

11:07 Uhr

Covestro-Aktie im Dax einsame Spitze

Covestro
Covestro 45,54

Während im Dax heute die Minuszeichen dominieren, schlägt eine einzige Aktie eine deutlich andere Richtung ein: Covestro. Mit einem Aufschlag von zuletzt 4,5 Prozent steht sie einsam an der Spitze des deutschen Leitindex.

Händler verwiesen auf Preiserhöhungen des Covestro-Konkurrenten Wanhua Chemicals bei dem Kunststoffvorprodukt MDI. Nach Angaben von MainFirst-Analyst Isha Sharma handelt es sich dabei um die erste Preisanhebung seit acht Monaten. Das dürfte sich auch positiv auf Covestro auswirken. Das Unternehmen gehört neben Wanhua und BASF zu den weltweit führenden Firmen in dem Geschäft.

10:56 Uhr

Frankreichs Wirtschaft überrascht Volkswirte

Die französische Wirtschaft zeigt sich zuletzt überraschend robust: Trotz Beeinträchtigungen durch die "Gelbwesten"-Proteste konnte sie ihr Wachstumstempo Ende 2018 halten. Von Oktober bis Dezember wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 0,3 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt Insee mitteilte. Ökonomen hatten lediglich ein Mini-Plus von 0,1 Prozent erwartet, nach 0,3 Prozent im Sommer.

Im Gesamtjahr 2018 kam ein Wachstum von 1,5 Prozent heraus, wozu insbesondere steigende Exporte und höhere Unternehmensinvestitionen beitrugen. Die Regierungsprognose von 1,7 Prozent wurde damit allerdings ebenso verfehlt wie das Ergebnis von 2017 in Höhe von 2,3 Prozent.

10:17 Uhr

Eisenerz-Preis zieht nach Dammbruch in Brasilien an

Aus Furcht vor einem Angebotsengpass decken sich immer mehr Anleger mit Eisenerz ein. Dies treibt den Preis für den chinesischen Terminkontrakt um bis zu sechs Prozent auf ein Sieben-Monats-Hoch von 607 Yuan (90 Dollar) je Tonne. Damit summiert sich das Plus seit Wochenbeginn auf gut elf Prozent.

Der weltgrößte Eisenerz-Förderer Vale  hatte zuvor als Reaktion auf den Dammbruch in einer brasilianischen Mine eine Drosselung seiner Produktion um zehn Prozent angekündigt. Bei dem Unglück am Freitag waren Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Anleger rechneten damit, dass weitere Minen geschlossen würden, um die dortigen Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen, schrieben die Analysten der Bank ANZ.

 

09:29 Uhr

Japanischer Pharma-Crash reißt Börse mit

Nikkei
Nikkei 22.451,86

Ein Kurssturz von Sumitomo Dainippon verhagelt dem japanischen Nikkei-Index den Handelstag. Die Aktien des Pharmakonzerns verlieren knapp 19 Prozent, nachdem ein Schlaganfall-Medikament bei Tests nicht die erhofften Ergebnisse gebracht hatte.

Rund ein Viertel des Nikkei-Verlustes ging auf das Konto von Dainippon. Der japanische Leitindex fällt um ein halbes Prozent auf 20.556 Punkte.

Die Titel des Forschungspartners SanBio stürzen sogar um fast 26 Prozent ab. Dies brockt dem Mother Market für japanische Startups, an dem SanBio notiert ist, mit einem Minus von 8,1 Prozent den größten Tagesverlust seit einem Jahr ein.

09:22 Uhr

Keine Gewinne beim Dax - Anleger warten ab

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picture-alliance/ dpa

Dax
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Die Fed kreist wieder in den Köpfen der Anleger. Vor dem ersten Zinsentscheid der US-Notenbank in diesem Jahr halten sie lieber die Füße still. Der Dax startet leicht im Minus und fällt 0,4 Prozent auf 11.178 Zähler.

Eine Zinserhöhung gilt unter Börsianern als ausgeschlossen. Dafür werden sie am Abend genau zuhören, was Fed-Chef Jerome Powell zu sagen hat. Sie erhoffen sich eine Bestätigung ihrer Einschätzung, dass 2019 keine weiteren Zinserhöhungen kommen werden.

Neben der US-Zinspolitik steht auch das Brexit-Chaos im Fokus der Anleger. In puncto Zollstreit hoffen die Anleger auf eine Annäherung zwischen den USA und China. Heute soll eine neue Gesprächsrunde starten.

Guten Morgen, mein Name ist Kai Stoppel und ich begleite Sie heute durch den "Börsen-Tag". Bei Fragen, Anregungen und Kritik schreiben Sie mir doch einfach eine Nachricht an kai.stoppel(at)nachrichtenmanufaktur.de.

09:04 Uhr

Lkw-Bauer Volvo erfreut Aktionäre

Volvo
Volvo 12,75

Der schwedische Lkw- und Baumaschinenhersteller Volvo will nach einem Umsatz- und Gewinnanstieg 2018 seinen Aktionären mehr Geld ausschütten. Neben einer auf 5 Schwedische Kronen erhöhten Dividende je Aktie sollen die Anteilseigner zudem eine Sonderausschüttung von noch einmal 5 Kronen je Papier erhalten, wie der Rivale von Daimler sowie der Volkswagen-Töchter MAN in Stockholm mitteilte.

Volvo hatte in den wichtigsten Sparten Lastwagen und Baumaschinen deutlich mehr verkauft und verdient, während es bei den Bussen mau aussah. Der Umsatz kletterte konzernweit um 17 Prozent auf 390,8 Milliarden Kronen (37,7 Mrd Euro), der um Sondereffekte bereinigte Gewinn um fast 40 Prozent auf 40,7 Milliarden Kronen. Die Aussichten werden allerdings nun etwas düsterer, der Bestelleingang für Lkw im vierten Quartal sackte im Jahresvergleich um über 14 Prozent ab. Unter dem Strich stieg der auf die Aktionäre entfallende Gewinn im Gesamtjahr um gut ein Fünftel auf 24,9 Milliarden Kronen. Für das vierte Quartal hatte Volvo eine Rückstellung von 7 Milliarden Kronen gebildet, um Kosten für Probleme mit einer möglicherweise defekten Komponente der Abgasreinigung in einigen Modellen aufzufangen.

08:42 Uhr

Ölpreise verharren wegen Sanktionen auf höherem Niveau

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 58,94

Die Ölpreise haben ihre Gewinne vom Vortag halten können. Sanktionen der USA gegen den Ölsektor Venezuelas und Hoffnungen auf eine Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China stützten die Preise. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 61,55 US-Dollar. Das waren 23 Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 13 Cent auf 53,44 Dollar.

Am Dienstag hatten zwei Entwicklungen die Rohölpreise steigen lassen. Zum einen sorgten die politische Krise in Venezuela und damit verbundene Sanktionen der USA gegen das ölreiche Land für Verunsicherung am Markt. Das Risiko eines verminderten Ölangebots ließ die Preise klettern.

Zum anderen weckte US-Finanzminister Steve Mnuchin Hoffnungen, dass sich der Handelsstreit mit China entspannen könnte. Am heutigen Mittwoch beginnt eine neue Gesprächsrunde zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Eine weitere Eskalation des Disputs könnte das Wachstum der Weltwirtschaft belasten und damit auch die Rohölnachfrage dämpfen.

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08:15 Uhr

Brexit und Fed halten Dax-Anleger in Atem

Dax
Dax 12.654,95

In Erwartung neuer Hinweise zur US-Geldpolitik wird der Dax wohl kaum verändert starten. Am Dienstag hatte er 0,1 Prozent im Plus bei 11.218,83 Punkten geschlossen. Eine Zinserhöhung der US-Notenbank gilt unter Börsianern als ausgeschlossen. Umso aufmerksamer werden sie am Abend die Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell auf die Goldwaage legen. Sie erhoffen sich eine Bestätigung ihrer Einschätzung, dass 2019 keine weiteren Zinserhöhungen kommen. Parallel dazu beginnen neue Verhandlungen zwischen den USA und China zur Beilegung des Zollstreits.

Beschäftigt sind die Investoren zudem mit der Nachlese der Brexit-Abstimmung im Unterhaus. Die Abgeordneten votierten am Dienstagabend für eine Vorlage, die die bisherige Regelung für die irische Grenze - den sogenannten "Backstop" - durch alternative Mechanismen ersetzen würde. Damit stehen die Zeichen auf neuen Streit mit der EU.

Darüber hinaus rollt eine Welle von Firmenbilanzen auf die Anleger zu. Neben dem Technologie-Konzern Siemens öffnen in den USA das Online-Netzwerk Facebook und der Software-Konzern Microsoft ihre Bücher. Die New Yorker Börsen hatten am Dienstag trotz ermutigender Firmenbilanzen keine gemeinsame Richtung gefunden. Der Dow-Jones-Index schloss 0,2 Prozent höher, der S&P-500 sank um 0,1 Prozent und der Nasdaq verringerte sich um 0,8 Prozent.

 

07:58 Uhr

Brexit-Votum setzt Pfund unter Druck

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,11

Der Euro notiert zur Wochenmitte weiter über der Marke von 1,14 US-Dollar. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1440 Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag noch auf 1,1422 Dollar festgesetzt.

Unter Druck stand am Morgen das britische Pfund angesichts des erhöhten Risikos eines ungeordneten Brexit. Am Vorabend hatte das britische Parlament der Regierung den Auftrag erteilt, die Brexit-Bedingungen mit der EU neu zu verhandeln. Es geht vor allem um eine Auffanglösung für die Grenze zu Irland. Abgelehnt wurden dagegen Anträge zur Verschiebung des Brexit-Datums Ende März.

Am heutigen Mittwoch rückt gegen Abend mitteleuropäischer Zeit die amerikanische Geldpolitik in den Mittelpunkt. Die US-Notenbank Fed wird neue Entscheidungen bekanntgeben. Es wird nicht mit einer abermaligen Zinsanhebung gerechnet, nachdem bereits mehrere hochrangige Zentralbanker eine Zinspause angedeutet hatten. Fachleute erwarten am Abend eine Bekräftigung dieser Haltung.

Euro / Britisches Pfund
Euro / Britisches Pfund ,86

 

07:43 Uhr

Apple stützt Kurse in Asien

Die Aktienmärkte in Ostasien zeigen sich zur Wochenmitte uneinheitlich. Während es in Japan moderat abwärts geht, steigen in Südkorea die Kurse. Im Fokus der Märkte steht die Fortsetzung der Handelsgespräche zwischen den USA und China auf hoher Ebene in Washington und die Sitzung der US-Notenbank. Im unmittelbaren Vorfeld ist die Stimmung von Zurückhaltung geprägt.

Nikkei
Nikkei 22.451,86

Die Vorgaben von der für Asien wichtigen US-Börse Nasdaq sind zwar negativ, allerdings legte der Kurs der Apple-Aktie nachbörslich stark zu. Das globale Technologieschwergewicht hatte bei Vorlage seiner Geschäftszahlen zumindest keine negativen Überraschungen mehr parat. Ähnlich sah die Reaktion bei AMD aus. Auch bei dem Halbleiterhersteller waren die Geschäftszahlen nicht gut, aber auch hier hatte der Markt noch Schlimmeres befürchtet.

Stützend für die Kurse in Asien wirke in dem Zusammenhang auch, dass laut Apple-Chef Tim Cook die Handelsspannungen zwischen den USA und China im Januar nachgelassen haben. In Tokio gibt der Nikkei-225-Index um 0,48 Prozent auf 20.565 Punkte nach. Der Hang-Seng-Index in Hongkong bewegt sich kaum vom Fleck, der Schanghai-Composite gibt leicht nach.

07:11 Uhr

Siemens startet durchwachsen ins Geschäftsjahr

Siemens
Siemens 98,92

Der operative Gewinn von Siemens ist im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 abgebröckelt. Das angepasste EBITA aus dem Industriegeschäft ging von Oktober bis Dezember um sechs Prozent auf 2,07 Milliarden Euro zurück, wie der Konzern vor der Hauptversammlung in München mitteilte. Das lag unter den Erwartungen der Analysten.

Grund dafür waren vor allem unerwartet starke Gewinneinbrüche in der Kraftwerks-Sparte Power & Gas und im Energiemanagement. Der Nettogewinn brach um fast die Hälfte auf 1,12 Milliarden Euro ein, nachdem Siemens vor einem Jahr mit mehr als einer Milliarde vom Verkauf von Osram-Aktien und von der US-Steuerreform profitiert hatte. Der Umsatz stieg auf vergleichbarer Basis um zwei Prozent auf 20,1 Milliarden Euro.

Mut macht Siemens der Auftragseingang, der dank zahlreicher Großaufträge um 13 Prozent auf 25,2 Milliarden Euro sprang und damit die Prognosen der Experten übertraf. Im ersten Quartal lag die bereinigte Marge im Industriegeschäft mit 10,6 (Vorjahr: 11,4) Prozent unter dem Zielwert für das Geschäftsjahr 2018/19 (Ende September). Siemens peilt bei einem "moderaten Umsatzwachstum" eine operative Marge von elf bis zwölf Prozent an.

 

06:35 Uhr

Ebay übertrifft Erwartungen im Weihnachts-Quartal

Ebay
Ebay 35,34

Ebay überzeugt Anleger mit einem starken Weihnachts-Quartal - die Erwartungen bei Gewinn und Umsatz konnten sogar übererfüllt werden. Unter dem Strich stand im vierten Quartal ein Ergebnis von 763 Millionen Dollar nach einem Verlust von 2,6 Milliarden Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum.

  • Der Umsatz kletterte um 6,3 Prozent auf 2,88 Milliarden Dollar. Die Kennzahlen des in San José ansässigen Unternehmens übertrafen die Erwartungen der Analysten. Im nachbörslichen Handel legten die Ebay-Aktien um vier Prozent zu.
  • Zudem teilte das Unternehmen mit, erstmals eine Quartalsdividende zahlen zu wollen. Ebay will 14 Cent je Anteilsschein ausschütten.
  • Zuletzt hatten sich für Ebay die Investitionen in die Kundengewinnung ausgezahlt. Um mehr Kunden anzulocken und sich gegen die Konkurrenz von Amazon und Alibaba zu stemmen, startete Ebay diverse Initiativen und steckte Geld in die Produktentwicklung, Werbung und nutzerfreundlichere Internetseiten.

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