Mittwoch, 24. Juni 2020Der Börsen-Tag

mit Jan Gänger
Jan Gänger
17:53 Uhr

Dax bricht ein: Corona-Angst schlägt Wirtschaftsoptimismus

Nun scheint sie auch an den Börsen angekommen zu sein, die Erkenntnis, dass das Coronavirus nicht besiegt und eine schnelle Erholung der Wirtschaft noch lange keine ausgemachte Sache ist. Sowohl in Europa als vor allem auch in den USA lassen steigende Infektionszahlen die Sorge vor neuen Lockdowns steigen und die Börsenkurse sinken. Daneben drückten auch mögliche Pläne der US-Regierung für neue Zölle gegen europäische Importe. Da hilft es auch nichts, dass sich das Geschäftsklima in Deutschland ausweislich des ifo-Index im Rekordtempo erholt.

Der Dax verliert 3,4 Prozent auf 12.094 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 3 Prozent auf 3.201 Zähler zurück. Etwas besser sieht es bei den Technologiewerten aus. Der TecDax verliert lediglich 2,4 Prozent. Auch an der Wall Street geht es am Nachmittag steil bergab. Der S&P 500 verliert 2,9 Prozent.

17:20 Uhr

Mit Haftbefehl gesuchter Wirecard-Manager will sich stellen

Während Ex-Wirecard-Boss Markus Braun sich schon am Montag der Staatsanwaltschaft stellte, ist seine rechte Hand und Ex-Vorstand Jan Marsalek untergetaucht. Angeblich hält er sich auf den Philippinen auf. Nun berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Informationen von "Kennern des Münchner Ermittlungsverfahrens", Marsalek wolle sich Anfang kommender Woche stellen. Er hofft demzufolge, wie Braun gegen Kaution und weitere Auflagen von einer Untersuchungshaft verschont zu werden.

17:16 Uhr

Trumps Drohung im Handelskrieg lastet auf Euro

Der Eurokurs fällt trotz robuster Konjunkturdaten aus der Eurozone. Belastet wird er durch die Furcht vor einem verschärften Handelskonflikt zwischen den USA und der EU. Die Regierung von Präsident Donald Trump denkt über Zölle auf Waren im Wert von 3,1 Milliarden US-Dollar nach. Betroffen davon seien Güter aus Frankreich, Deutschland, Spanien und Großbritannien. Am Nachmittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1271 US-Dollar. Am Morgen hatte sie noch über 1,13 Dollar notiert.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1280 (Dienstag: 1,1318) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8865 (0,8836) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,90343 (0,90630) britische Pfund, 120,30 (121,05) japanische Yen und 1,0679 (1,0705) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag in London mit 1769 Dollar gehandelt. Das waren etwa 95 Cent mehr als am Vortag.

17:05 Uhr

US-Öllager immer voller - Preise fallen deutlich

Die Bestände steigen, die Nachfrage könnte mit den steigenden Corona-Zahlen und neuen drohenden Lockdowns in den USA sinken. Zusammen sorgt das für Druck auf die Ölpreise. Brent und WTI geben nach der Veröffentlichung neuer Daten der US Energy Information Agency (EIA) jeweils um 4,7 Prozent auf 40,55 beziehungsweise 38,47 Dollar pro Barrel nach.

Die Rohöllagerbestände in den USA haben sich in der Woche zum 19. Juni ausgeweitet. Sie stiegen nach Angaben der EIA um 1,442 Millionen Barrel gegenüber der Vorwoche. Die Benzinbestände nahmen nach EIA-Angaben um 1,673 Millionen Barrel ab.

16:55 Uhr

Wirecard stürzen tiefer - Bank sagt weiter 90 Prozent Verlust voraus

Die Anleger scheinen immer mehr die Hoffnung zu verlieren, dass Wirecard noch zu retten ist. Am Nachmittag fällt der Kurs weiter, zeitweise um mehr als 30 Prozent.

Die Bank of America sieht das Ende des Kurssturzes damit aber noch lange nicht gekommen. Sie prophezeit, dass die Aktie bis auf einen Euro, also weitere gut 90 Prozent fallen wird.

16:04 Uhr

Facebook-Boykott nimmt Fahrt auf - auch Eiscreme-Marke macht mit

Mit Ben & Jerry's hat sich eine weitere prominente Marke dem Werbeboykott gegen Facebook angeschlossen. Unter dem Hashtag #StopHateForProfit fordern mehrere US-Organisationen seit vergangener Woche Unternehmen auf, keine Werbung mehr auf Facebook zu schalten, bis das Netzwerk die Verbreitung von Hass und Rassismus wirkungsvoll unterbindet. Bislang waren unter anderem die Marken Eddie Bauer, Patagonia, The North Face, REI and Upwork dem Aufruf gefolgt. Mehrere große werbetreibende Konzerne hatten sich trotz Kritik an Facebook bisher jedoch gegen einen Boykott ausgesprochen.

15:57 Uhr

Wall Street muss Atem holen

Der sprunghafte Anstieg der Coronavirus-Neuinfektionen in Teilen der USA setzt der Wall-Street-Rally ein vorläufiges Ende. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 verloren zur Eröffnung bis zu ein Prozent und geben damit ihre Gewinne vom Dienstag weitgehend ab.

SPDR S&P 500 ETF
SPDR S&P 500 ETF 276,90

"Bei einem Markt, der sich so außerordentlich rasch von seinen Tiefständen erholt hat, handelt es sich wahrscheinlich nur um eine Atempause", sagte Allen Sukholitsky, Chef-Stratege des Anlageberaters Xallarap. "Die Hoffnung auf eine kraftvolle Erholung der Wirtschaft ist weiter intakt, und bis zum Jahresende werden die Kurse deutlich steigen."

Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade, meldete wegen der Rekord-Infektionszahlen in einigen US-Bundesstaaten Zweifel an. "Die Gourverneure scheinen zwar ihr Bestes zu tun, um eine erneute Schließung der Wirtschaft zu verhindern." Dieser Kampf sei aber hart.

Der Dax steht am Nachmittag 2,2 Prozent im Minus bei 12.241 Punkten.

15:41 Uhr

IWF sieht schwarz: Globale Krise viel schlimmer als angenommen

Die Weltwirtschaft wird dieses Jahr nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds wegen der Coronavirus-Krise noch viel stärker schrumpfen als ohnehin schon gedacht. Der Fonds kürzte seine Prognosen vor allem für Länder, die besonders von der Pandemie betroffen sind - darunter Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Brasilien und die USA.

Deutschland wird eine gute Reaktion auf die Krise attestiert und für nächstes Jahr eine kräftigere Erholung zugetraut. Am besten sehen die Prognosen für China aus.

Die Weltwirtschaft dürfte 2020 um 4,9 Prozent schrumpfen. Noch im April war der IWF von einem Minus von 3,0 Prozent ausgegangen, was bereits der schlimmsten Rezession seit der Großen Depression in den 1930er Jahren entsprach. Die negativen Folgen für die Wirtschaft seien gravierender und die Erholung vermutlich langsamer als gedacht, teilte der Fonds nun mit. Das sei vor allem am schwächeren Konsum und höheren Sparquoten ablesbar. 2021 erwartet der IWF ein Wachstum der Weltwirtschaft von 5,4 Prozent. Das sind 0,4 Punkte weniger als im April.

15:09 Uhr

Traditionshersteller verkauft Kamera-Marke nach 84 Jahren

84 Jahre lang produzierte Olympus Kameras von Weltruf. Damit ist bald Schluss: Der japanische Konzern will sich von seinem traditionsreichen Kamera-Geschäft trennen, nachdem Smartphones die Branche umgepflügt haben. Die Sparte soll von dem Finanzinvestor Japan Industrial Partners übernommen, wie die Unternehmen mitteilten.

Das Kamera-Geschäft von Olympus war stetig geschrumpft und brachte zuletzt nur noch gut fünf Prozent der Konzernerlöse ein. Olympus konzentriert sich inzwischen fast ausschließlich auf medizinische Ausrüstung. Die Entscheidung, bei Kamera-Technik aufzugeben, wurde getroffen, nachdem der Bereich auch nach harten Sanierungsmaßnahmen drei Geschäftsjahre in Folge rote Zahlen verbuchte. Olympus verwies ausdrücklich darauf, dass die Verbesserung der Smartphones den Kamera-Markt rapide schrumpfen ließ.

14:52 Uhr

Toyota steigt groß bei Uber ein

Der japanische Autokonzern Toyota hat sich mit 293 Millionen Dollar an dem US-Mitfahrdienst Uber Technologies beteiligt. Der Anteil summiert sich Firmenangaben zufolge auf 10,25 Prozent. An anderen Unternehmen reduzierte der weltgrößte Autokonzern derweil seine Beteiligungen etwa bei dem Werkzeughersteller OSG, bei Nippon Steel oder den Autozulieferern Ichikoh Industries und Mitsuboshi Belting.

14:08 Uhr

Das ist der "Plan B" der Lufthansa, um die Insolvenz morgen zu verhindern

Die Lufthansa hat nach Informationen aus Verhandlungskreisen bei einem Scheitern des staatlichen Rettungspakets auf der Hauptversammlung einen alternativen Plan entworfen, um eine drohende Insolvenz zu verhindern.

Die Bundesregierung könnte als Plan B in zwei Schritten zu einem Anteil von 20 Prozent an der Lufthansa kommen, ohne dass eine Hauptversammlung (HV) notwendig wäre, erklärte eine mit den Überlegungen vertraute Person gegenüber Reuters. "Das wäre ein Weg, auf dem der Staat ohne Zustimmung des Großaktionärs zu 20 Prozent kommen könnte", ergänzte der Insider aus dem Umfeld der Lufthansa. Das Unternehmen wollte sich dazu nicht äußern.

Das neun Milliarden Euro schwere Rettungspaket des Staates für die durch die Corona-Krise angeschlagene Lufthansa braucht vor allem wegen der geplanten Kapitalerhöhung zum Einstieg des Bundes am Donnerstag einen HV-Beschluss mit Zweidrittelmehrheit. Großaktionär Heinz Hermann Thiele hatte den Plan kritisiert und könnte ihn mit seinem 15,5-prozentigen Anteil mit einer Ablehnung zu Fall bringen.

Die Kapitalerhöhung würde dem Insider zufolge aufgeteilt: Die ersten zehn Prozent könnte der Bund exklusiv aus genehmigtem Kapital zum geplanten Bezugspreis von 2,56 Euro bekommen. Die restlichen zehn Prozent kämen aus einer weiteren regulären Kapitalerhöhung, an der alle Aktionäre teilnehmen könnten, zusammen.

13:38 Uhr

USA bereiten neuen Milliarden-Schlag gegen Europa im Zollstreit vor

Die USA erwägen neue Zölle gegen die EU und Großbritannien. Die Regierung von Präsident Donald Trump denkt über Zölle auf Waren im Wert von 3,1 Milliarden US-Dollar nach, wie aus einer Mitteilung des US-Handelsbeauftragten hervorgeht. Betroffen davon seien Güter aus Frankreich, Deutschland, Spanien und Großbritannien. Neue Zölle sollen auf Oliven, Bier, Gin und Lastkraftwagen erhoben werden. Zudem sollen höhere Zölle für Flugzeuge, Käse und Joghurt gelten. Die Maßnahmen sollen jedoch nicht vor dem 26. Juli in Kraft treten. Die EU und Großbritannien können also noch darauf reagieren.

Die Androhung steht offenbar im Zusammenhang mit dem jahrelangen Streit zwischen den USA und Europa über verbotene Subventionen für die Flugzeugbauer Airbus und Boeing. Das Vorgehen der USA kommt zu einer denkbar ungünstigen Zeit. Die Erholung der Weltwirtschaft von der Corona-Krise könnte so ausgebremst werden.

13:17 Uhr

Furcht vor zweiter Corona-Welle bringt Wall Street ins Wanken

An der Wall Street bleibt alles, wie es ist: Wurde gestern dank positiver Wirtschaftsdaten Konjunkturerholung gespielt, überwiegen heute schon wieder die Sorgen über eine zweite Infektionswelle mit dem Coronavirus. Der Markt bleibt gefangen in diesem Muster.

S&P 500 Index, Ind.
S&P 500 Index, Ind. 3.136,22

Der Aktienterminmarkt suggeriert einen schwächeren Beginn am Kassamarkt. Da der Markt in den vergangenen acht Sitzungen sechsmal im Plus geschlossen hat, sprechen einige Teilnehmer von Gewinnmitnahmen. Als Anlass dienen Neuinfektionen in den Bundesstaaten Arizona, Texas und Kalifornien auf Rekordniveau im Tagesvergleich.

"Wenn dies noch schlimmer und endemischer wird, werden in einigen Staaten wieder Abriegelungsmaßnahmen ergriffen werden. Die USA weisen so ziemlich die schlimmste Todesrate aller großen entwickelten Volkswirtschaften auf", warnt Investmentstratege Charles Hepworth von GAM Holding. Der führende Seuchenexperte der Bundesregierung, Anthony Fauci, bezeichnete die jüngsten Fallzahlen in Florida, Texas und Arizona als "beunruhigende Welle".

12:48 Uhr

Mit Haftbefehl gesuchter Wirecard-Manager wohl auf Philippinen abgetaucht

Er war jahrelang die rechte Hand von Wircard-Boss Markus Braun und gilt als Schlüsselfigur im Finanzskandal. Anders als sein Boss hat sich Ex-Vorstandsmitglied Jan Marsalek, gegen den laut "Handelsblatt" ebenfalls mit ein Haftbefehl besteht, allerdings nicht der Staatsanwaltschaft in München gestellt, sondern ist untergetaucht. Nun gibt es Hinweise, dass er sich auf den Philippinen befinden könnte, wo sich ja auch die Spur der verschwundenen Milliarden aus der Bilanz verliert.

Es gebe Hinweise, dass Marsalek weiterhin im Land sein könnte, sagte der philippinische Justizminster Menardo Guevarra. Insidern zufolge droht Marsalek im Münchner Ermittlungsverfahren um den milliardenschweren Bilanzskandal des Zahlungsdienstleisters eine Verhaftung. Die Philippinen haben kein Auslieferungsabkommen mit Deutschland.

Guevarra erklärte, Marsalek sei vom 3. bis 5. März auf den Philippinen gewesen. "Es gibt einige Hinweise, dass er vor kurzem zurückgekehrt ist und sich immer noch hier aufhält." Die Philippinen wüssten nicht, ob Wirecard in dem Land tätig sei. Aber die Behörde hätten etwas "Merkwürdiges" zu Marsalek in der Datenbank der Einwanderungsbehörde gefunden.

Die Philippinen ermittelten gegen Personen, die in den Wirecard-Bilanzskandal verwickelt seien. Dazu gehöre auch Marsalek. Er habe die Behöden instruiert, ihre Untersuchungen zu koordinieren.

12:36 Uhr

Wirecard-Aktien heben ab und stürzen tief

Die Wirecard-Aktien fahren Achterbahn. Nach anfänglichen Gewinnen von rund 10 Prozent rutschten die Papiere um bis zu 20 Prozent ab. Große Kunden wenden sich ab, nachdem Wirecard Anfang der Woche eingeräumte, dass ein bilanziertes Vermögen von 1,9 Milliarden Euro auf Konten in Asien wohl gar nicht existiert. Seit Donnerstag haben die Papiere mehr als 85 Prozent an Wert verloren.

12:32 Uhr

Deutscher Chiphersteller wird zur Krisen-Hoffnung

Dialog Semiconductor legen dagegen um 8 Prozent zu. Das Halbleiterunternehmen hat die Prognose erhöht, wegen guter Nachfrage unter anderem nach Tablets und Notebooks. "Das zeigt einmal mehr, dass der Technologiebereich und auch der Halbleiterbereich zu den Gewinnern der Krise gehören", sagt ein Marktteilnehmer. Im Sog von Dialog verteuern sich Ams in Zürich um knapp 7 Prozent.

12:19 Uhr

Übernahme durch VW? Europcar-Kurs steigt rasant

Die Spekulation um eine Übernahme durch VW treibt Europcar. Der Kurs gewinnt gut 9 Prozent auf 2,60 Euro. Zeitweise hatte er allerdings noch stärker im Plus gelegen. VW erwägt einem Agenturbericht zufolge den Rückkauf des 2006 veräußerten Autovermieters. VW prüfe bereits die Bücher, um den Unternehmenswert zu ermitteln, so Reuters unter Berufung auf einen Informanten. Ein VW-Sprecher wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern.

11:45 Uhr

Dax rutsch ab - Gold steigt auf langjähriges Hoch

Die Aktienmärkte rutschen am Vormittag tief ins Minus, die Vortagsgewinne sind größtenteils futsch. Der Dax verliert 2,4 Prozent auf 12.228 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 1,7 Prozent auf 3.243 Zähler zurück. "Die Anleger sind verunsichert und fürchten eine zweite Pandemie-Welle", sagt ein Händler. Gesucht sind vermeintlich sichere Häfen.

Der Goldpreis steigt weiter auf 1.773 Dollar je Feinunze. Das ist der höchste Stand seit 2012.

Nachdem am Dienstag die Einkaufsmanagerindizes aus Europa auf breiter Front positiv überraschten und für Rückenwind sorgten, ist nun auch der Ifo-Geschäftsklimaindex in Deutschland oberhalb der Markterwartung ausgefallen. Er entwickelt aber keinen positiven Impuls mehr.

Zum einen dürften einige Akteure nach den guten Zahlen vom Dienstag damit schon gerechnet haben, zum anderen gelten viele gute Nachrichten wie das Hochfahren der Wirtschaft nach dem Einbruch zwischen März und Mai an den Börsen bereits als eingepreist. Hinzu kommt, dass die Sorgen vor weiteren Wellen von Covid-19-Ausbrüchen wieder zunehmen, wie unter anderem in einigen US-Bundesstaaten zu beobachten. Und in Deutschland schüre Gütersloh die Sorgen, heißt es.

11:32 Uhr

Angeblicher Wirecard-Treuhänder berichtet von Todesdrohungen

Der philippinische Anwalt Mark Tolentino, der die offenbar nicht existenten Wirecard-Milliarden treuhänderisch verwaltet haben soll, hat sich beim News-Portal Rappler zu Wort gemeldet. Er sei offensichtlich Opfer eines Betrugs, so der Anwalt. Er habe nie eine Vertragsbeziehung zu Wirecard gehabt. Zwei Ausländer und ein Philippiner hätten im Februar 2020 bei ihm angefragt, die Treuhänderschaft für ein noch zu gründendes Fintech zu übernehmen. Ein Vertrag sei aber nicht zustande gekommen. Von einem Unternehmen namens Wirecard habe er erst durch für ihn völlig überraschende, teils wütende Botschaften und sogar Todesdrohungen auf seinen Social-Media-Konten erfahren. "Leute, Europäer, fragten: 'Wo ist das Geld'?", berichtet Tolentino.

Als Anwalt habe er ohnehin kaum Ahnung von solchen Finanzgeschäften. Ihn als Treuhänder für Milliardensummen einzusetzen, wäre "lächerlich" gewesen. Er erwäge nun, Anzeige gegen die Ausländer zu erstatten, die ihn wegen der Treuhänderschaft angefragt hatten.

11:21 Uhr

EZB: Krise wird Jahre dauern

Indikatoren wie der Ifo-Index machen zuletzt Hoffnung auf eine schnelle V-förmige Erholung. Die Europäische Zentralbank (EZB) teilt diesen Optimismus allerdings nicht.

EZB-Chefökonom Philip Lane rechnet nicht vor 2022 mit einer Rückkehr der Wirtschaft im Euroraum zum Wachstumsniveau vor der Corona-Krise. Angesichts der allmählichen Lockerung der Einschränkungen gebe es zwar "einige Anzeichen für eine erste Erholung", sagte Lane. Man müsse sich jedoch auf einen längeren Prozess einstellen, "da es einige Zeit dauern wird, bis sich Verbraucher und Unternehmen von diesem Schock erholt haben". Lane bekräftigte: "Wir glauben nicht, dass wir vor Ende 2022 zum Niveau von 2019 zurückkehren werden."

11:00 Uhr

T-Mobile-Anteile bringen Investor 20 Milliarden Dollar ein

Tech-Mega-Investor Softbank hat im Zuge des angekündigten Deals mit der Deutschen Telekom den angepeilten Preis für den Verkauf von Aktien des US-Mobilfunkers T-Mobile bekanntgegeben. Bis zu gut 198 Millionen Aktien sollen für 103 US-Dollar je Anteilsschein verkauft werden, wie Softbank und die Telekom-Beteiligung T-Mobile am mitteilten. Das ist nur etwas weniger als der Schlusskurs vom Dienstag an der Börse.

T-Mobile US
T-Mobile US 93,21

Der angestrebte Gesamterlös beläuft sich damit auf etwas mehr als 20 Milliarden Dollar (18 Milliarden Euro). Die japanische Softbank braucht das Geld dringend unter anderem, um Verluste durch missglückte Investitionen etwa in den Coworking-Anbieter WeWork auszugleichen.

Ziel der Telekom ist, Mehrheitseigner von T-Mobile zu werden. Die in Geldnöte geratenen Japaner erhielten im Gegenzug grünes Licht, Milliarden an dringend benötigten Finanzmitteln zu erlösen.

10:12 Uhr

Im Rekordtempo aus der Krise? Geschäftsklima so stark verbessert wie nie

Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich weiter aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Juni auf 86,2 Punkte gestiegen, nach 79,7 Punkten im Mai. Dies ist der stärkste jemals gemessene Anstieg - allerdings nach einem besonders extremen Einbruch.

Die aktuelle Lage wurde von den Unternehmen etwas besser beurteilt. Ihre Erwartungen machten zudem einen deutlichen Sprung nach oben. Die deutsche Wirtschaft sehe Licht am Ende des Tunnels, teilt das Ifo-Institut mit.

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09:52 Uhr

Wichtiger Kunde wendet sich von Wirecard ab

Nach dem milliardenschweren Bilanzskandal bei Wirecard legt der asiatische Mitfahrdienst Grab seine Partnerschaft mit dem Zahlungsdienstleister auf Eis. Wirecard hatte im März vereinbart, künftig Zahlungen für den Uber-Konkurrenten abzuwickeln. "Wir haben noch nicht mit den Integrationsarbeiten für die Wirecard-Partnerschaft begonnen und pausieren die Partnerschaft bis auf Weiteres", sagt ein Grab-Sprecher in Singapur.

Wirecard
Wirecard 3,47

Die in den vergangenen Jahren stark gewachsene Wirecard hatte Anfang der Woche eingeräumt, dass ein bilanziertes Vermögen von 1,9 Milliarden Euro auf Konten in Asien aller Wahrscheinlichkeit nach gar nicht existiert.

Der Konzern aus dem Münchener Vorort Aschheim steuert nicht nur das bargeldlose Bezahlen via Smartphone oder Kreditkarte an der Ladenkasse und in Online-Shops, sondern übernimmt auch für Händler das Ausfallrisiko von Zahlungen. Wegen des Bilanzskandals wird befürchtet, dass nicht nur die Anleger, sondern auch Kunden davonlaufen.

09:35 Uhr

Dax geht die Puste aus

In Erwartung weiterer Konjunkturdaten halten sich Anleger am deutschen Aktienmarkt zurück. Der Dax fällt 0,6 Prozent auf 12.450 Punkte. Gestern hatte er dank ermutigender Einkaufsmanager-Indizes mehr als zwei Prozent zugelegt. "Nach der fulminanten Rally legen die Börsen eine Verschnaufpause ein", sagt ein Händler.

Dax
Dax 12.497,72

Börsianer hofften darauf, dass heute der Ifo-Index positiv überraschen wird. Experten rechnen bei dem Stimmungsbarometer für die deutschen Chefetagen mit einem Anstieg auf 85 Punkte im Juni von 79,5 Zählern im Vormonat.

Nach dem milliardenschweren Bilanzskandal bleibt Wirecard im Fokus der Anleger. Die Aktien liegen nach den herben Kursverlusten der vergangenen Tage rund zehn Prozent im Plus.

09:04 Uhr

Ex-Wirecard-Boss zu Aktiendeal gezwungen

Markus Braun, Ex-Vorstandschef von Wirecard, hat sich ja von einem großen Teil seiner Anteile getrennt - und das nicht ganz freiwillig. In einer Serie von Verkäufen hat Braun am vergangenen Donnerstag und Freitag insgesamt 155 Millionen Euro erlöst. Auslöser waren dem Unternehmen zufolge sogenannte "Margin Calls" - ein Mittel, mit dem Wertpapiermakler Anleger zur Begrenzung von Verlusten zwingen können. Der US-Finanznachrichtenagentur Bloomberg zufolge hatte Braun einen Teil seines Aktienpakets mit Krediten finanziert und die Papiere dafür als Sicherheiten hinterlegt.

Überschlägig hat Braun mehr als fünf Millionen seiner rund 8,7 Millionen Wirecard-Papiere verkauft. Die Wirecard-Aktien haben seit Mittwochabend über zehn Milliarden Euro an Wert verloren, Braun selbst dürften die Kursverluste um über eine halbe Milliarde Euro ärmer gemacht haben.

08:56 Uhr

US-Lagerdaten erzeugen Preisdruck am Ölmarkt

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 42,17

Die Ölpreise geben im frühen Handel leicht nach. Der Handel verlief zunächst ruhig ohne besonders starke Impulse. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 42,59 US-Dollar. Das waren vier Cent weniger als am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 15 Cent auf 40,22 Dollar.

Etwas Preisdruck erzeugten neue Lagerdaten aus den USA. Das American Petroleum Institute (API) hatte am Dienstagabend einen abermaligen Anstieg der amerikanischen Rohölvorräte gemeldet. Am Nachmittag gibt das Energieministerium seine wöchentlichen Daten bekannt. Es wird mit einem neuerlichen Rekordstand gerechnet. Die hohen Lagerbestände sind Ergebnis einer wegen der Corona-Krise schwachen Nachfrage nach Öl und Ölprodukten wie Benzin. Große Ölförderländer wie Saudi-Arabien und Russland haben deshalb ihre Produktion gedeckelt. Als Folge haben sich die Erdölpreise in den vergangenen Wochen spürbar von ihrem heftigen Einbruch in der Corona-Krise erholt. Zurzeit rangieren sie in der Nähe dreimonatiger Höchststände.

08:41 Uhr

Euro bleibt stabil - Neuseeländischer Dollar unter Druck

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,13

Der Kurs des Euro hält sich über der Marke von 1,13 US-Dollar. Im frühen Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,1315 Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1318 Dollar festgesetzt. Zur Wochenmitte blicken Anleger auf neue Konjunkturdaten aus Deutschland. In München veröffentlicht das Ifo-Institut seinen monatlichen Geschäftsklimaindex. Es wird mit einer Stimmungsaufhellung unter den befragten Unternehmen gerechnet. Es wäre die zweite Verbesserung in Folge nach dem drastischen Absturz in der Corona-Krise.

Unter erhöhtem Druck stand am Morgen der neuseeländische Dollar. Die Notenbank des Landes behielt ihren lockeren geldpolitischen Kurs zwar bei. Sie kündigte aber an, angesichts der Corona-Pandemie ihre Geldpolitik bei Bedarf weiter zu lockern. Neuseeland war zwischenzeitlich frei von Corona-Infektionen, in letzter Zeit sind aber wieder neue Fälle aufgetaucht.

08:15 Uhr

Europäischer Nutzfahrzeugmarkt auch im Mai tief im Minus

Der europäische Nutzfahrzeugmarkt ist wegen der Corona-Krise auch im Mai eingebrochen. Allerdings fiel das Minus aufgrund der Lockerungen in zahlreichen Ländern geringer aus als noch im April, als die Nachfrage besonders stark abgesackt war. Insgesamt wurden in der Europäischen Union (EU) 109.431 Nutzfahrzeuge zugelassen und damit 44,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie der zuständige Branchenverband Acea in Brüssel mitteilte. Im April waren die Zulassungszahlen sogar um rund zwei Drittel abgesackt, da wegen der strikten Maßnahmen gegen das Virus etliche Händler ihre Türen den ganzen Monat über schließen mussten.

Nun war das Minus zwar kleiner, aber dennoch waren alle Nutzfahrzeugsegmente weiterhin stark von den Corona-Folgen betroffen. So verzeichneten die vier größten Märkte Spanien, Frankreich, Italien und Deutschland im Mai laut Mitteilung Einbußen im klar zweistelligen Prozentbereich. Am deutlichsten fiel der Rückgang in Spanien (minus 59,0 Prozent) aus, gefolgt von Deutschland (minus 47,9 Prozent). Auch die wie Spanien schwer von der Covid-19-Pandemie gebeutelten Länder Italien (minus 36,5 Prozent) und Frankreich (-35,0 Prozent) mussten erneut empfindliche Einbußen hinnehmen.

07:44 Uhr

Börsianer lauern auf Ifo-Index

Dax
Dax 12.497,66

In Erwartung weiterer Konjunkturdaten wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge etwas niedriger starten. Am Dienstag hatte er dank ermutigender Einkaufsmanager-Indizes 2,1 Prozent auf 12.523,76 Punkte zugelegt. Börsianer hofften darauf, dass der Ifo-Index ebenfalls positiv überraschen wird. Er spiegelt die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen wider. Experten rechnen für Juni mit einem Anstieg auf 85 Punkte von 79,5 Zählern im Vormonat.

Wenige Stunden später will der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognosen für die Weltwirtschaft vorlegen. In den USA hatten die Börsen nach einem Bekenntnis von US-Präsident Donald Trump zum Handelsabkommen mit China höher geschlossen.

07:20 Uhr

Carsharing-Dienst WeShare verschiebt Expansion

VW Vorzüge
VW Vorzüge 136,80

Das Coronavirus hat auch die Expansionspläne des VW-Carsharingdienstes WeShare durcheinander gebracht. "Es werden sich einige der geplanten Städtestarts von diesem ins kommende Jahr verschieben", sagte Hauptgeschäftsführer Philipp Reth. Welche geplanten Standorte das betreffen wird, soll im 3. Quartal entschieden werden. "Wir haben ein sehr hohes Maß an Planungsunsicherheit", sagte Reth. "Wenn wir noch mal in harte Lockdown-Szenarien reinrutschen sollten, dann würde das erneut einen ganz erheblichen Einfluss auf das Mobilitätsverhalten in Ballungsräumen haben."

Das zur VW-Tochter Umi gehörende Unternehmen WeShare war vor einem Jahr mit einem stationsungebundenen Leihwagen-Angebot in Berlin gestartet und hatte im Januar angekündigt, den Dienst künftig in sieben weiteren Städten in Deutschland und Europa aufbauen zu wollen. Dabei handelte es sich um Hamburg, München, Budapest, Prag, Madrid, Paris und Mailand.

06:50 Uhr

Das ist die beliebteste Steueroase der Deutschen

Die britische Kanalinsel Jersey ist eine der unter Deutschen beliebtesten Steueroasen. Bundesbürger hätten im Jahr 2018 auf Konten in Jersey insgesamt 180,8 Milliarden Euro geparkt, zitiert die "Süddeutsche Zeitung" aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion.

In der Debatte über Maßnahmen gegen die Steuerflucht von Deutschen spielte Jersey bislang keine Rolle. Erst hinter Jersey liegen dem Bericht zufolge mit der Schweiz und Luxemburg Länder, die in der Debatte eine zentrale Rolle einnehmen. Aus der Schweiz wurden für 2018 laut Finanzministerium 133,1 Milliarden Euro auf Konten von Deutschen gemeldet, aus Luxemburg 125,8 Milliarden Euro.

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06:23 Uhr

Trotz steigender Corona-Zahlen: Asiens Anleger klammern sich an Hoffnung

Nikkei
Nikkei 22.145,96

Die asiatischen Aktienmärkte arbeiten sich zu einem Vier-Monats-Hoch hoch. Die Anleger klammerten sich trotz Rekordanstiegen bei den Coronavirus-Fallzahlen hartnäckig an die Aussichten auf eine erfolgreiche Wiedereröffnung der Wirtschaft. Mehrere US-Bundesstaaten meldeten eine Zunahme der Infektionen um bis 50 Prozent und die Zahl der Todesopfer in Lateinamerika überschritt die Marke von 100.000. Die Märkte gehen davon aus, dass die Messlatte, um die Wirtschaft erneut zu schließen, sehr hoch liegen muss, sodass derzeit die Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit nicht allzu groß sein werden - zumindest noch.

Die Börse in Tokio zeigte sich zunächst uneinheitlich. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,1 Prozent höher bei 22.577 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,6 Prozent und lag bei 1578 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,3 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,3 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 1,4 Prozent.

06:10 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht