Dax verdaut Omikron-Schock - Handel weiter nervös
Der Handelstag nach dem Kursabsturz war an der Frankfurter Börse von einer gewissen Unruhe gekennzeichnet. Die deutschen Indizes fingen sich nach dem für sie fürchterlichen Freitag wieder. Doch von Gelassenheit keine Spur: Die neue Coronavirus-Variante sorgte weiter für Unsicherheit auf dem Parkett. Börsianer wägten ab, wie groß die Gefahr der Omikron-Variante tatsächlich werden wird, und bauten auch auf die Unterstützung der Notenbanken.
Der Dax stieg im Tagesverlauf bis auf 15.442 Punkte, musste aber einen Teil seines Gewinns wieder abgeben. Am späten Nachmittag blies der Leitindex zum Rückzug und gewann nur noch 0,2 Prozent auf 15.281 Stellen. Der EuroStoxx50 notierte dagegen 0,7 Prozent fester bei 4119 Zählern.
Die "Stay-at-Home-Aktien", wie Profiteure eines Lockdowns in der Corona-Krise genannt werden, kamen von ihren Freitagsgewinnen zurück. Die Papiere von Hellofresh, Zalando und Shop Apotheke verloren zwischen 0,8 und 3,7 Prozent. Dagegen erholten sich die Werte aus Branchen, die am Freitag besonders vom Ausverkauf betroffen waren. Lufthansa zogen um 1,6 Prozent an, Fraport legten 1,8 Prozent zu.
In der Autobranche blieb die Stimmung der Anleger etwas gedämpfter. Dies lag unter anderem an den Papieren von Continental, die ihren Kursrutsch nach einer Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs mit minus 4,2 Prozent fortsetzten. Verglichen mit der Branche sieht Analyst George Galliers bei dem Autozulieferer zu wenig Kurspotenzial.
Eine positive Erscheinung war der insgesamt starke deutsche Energiesektor: RWE und Eon tummelten sich mit plus 2,7 und plus 1,8 Prozent im Dax-Spitzenfeld. Neuerdings profitieren die Branchenwerte von den Plänen der künftigen Bundesregierung vor allem im Bereich der erneuerbaren Energien. Auch die Aktien des Windkraft-Spezialisten Nordex bekamen mit plus 1,3 Prozent einen Schub.
War der Freitag-Kurssturz nur eine Korrektur?
Eigentlich sah es fast so aus, als hätte die Börse Corona schon abgehakt. Am vergangenen Freitag rauschte der Dax aber dann plötzlich um mehrere hundert Punkte nach unten, denn die neue Virusvariante sorgt doch für wachsende Unsicherheit. Friedhelm Tilgen spricht mit Nicolai Tietze von Morgan Stanley über die Marktlage und wie Trader diese plötzlichen Kursschwankungen für sich nutzen.
Lebensversicherungs-Garantiezins bleibt längere Zeit niedrig
Der ab nächstem Jahr auf 0,25 Prozent sinkende Garantiezins auf Lebensversicherungen soll auch 2023 auf diesem Niveau liegen. "Nicht zuletzt in Anbetracht der wirtschaftlichen Unsicherheiten durch die Corona-Pandemie sehen wir derzeit keine Anzeichen für eine spürbare Erholung der Zinsen in naher Zukunft", begründete der Vorstandschef der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV), Herbert Schneidemann, die Empfehlung. Die DAV, der Verband der Versicherungsmathematiker, hat ein Vorschlagsrecht für den Zins.
Der Höchstrechnungszins liegt seit 2017 bei 0,9 Prozent, soll aber nun zum 1. Januar 2022 deutlich auf 0,25 Prozent sinken. Der Höchstrechnungszins begrenzt die Verzinsung, die die Lebensversicherer ihren Kunden über die gesamte Laufzeit des Vertrages garantieren dürfen, den Garantiezins.
Twitter bestätigt Dorsey-Rücktritt
Nun ist es amtlich: Twitter-Chef Jack Dorsey tritt von seinem Posten zurück. Das Unternehmen bestätigte einen entsprechenden Bericht. Die Twitter-Aktie verteuerte sich nach dieser Nachricht um 6,4 Prozent.
Maschinenbauer wollen Personal aufstocken, aber ...
Fachkräftemangel allerorten in Deutschland, auch die Maschinenbauer beklagen dies einer Umfrage zufolge. Die Mehrheit der 356 im November befragten Personalverantwortlichen sieht Engpässe bei allen Beschäftigtengruppen mit Ausnahme der Hilfskräfte, wie der Branchenverband VDMA mitteilte. Dies treffe insbesondere auf Akademiker (81 Prozent) und Fachkräfte (90 Prozent) zu. Damit habe sich die Lage vor allem bei den Fachkräften seit der Befragung im Juni nochmals verschärft.
Im Zuge des technologischen Wandels würden in den nächsten Jahren im Maschinenbau viele attraktive Arbeitsplätze entstehen, sagte Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer. Gleichzeitig gingen viele Beschäftigte in Rente und müssten ersetzt werden.
Juventus-Aktie nach Steuerrazzia sehr schwach
Beim italienischen Fußball-Rekordmeister Juventus Turin geht es momentan drunter und drüber. Nicht nur sportlich herrscht Tristesse, auch die Steuerbehörden stehen beim Klub aus Piemont auf der Matte. Dabei sollen Dokumente in Zusammenhang mit Spieler-Transfers sichergestellt worden sein. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Verein vor, einen zu hohen Buchwert für Spieler veranschlagt zu haben, um auf diesem Weg die Bilanz geschönt zu haben.
Für die Juventus-Aktie gab es heute auch nur einen Weg, nämlich den nach unten. Der Kurs fiel kräftig um 5,4 Prozent.
US-Anleger kaufen wieder zu - Plus trotz Omikron-Sorgen
Nach den Kursverlusten vom Freitag haben US-Anleger zum Wochenstart nach günstigen Kaufgelegenheiten Ausschau gehalten. Gefragt waren vor allem Technologiewerte. Anleger hofften, dass diese die Pandemie am besten überstehen. Der technologielastige Nasdaq-Index stieg zur Eröffnung um bis zu 1,6 Prozent auf 15.741 Punkte. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte zog um bis zu 1,1 Prozent auf 35.288 Punkte an. Der breiter gefasste S&P 500 legte in der Spitze 1,3 Prozent auf 4654 Zähler zu.
US-Präsident Joe Biden will im Tagesverlauf die US-Bürger über die neue Corona-Variante und die Reaktion der USA informieren. Zu den größten Gewinnern gehörten die Aktien, die am Freitag mit am stärksten gebeutelt waren. Die Aktien der großen Fluggesellschaften American Airlines, Southwest Airlines, Delta Air Lines und United Airlines zogen zwischen 1,8 und 3,6 Prozent an, nachdem sie am Freitag eingebrochen waren.
Die Anteilsscheine von Applied DNA Sciences schossen in der Spitze um 20 Prozent nach oben, nachdem die Medizintechnik-Firma mitgeteilt hatte, dass ihr PCR-Test für den Nachweis der neuen Omikron-Variante eingesetzt werden kann.
US-Pensionsfonds verkleinert Anteil an Buffett-Vehikel
Der zweitgrößte öffentliche Pensionsfonds in den USA hat seine Beteiligung an einer der volatilsten Aktien des Jahres aufgestockt, eine Position in einem Marihuana-Züchter eröffnet und das Engagement bei Warren Buffetts Investmentvehikel Berkshire Hathaway reduziert. Das California State Teachers' Retirement System kaufte weitere Aktien der Kinokette AMC Entertainment und des Analyse-Softwareunternehmens Snowflake, erwarb Aktien des Cannabisproduzenten Tilray und reduzierte seine Anteile an Berkshire Hathaway.
Calstrs, wie die Pensionskasse genannt wird, verwaltete zum 31. Oktober ein Vermögen von 321,9 Milliarden US-Dollar.
Geht Twitter-Boss Dorsey? Kurs reagiert kräftig
Einen riesigen Satz nach oben machte die Aktie von Twitter - ihr Kurs schnellte um elf Prozent hoch und kam dann wieder zurück. Grund ist wohl der von CNBC gemeldete Rücktritt von CEO Jack Dorsey. Allerdings hat der Kurznachrichtendienst noch nicht auf diese Meldung reagiert.
Dorsey hatte Twitter 2006 gemeinsam mit mehreren Mitstreitern gegründet. Drei Jahre später gründete er dann den Bezahldienst Square. In der Vergangenheit hatte Dorsey bereits einmal die Twitter-Leitung abgegeben, bevor er 2015 an die Unternehmensspitze zurückkehrte.
Ihre Meinung ist gefragt - muss die EZB die Zinsen erhöhen?
Versorgeraktien stark - Kurssteigerungen auch bei Regenerativen
An den europäischen Börsen haben die Versorger ihre Rally wieder aufgenommen. "Der Corona-Einbruch vom Freitag hat das nur überdeckt", sagte ein Händler. Die Gewinne sähen dadurch etwas stärker aus als sie in Wirklichkeit seien. Die Nachrichtenlage mit dem europaweiten Bekenntnis zu erneuerbaren Energien spreche für den Sektor. Für die deutschen Werte kämen vom Koalitionsvertrag der kommenden Ampel-Regierung positive Impulse.
So stiegen RWE um 3,6 Prozent, Eon verteuerten sich um 2,8 Prozent. Im Bereich regenerativer Energien gewannen Nordex 2,4 Prozent, SMA Solar ein Prozent und Energiekontor zwei Prozent.
Der Dax blieb auch am Nachmittag klar im Plus und gewann 0,9 Prozent auf 15.401 Punkte.
Ökonom: Impfpflicht kann zum Inflationsrisiko werden
Der Ökonom Florian Kern sieht in einer generellen Impfpflicht ein Inflationsrisiko. "Für diese mag es gute Gründe geben", sagte der Direktor des Thinktanks "Dezernat Zukunft" im Gespräch mit ntv.de. "Aber am Arbeitsmarkt könnte sie zu einem regelrechten Schock führen, wenn etwa zahlreiche Pflegekräfte nicht mehr zur Verfügung stehen und so schnell wie möglich Neueinstellungen zu deutlich höheren Löhnen stattfinden müssen."
In den USA sei eine solche Entwicklung zu sehen. Einzelne Krankenhäuser hätten die Löhne von Krankenschwestern um bis zu 65 Prozent erhöht. "Zum Problem wird das, wenn das nicht in einzelnen Branchen passiert, sondern auf breiter Basis", so Kern.
Das komplette Interview lesen Sie hier.
Stirnrunzeln in der Schweiz: Omikron macht Franken fester
Das wird Verantwortlichen der Schweizerische Nationalbank (SNB) nicht gefallen: Die Angst vor den Auswirkungen der Corona-Omikron-Variante auf die Weltwirtschaft hat Anleger im großen Stil in den als sicher geltenden Franken getrieben. Die Devise stieg zur Hauptexportwährung Euro auf den höchsten Stand seit mehr als sechs Jahren. Die Gemeinschaftswährung kostete mit 1,0423 Franken vorübergehend so wenig wie zuletzt im Juli 2015.
Die SNB, die sich seit Anfang 2015 mit Devisenmarktinterventionen und rekordtiefen Negativzinsen gegen eine für die exportorientierte Wirtschaft der Schweiz schädliche Franken-Aufwertung stemmt, bekräftigte einmal mehr ihre Bereitschaft zu Fremdwährungskäufen.
"Wir haben die Jahresendrally eigentlich schon gesehen"
Nach dem Kursrutsch am vergangenen Freitag begibt sich der Dax zunächst auf einen Erholungskurs. Die Verunsicherung am Markt ist nicht allein in der neuen Coronavirus-Variante Omikron begründet, sagt Oliver Roth, Kapitalmarktstratege Oddo BHF. Über die Aussichten spricht er mit ntv.
Deutsche Inflationsrate hat eine noch höhere Ziffer vorne
Die deutsche Inflationsrate ist im November erstmals seit mehr als 29 Jahren über die Marke von fünf Prozent gestiegen. Waren und Dienstleistungen kosteten 5,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mitteilte. Einen höheren Wert gab es zuletzt während des Wiedervereinigungsbooms im Juni 1992 mit 5,8 Prozent.
Für den erneuten Preisschub sorgte vor allem teure Energie. Ökonomen hatten nur einen Anstieg auf 5,0 Prozent vorhergesagt. Im Oktober hatte die Inflationsrate noch bei 4,5 Prozent gelegen, im September bei 4,1 Prozent.
Einzelhandel enttäuscht vom Black-Friday-Wochenende
Der Handel lockt in den vergangenen Tagen mit unzähligen Sonderangeboten. Der Black Friday oder auch die Black Week sind normalerweise bei Verbrauchern sehr gefragt. In diesem Jahr fällt die erste Bilanz zum ersten Weihnachts-Shopping jedoch eher verhalten aus.
Omikron-Test sorgt bei Medizintechnikfirma für Kurssprung
Dank eines Tests für die neu entdeckte Omikron-Variante des Coronavirus reißen sich Anleger um Applied DNA Sciences. Der Aktienkurs der Medizintechnikfirma stieg im vorbörslichen US-Geschäft um 26 Prozent auf 6,67 Dollar. Der in den USA bereits zugelassene Corona-Test Linea kann dem Unternehmen zufolge die neue Variante des Coronavirus erkennen.
Audi-Joint-Venture in China gerät in Verzug
Das Gemeinschaftsunternehmen von Audi und FAW in China geht einem Medienbericht zufolge mit Verspätung an den Start. Die notwendige Lizenz solle nach einer Intervention des Bundeswirtschaftsministeriums Anfang Dezember erteilt werden, berichtete die "Automobilwoche" ohne Angabe von Quellen. Der Bau des Werks könne damit im kommenden Jahr beginnen, hieß es weiter. Eine Audi-Sprecherin sagte dazu, es gebe Verzögerungen bei der Projektfreigabe.
Audi und FAW wollen gemeinsam in China verschiedene Audi-Elektromodelle auf Basis der gemeinsam mit Porsche entwickelten Plattform PPE produzieren. Die Ingolstädter sollen an dem Joint Venture die Mehrheit halten.
Wie sich Omikron auf die Zinspolitik auswirkt
Das Auftauchen der neuen Corona-Variante Omikron sorgt auch für Bewegung an den Geldmärkten. Laut Commerzbank wurden die Erwartungen für die Zinsschritte der US-Notenbank um etwa drei Monate nach hinten verschoben, so dass für 2022 nur noch eine Zinserhöhung voll eingepreist sei. Der Euro-Geldmarkt habe derweil die erste EZB-Zinserhöhung auf 2023 verschoben.
Im Blick steht nun die Bekanntgabe der deutschen Verbraucherpreise für November am Nachmittag. Im Konsens wird ein Anstieg von 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet, im Vergleich zum Vormonat sollen die Preise aber um 0,3 Prozent gefallen sein.
Nissan investiert 17,6 Milliarden "elektrisch"
Der japanische Automobilhersteller Nissan baut seine Produktion von Elektroautos und Hybriden aus. In den kommenden fünf Jahren investiere Nissan rund 17,6 Milliarden Dollar in die Elektromobilität, teilte das Unternehmen mit. Strengere Emissionsbeschränkungen in wichtigen Absatzmärkten wie China und den Vereinigten Staaten werden die Nachfrage nach Elektroautos und Hybriden ankurbeln. Japans drittgrößter Autobauer hat sich bislang nicht dazu verpflichtet, Fahrzeuge mit fossilen Brennstoffen vollständig abzuschaffen. Auf dem Klimagipfel in Glasgow in diesem Monat verpflichteten sich mehrere große Automobilhersteller - darunter Mercedes-Benz, Volvo, die chinesische BYD und Jaguar Land Rover sowie die US-Autobauer Ford und General Motors - die Produktion von Fahrzeugen mit Verbrennermotoren bis 2040 einzustellen.
Leben in Deutschland wird immer teurer
Am Nachmittag teilt das Statistische Bundesamt seine Schätzung für die Entwicklung der Verbraucherpreise im November mit. Erwartet wird, dass die Inflationsrate auf knapp sechs Prozent springt. Im Oktober lag sie bereits bei 4,5 Prozent. Das bereitet Wirtschaft und Verbrauchern Sorgen.
Autohändler-Aktienkurs geht durch die Decke
Dank eines Übernahmeangebots winkt den Aktien von Marshall Motor der größte Tagesgewinn der Firmengeschichte. Die Titel des britischen Autohändlers verteuerten sich in London um gut 43 Prozent auf 392 Pence. Der Rivale Constellation Automotive bietet 400 Pence je Aktie oder insgesamt umgerechnet 382 Millionen Euro.
"Haben keine Inflation im eigentlichen Sinn"
Heute legt das Statistische Bundesamt seine vorläufige Schätzung zur Preissteigerung im November vor - und es wird wohl eine Fünf vor dem Komma stehen.
Ökonom Florian Kern ist dennoch gelassen. "Derzeit gibt es keine Inflation im eigentlichen Sinn. Was wir derzeit sehen, sind angebotsbedingte Preissteigerungen", sagt der Direktor des Thinktanks "Dezernat Zukunft" im Gespräch mit ntv.de.
Zinserhöhungen seien deshalb aktuell kein geeignetes Mittel. "Führt eine Zinserhöhung dazu, dass Russlands Präsident Wladimir Putin mehr Gas nach Europa leitet und dass die Frachtraten für Containerschiffe sinken? Nein. Eine Zinserhöhung wäre derzeit kontraproduktiv und würde Wohlstand vernichten", so Kern.
Das komplette Interview lesen Sie hier.
Ölpreise gehen nach Einbruch wieder hoch
Die am Freitag massiv eingebrochenen Ölpreise befinden sich auf Erholungskurs. Die Nordsee-Rohölsorte Brent gewann am späten Vormittag 3,9 Prozent auf 75,73 US-Dollar je Barrel. US-Leichtöl der Sorte WTI verteuerte sich um 4,6 Prozent auf 71,32 Dollar.
Zusätzlichen Auftrieb erhielten die Preise von Spekulationen, dass die "Opec+", zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Ölförderländer wie Russland gehören, auf ihrer anstehenden Sitzung eine Pause ihrer monatlichen Anhebung der Fördermengen beschließe, sagte Analyst Jeffrey Halley vom Brokerhaus Oanda.
Brent Rohöl
Synbiotic-Chef: "Wir brauchen ein Cannabisreinheitsgebot"
Vor Jahren die Freigabe von Cannabis für medizinische Zwecke, nun die geplante Legalisierung für den Genuss: Mit den Plänen von SPD, Grünen und FDP steht Deutschland nicht nur vor einem historischen Schritt in der Drogenpolitik. Die Liberalisierung dürfte auch einen legalen Massenmarkt für die Droge öffnen, für den sich Hersteller schon jetzt warmlaufen. Die Branche wittert das große Geschäft und wirbt mit potenziellen Einnahmen in Milliardenhöhe für den Staat.
Dass das so schnell geht, damit hat auch Lars Müller, Geschäftsführer von Synbiotec, nicht gerechnet. Laut seiner Einschätzung wird sich die Cannabis-Wirtschaft jetzt in einen Markt für medizinisches Cannabis und einen Genuss- und Freizeitmarkt teilen. Hier gilt noch zu klären: Welchen Qualitätsstandard müssen die THC-haltigen Produkte einhalten? "Wir brauchen sozusagen ein 'Cannabisreinheitsgebot'", sagt Müller im Interview mit ntv.de.
Einen Wettbewerbsvorteil haben Unternehmen, die jetzt schon in Deutschland Cannabis anbauen, nach Einschätzung von Müller nicht. "In Deutschland bauen die wenigen Firmen ihre Blüten in Banktresor-ähnlichen Fabriken an. Auf der Skalierungsebene ist es absolut nicht möglich, dass das funktioniert", sagt Müller. Die Karten würden jetzt neu gemischt. Welche Unternehmen auf gute Geschäfte hoffen können, lesen Sie im kompletten Interview.
Lithium-Firma sackt Großauftrag von Autoriesen ein
Der deutsche Lithiumhersteller Vulcan Energie gewinnt einen Großauftrag vom Opel-Mutterkonzern Stellantis. Lieferungen seien für mindestens fünf Jahre ab 2026 vereinbart worden, teilt Vulcan mit. Das Unternehmen stelle den 14 Marken des Autokonzerns zwischen 81.000 und 99.000 Tonnen Lithiumhydroxid in Batteriequalität zur Verfügung. Vulcan zählt auch den Autobauer Renault, den Recycling-Spezialisten Umicore und den Batteriehersteller LG Chem zu seinen Kunden.
Lithium wird bei der Herstellung von Batterien für Elektroautos benötigt. Die deutsche Tochter des australischen Unternehmens Vulcan Energy will den Rohstoff aus Thermalwasser im Oberrheingraben gewinnen. Durch die gleichzeitige Nutzung der Wärme des aus der Tiefe geförderten Wassers soll das Lithium CO2-neutral sein. Vulcan Energie hat angsichts des wachsenden Elektroauto-Booms einen Gang an die Börse ins Auge gefasst.
Impfstoff-Rally geht weiter - Reiseaktien erholt
Die neue Omikron-Variante von Corona ist auch heute ein bestimmender Faktor für die Börsenkurse. Die ADRs (American Depository Receipts/sie werden stellvertretend für eine Aktie gehandelt) von Biontech legten weitere fünf Prozent zu, nachdem sie an der New Yorker Nasdaq am Freitag um 14 Prozent nach oben gesprungen waren.
Eine leichte Kurserholung schaffen aber einige Reiseaktion wie Carnival (plus 4,7 Prozent) und Tui (plus 1,9 Prozent), die allerdings am Freitag kräftig abgestürzt waren. Betreiber von Kreuzfahrschiffen hatten dort zweistellige Prozentverluste zu verbuchen.
War's das mit der Weihnachtsrally?
Die Corona-Angst ist zurück an der Börse. Nachdem der Dax vergangene Woche noch einen Rekord nach dem anderen verzeichnet hatte, kehrte zuletzt die Verunsicherung der Anleger zurück an die Märkte. Zu den bekannten Störfeuern wie Lieferengpässen und hohen Inflationsraten gesellt sich nun die erneut aufflammende Sorge vor der Corona-Krise. Ist die Weihnachtsrally für dieses Jahr also schon beendet? Wie können sich Anleger jetzt aufstellen, wenn die Börsenentwicklung so unsicher ist? Friedhelm Tilgen diskutiert mit Marcel Langer von JP Morgan und Daniel Saurenz von Feingold Research über mögliche Strategien für die letzten Wochen des Jahres.
Wie weiter mit der Inflation? EZB-Direktorin äußert sich klar
Hinsichtlich der hohen Inflationsrate verteilt die EZB Beruhigungspillen. Der kräftige Anstieg der Teuerungsraten dürfte nach Einschätzung der Notenbank bald beendet sein. "Wir gehen davon aus, dass im November der Höhepunkt der Inflationsentwicklung erreicht ist und dass die Inflation im kommenden Jahr wieder allmählich zurückgehen wird, und zwar in Richtung unseres Inflationsziels von zwei Prozent, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel im ZDF. "Und tatsächlich gehen die meisten Prognosen sogar davon aus, dass die Inflation unter diese zwei Prozent fallen wird. Und insofern kann man eigentlich keine Hinweise darauf sehen, dass die Inflation außer Kontrolle gerät."
Die Teuerungsraten klettern seit Monaten sowohl in Deutschland als auch im Euroraum insgesamt. Heute Nachmittag gibt es Zahlen zur deutschen Inflation im Vormonat.
Bitcoin & Co. erst kräftig aufwärts, dann Gewinnabgabe
Ähnlich wie am Aktienmarkt decken sich Schnäppchenjäger auch wieder mit Kryptowährungen ein. Bitcoin und Ethereum stiegen am Morgen um jeweils etwa sieben Prozent auf 67.642 beziehungsweise 4363 US-Dollar. Danach kamen die Kurse aber wieder zurück und legten nur noch um 0,5 beziehungsweise 1,1 Prozent zu . Am Freitag waren sie wegen der Furcht vor einem Rückschlag für die Weltwirtschaft durch die neu entdeckte Omikron-Variante des Coronavirus um bis zu zehn Prozent eingebrochen.
Dax verringert Gewinn - unruhiger Handel
Am deutschen Aktienmarkt herrscht bislang deutlich bessere Laune als am Freitag. Der Dax ist wieder etwas zurückgekommen und legte 0,7 Prozent auf 15.356 Punkte zu. Insgesamt herrscht in Frankfurt ein nervöser Handel.
Bei den Einzelwerten legten Lufthansa 1,5 Prozent zu, Fraport verteuerten sich um 1,9 Prozent. Im Dax landeten MTU als Ticker und landeten eine halbe Stunde später als Bettvorleger - minus 0,9 Prozent. Für alle drei Unternehmen verzeichneten am Freitag den größten Tagesverlust seit dem Börsen-Crash vom Märzn2020, als die erste Corona-Welle die globale Wirtschaft erschütterte.
Geschickter Umgang mit Chipmangel macht Autobauer erfolgreicher
Lieferengpässe und der Chipmangel zwingen Autobauer weltweit zum zeitweisen Stopp der Bänder. Allerdings haben die 16 weltgrößten Autohersteller zuletzt mehr Gewinn erwirtschaftet als je zuvor. Wie der Wirtschaftsprüfer EY mitteilte, kletterte der operative Gewinn dieser Firmen im dritten Quartal um mehr als elf Prozent auf fast 23,1 Milliarden Euro. Das sei ein "neues Rekordniveau".
Beim Absatz verzeichneten die Konzerne deutliche Einbußen um 16 Prozent - 13 Hersteller verkauften weniger Autos als im Vorjahreszeitraum, erklärte EY. Der Gesamtumsatz der 16 Unternehmen schrumpfte demnach um 1,6 Prozent auf 371 Milliarden Euro. Dennoch hätten die Top-Autokonzerne, darunter VW, Daimler, General Motors und Honda, die Halbleiterkrise bislang "bemerkenswert gut überstanden", erläuterten die EY-Experten: So würden die knappen Chips vor allem in "hochpreisige und margenstarke Fahrzeuge eingebaut". Zudem sei die Nachfrage größer als das Angebot - Rabattaktionen der Hersteller seien also nicht nötig.
Dax leckt seine Wunden - ordentliches Plus zum Start
Nach dem Kursmassaker vom Freitag ist der deutsche Aktienmarkt mit deutlichen Aufschlägen in die neue Woche gestartet. Der Dax legte in den ersten Minuten ein Prozent auf 15.412 Punkte zu. Der EuroStoxx50 notierte 1,3 Prozent höher bei 4145 Stellen.
Im Mittelpunkt des Börsengeschehens steht nach wie vor die Entwicklungen rund um die in Südafrika entdeckte neue Coronavirus-Variante Omikron. Am Nachmittag gibt es Daten zur deutschen Inflation im Oktober. Diese soll sich dagegen den Erwartungen der Experten zufolge beschleunigt haben.
Omikron: Welche Aktien profitieren, welche verlieren?
Nach dem Kursrutsch vom Freitag steigen Anleger wieder bei Lufthansa und Fraport ein. Die Aktien der Fluggesellschaft und des Flughafen-Betreibers steigen vorbörslich um bis zu vier Prozent. Am Freitag hatten die Papiere aus Furcht vor den Folgen der neu entdeckten Corona-Variante Omikron jeweils prozentual zweistellig verloren. Für beide war es das größte Tagesminus seit dem Börsen-Crash vom März 2020, als Deutschland von der ersten Corona-Welle betroffen war. Die Aktien des Online-Händlers Zalando und der Medizintechnik-Firma Sartorius, die am Freitag kräftig zugelegt hatten, geben dagegen nach.
Lufthansa
An den US-Börsen zeigte sich am Freitag nachbörslich bei den Aktien von Fluggesellschaften nur noch wenig Bewegung, so bei Delta Air Lines (+0,2%), United Airlines (-0,1%) und American Airlines Group (-0,3%). Die Titel waren zuvor um bis zu 9,6 Prozent abgestürzt.
Die Aktien von Impfstoff-Herstellern, die nach den Meldungen über die neue Corona-Mutation kräftige Kursgewinne verbucht hatten, verzeichneten noch leichte Aufschläge. So stiegen Moderna nachbörslich noch um 2,0 Prozent, nachdem die Aktie zuvor um rund 21 Prozent nach oben geschossen war. Für die Titel von Biontech ging es um 1,4 Prozent höher, nach einem Plus von 14,2 Prozent zuvor.
Autozulieferer kappt Prognose
Der französische Autozulieferer Faurecia kappt angesichts der geringeren Fahrzeugproduktion weltweit und höherer Kosten seine Prognose. Das Unternehmen, das zuletzt den deutschen Zulieferer Hella übernommen hatte, rechnet nun 2021 mit einem Umsatz zwischen 15 und 15,5 Milliarden Euro und einer operativen Gewinnmarge von 5,5 Prozent. Bislang hatte Faurecia 15,5 Milliarden Euro Erlöse und eine Marge von 6 bis 6,2 Prozent vorhergesagt. Das Analysehaus IHS Markit hatte zuletzt seine Prognose für die weltweite Autoproduktion in der zweiten Jahreshälfte um eine Million auf 6,8 Millionen Fahrzeuge reduziert.
Netzfinanzierung: Deutsche Telekom und Co. sehen US-Tech-Giganten in der Pflicht
Die europäischen Telekommunikationsunternehmen wollen den großen US-Tech-Konzernen wegen der starken Nutzung einen Teil der Kosten für den Ausbau des Netzes in Europa aufbrummen. "Ein großer und wachsender Teil des Netzwerkverkehrs wird von großen US-Plattformen generiert und monetarisiert, aber das erfordert kontinuierliche, intensive Netzwerkinvestitionen und Planung durch den Telekommunikationssektor", schreiben die Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom und Vodafone sowie elf weiterer europäischer Unternehmen in einer gemeinsamen Erklärung. Diese Investitionen könnten nur dann nachhaltig sein, wenn die großen Tech-Unternehmen auch einen "fairen Beitrag" zu den Netzkosten leisten würden. Die Investitionen im europäischen Telekommunikationssektor stiegen im vergangenen Jahr mit 52,5 Milliarden Euro auf ein Sechsjahreshoch.
Zu den Unterzeichnern gehören Telefonica, Orange, KPN, BT Group, Telekom Austria , Vivacom, Proximus, Telenor, Altice Portugal, Telia Company und Swisscom.
Deutsche Telekom e
Saudi-arabischer Börsenbetreiber stemmt milliardenschweren Börsengang
Der saudi-arabische Börsenbetreiber Saudi Tadawul hat einen milliardenschweren Börsengang hingelegt. Das Unternehmen nahm nach eigenen Angaben umgerechnet 1,01 Milliarden Dollar mit der Neuemission ein. Der Börsenbetreiber schlug 36 Millionen Aktien zu einem Preis von 105 Rial das Stück los. Die Preisspanne hatte zwischen 95 und 105 Rial gelegen. Die Emission sei deutlich überzeichnet gewesen. Der saudiarabische Aktienmarkt ist der größte in der arabischen Welt. Dort sind Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von insgesamt fast 2,7 Billionen Dollar notiert. Der saudi-arabische Ölkonzern Aramco hatte 2019 an der Börse in Riad den weltgrößten Börsengang mit einem Emissionsvolumen von 29,4 Milliarden Dollar gestemmt.
Sorgt Omikron für einen "Black Monday"?
Nach seinem größten Tagesverlust seit etwas mehr als einem Jahr wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Montag höher starten. Im Mittelpunkt stehen die Entwicklungen rund um die in Südafrika entdeckte neue Coronavirus-Variante Omikron. Die Börsen waren am Freitag deswegen zeitweise so stark in die Tiefe gerauscht wie zuletzt beim Börsen-Crash im März 2020, als die erste Pandemie-Welle Rezessionsängste geschürt hatte. Der deutsche Leitindex war 4,2 Prozent im Minus bei 15.257,04 Punkten aus dem Handel gegangen. Am Montag stehen zudem die Barometer für das europäische Geschäftsklima und das Verbrauchervertrauen an. Experten erwarten in beiden Fällen für November Ergebnisse auf dem Niveau des Vormonats. Außerdem werden Zahlen zum deutschen Wirtschaftswachstum veröffentlicht. Hier prognostizieren Analysten einen Rückgang im Monatsvergleich um 0,4 Prozent. Die deutsche Inflation soll sich dagegen den Erwartungen zufolge zum Vorjahresmonat auf 5,5 Prozent beschleunigt haben.
Mögliche Pause bei Produktionsausweitung treibt Ölpreis
Spekulationen um eine Pause bei der Produktionsausweitung durch die Opec+ gibt dem Ölpreis Auftrieb. Außerdem nutzten einige Investoren den jüngsten Kursrutsch zum Wiedereinstieg in den Markt, sagte Volkswirt Tatsufumi Okoshi von der Investmentbank Nomura. Die Sorten Brent und WTI verteuern sich um jeweils mehr als fünf Prozent auf 76,48 beziehungsweise 72,16 Dollar je Barrel. Die großen Exportländer wollen am Donnerstag über ihre Förderpolitik beraten. Bislang haben sie die Quoten monatlich um 400.000 Barrel pro Tag angehoben.
Brent Rohöl I
Omikron sorgt für weitere Verluste in Asien
Die Aktienmärkte in Ostasien und Australien zeigen sich zu Wochenbeginn durch die Bank erneut mit deutlichen Abschlägen. Bei den Anlegern geht weiter die Sorge vor massiven Restriktionen zur Eindämmung des neuen mutierten Omikron-Coronavirus um, die eine Erholung der globalen Weltwirtschaft gefährden könnte. Nach den heftigen ersten Reaktionen vom Freitag mit kräftigen Abverkäufen an den Börsen weltweit verarbeiten die Anleger nun die einlaufenden Informationen zum neuartigen Virus. Der Markt konzentriert sich auf Berichte darüber, ob die vorhandenen Covid-19-Impfstoffe gegen die Omikron-Variante wirksam sind, so IG.
In der gesamten Region stehen aus Angst vor Reisebeschränkungen die Aktien von Fluggesellschaften weiter unter Abgabedruck. In Japan fallen Japan Airlines um 3,7 Prozent und ANA Holdings um 4,1 Prozent. In Hongkong reduzieren sich Cathay Pacific um 3,4 Prozent und in Sydney Qantas um 2,0 Prozent. In Südkorea geben Korean Air Lines 1,1 Prozent ab.
Für den Nikkei-Index in Tokio geht es um 1,4 Prozent nach unten. Hier belasten auch Aktien von Auto-Herstellern. Nissan Motor fallen 5,2 Prozent, Toyota um 2,8 Prozent. Spiele - und Technologiewerte können indessen zulegen. So steigen Nintendo um 3,1 Prozent, Lasertec gewinnen 4,0 Prozent.
An den chinesischen Börsen geht es in Hongkong um 1,0 Prozent nach unten. Die Aktie des Kasinobetreiber Galaxy Entertainment Group knickt um 7,8 Prozent ein. Die Titel des Resortentwicklers Sands China fallen 6,3 Prozent. Auch im Immobiliensektor geht es abwärts. Henderson Land Development verliert 1,1 Prozent. Die Börse in Schanghai notiert indessen nur moderat im Minus. Die Gewinne der chinesischen Industrie sind im Oktober den zweiten Monat in Folge gestiegen. Zu verdanken war das zum einen dem Wachstum im Bergbau und in der Rohstoffindustrie, zum anderen dem Einkaufs-Festivals im Rahmen der sogenannten Goldenen Woche, das den Verbrauch ankurbelte, wie das Nationale Amt für Statistik am Samstag mitgeteilt hat.
Der Kospi in Südkorea verliert 1,1 Prozent. Auch hier verzeichnen Aktien von Reise- und Tourismus-Unternehmen Abschläge. Samsung C&T Corp, der Betreiber des südkoreanischen Themenparks Everland, rutscht 2,7 Prozent ab. Die Aktie des Index-Schwergewichts Samsung Electronics gibt moderat 0,3 Prozent nach.
Dudenhöffer setzt auf Atomstrom für E-Autos
Zur Umsetzung des von SPD, Grünen und FDP vereinbarten Ausbaus der Elektromobilität ist nach Berechnungen des Auto-Experten Ferdinand Dudenhöffer die Rückkehr zum Atomstrom unvermeidbar. "Wenn wir die Elektromobilität in Deutschland wirklich ernst nehmen, dürfen wir auf Kernkraftwerke nicht verzichten", zitiert die "Augsburger Allgemeine" den Chef des privaten Center Automotive Research (CAR) aus einem Strategiepapier . "Um die Elektroautos des Jahres 2050 am Laufen zu halten, bräuchten wir 39.000 zusätzliche Windenergieanlagen." Das sei nicht machbar. Der einzige Ausweg sei deshalb der Neubau von Kernkraftwerken, die heute viel sicherer seien als früher.
Die Ampelparteien halten im Koalitionsvertrag am Atomausstieg fest, haben aber das Ziel ausgegeben, dass bis 2030 "mindestens 15 Millionen vollelektrische Pkw" auf Deutschlands Straßen rollen sollen. Derzeit sind nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes knapp 310.000 dieser Fahrzeuge zugelassen. Auf EU-Ebene wird allerdings gerade darüber gestritten, ob Atomkraft künftig als nachhaltig einstuft werden soll.
Wieder Verluste an Asien-Börsen
Die Anleger ziehen sich zu Wochenauftakt aus den asiatischen Märkten zurück. Das Auftauchen der Omikron-Virusvariante verunsicherte die Börsianer, da noch unklar ist, welche Auswirkungen die Corona-Mutante auf die wirtschaftliche Erholung und die Straffungspläne der Zentralbanken hat. "Die Nachrichten über Omikron machen deutlich, dass die Zentralbanken und Regierungen bei der Abschaffung wirtschaftlicher Unterstützung und Anreize vorsichtig vorgehen müssen", Craig James, Chefökonom beim Vermögensverwalter CommSec.
Der Nikkei liegt im Verlauf 0,5 Prozent tiefer bei 28.610 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sinkt 0,9 Prozent auf 1967 Zähler. Der Shanghai Composite notiert unverändert. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verliert 0,2 Prozent.
Dollar erneut im Blick
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar 0,4 Prozent auf 113,71 Yen und gibt 0,2 Prozent auf 6,3823 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notiert er 0,2 Prozent höher bei 0,9255 Franken. Parallel dazu fällt der Euro 0,3 Prozent auf 1,1279 Dollar und notiert kaum verändert bei 1,0441 Franken. Das Pfund Sterling stagniert bei 1,3334 Dollar.
Euro / Dollar o
Crash-Monday nach Black Friday? Das wird für den Dax heute wichtig
Während der deutsche Einzelhandel seinen "Black Friday" gefeiert hat, erlebte der deutsche Aktienmarkt seinen "Black Friday" passend zum Wochenschluss: Der Dax sackte im Tagestief bis auf 15.244 Punkte ab, zum Handelsende stand ein Kursverlust von 660 Zählern oder 4,2 Prozent sowie ein Schlusskurs von 15.257 Punkten in den Büchern. Damit büßte der deutsche Börsenleitindex in den vergangenen Tagen insgesamt mehr als vier Prozent ein - der größte Wochenverlust seit einem Jahr.
Ein Grund für die pessimistischere Grundstimmung am Aktienmarkt: die sich zuspitzende Corona-Krise. So stiegen die Inzidenzen hierzulande spürbar, wurden Lockdowns und Impfpflicht heftig diskutiert. Gleichzeitig sorgte die neue Coronavirus-Variante für Verunsicherung und stellt so die Fortsetzung der Kursrally der vergangenen Wochen infrage. Die in Südafrika entdeckte Mutation des Erregers Covid-19 könnte Experten zufolge ansteckender sein als der aktuell grassierende Typ Delta und resistenter gegen die bisherigen Impfstoffe.
Die bisherige Sorglosigkeit der Anleger finde nun ein Ende, sagt Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus Robomarkets. Von Anfang Oktober bis Mitte November hatte der Dax mehr als acht Prozent zugelegt. Ist es nun aber schon vorbei mit der Weihnachtsrally? Oder eröffnet sie Anlegern, die auf ihre Chance warten, eine günstige Einstiegsgelegenheit", fragte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Bislang gebe es keine klaren Hinweise, dass sich die Konjunkturaussichten verschlechterten. Außerdem würden die Notenbanken beim ersten Anzeichen ernsthafter Probleme die geldpolitischen Zügel sicher wieder lockern oder zumindest nicht weiter anziehen.
Die Corona-Lage bleibt zum Wochenstart das bestimmende Thema: Weder von Konjunktur-, noch von Unternehmensseite steht viel auf der Agenda. Aus der EU gibt es frische Daten zur Wirtschaftsstimmung und zum Geschäftsklima in der Eurozone. Am wichtigsten für Anleger dürften aber die vorläufigen deutschen Verbraucherpreise sein, die am Nachmittag veröffentlicht werden.