Montag, 31. Oktober 2022Der Börsen-Tag

Heute mit Thomas Badtke
17:46 Uhr

Charttechnik und Wall Street geben die DAX-Bremse

Der DAX hat zum Wochenstart erneut leichte Gewinne verbuchen können - und das, obwohl die Inflationsrate im Euroraum im Oktober auf ein neues Rekordhoch gestiegen ist. Die Verbraucherpreise legten gegenüber dem Vormonat um 1,5 Prozentpunkte zu und lagen um 10,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Volkswirte hatten eine Jahresteuerung von 10,0 Prozent prognostiziert. Die Börsen befinden sich im Wartemodus im Vorfeld der geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank bzw. der Bank of England. Sollte die Fed für eine Enttäuschung sorgen, dürfte der DAX den Rückwärtsgang einlegen.

Wie die Commerzbank anmerkt, steigen die Preise im Euroraum inzwischen auch in der Breite immer stärker. Die Teuerungsrate ohne die volatilen Preise für Energie, Nahrungs- und Genussmittel legte erneut um 0,2 Punkte auf 5,0 Prozent zu. "Die heutigen Daten erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB ihre Leitzinsen im Dezember erneut um 75 Basispunkte anhebt, zumal die Euro-Wirtschaft im dritten Vierteljahr gegenüber dem zweiten Quartal noch immer mit 0,2 Prozent gewachsen ist", heißt es.

Mit großer Sorge wird zudem auf die Entwicklung in China geschaut. Chinas jüngst ausgeweitete Covid-19-Maßnahmen könnten das dortige Wirtschaftswachstum erneut beeinträchtigen. Darauf deuten die Einkaufsmanager-Indizes hin, die für den verarbeitenden Sektor wie auch für das nicht-verarbeitende Gewerbe, der die Dienstleistungs- und Bautätigkeit umfasst, für Oktober unter die Marke von 50 gerutscht sind und damit auf ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung hindeuten. China ist der größte Rohölimporteur der Welt. In Folge kommen die Notierungen für Öl am Terminmarkt leicht zurück.

Der deutsche Börsenleitindex verabschiedet sich mit einem Aufschlag von 0,1 Prozent und einem Stand von 13.254 Zählern in den Feierabend. "Der DAX stand heute ein wenig auf der Bremse, das lag auch an den leichten Gewinnmitnahmen an der Wall Street", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Raimund Brichta. Er verweist aber darauf, dass der Dow-Jones-Index den besten Oktober seit 46 Jahren ansteuert. "Und auch die mehr als 1000 Punkte, die der DAX seit Ende September zulegen konnte, können sich sehen lassen", erläutert er. "Saisonal ist die beste Börsenzeit in der Regel von November bis April. Dieses Jahr hat sie offenbar etwas eher begonnen - trotz schlechter Nachrichten von der Inflationsseite. Für den DAX gilt es nun, den großen Abwärtstrend dieses Jahres, der derzeit bei 13.340 Punkte verläuft, nachhaltig zu überwinden."

Bei den Einzelwerten stehen im DAX die Aktien von Fresenius und der Tochter FMC im Fokus. Für beide Papiere geht es zum Wochenstart deutlich nach oben. Für die Analysten ist die Gewinnwarnung von FMC keine Überraschung. Bereits die bisherige Prognose deutete für die Berenberg-Analysten auf einen Gewinnrückgang im unteren bis mittleren Zwanzigerprozentbereich im zweiten Halbjahr hin. Auch die Gründe, wie eine geringe Steigerung bei Erstattungen und zunehmende Arbeitskosten bei gleichzeitig hohen Energiekosten, standen bereits im Raum. Das dritte Quartal ist für die Analysten zudem nicht so schlecht verlaufen, wie befürchtet. An der Börse wurde die FMC-Aktie seit Längerem gemieden. Sie verlor aus Sicht des dritten Quartals 27 Prozent.

Die Gewinnwarnung von FMC zog auch eine ebensolche des Mutterkonzerns Fresenius nach sich. Neben FMC wird hier zudem Vamed genannt und auch der Dienstleistungsbereich werde von einem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld belastet. Die Fresenius-Titel haben sich gegenüber FMC zuletzt besser gehalten, hier stützten Berichte über den möglichen Einstieg des aktivistischen Investors Elliott.

Dax
Dax 14.370,72

Fresenius St
Fresenius St 26,74
FMC
FMC 30,38

17:30 Uhr

Stellantis lässt Jeep-JV pleitegehen

Der Hersteller der ersten ausländischen Automarke in China ist pleite. Das Gemeinschaftsunternehmen von Stellantis mit der Guangzhou Automobile Group (GAC), das in China die Geländewagen Jeep Cherokee und Compass produziert, hat nach Angaben beider Partner Insolvenz wegen Überschuldung angemeldet. Der italienisch-französische Autobauer Stellantis hatte das Joint Venture mit GAC bereits im Juli aufgekündigt, nachdem er wenige Monate zuvor die Mehrheit daran übernommen hatte. Stellantis erklärte, die Beteiligung sei bereits im ersten Halbjahr voll abgeschrieben worden. Der Jeep war 1984 - damals noch im Besitz der amerikanischen AMC - das erste ausländische Modell, das in China vom Band lief.

Die Verkaufszahlen für die beiden Modelle waren seit Jahren im Sinken begriffen. Wurden 2017 in China noch mehr als 200.000 Jeep Cherokees und Compass verkauft, waren es 2021 gerade noch gut 20.000. Im laufenden Jahr erreichte der Absatz bisher 1857 Fahrzeuge. Bill Russo, Chef der Beratungsfirma Automobility in Shanghai und selbst früher Chrysler-Manager, sagte, Jeep habe es verpasst, sich an die Veränderungen auf dem chinesischen Markt und die Kundenwünsche anzupassen. "Man kann im 21. Jahrhundert kein Geschäftsmodell aus den 1980er Jahren mehr verfolgen."

Stellantis-Chef Carlos Tavares hatte im Juli den wachsenden politischen Einfluss auf das Geschäft mit chinesischen Partnern beklagt. Ausländische Autobauer stehen dort unter Druck. Mit dem Trend zu Elektroautos gewinnen die einheimischen Hersteller Marktanteile.

Stellantis
Stellantis 13,75

17:14 Uhr

Neues Musk-Modell für Twitter

Kurz nach der Übernahme des Kurzmitteilungsdienstes kündigt Elon Musk die Überarbeitung der Echtheitsprüfung von Twitter-Nutzern an. "Der gesamte Verifizierungsprozess wird gerade überarbeitet", schrieb Musk am Sonntag in einem Tweet, ohne weitere Details zu nennen. Twitter erwägt einem Medienbericht zufolge, für das blaue Häkchen, das die Identität des Kontoinhabers verifiziert, Gebühren zu verlangen. Dies berichtete die Technologie-Webseite "Platformer" unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Dem Bericht zufolge müssten die Nutzer dann ein Abonnement von Twitter Blue für 4,99 Dollar pro Monat abschließen, um ihr Verifikationssiegel nicht zu verlieren.

Twitter Blue wurde im vergangenen Jahr als erster Abo-Dienst der Social-Media-Plattform eingeführt. Er bietet Zugang zu Premium-Funktionen auf monatlicher Basis, einschließlich der Möglichkeit, bereits veröffentlichte Tweets zu bearbeiten.

Twitter
Twitter 55,50

16:37 Uhr

Volatile Gaspreise in Europa und den USA

Extrem volatil zeigen sich zum Wochenstart die Gaspreise in Europa und den USA. Dabei fallen die Bewegungen allerdings entgegengesetzt aus. Der in den Niederlanden festgestellte Gaspreis (TTF) zur Lieferung im Dezember knickt um fast 12 Prozent ein auf 113 Euro pro Megatwattstunde und damit das niedrigste Kontraktniveau seit Mitte Juni. Zuletzt wurden als preisdrückende Faktoren immer wieder die inzwischen prall gefüllten Gasspeicher angeführt wie auch das für die Jahreszeit ungewöhnlich milde Wetter mit annähernden Sommertemperaturen.

Dagegen schießt in der USA der Gaspreis um 11,1 Prozent nach oben auf 6,31 Dollar je Million British Thermal Unit (mmBtu), nachdem er zuvor nach einer 38-prozentigen Talfahrt auf ein Zweimonatsfief gefallen war. Damit liegt der Preis auf dem hoch spekulativen Markt aber immer noch 70 Prozent über dem Niveau zu Beginn des Jahres. Den jüngsten Preisrutsch hatten laut Marktexperten seit September rekordhohe Produktionsraten, eine schwächer als normal ausfallende Inlandsnachfrage und die Befürchtung ausgelöst, dass die weltweite Nachfrage nach verflüssigtem Erdgas (LNG) aufgrund der hohen Preise zurückgehen könnte.

Die aktuelle Erholung deute darauf hin, dass diese ungünstigen Faktoren nun vollständig eingepreist seien und die Anleger mit einem starken Anstieg der Nachfrage rechneten, weil sich die Wintersaison mit der höchsten Nachfrage nähere, heißt es nun. Auch die Produktionsmengen könnten in den kommenden Monaten aufgrund möglicher Frostperioden und anderer Wetterfaktoren etwas zurückgehen.

16:21 Uhr

Weizenpreis reagiert auf Russlands Kündigung des Exportabkommens

Der Weizenpreis legt mit der Entwicklung im Schwarzen Meer zu. Am Terminmarkt der CBOT steigt der Preis um rund 6 Prozent, nachdem Russland am Wochenende seine Teilnahme an der Vereinbarung über den Schwarzmeer-Getreideexportkorridor aus der Ukraine ausgesetzt hat. Dies werde zu einer erheblichen Volatilität auf den Märkten führen, so die Analysten von AgriTel. Im Handel heißt es aber auch, der Umstand, dass Schiffe mit Getreide die ukrainischen Häfen weiterhin verließen bzw. zur Beladung ansteuerten, dämpfe den Preisanstieg - auch wenn es erhebliche Zweifel an der Sicherheit dieser Frachtschiffe gebe.

16:03 Uhr

Wieder ein Nackenschlag für Boeing

China Southern Airlines hat zwei Flugstrecken mit ihren Boeing-737-Max-Flugzeugen gecancelt. Wie die Fluggesellschaft mitteilt, sind die Flüge gestrichen worden. Einen Grund nannte die Airline allerdings nicht. Ursprünglich hatte China Southern Flüge von Guangzhou nach Zhengzhou und Wuhan geplant. Der Einsatz der Flugzeuge hätte die Rückkehr des Modells in die Passagierfliegerei in China nach mehr als drei Jahren bedeutet.

Die 737-Max war im März 2019 nach tödlichen Abstürzen in Indonesien und Äthiopien aus dem Verkehr gezogen worden, wurde aber nach Modifikationen an den Flugzeugen und Pilotenschulungen weltweit mit Ausnahme von China und Russland wieder in Betrieb genommen.

Boeing
Boeing 170,86

15:40 Uhr

Fresenius will Kosten deutlich senken

Der neue Fresenius-Chef Michael Sen will den Gesundheitskonzern mit Einsparungen wieder auf Gewinnkurs bringen. "Wir werden unsere Kosten rigoros senken", sagt er in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Der Fokus liege dabei auf strukturellen Kosteneinsparungen. "Dazu gehört auch eine rigorose Bewertung der Aktivitäten von Kabi." Nicht zum Kerngeschäft gehörende Bereiche der Medikamentensparte Kabi sollen veräußert werden. Sen sagte zudem, die Rendite auf das investierte Kapital werde in Zukunft ein entscheidender Maßstab sein und auch in die Vergütung des Vorstands einfließen.

 

Fresenius
Fresenius 26,74

15:09 Uhr

Gewinnmitnahmen an der Wall Street nach Sechswochenhoch

Nach der Euphorie vor dem Wochenende mit einem Sechswochenhoch werden am Montag an der Wall Street ein paar Gewinne mitgenommen. Zudem macht sich im Vorfeld der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch, bei der eine abermalige Erhöhung um 75 Basispunkte erwartet wird, Zurückhaltung und Abwarten breit. Am Markt geht die Sorge um, die jüngste Annahme, die Fed könnte ihren Zinserhöhungspfad per Dezember abflachen, könne möglicherweise eine Fehleinschätzung gewesen sein. Sollte die Fed keine entsprechenden Hinweise auf einen weniger straffen geldpolitischen Kurs aussenden, müsste ein Teil des jüngsten Börsenoptimismus ausgepreist werden, heißt es.

Der endende Monat steuert derweil auf einen der besten Oktober aller Zeiten zu. Zum Start büßt der Dow-Jones-Index 0,5 Prozent auf 32.690 Punkte ein, S&P-500 und Nasdaq-Composite verlieren 0,6 bzw. 0,7 Prozent.

"Der Markt hofft, dass die Federal Reserve, ähnlich wie die EZB, eine kleine Andeutung zur Tempoverlangsamung der schrittweisen Zinserhöhungen machen wird", sagt Chefmarktstratege Edward Park von Brooks Macdonald. Negativ bewerten Händler indes die Entwicklung in China, wo jüngst ausgeweitete Covid-19-Maßnahmen das ohnehin schon schwache Wirtschaftswachstum weiter ausbremsen. Eine Indikation dafür liefern die Einkaufsmanagerindizes, die für den verarbeitenden Sektor wie auch für das nicht-verarbeitende Gewerbe im Oktober ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung andeuten. Ein schwacher und unter Erwarten und erneut im Schrumpfungsbereich ausgefallener Einkaufsmanagerindex wurde zudem kurz nach Handelsbeginn aus Chicago gemeldet.

14:53 Uhr

Cannabis-Anbieter strebt an Frankfurter Börse

Mitten in der Diskussion um die Legalisierung von Marihuana und Haschisch in Deutschland strebt der Cannabis-Anbieter Cantourage an die Frankfurter Börse. Die Notierungsaufnahme im Freiverkehrssegment "Scale" sei für November geplant, teilt der Spezialist für medizinisches Cannabis mit. Zuvor hatte das Unternehmen bereits Anteile bei Investoren privat platziert. Medienberichten zufolge ergibt sich daraus "ein sehr hoher zweistelliger Millionenbetrag" als Unternehmenswert.

Cantourage wurde 2019 gegründet und strebt für 2022 einen Umsatz von 15 Millionen Euro an, drei Mal so viel wie im Vorjahr. Das operative Ergebnis werde voraussichtlich leicht negativ sein. Das Geld aus der Privatplatzierung solle zum Ausbau des Geschäfts angesichts der anstehenden Legalisierung von Cannabis in mehreren europäischen Ländern genutzt werden.

14:37 Uhr

Zinserhöhungsfantasie steigt nach Eurozone-Inflationsdaten

Am europäischen Geldmarkt sind die Euribors zu Wochenbeginn höher gefixt worden. Die Inflationsrate im Euroraum ist im Oktober auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Die Verbraucherpreise kletterten gegenüber dem Vormonat um 1,5 Prozent und lagen damit 10,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen monatlichen Preisanstieg von nur 0,9 Prozent und eine Jahresteuerung von 10,0 Prozent prognostiziert.

Wie die Commerzbank anmerkt, steigen die Preise inzwischen auch in der Breite immer stärker. Die Teuerungsrate ohne die volatilen Preise von Energie, Nahrungs- und Genussmittel legte erneut um 0,2 Punkte auf 5,0 Prozent zu. "Die heutigen Daten erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB ihre Leitzinsen im Dezember erneut um 75 Basispunkte anhebt, zumal die Euro-Wirtschaft im dritten Vierteljahr gegenüber dem zweiten Quartal noch immer mit 0,2 Prozent gewachsen ist", heißt es.

Die Nachfrage der Banken des Euroraums nach Liquidität der Europäischen Zentralbank (EZB) hat derweil beim einwöchigen Hauptrefinanzierungsgeschäft abgenommen. Wie die EZB mitteilte, wurden 3,105 Milliarden Euro nach 4,588 Milliarden in der Vorwoche zum Festzinssatz von 2 Prozent zugeteilt. Die Banken des Euroraums besorgten sich damit 1,483 Milliarden Euro weniger EZB-Liquidität. Das neue Geschäft wird am 2. November valutiert und ist am 9. November fällig. Wegen des Feiertages am Dienstag (Allerheiligen) wurde der Tender bereits am Montag zugeteilt.

14:20 Uhr

So reagiert der Euro auf die Inflationsdaten

Der Euro zeigt sich unbeeindruckt von Konjunkturdaten aus der Eurozone und notiert zum Dollar weiter auf niedrigerem Niveau. Aktuell kostet die Gemeinschaftswährung 0,9935 Dollar.

Die Verbraucherpreise stiegen in der Eurozone im Oktober nach einer Vorabschätzung um 10,7 Prozent, während Volkswirte den Anstieg auf 10,1 Prozent geschätzt hatten. Im September hatte der Preisauftrieb 9,9 Prozent betragen.

Das Bruttoinlandsprodukt kletterte im dritten Quartal verglichen mit dem zweiten um 0,2 Prozent und übertraf damit ebenfalls die Konsensprognose von 0,1 Prozent Wachstum.

Devisenanalystin Thu Lan Nguyen hatte schon am Morgen vorhergesagt, dass der Euro voraussichtlich kaum auf die Daten reagieren werde. Sie verwies darauf, dass schon die überraschend hohen Inflationsraten in einigen großen Ländern der Eurozone am Freitag den Euro kaum bewegt hätten. Der Devisenmarkt scheine sich eine feste Meinung dazu gebildet haben, "wie die EZB aktuell tickt". Die gelassene Reaktion der Gemeinschaftswährung zeige, dass der Markt schon vorher davon ausgegangen sei, dass die Notenbank im Falle einer deutlichen Konjunkturabschwächung einen weniger restriktiven Kurs fahren werde.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,05
US-Dollar / Euro
US-Dollar / Euro ,95

 

14:03 Uhr

Kurssprung von fast einem Drittel - dank Lockheed

Terran Orbital verzeichnen im vorbörslichen Handel einen Kurssprung von fast 32 Prozent, nachdem Lockheed Martin die Beteiligung an dem Anbieter von Satelliten-Technik aufgestockt hat. Lockheed hielt bislang 9,6 Prozent an Terran Orbital und hat nun noch einmal 100 Millionen Dollar in das Unternehmen gesteckt.

Terran war über eine Zweckgesellschaft, eine sogenannte SPAC, an die Börse gegangen. Seither war der Kurs eingebrochen und die Marktkapitalisierung auf 350 Millionen Dollar geschrumpft - und dies trotz steigender Nachfrage nach Mini-Satelliten seitens Regierungen. Das Unternehmen verweist besonders auf die Nachfrage nach Satellitenbildern vom Krieg in der Ukraine.

Lockheed Martin
Lockheed Martin 462,00

13:46 Uhr

Opec erhöht langfristige Ölnachfrageprognose

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat für die nächsten zwei Jahrzehnte Investitionen über Billionen Dollar in die Ölindustrie gefordert, um die ihrer Meinung nach bis weit in die Mitte des Jahrhunderts hinein boomende Nachfrage nach fossilen Brennstoffen zu decken.

In einem Jahresbericht über langfristige Energietrends erklärt die Opec, dass die Ölindustrie bis 2045 Investitionen in Höhe von insgesamt 12,1 Billionen Dollar - 300 Milliarden Dollar mehr als im vorigen Jahr erwartet - tätigen müsse, um die Nachfrage zu befriedigen und die globalen Energiesicherheitsbedenken zu beachten.

Die Nachfrage nach Öl werde in den kommenden Jahren stärker sein als erwartet und über den im Bericht berücksichtigten Zeithorizont von zwei Jahrzehnten anhalten, da die Wirtschaft und die Bevölkerungszahlen in den Entwicklungsländern ansteigen würden, was zusätzliche Investitionen in neue Ölförderanlagen erfordere, so die Opec.

Während sich die Welt auf die jüngste Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Ägypten im nächsten Monat vorbereitet, auf der die Regierungen wahrscheinlich die Abkehr von fossilen Brennstoffen beschleunigen werden, erklärte die Gruppe der Ölproduzenten, dass Ölinvestitionen "unnötigerweise verteufelt" worden seien, und warnte, dass "chronisch unzureichende Investitionen" in die Ölversorgung die Gefahr bergen, die globale Energiesicherheitskrise zu verschärfen.

Brent Rohöl
Brent Rohöl 75,41
Rohöl WTI
Rohöl WTI 71,74

 

13:29 Uhr

Erneuter Verdi-Streik bei Commerzbank-Tochter

 

Der Commerzbank steht diese Woche eine neue Streikwelle bei ihrer Tochter ComTS ins Haus. Verdi hat die Beschäftigten an allen Standorten der Tochter vom 2. bis 4. November zum Ausstand aufgerufen, wie die Gewerkschaft mitteilt. Es sei damit zu rechnen, dass es in Duisburg, Hamm, Erfurt, Halle und Magdeburg zu spürbaren Einschränkungen der Geschäftstätigkeit kommen werde. Die Commerzbank wollte das zunächst nicht kommentieren. Die Commerzbank-Tochter verantwortet die Bereiche Compliance, Kreditbearbeitung und die internen Postläufe der Bank.

"Vor dem Hintergrund der ständig steigenden Preise brauchen die Beschäftigten jetzt endlich eine spürbare Verbesserung ihrer Einkommenssituation", erklärte Stefan Wittmann, der für die Commerzbank zuständige Gewerkschaftssekretär bei Verdi. Es ist bereits die dritte Streikrunde bei der Commerzbank-Tochter in dem laufenden Konflikt. "Dass sich die Commerzbank weiterhin weigert, für die im Konzern am schlechtesten bezahlte Beschäftigtengruppe einen Tarifvertrag mit Verdi zu verhandeln, ist Ausdruck von sozialer Kälte."

Die Gewerkschaft fordert für rund 1700 Beschäftigte unter anderem die Erhöhung des Mindeststundenlohns auf 14 Euro sowie ein Energiegeld in Höhe von zwei Mal 1500 Euro für das laufende und kommende Jahr zum Ausgleich der aktuellen Preissteigerungen im Energiebereich.

Commerzbank
Commerzbank 7,91

13:12 Uhr

Diese Aktie ist an der Börse ein heißes Eisen

Die Aktie von FMC ist an der Börse momentan ein heißes Eisen. Nachdem es für den Wert am Freitag um knapp 9 Prozent nach unten ging, steigt er um zeitweise mehr als fünf Prozent. Zwar hatte das Unternehmen am Wochenende die erwartete Gewinnwarnung bekannt gegeben. Wer allerdings am Freitag im Hinblick die für Dienstag anstehenden Zahlen geshortet hat, wurde auf dem falschen Fuss erwischt. Denn das dritte Quartal lief nicht so schlecht wie teils erwartet. "Ich gehe davon aus, dass wir gerade Short-Covering sehen" so ein Händler. Die Bewertung sei momentan niedrig, sollten auch noch Fonds als Käufer auftreten, könnte die Aktie den Jahresverlust von rund 50 Prozent etwas minimieren.

FMC
FMC 30,38

12:56 Uhr

Deutsche Einzelhandelsumsätze "Riesenüberraschung"

Thomas Gitzel, der Chefvolkswirt der liechtensteinischen VP Bank, betrachtet den Anstieg der deutschen Einzelhandelsumsätze im September um 0,9 Prozent als "Riesenüberraschung". "Im September saß das Geld locker - trotz hoher Inflationsraten", schreibt Gitzel in einem Kommentar und fügt hinzu: "Dies erklärt auch das unerwartete klare Plus des Bruttoinlandsproduktes im dritten Quartal von 0,3 Prozent." Seiner Einschätzung helfen die hohen Inflationsraten derzeit vielleicht sogar beim Konsum. "Das Motto könnte lauten: Lieber jetzt kaufen bevor es teurer wird." Für die EZB wäre dies allerdings ein fatales Signal, denn die Konsumenten würden nicht darauf setzen, dass die Inflationsraten bald kleiner ausfallen.

12:20 Uhr

Wall Street mit Zinssorgen leichter erwartet

Die Euphorie vor dem Wochenende lässt am Montag an der Wall Street bereits wieder nach. Der Aktienterminmarkt deutet einen leichteren Beginn am Kassamarkt an. Im Vorfeld der näher rückenden Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch herrscht unter Anlegern kein Kaufinteresse. Am Markt geht die Sorge um, die jüngste Annahme des Marktes, die Fed könnte ihren Zinserhöhungspfad per Dezember abflachen, könne möglicherweise eine Fehleinschätzung gewesen sein. Sollte die Fed keine entsprechenden Hinweise auf einen weniger straffen geldpolitischen Kurs aussenden, müsste ein Teil des jüngsten Börsenoptimismus ausgepreist werden, heißt es.

12:03 Uhr

"Sinnvoller" Campari-Zukauf

Als strategisch sinnvoll wird an der Börse gewertet, dass Davide Campari eine Mehrheitsbeteiligung an der US-Destillerie Wilderness Trail erworben hat. Zum einen stärkten sich die Italiener in den USA, zudem stellten sie ihr Portfolio breiter auf. "Campari hat ein gutes Gespür für Trends", heißt es von den Analysten von Jefferies. Die Bewertung sei angemessen und lasse Campari die Tür offen bei Cognac oder Scotch zuzukaufen, falls Vermögenswerte verfügbar werden. Die Aktien von Campari legen in Mailand um 2,5 Prozent zu.

Campari
Campari 9,98

11:46 Uhr

Einmalzahlungen gegen hohe Inflation?

Die Volkswagen-Tochter Audi fordert in den laufenden Tarifverhandlungen steuerfreie Einmalzahlungen statt dauerhafter Lohnerhöhungen. "Das könnte ein Weg zu einer Einigung sein", sagte Audi-Personalvorstand Xavier Ros der "Automobilwoche". "Worüber wir diskutieren müssen, ist die Frage, wie nachhaltig eine so deutliche Lohnerhöhung ist, wenn wir über ein temporäres Problem reden. Es darf also nicht zu Maßnahmen kommen, die langfristig sogar unserer Wirtschaft eher schaden."

Audi ist selbst kein direkter Verhandlungspartner, übernimmt vielmehr das Verhandlungsergebnis aus dem Flächentarifvertrag. Die IG Metall forderte zuletzt als Reaktion auf die höchste Inflation seit Jahrzehnten für die 3,8 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie acht Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber sehen dagegen keinen großen Spielraum für Lohnerhöhungen angesichts hoher Energie- und Materialkosten. "Die Lage ist schwierig, und deswegen verstehe ich gut, dass auch diese Verhandlungen komplizierter sind als sonst", sagt Audi-Manager Ros.  

11:22 Uhr

Inflation in Eurozone erreicht Rekordwert


Die Inflation in der Eurozone hat im Oktober erneut einen Rekordwert erreicht. Verglichen mit dem Vorjahresmonat stiegen die Verbraucherpreise um 10,7 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat in einer ersten Schätzung mitteilt. Volkswirte hatten mit einer Rate von 10,3 Prozent gerechnet. Die Oktober-Inflation ist die höchste seit Einführung des Euro als Buchgeld 1999. Im Vormonat waren die Verbraucherpreise um 9,9 Prozent gestiegen.

Getrieben wurde die Teuerung erneut durch den starken Anstieg der Energiepreise, die sich zum Vorjahresmonat um 41,9 Prozent erhöhten. Zudem beschleunigte sich der Preisauftrieb bei Lebens- und Genussmitteln, die um 13,1 Prozent zum Vorjahr zulegten. Stärker stiegen auch die Preise von Industriegütern ohne Energie und von Dienstleistungen. Die Kerninflation, bei der besonders schwankungsanfällige Preise von Energie, Lebens- und Genussmitteln nicht berücksichtigt werden, stieg zum Vorjahr von 4,8 auf 5,0 Prozent.

10:59 Uhr

Hier greifen Anleger nach Zahlen kräftig zu

Für die Aktie der Shop Apotheke geht es knapp vier Prozent nach oben. Die meisten Details sind nach der Mitteilung vom 5. Oktober bereits bekannt. So hat das bereinigte EBIT im 3. Quartal 3 Millionen Euro betragen. "Das Unternehmen arbeitet erfolgreich an der Rentabilität, dies wird an der Börse honoriert", so ein Aktienhändler.

Shop Apotheke
Shop Apotheke 45,97

10:43 Uhr

Corona-Probleme bei wichtigstem Apple-Zulieferer

Die Probleme beim chinesischen Apple-Zulieferer Foxconn infolge der Corona-Beschränkungen könnten einem Insider zufolge die iPhone-Lieferungen im November deutlich beeinträchtigen. Die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus könnten im November die Produktion der Smartphones im Werk in der chinesischen Stadt Zhengzhou um bis zu 30 Prozent drücken, sagt eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Foxconn arbeite daher daran, die Fertigung in seiner Fabrik in der südlichen Stadt Shenzhen auszubauen. Die Auswirkungen auf die Produktion kommen mitten in der vor dem Weihnachtsgeschäft traditionell arbeitsreichen Zeit für Elektronikhersteller.

Am Standort Zhengzhou sind rund 200.000 Arbeiter beschäftigt. Wegen der äußerst strengen chinesischen Null-Corona-Politik stieg in den vergangenen Tagen die Unzufriedenheit der Arbeiter. Viele verließen am Wochenende das Werk und machten sich auf den Weg in ihre Heimatstädte. Fotos und Videos, die seit Samstag in den chinesischen sozialen Medien kursieren, zeigen Foxconn-Mitarbeiter, die zu Fuß über die Felder und Straßen fliehen. Reuters konnte die Authentizität der Beiträge zunächst nicht überprüfen.

Foxconn (Hon Hai)
Foxconn (Hon Hai) 6,15
Apple Aktie
Apple Aktie 134,74

10:27 Uhr

Österreichs Inflationsrate steigt auf 11,5 Prozent

In Österreich hat sich der Preisauftrieb im Oktober weiter beschleunigt. Laut Schnellschätzung der Statistik Austria stieg die harmonisierte Inflationsrate (HVPI) auf 11,5 Prozent, wie die Behörde mitteilt. Gegenüber dem Vormonat erhöhte sich das Preisniveau damit um 1,2 Prozentpunkte. Die wichtigsten Treiber seien weiterhin die hohen Preise für Haushaltsenergie und Treibstoffe. Die Teuerung hat mittlerweile fast alle Bereiche erfasst, neben Nahrungsmitteln und Gastronomie sind deutliche Preissteigerungen nun auch bei der Bekleidung zu verzeichnen", sagte Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

10:12 Uhr

Probleme bei Tochter - Fresenius senkt Prognose

Der Gesundheitskonzern Fresenius muss seine Gewinnprognosen vor allem wegen der anhaltenden Probleme bei der Dialyse-Tochter Fresenius Medical Care (FMC) nach unten korrigieren. Fresenius erwartet für das laufende Jahr nun einen Rückgang des währungsbereinigten Gewinns um die zehn Prozent, wie der Dax-Konzern mitteilt. Bisher war Fresenius von einem niedrigen bis mittleren prozentual einstelligen Rückgang ausgegangen. Der Umsatz soll wie geplant um einen niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentsatz zulegen. Die ebenfalls im Dax notierte Tochter FMC komme in Nordamerika nicht auf die Beine, der Krankenhaus-Dienstleister Fresenius Vamed leide unter Kostensteigerungen und Personalengpässen.

Bei FMC werde das Ergebnis nach Anteilen Dritter 2022 währungsbereinigt um bis zu 25 Prozent einbrechen, teilten die beiden Unternehmen weiter mit. Bisher war FMC von einem Minus von maximal 20 Prozent ausgegangen. "Wir konnten die Zahl der offenen Stellen in unseren Dialysezentren reduzieren; sie blieb aber auf einem hohen Niveau", sagte FMC-Finanzchefin Helen Giza. Die Inflation belaste das Ergebnis zudem. "Bei aller Ernüchterung darüber, dass sich die eingeleiteten Maßnahmen in Nordamerika verzögert auswirken, sind wir zuversichtlich, dass unsere intensivierten Anstrengungen die nötigen Verbesserungen bringen werden." Der Umsatz soll wie geplant leicht steigen.

Fresenius
Fresenius 26,74

09:37 Uhr

Panasonic-Gewinn sinkt - Aktienkurs steigt

Die schwächelnde Konjunktur und steigende Kosten machen Panasonic zu schaffen. Der operative Gewinn sei im abgelaufenen Quartal um elf Prozent auf 86,1 Milliarden Yen - 585 Millionen Euro - gefallen, teilt der Elektronikkonzern mit. Analysten hatten allerdings einen Rückgang auf 81,6 Milliarden Yen befürchtet. Daher stiegen Panasonic-Aktien in Tokio um gut ein Prozent. Mit den gesenkten Gesamtjahreszielen enttäuschte das Unternehmen dagegen. Es rechnet für das Geschäftsjahr 2022/2023 nur noch mit einem Betriebsergebnis von 320 statt 360 Milliarden Yen. Analysten hatten im Schnitt bislang 349,9 Milliarden Yen vorhergesagt.

Panasonic
Panasonic 8,59

09:18 Uhr

Kommt die Zinspause? DAX-Anleger spekulieren

Der DAX beginnt den Handel in der neuen Börsenwoche mit leichten Aufschlägen. Der deutsche Börsenleitindex legt 0,1 Prozent auf 13.260 Punkte zu, nachdem er schon am vergangenen Freitag leichte Gewinne verbucht hatte. Die Wall Street stützt, ebenso die Aufschläge vieler Asien-Börsen. "Der DAX bewegt sich weiter klar über der 13.000er-Marke", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. "In dieser Woche liegt das Hauptaugenmerk auf der Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve. Der Markt geht von 75 Basispunkten aus", erläutert Meyer. "Die große Frage ist aber: Wie geht es danach weiter? Kommt eine Zinspause?"

09:02 Uhr

Shop Apotheke rutscht tiefer in die roten Zahlen

Shop Apotheke hat ihren Konzernverlust in den ersten neun Monaten des Jahres mehr als verdoppelt. Neben einem niedrigeren operativen Ergebnis schlugen höhere Abschreibungskosten zu Buche. Der Konzernumsatz legte dagegen zu, und die Online-Apotheke gewann weitere Marktanteile, wie das Unternehmen bereits berichtete. Auch die Jahresprognose wurde bereits bestätigt.

In den Monaten von Januar bis September stieg der Jahresfehlbetrag auf 67,9 Millionen Euro, verglichen mit 31,7 Millionen im Vorjahreszeitraum. Quartalszahlen wies das im SDAX notierte Unternehmen mit Sitz im niederländischen Venlo nicht aus, hatte für das erste Halbjahr aber einen Verlust von 47,7 Millionen Euro berichtet. Die Abschreibungen lagen bei 28,6 (9M 2021: 18,4) Millionen Euro.

Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) lag in den ersten neun Monaten des Jahres 2022 bei minus 29 Millionen Euro, verglichen mit minus 3,6 Millionen im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Anstieg sei in erster Linie auf die nicht zahlungswirksame Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen zurückzuführen. Auf bereinigter Basis wies Shop Apotheke im Neunmonatszeitraum ebenfalls einen Verlust aus, im dritten Quartal aber ein positives bereinigtes EBITDA von 2,7 Millionen Euro, verglichen mit einem Vorjahresverlust von 2,2 Millionen Euro.

Shop Apotheke
Shop Apotheke 45,97

08:26 Uhr

Credit Suisse startet Kapitalerhöhung

Die Credit Suisse beginnt mit der Umsetzung der vergangene Woche angekündigten Kapitalerhöhung. Die krisengeplagte Schweizer Großbank gab am Montag die Eckwerte der Transaktion bekannt. Die Saudi National Bank und andere Profi-Anleger werden demnach 462 Millionen neue Aktien zu einem Preis von 3,82 Franken beziehen, entsprechend 94 Prozent des volumengewichteten Durchschnittspreises der letzten beiden Handelstage an der Schweizer Börse SIX. Der Ausgabepreis für die im Rahmen des Bezugsrechtsangebots bei den Altaktionären zu platzierenden 889,4 Millionen Aktien belaufe sich auf 2,52 Franken, erklärte die Credit Suisse weiter. Sie sollen für je sieben gehaltene Anteile zwei neue Titel erweben können. Insgesamt erwartet die Bank aus der Transaktion einen Bruttoerlös von vier Milliarden Franken.

Die Credit Suisse hatte vergangenen Donnerstag einen tiefgreifenden Umbau angekündigt, der unter anderem tiefe Einschnitte bei der Investmentbank vorsieht. Die Saudi National Bank und andere Investoren haben sich dabei verpflichtet, an der dafür nötigen Kapitalbeschaffung teilzunehmen.

08:09 Uhr

HSI sticht Shanghai Composite aus

Zum Start in die neue Woche zeigen sich die Börsen in Ostasien und Australien überwiegend mit positiven Vorzeichen. Die Märkte der Region folgen der Wall Street nach oben, wo vor allem gute Nachrichten von der Bilanzsaison am Freitag den Kursen Auftrieb gegeben hatten. Auch setzen die Anleger in den USA darauf, dass die US-Notenbank das Tempo ihrer Zinserhöhungen etwas drosseln könnte, nachdem US-Konjunkturdaten einen nachlassenden Inflationsdruck angedeutet hatten. Lediglich in China dämpft ein schwacher Einkaufsmanagerindex die Kauflaune.

Der Shanghai Composite tendiert knapp behauptet, nachdem der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Oktober überraschend deutlich in den kontraktiven Bereich gerutscht ist. In Hongkong legt der Hang-Seng-Index (HSI) derweil um 1,0 Prozent zu. Gebremst wird der HSI vom Immobiliensektor, der wiederum einige schlechte Nachrichten verarbeiten muss. So brechen Longfor um fast 24 Prozent ein, nachdem Unternehmensmitbegründerin und Chairwoman Wu Yajun von ihrem Posten zurückgetreten ist. Bei China Vanke (-6,7%) kommen die Geschäftszahlen für die ersten neun Monate nicht gut an.

Auch in Tokio, wo der Nikkei um 1,6 Prozent zulegt, macht die Bilanzsaison die Kurse. Keyence springen um 8,3 Prozent nach oben. Das Unternehmen hat den Gewinn im ersten Geschäftshalbjahr um 27 Prozent gesteigert. Positiv werden in Japan die Daten zum heimischen Einzelhandelsumsatz aufgenommen. Ein etwas stärkerer Rückgang der japanischen Industrieproduktion im September als erwartet belastet nicht.

In Sydney steigt der S&P/ASX-200 um 1,0 Prozent. In Australien ist der Einzelhandelsumsatz im September etwas stärker gestiegen als erwartet. Das sei aber hauptsächlich höheren Preisen geschuldet und weniger dem Absatz, meint Matthew Hassan, Volkswirt bei Westpac.

07:51 Uhr

Nach XXL-Zinsschritt rätseln DAX-Anleger

Zum Auftakt der neuen Börsenwoche wird der DAX Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Montag höher starten. Aktuell wird der deutsche Börsenleitindex mit Kursen um 13.285 Zähler taxiert, ein Aufschlag von 0,3 Prozent.

Am Freitag hatte er 0,2 Prozent im Plus bei 13.243 Punkten geschlossen. Da Börsianer nach dem jüngsten XXL-Zinsschritt der Europäischen Zentralbank (EZB) über die weiteren Zinserhöhungen der Währungshüter rätseln, warten sie gespannt auf die Wachstums- und Inflationsdaten aus der Euro-Zone. Analysten gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 2,1 Prozent zulegt - rund die Hälfte des Zuwachses im Vorquartal. Für die Verbraucherpreise erwarten sie einen leichten Rückgang auf 9,8 Prozent im Jahresvergleich. In Deutschland stieg die Teuerungsrate auf 10,4 Prozent, den höchsten Stand seit 1951. Außerdem stehen die deutschen Einzelhandelsumsätze auf dem Terminplan. Sie sind voraussichtlich um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat gefallen.

07:30 Uhr

Das wird heute wichtig für den DAX

Eine Stunde länger schlafen - das ist für viele der entscheidende Faktor der Umstellung auf Winterzeit in Europa. Doch wer auf US-Märkte, US-Konjunkturdaten und US-Unternehmensergebnisse schaut, sollte den um eine Stunde verringerten Zeitabstand zur US-Zeit einplanen. Die Wall Street öffnet heute schon um 14.30 (und nicht 15.30) Uhr unserer Zeit. Doch Ende der Woche ist das vorbei: In der Nacht zum 6. November werden auch jenseits des Atlantik die Uhren zurückgestellt, und es herrscht wieder die übliche Zeitdifferenz zur US-Ostküste von sechs Stunden.

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Und sonst? Das europäische Statistikamt legt die Schnellschätzung für die Inflationsrate im Oktober vor. Nach dem Rekordwert von 9,9 Prozent im September dürfte das Ende der Fahnenstange im Euroraum noch nicht erreicht sein. Auch deshalb ist die Europäische Zentralbank weiter auf Zinserhöhungskurs, denn ihr Inflationsziel von 2 Prozent ist sehr weit weg.

Außerdem stehen die Daten für das Bruttoinlandsprodukt im Euroraum im dritten Quartal auf der Agenda. Nach dem Plus von 0,8 Prozent im Frühjahr dürfte es nun abwärts gehen. Die hohen Preise und die Energiekrise fordern ihren Tribut und sorgen zusehends für Rezessionssorgen - auch weil Deutschland von der früheren Konjunkturlokomotive im Euroraum zum Bremsklotz geworden ist.

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