Freitag, 24. Juli 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Diana Dittmer
17:42 Uhr

Schwache Tech-Aktien lösen Kursrutsch aus

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Intel ziehen Infineon mit nach unten.

picture alliance/dpa

Die Stimmung am deutschen Aktienmarkt hat sich am letzten Handelstag der Woche deutlich eingetrübt. China hat in Reaktion auf die angeordnete Schließung seiner Botschaft in Houston nun die Schließung des US-Konsulats in Chengdu verfügt. Beobachter befürchten nun eine Eskalationsspirale, die sich auch auf den Handelsstreit auswirken könnte, zumal US-Präsident Donald Trump das Handelsabkommen mit China nun "viel weniger" bedeutet, wie er sagte. Hintergrund sei die Rolle Chinas bei der Verbreitung des Coronavirus.

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Der Dax verlor 2,0 Prozent auf 12.838 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es 1,8 Prozent nach unten. Die Gewinne einer ganzen Handelswoche lösten sich damit innerhalb eines Tages in Luft auf.

Unverändert nach oben ging es dagegen für Gold, der Preis pro Feinunze näherte sich bis auf 15 Dollar dem Allzeithoch aus 2011 bei 1922 Dollar. Unser Kollege an der Frankfurter Börse, Frank Meyer, hat diesen Höhenflug für Sie zum Abschluss kommentiert.

Klarer Tagesverlierer waren Technologieaktien: Hochbewertete Tech-Werte stünden global unter Druck und belasteten wegen ihrer hohen Gewichtung die Indizes, hieß es im Handel. Einen Auslöser lieferte Intel, die Aktie brach an der Wall Street zwischenzeitlich um 18 Prozent ein. Infineon rauschten 3,9 Prozent in die Tiefe, ebenso SAP. ASMI schlossen nach einem kräftigen Absacker lediglich 1,3 Prozent leichter und ASML 5,4 Prozent tiefer. Dialog Semiconductor nahmen stramme minus 7,6 Prozent mit ins Wochenende.

Das war der Börsen-Tag für heute und für diese Woche. Damit verabschiede ich mich und verweise auf die Kollegen, die Sie rund um die Uhr auf dem neuesten Stand halten. Schauen Sie immer wieder vorbei und bleiben Sie informiert! In diesem Sinne hier zum Abschluss unser Börsenreport mit Frank Meyer:

 

17:20 Uhr

Aufsicht ordnet Überprüfung von Boeing-Maschinen 737 NG an

Die US-Flugaufsichtsbehörde FAA hat die Überprüfung von rund 2000 Flugzeugen des Herstellers Boeing vom Typ 737 NG und Classic angeordnet. Betroffene Airlines sollen nach verrosteten Rückschlagventilen suchen, die zu einem Motorausfall führen könnten.

Boeing
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Es geht um Maschinen, die seit mindestens sieben Tagen am Boden stehen. Die FAA erklärte, Grund für die Überprüfung seien vier Berichte über Motoren, die sich wegen offen stehender Ventile abgeschaltet hätten. Bei einer Korrosion müssten die Ventile ausgetauscht werden.

Die Boeing 737 NG ist das direkte Vorgängermodell des Pannenfliegers 737 MAX, der seit März 2019 nach zwei Abstürzen in Indonesien und Äthiopien mit 346 Todesopfern nicht fliegen darf.

16:48 Uhr

Intel stürzen zweistellig ab - Was ist hier los?

Die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie belastet die US-Börsen am letzten Handelstag der Woche. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verliert 0,3 Prozent auf 26.568 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 gibt 0,5 Prozent auf 3217 Zähler nach. Deutlicher mit über einem Prozent geht es an der Technologiebörse Nasdaq abwärts.

Den dritten Tag in Folge verzeichneten die Vereinigten Staaten mehr als 1100 Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus, das etwa vier Millionen Amerikaner infiziert hat.

Intel
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Auch zwischen China und den USA verschärfen sich die Spannungen. Börsianer fürchten, dass sich der Streit um die Schließung von Konsulaten hochschaukelt und Teile des Handelsabkommens zurückgenommen werden könnten. Das könnte vor allem die Geschäfte von großen Technologiefirmen erschweren. Dem Sektor macht auch zu schaffen, dass der US-Chipgigant Intel bei der Entwicklung einer neuen Generation von Prozessoren sechs Monate hinterherhinkt. Die Intel-Aktie stürzt 15,0 Prozent ab.

 

Hier ein Beitrag unserer TV-Kollegen:

 

16:34 Uhr

Zertifikate-Check: Welche Aktien die Erholung noch vor sich haben

Der Corona-Crash war ein Schock für die Börsen und hat die Anleger stark verunsichert. Mancher hat deshalb lieber erst einmal abgewartet und ist der Börse ferngeblieben. Jetzt aber stellt sich für viele die Frage, ob sie noch in den Markt einsteigen sollten. Und möglicherweise gibt es ja auch noch Chancen. Welche das sein könnten und wie Anleger auch mit Zertifikaten darauf setzen könnten, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit dem Vermögensverwalter Sven Gundermann von Taunus Investments.

 

15:46 Uhr

American Express übertrifft Erwartungen

American Express hat im zweiten Quartal zwar einen kräftigen Gewinnrückgang verzeichnet, dabei aber die Erwartungen der Analysten übertroffen. Belastet wurde das Ergebnis von Rückstellungen für Kreditausfälle von 1,6 Milliarden US-Dollar.

American Express
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Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern lediglich 861 Millionen Dollar an Rückstellungen gebildet. Der Anstieg spiegele insbesondere die schlechteren weltweiten makroökonomischen Aussichten wider, so der Konzern. Das Quartalsergebnis sei erheblich von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie beeinträchtigt worden. Der Nettogewinn brach auf 257 Millionen Dollar bzw. 0,29 Dollar je Aktie ein gegenüber 1,76 Milliarden bzw. je Aktie 2,07 Dollar im Jahr zuvor. Analysten hatten mit einem Verlust von 0,08 Dollar je Titel gerechnet.

15:07 Uhr

Mr. Dax: "Gefahr einer Immobilienblase ist real"

Dirk Müller alias "Mr. Dax" würde derzeit keine Immoblien kaufen, wie er im Interview mit Focus Online verrät. "Dafür sind mir die Preise tendenziell zu hoch. Aber wenn ich eine Immobilie hätte, würde ich auch nicht verkaufen, sondern sie halten."

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"Mr. Dax" Dirk Müller ist insgesamt skeptisch. Er glaubt, dass es noch mal zu einem Aktien-Crash kommen wird.

Den Grund, den er hierfür nennt, liegt auf der Hand: Wohin mit dem Geld? "Was mache ich mit dem Geld, wenn ich veräußere?" Auch wenn er die Gefahr einer Immoblienblase angesichts der wirtschaftlichen Situation für durchaus "real" hält, sind für Müller Sachwerte eine "sinnvolle Anlage". Müller ist sich sicher: "Speziell bei Gewerbe- oder Büroimmobilien wird sich einiges verändern, allein schon, wenn man an den Trend zum Home Office denkt." 

14:32 Uhr

Hackerangriff auf Smartwatch-Hersteller Garmin?

Der Smartwatch-Anbieter Garmin hat derzeit mit einem schweren Systemausfall zu kämpfen, wie das Unternehmen auf seiner Website mitteilt. Nutzer können die Dienste demnach weder nutzen, noch den Kundendienst erreichen.

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Es gebe derzeit einen Server-Ausfall, der die Domain Garmin.com und den Dienst Garmin Connect teilweise lahmlegt, heißt es. Auch die Call Center seien betroffen. "Wir können derzeit keine Anrufe, E-Mails oder Online Chats entgegennehmen." Aufgrund des Ausfalls können sich die Geräte nicht mit den Garmin-Diensten verbinden und synchronisieren. Auch die App funktioniert nicht richtig. Über die Gründe wird derzeit noch gerätselt. Laut ZDNet handelt es sich um einen Ransomware-Angriff. Bei solchen Angriffen wird gemeinhin - mit oder ohne Lösegeldforderung - ein großer Schaden angerichtet, indem Daten auf Servern so verschlüsselt werden, dass kein Zugriff der rechtmäßigen Nutzer mehr möglich ist. Medienberichte deuten darauf hin, dass die Störung bereits seit Donnerstag besteht. Der Ausfall soll demnach mehrere Tage dauern.

14:13 Uhr

Heute fliegen Tech-Aktien aus den Depots

Klarer Tagesverlierer sind heute Technologieaktien, deren Subindex um 3,3 Prozent absackt, allerdings zwischenzeitlich auch schon über 4 Prozent zurücklag.

Seit Jahresbeginn liegt der Index allerdings 12 Prozent im Plus. Im Handel heißt es mit Blick auf die schwachen US-Vorgaben: Besonders Technologiewerte stünden global unter Druck und belasteten wegen ihrer hohen Gewichtung auch die übergreifenden Indizes.

Infineon rutschen um 4,1 Prozent ab, STMicro um 2,8 und ASML um 4,7 Prozent. Dialog Semiconductor geben gut 6,7 Prozent nach.

14:03 Uhr

Tesla plant eigene Batterieproduktion für Fabrik in Deutschland

Der US-Elektroautohersteller Tesla will für seine geplante Fabrik in Deutschland die benötigten Batterien selbst am Ort herstellen. "Es wird eine lokale Zellproduktion geben, die den Bedürfnissen der Berliner Fabrik gerecht wird", sagte Tesla-Chef Elon Musk bei einer Online-Konferenz zu den Zahlen des zweiten Quartals.

Tesla
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Tesla will vom Sommer 2021 an Elektroautos in Grünheide produzieren, das Ziel sind rund 500.000 Stück pro Jahr. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert Großprojekte zur Batteriezellinnovation. Europa hinkt bei der Fertigung von Batteriezellen für E-Autos vor allem Asien hinterher.

13:56 Uhr

Thales treibt Anleger in die Flucht

Der französische Rüstungskonzern Thales hat seine Prognose für das Gesamtjahr gekappt und damit seine Aktionäre verschreckt. Die Aktien geben 4,7 Prozent nach und gehören damit zu den größten Verlierern an der Pariser Börse.

Thales
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Thales rechnet nun mit einem Umsatzrückgang im Gesamtjahr auf 16,5 bis 17,2 Milliarden Euro, vor der Coronakrise waren noch 19 bis 19,5 Milliarden Euro vorhergesagt worden. Der Betriebsgewinn dürfte um etwa ein Drittel zurückgehen. In der ersten Jahreshälfte brach der Gewinn - auch wegen der Coronakrise - um gut die Hälfte auf 348 Millionen Euro ein. Laut Thales-Chef Patrice Caine steht vor allem die Sparte für zivile Produkte wie Flugzeugteile stehe unter Druck. Thales stellt unter anderem Radargeräte für Kampfflugzeuge oder Signalsysteme für die Londoner U-Bahn her.

13:44 Uhr

Aufatmen beim Autozulieferer ZF Friedrichshafen

Die rund 50.000 Tarifbeschäftigten beim Autozulieferer ZF Friedrichshafen sind bis Ende 2022 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. Management, Gesamtbetriebsrat und die IG Metall einigten sich auf einen entsprechenden Tarifvertrag, wie das Unternehmen mitteilt.

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Trotzdem können Stellen in Deutschland gestrichen werden, etwa über Abfindungen oder Altersteilzeitregelungen. Personalvorständin Sabine Jaskula sagte: "Die neue Vereinbarung gibt uns die nötige Flexibilität, um unsere Kapazitäten schnell und sozialverträglich an die dauerhaft gesunkene Nachfrage aus dem Markt anzupassen." Angaben über eine mögliche Höhe eines Stellenabbaus machte ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage nicht. Nach früheren Angaben will ZF in den nächsten Jahren bis zu 15.000 Stellen weltweit streichen, die Hälfte davon in Deutschland. ZF ist nicht an der Börse notiert.

13:02 Uhr

Türkische Lira ist so wenig wert wie nie

Nach mehr als 80 Jahren findet heute zum ersten Mal wieder ein Freitagsgebet in der Hagia Sophia in Istanbul statt. Aus diesem Anlass schauen wir uns doch mal die türksche Lira an,die in diesem Jahr bereits 13 Prozent an Wert verloren hat. Der Kurs zum Euro notiert inzwischen niedriger als zu Zeiten der Krise 2018!

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Heute war ein Euro in der Spitze 7,96 Lira wert. So billig handelte die Währung der Türkei noch nie. In der Währungs- und Inflationskrise im Jahr 2018 war der Euro-Kurs nur bis knapp über 7,5 Lira gestiegen.

Für den Währungsverfall gibt es Gründe:

  • Ausschlaggebend für den jüngsten Kurssturz ist der Konflikt mit Griechenland. Konkret geht es um geplante Testbohrungen durch türkische Schiffe im östlichen Mittelmeer – die nach Ansicht von Griechenland die territoriale Rechte verletzen.
  • Daten der Bankaufsicht BDDK zeigen zudem, dass die Banken des Landes immense Devisennettopositionen aufgebaut haben. Laut Commerzbank dürfen diese nur bei 20 Prozent des regulatorischen Eigenkapitals liegen. Derzeit sind es aber 30,2 Prozent. Ausnahmen seien zwar erlaubt, wie es heißt – aber nur bis zu sechsmal im Jahr.
  • Unter den Positionen befinden sich auch viele Leerverkäufe, sogenannte "shorts", mit denen gegen eine Währung gewettet wird. Das soll dem Lira-Verfall entgegenwirken. Die Banken sollen sich hier angeblich mit der Zentralbank CBT und den Aufsichtsbehörden abgesprochen haben.

 

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12:30 Uhr

Blick auf die 13.000 von unten: Dax muss schwer ackern

Ein Steinmetz und ein Industriekletterer klettern im Freiburger Münster. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Hier quälen sich ein Steinmetz und ein Industriekletterer im Freiburger Münster.

Philipp von Ditfurth/dpa

Der sich wieder verschärfende US-chinesische Konflikt sowie neue Sorgen rund um die Corona-Pandemie haben den Dax erstmals seit Wochenbeginn unter die Marke von 13.000 Punkten gedrückt.

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Gegen Mittag liegt der deutsche Leitindex nach einem schwachen Start immer noch 1,3 Prozent im Minus bei 12.922 Punkten. Nach drei Gewinnwochen in Folge, in denen er insgesamt um knapp sechseinhalb Prozent gestiegen ist, steuert der Dax damit nun auf einen Wochenverlust von rund 0,3 Prozent zu. Der Index der mittelgroßen Werte MDax sinkt um 1,8 Prozent auf 26.810 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gibt 1,2 Prozent nach.

10:59 Uhr

Goldpreis klettert weiter - Achtung: Xetra-Gold soll in die Steuerpflicht rutschen

Der Goldpreis ist in diesem Jahr immens gestiegen. Das Edelmetall profitiert dabei enorm von seinem Ruf als "Krisenwährung". Mittlerweile steht der Kurs kurz vor neuen Rekordhöhen. Auch heute geht es wieder zielstrebig aufwärts. Die Unze kostet zuletzt knapp 1894 Dollar.

Gold in USD
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Wer in Gold investiert, sollte jedoch eine Sache im Blick behalten: Die Bundesregierung plant eine zusätzliche Belastung für Privatanleger und Sparer, die ihr Geld in auf Edelmetallen basierten Wertpapieren anlegen. Betroffen wäre etwa die von einem Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Börse und Banken emittierte Schuldverschreibung Xetra-Gold, die den Anspruch der Anleger auf jederzeitige Lieferung von Goldbarren verbrieft - und bisher als abgeltungsteuerfrei beworben wird.

Eine Neuregelung im Entwurf des Jahressteuergesetzes 2020 vom 17. Juli hätte zur Folge, dass Gewinne aus der Veräußerung von Goldpapieren vom 1. Januar 2021 an der Kapitalertragsteuer und dem Solidaritätszuschlag sowie gegebenenfalls der Kirchensteuer unterliegen. Das entspricht einer Belastung von bis zu 27 Prozent.

Dass die Veräußerungsgewinne ab 2021 nicht mehr steuerfrei sind - auch wenn der Anleger die Wertpapiere länger als ein Jahr hält - geht aus dem am 17. Juli veröffentlichten Entwurf des Jahressteuergesetzes 2020 hervor. Die Änderungen sollen 2021 in Kraft treten.

10:50 Uhr

Bauwirtschaft registriert deutlich weniger Aufträge

Die Bauwirtschaft hat inmitten der Corona-Krise deutlich weniger Aufträge erhalten. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sank der preisbereinigte Auftragseingang im Mai im Vergleich zum Vormonat um 5,7 Prozent. Im Vergleich zum Februar, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland, war der Auftragseingang demnach um 13,3 Prozent niedriger.

Im Vorjahresvergleich war der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe um 8,4 Prozent niedriger. Insgesamt gingen die Aufträge in den den ersten fünf Monaten des Jahres im Vorjahresvergleich um 4,5 Prozent zurück.

10:28 Uhr

Mwst-Senkung verlängern? Verband fordert mehr Kaufanreize

Der Zentrale Immobilienausschuss (ZIA), der Spitzenverband der deutschen Immobilienwirtschaft, hat nach den positiven Daten zum deutschen Konsumklima von der Politik verlangt, eine Verlängerung der Mehrwertsteuersenkung über das Jahresende hinaus zu prüfen.

"Jetzt geht es darum, für Stabilität zu sorgen und den Unternehmen die Chance zu geben, ihre verlorenen Umsätze nachzuholen, einen Rückgang im Frühjahr zu verhindern und zu ermöglichen, ausgefallene verkaufsoffene Sonntage im Spätherbst nachzuholen", sagte ZIA-Präsident Andreas Mattner. "Auch sollte die Politik angesichts der positiven Wirkung bereits jetzt über eine Verlängerung der Senkung der Mehrwertsteuer nachdenken, denn die Krise wird uns mindestens auch noch bis ins kommende Jahr verfolgen."

10:17 Uhr

Deutsche Wirtschaft zurück in der Wachstumsspur

Die deutsche Wirtschaft ist wieder auf Wachstumskurs. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - stieg im Juli auf 55,5 Punkte von 47,0 Zählern im Vormonat, wie das Institut IHS Markit zu seiner Umfrage unter Hunderten Unternehmen mitteilte. Ab 50 signalisiert das Barometer ein Wachstum. Ökonomen hatten lediglich einen Anstieg auf 50,3 Zähler erwartet.

10:06 Uhr

Wirecard-Skandal: Maschmeyer sieht immensen Schaden für Standort Deutschland

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Maschmeyer hat als Startup-Investor auch durch die Vox-Gründershow "Die Höhle der Löwen" große Bekanntheit erlangt.

Schadet der Wirecard-Skandal dem Standort Deutschland? Investor Carsten Maschmeyer, dem mit dem Finanzberatungsunternehmen AWD einst selbst zweifelhafte Geschäftspraktiken vorgeworfen wurden, meint: Ja. "Ich kenne internationale Investoren, die sagen: In Deutschland investieren wir nur noch in etablierte Traditionsunternehmen", sagt er der FAZ.

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"Ihr habt eure neuen Unternehmen nicht im Griff. BASF und Allianz sind gut, aber neue Titel, die kontrolliert ihr nicht intensiv genug." Viele Jahre hätte Deutschland das Image des Saubermanns gehabt. "Jetzt haben wir Betrüger made in Germany." Jetzt beginne der Kampf um Glaubwürdigkeit.

09:47 Uhr

Anwaltskanzlei verklagt Bafin im Wirecard-Skandal

Die Anwaltskanzlei Tilp verklagt im Wirecard-Skandal nun auch die Finanzaufsicht Bafin auf Schadenersatz. Die Amtshaftungsklage sei beim Landgericht Frankfurt eingereicht worden. "Die Bafin hat sich unseres Erachtens jahrelang unter grober Missachtung ihrer gesetzlichen Aufgaben und Befugnisse eigener Ermittlungen gegenüber der Wirecard AG wegen Marktmanipulation verweigert", sagt Rechtsanwalt Andreas Tilp.

Obwohl sie die öffentliche Berichterstattung über massive Unregelmäßigkeiten bei Wirecard genau gekannt habe, sei die Behörde einseitig gegen Journalisten und Leerverkäufer vorgegangen. Bafin-Chef Felix Hufeld hat am vergangenen Wochenende jede Mitschuld seiner Behörde dementiert. Er sieht das Versagen vielmehr beim Gesetzgeber.

Lesen Sie hier Insider-Informationen zur Vorgeschichte des Skandals:

09:25 Uhr

Dax knickt zum Auftakt kräftig ein

Luft raus? Deutschlands Anleger gehen am letzten Wochenschluss in Deckung. Der Dax stürzt gleich zum Auftakt ganze zwei Prozent ins Minus auf bei 12.848 Punkte.

Dax
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Die jüngsten Arbeitsmarktdaten aus den USA schürten die Angst, dass die wirtschaftliche Erholung schwächer ausfallen könnte, sagt Christian Henke, Experte beim Brokerhaus IG Markets. Dabei spielten die Rekordzahlen bei den Neuinfektionen eine große Rolle. "Zuletzt hatten die Anleger die Pandemie aus ihren Köpfen verbannt." Ökonomen gehen davon aus, dass die US-Wirtschaft Jahre brauchen wird, um den Corona-Schock zu verdauen.

Zu den wenigen Gewinnern an der Frankfurter Börse gehören Brenntag mit einem Plus von 1,7 Prozent.

Guten Morgen, bei uns ist die Luft alles andere als raus. Es gibt jede Menge Themen: Wirecard zieht erwartungsgemäß immer weitere Kreise (lassen Sie unser heutiges Interview mit einem ehemaligen Shortseller und Insider auf sich wirken!), dann lohnt sich sicherlich ein Blick auf den Kursverfall bei der türkischen Lira sowie den steigenden Goldpreis und die möglichen Fallstricke für Investoren. Und das wird nicht alles sein. Mein Name ist Diana Dittmer und ich begleite Sie durch den heutigen Börsen-Tag.

08:55 Uhr

Erholung der Ölpreise ist fragil

Die Ölpreise haben sich im frühen Handel so gut wie nicht von der Stelle bewegt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 43,41 US-Dollar. Das waren zehn Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg ebenfalls leicht auf 41,12 Dollar. In dieser Woche waren die Ölpreise auf den höchsten Stand seit März gestiegen.

· Sie haben sich damit ein gutes Stück von ihrem drastischen Einbruch in der Corona-Krise erholt. Allerdings bleibt die Erholung fragil.

· Große Risiken für die Ölnachfrage sind die angespannte Corona-Lage in den USA und anderen großen Volkswirtschaften sowie die politischen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und China.

· Auf der Angebotsseite sorgen sich einige Beobachter, ob die für August beschlossene Fördererhöhung durch große Produzenten nicht zu früh kommt. Das Ölkartell Opec und verbündete Länder wie Russland begrenzen zwar weiterhin ihre Förderung. Allerdings wollen sie die Deckelung vom kommenden Monat an etwas lockern. Die Produktionsbegrenzung war eine Reaktion auf den Nachfrageeinbruch in der Corona-Krise.

08:44 Uhr

Euro hält sich nahe Höchststand seit 2018

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,18

Der Euro hat weiter in der Nähe seines höchsten Standes seit Herbst 2018 notiert. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung rund 1,16 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1569 Dollar festgesetzt. Vor dem Wochenende stehen wichtige Konjunkturdaten auf dem Programm. Das Institut Markit gibt die Ergebnisse seiner monatlichen Unternehmensumfrage in der Eurozone bekannt. Nachdem die Stimmung in der Corona-Krise beispiellos abgestürzt war, hat sie sich mittlerweile wieder deutlich erholt. Ökonomen warnen jedoch, daraus auf eine rasche und anhaltende konjunkturelle Erholung zu schließen. Zu drastisch seien die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie.

07:52 Uhr

Apple verschiebt angeblich iPhone-12-Vorstellung

Apple
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IPhone-Fans werden in diesem Jahr möglicherweise mindestens einen Monat länger als sonst warten müssen, bevor die glänzenden neuen Modelle enthüllt werden. Der japanische Apple-Blog Mac Otakara schreibt, Apple habe seine jährliche Präsentation in die zweite Oktoberhälfte gelegt, statt wie üblich in die ersten Septemberwochen. Der Konzern sei wegen der durch die Corona-Pandemie verursachten Verzögerungen bei der Produktion gezwungen, die Veranstaltung für die 5G-fähige iPhone 12-Serie zu verschieben, heißt es weiter in dem Tech-Blog. Es werde erwartet, dass Apple vier neue Modelle ankündigt, wobei die 5G-Modelle im November auf den Markt kommen sollen.

07:42 Uhr

Dax dürfte niedriger starten

Dax
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Der Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge niedriger starten. Konjunkturdaten aus den USA hatten am Donnerstag den Anlegern die Kauflaune verdorben. Die Erholung an dem wegen der Coronavirus-Pandemie kollabierten US-Arbeitsmarkt geriet ins Stocken. Erstmals seit fast vier Monaten stieg die Zahl der wöchentlichen Anträge auf staatliche Arbeitslosenhilfe mit 1,416 Millionen Bürgern wieder an. Der Dax ging kaum verändert bei 13.103 Punkten aus dem Handel. Auf die Stimmung drückten zudem die Spannungen zwischen den USA und China. Die Führung in Peking schließt das US-Konsulat in Chengdu als Vergeltung dafür, dass die USA die Schließung des chinesischen Konsulats in Houston angeordnet haben. Anleger warten zum Wochenschluss auf die Barometer für die Stimmung der deutschen und der europäischen Einkaufsmanager.

07:17 Uhr

USA-China-Streit macht Anleger nervös

Die Anleger an den asiatischen Märkten sind den schwachen Vorgaben der Wall Street gefolgt. Grund sind die anhaltenden Spannungen zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften USA und China. Die Regierung in Peking ordnete an, das US-Konsulat in Chengdu zu schließen, nachdem die Vereinigten Staaten die Schließung einer chinesische Vertretung in Houston angekündigt hatten. Das schreckte viele Anleger ab. "Die Nervosität an der geopolitischen Front wächst", sagte Analyst Kishti Sen von ANZ Research.

Nikkei
Nikkei 22.329,94

Der Nikkei-Index lag im Verlauf 0,6 Prozent tiefer bei 22.752 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,6 Prozent und lag bei 1573 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 1,3 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 2 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 0,2 Prozent. Im asiatischen Devisenhandel verlor der Dollar 0,3 Prozent auf 106,51 Yen und legte 0,1 Prozent auf 7,0090 Yuan zu.