Marktberichte

Leichte Verluste am Montag Dax beendet Gewinnstrecke

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(Foto: REUTERS)

Das Projekt "10.000-Punkte" ist vorerst verschoben: Am Montag zeigt sich der Dax mit kleinen Rückwärtsschritten. Schwache Wirtschaftsdaten aus Deutschland, Frankreich und Italien drücken die Stimmung an der Frankfurter Börse. Nur Eon sorgt für Kauflaune.

Nach einem Gewinn von fast 7 Prozent im November hat der Dax kurz vor der Marke von 10.000 Punkten den Rückwärtsgang eingelegt und ist mit einem Minus in den Dezember gestartet. Enttäuschende Konjunkturdaten aus China belasteten den deutschen Leitindex. Das Wachstum der chinesischen Industrie hat sich verlangsamt, der Einkaufsmanagerindex für die Branche sank im November auf 50,3 Punkte von 50,8 Zählern im Oktober. Für Unsicherheit sorgte auch das Ausmaß des jüngsten Ölpreisverfalls nach dem Entschluss der Opec, die Fördermenge unverändert zu belassen. Das Nordseeöl Brent setzte die Talfahrt fort und notierte mit 67,60 Dollar je Fass auf dem niedrigsten Stand seit mehr als fünf Jahren.

Der Dax schloss mit einem Minus von 0,2 Prozent auf 9964 Zähler. Der Nebenwerteindex MDax gewann 0,1 Prozent auf 17.004 Punkte, der TecDax notierte 0,1 Prozent im Minus bei 1346 Zählern.

Auch die schwachen Einkaufsmanager-Indizes aus Deutschland, Frankreich und Italien schürten zum Wochenauftakt Konjunkturbefürchtungen. "Die Konjunktursorgen werden mit den Stimmungsindikatoren zwar nicht verstärkt, die Niveaus sind aber mit Ausnahme Spaniens sehr niedrig, so dass die europäische Wirtschaft wohl keine Wachstumsdynamik aufnehmen wird", sagte Ulrich Wortberg von der Helaba. Spekulationen auf weitergehende Lockerungsmaßnahmen der EZB blieben damit im Markt. "Übergeordnet stehen die Börsenampeln aber nach wie vor auf Grün", glaubt Marktexperte Gregor Kuhn vom Broker IG. Angesichts einer noch möglichen Jahresendrally und der starken Dynamik des jüngsten Kursaufschwungs sei die Eroberung neuer Rekordhochs jenseits der Marke von 10.050 Punkten durchaus noch im laufenden Kalenderjahr möglich.

Eon preschen nach Umbauplänen nach vorne

Die Eon-Aktie machte eine Satz von 4,2 Prozent nach oben. Trotz des Kursanstiegs lagen Eon noch in der Seitwärtsspanne zwischen 12 und 15 Euro. "Erst ein neues Jahreshoch über 15,37 Euro würde den Aufwärtstrend fortsetzen. Dann würde auch der zentrale Baisse-Trend der vergangenen Jahre nachhaltig gesprengt", sagt ein Händler.

Der Grund für den Kursanstieg: Deutschlands größter Energiekonzern will die Geschäftsfelder konventionelle Erzeugung, globaler Energiehandel sowie Exploration und Produktion in ein neues Unternehmen auslagern und sich künftig auf die Geschäfte mit Erneuerbaren Energien, Netzen und Endkunden konzentrieren. Wegen der schlecht laufenden Geschäfte mit konventionellen Kraftwerken rechnet Eon zudem mit weiteren Abschreibungen von 4,5 Milliarden Euro im laufenden Geschäftsjahr.

Im Handel kamen die Aufspaltungspläne gut an und wurden als logischer und nachvollziehbarer Schritt bezeichnet angesichts der aktuellen Energiepolitik. "Die Abschreibungen dürften als Schlussstrich unter eine alte Ära aufgefasst würden", sagte Heino Ruland von Ruland Research. Zudem entwickle sich das "zugrunde liegende nachhaltige Ergebnis" wie geplant. Die Analysten von equinet warnten, dass mit der "Bad Bank" für die konventionelle Energieerzeugung das Problem entstehe, wer diese Risiken schultern wolle. Im Sog von Eon gewannen RWE rund 1,4 Prozent.

Ganz unten in der Dax-Rangliste landeten Bank-Titel: Deutsche Bank und Commerzbank geben 1,6 Prozent und 2,0 Prozent ab. Händler sprachen nach den Kursgewinnen der vorigen Woche von Gewinnmitnahmen.

Fusions-Pläne beflügeln Gagfah-Titel

Lufthansa zeigten sich resistent gegen die Streiks durch die Pilotengewerkschaft. "Die Branche ist der Hauptgewinner des fallenden Ölpreises", sagte ein Händler, denn er drücke die Kosten. Lufthansa legten um 0,1 Prozent zu.

Im Immobilienbereich hatten Gagfah und Deutsche Annington mit der Nachricht überrascht, sich zusammenschließen zu wollen. Mit der Fusion würde eine der größten Wohnimmobiliengesellschaften Europas entstehen. Die Deutsche Annington bietet insgesamt 18 Euro je Gagfah-Aktie. Gagfah stiegen im MDax danach um 12,7 Prozent auf 17,48 Euro. Deutsche Annington verloren dagegen 2,7 Prozent. Der Kaufpreis von fast 4 Milliarden Euro wird im Handel als recht hoch eingeschätzt.

Im SDax knickten die Papiere von Borussia Dortmund um 5,2 Prozent ein. Der einzige börsennotierte deutsche Fußballverein ist nach einer weiteren Niederlage nun Tabellenletzter der Bundesliga. Die für die Einnahmen so wichtige Qualifikation für die Champions-League ist damit in weite Ferne gerückt.

Quelle: n-tv.de, kst/jwu/DJ/dpa/rts

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