Marktberichte

Handelsstreit bleibt Dauerthema Hin und Her mit China verunsichert Märkte

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Der Handelsstreit zwischen China und USA besorgt die Aktionäre weiterhin.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Lage der US-Konjunktur ist zwar robust, doch die OECD hat auch für Amerika die Wachstumsprognosen gesenkt. Weiterhin belastend wirken sich auf die Wall Street die unausgegorenen Handelsgespräche mit China aus. Auch, wenn es ein wenig Hoffnung gibt.

Die Wall Street hat sich am Donnerstag mit leichten Abschlägen aus dem Handel verabschiedet. Das Dauerthema Handelsstreit dominierte erneut das Geschehen. Nachdem die Erwartungen an ein baldiges Teilabkommen zuletzt stetig gesunken waren, kam aus China wieder ein Gegensignal, das erneut Hoffnungen auf eine baldige Lösung des Konflikts aufkeimen ließen. Die Anleger blieben angesichts des Hin und Her jedoch vorsichtig.

Der Dow-Jones-Index gab 0,2 Prozent nach auf 27.766 Punkte. Der S&P-500 schloss ebenfalls 0,2 Prozent leichter bei 3.104 Punkten, auch der Nasdaq-Composite gab 0,2 Prozent nach auf 8.506 Punkte. Den 1.159 (Mittwoch: 1.275) Kursgewinnern an der NYSE standen 1.798 (1.654) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 77 (115) Aktien.

Wie sich der Dax an diesem Mittwoch schlug, lesen Sie hier.

Medienberichten zufolge will Peking die US-Vertreter in China zu Gesprächen empfangen, und Vizepremier Liu He hat sich offenbar vorsichtig optimistisch gezeigt. Zuvor hatten Meldungen noch die Hoffnungen weitgehend zunichtegemacht, dass es noch im laufenden Jahr zu einer Verständigung kommen wird. Neuester Belastungsfaktor sind die US-Gesetze zur Unterstützung der Demokratiebewegung in Hongkong, die Peking als massiven Affront ansieht und "entschlossene Maßnahmen zum Gegenschlag" angekündigt hat.

Ein alternatives Thema, mit dessen Hilfe die Fokussierung auf den Handelsstreit aufgegeben werden könnte, zeichnete sich derweil nicht ab. Die Lage der US-Konjunktur ist zwar robust, doch die OECD hat auch für Amerika die Wachstumsprognosen gesenkt. Immerhin rechnet sie weiterhin mit einem beachtlichen Wachstum von 2 Prozent in den kommenden beiden Jahren. Am Vorabend hatte das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung einige Risiken für die US-Ökonomie hervorgehoben, was angesichts der damaligen Zinssenkung keine große Überraschung war. Der vorbörslich veröffentlichte Philadelphia-Fed-Index fiel etwas besser aus als erwartet. Auch der Index der Frühindikatoren für Oktober lag mit minus 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat etwas über den Prognosen von minus 0,2 Prozent.

Paypal mit Übernahme leichter

Paypal wartete mit einer der größten Übernahme der Firmengeschichte auf. Für rund 4 Milliarden US-Dollar übernimmt der Zahlungsabwickler das Rabattportal Honey Science. Die Aktie gab 1,5 Prozent nach.

Der Halbleitergigant Intel kämpft weiterhin mit Verspätungen bei der Auslieferung bestimmter Chips. Das Angebot bleibe äußerst knapp und Produktionsschwierigkeiten könnten kaum durch Lagerbestände ausgeglichen werden, teilte das Unternehmen Kunden mit. Den Ausblick für das vierte Quartal hat Intel aber bestätigt. Die Aktie schloss 0,6 Prozent fester.

Apple gaben 0,4 Prozent nach, nachdem sie zuvor leicht im Plus gelegen haben. US-Präsident Donald Trump stellt eine steigende Wahrscheinlichkeit in Aussicht, dass Apple-Produkte von der nächsten Zollrunde ausgenommen werden. Auf die Frage, ob Apple von den Zöllen auf Importe von in China hergestellten Produkten befreit werden sollte, antwortete Trump, dass die Regierung "dies im Blick behält". Derweil fragte Trump Apple-Chef Tim Cook bei einem Treffen am Mittwoch, ob der Technologieriese beim Aufbau von 5G-Netzwerken in den USA behilflich sein könnte.

Die Aktien einiger Discount-Broker stiegen, nachdem CNBC berichtet hatte, dass Charles Schwab kurz vor einer Übernahme des Konkurrenten TD Ameritrade stehe. Die Aktien von TD Ameritrade kletterten um 16,9 Prozent. Die Titel von Charles Schwab zogen um 7,3 Prozent an. ETrade und Interactive Brokers sanken dagegen um 9,4 bzw. 0,9 Prozent.
Macy's verloren 2,3 Prozent. Der Einzelhändler hatte für das dritte Quartal rückläufige Umsätze vermeldet, auch wird mit einem schwachen Weihnachtsquartal gerechnet. Zudem wurde der Umsatzausblick für das laufende Jahr gesenkt.

Tiffany gewannen 2,6 Prozent. Der Kurs wurde davon getrieben, dass LVMH Informanten zufolge das Übernahmegebot für den Juwelier erhöht hat. Angeblich bieten die Franzosen nun knapp 130 Dollar je Aktie statt 120. Nuance Communication zogen um 5,6 Prozent an. Die Software-Gesellschaft hatte mit Geschäftszahlen zum vierten Quartal die Markterwartungen übertroffen. L Brands stiegen um 8,0 Prozent. Der Mutterkonzern der Marken Victoria's Secret und Bath & Body Works hatte im dritten Quartal die Erwartungen des Marktes getroffen, der Ausblick wurde positiv aufgenommen.

Ölpreise fester

Die Ölpreise zogen an, gestützt von einem Bericht, demzufolge die Opec auf ihrem Dezember-Treffen wahrscheinlich die Produktionsbegrenzungen bis Mitte 2020 verlängern wird. Die Sorte WTI gewann 2,5 Prozent auf 58,42 Dollar, die Sorte Brent stieg 2,2 Prozent auf 63,78 Dollar.

Am Devisenmarkt gab das Pfund anfängliche Gewinne wieder ab und notierte 0,2 Prozent leichter bei 1,2906 Dollar. Der Euro lag mit 1,1058 Dollar ebenfalls etwas niedriger.
Der Goldpreis fiel um 0,6 Prozent auf 1.465 Dollar je Feinunze, belastet von den neuen Hoffnungen im Handelsstreit. Auch die Anleihen gaben mit den Meldungen zum Handelskonflikt nach, die Zehnjahresrendite gewann 2,3 Basispunkte auf 1,77 Prozent.

Quelle: n-tv.de, ibu/DJ