Marktberichte

Netflix-Aktien sind begehrt Konjunkturdaten stützen Wall Street

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Ein Händler an der Börse in New York bei der Arbeit.

(Foto: dpa)

In den USA produziert die Industrie im vergangenen Monat mehr als erwartet. Außerdem werden so viele Neubauten genehmigt wie seit über zwölf Jahren nicht – auch das verleiht den US-Börsen einen leichten Auftrieb. Das Teilabkommen im Handelsstreit überzeugt aber längst nicht alle Investoren.

Die US-Börsen haben sich nach einer viertägigen Rally leicht im Plus gehalten. Unterstützung erhielt die Wall Street von unerwartet guten Konjunkturdaten. Die US-Industrie fuhr im November ihre Produktion spürbar hoch. Die Betriebe stellten 1,1 Prozent mehr her als im Vormonat, wie die Notenbank (Fed) mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Plus von 0,7 Prozent gerechnet. Die gesamte Produktion - zu der auch Versorger und Bergbau beitragen - stieg auch um 1,1 Prozent und damit ebenfalls etwas stärker als erwartet. Die Industrie macht etwa zwölf Prozent des Bruttoinlandsproduktes der USA aus.

Positive Signale kamen auch vom Wohnungsbau. Hier stiegen die Genehmigungen für Neubauten im November auf den höchsten Stand seit zwölfeinhalb Jahren, weil niedrigere Zinsen die Nachfrage ankurbelten.

An der Wall Street hat der Dow Jones zugelegt. Der US-Leitindex gewann 0,1 Prozent auf 28.267,16 Punkte. Der technologielastige Nasdaq rückte 0,1 Prozent auf 8.823,36 Punkte vor und der breit gefasste S&P 500 schloss kaum verändert bei 3.192,52 Punkten.

Einige Investoren begannen indes, das am Freitag vereinbarte Teilabkommen zwischen den USA und China skeptischer zu beurteilen. "Am US-Aktienmarkt könnte sich vor den Feiertagen Ermüdung beim Thema Handel breitmachen", sagte Edward Moya, Marktanalyst beim Onlinebroker Oanda. Eine deutliche Korrektur sei aber unwahrscheinlich.

Zu den Gewinnern zählten bei den Einzelwerten die Aktien von Netflix mit einem Plus auf 3,7 Prozent. Das Online-Filmportal hatte zuvor mitgeteilt, dass sich sein Auslandswachstum beschleunigt habe. Die Anteilsscheine von Johnson & Johnson verteuerten sich um 1,2 Prozent, nachdem Morgan Stanley die Dividendenscheine des Pharmakonzerns hochgestuft hatte.

Die wieder aufflackernde Furcht vor einem harten Brexit bereitete der Börsenparty in Frankfurt einen Dämpfer. Der Dax schloss am Dienstag 0,9 Prozent tiefer auf 13.288 Punkten. Für Ernüchterung sorgte der britische Premierminister Boris Johnson, der eine Verlängerung der Brexit-Übergangsfrist gesetzlich ausschließen will. Damit werde der finale EU-Austritt Großbritanniens einmal mehr zum Spiel gegen die Zeit, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung QC Partners. "Wenn die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen scheitern oder einfach nicht rechtzeitig fertig werden, haben wir einen harten Brexit durch die Hintertür."

Quelle: ntv.de, hul/rts