Marktberichte

Rekordserie geht zuende Konjunktursorgen bremsen Wall Street

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(Foto: REUTERS)

Die Rekordserie an der Wall Street scheint vorbei. Zu groß ist die Sorge vor einem konjunkturellen Dämpfer. Auch Trump sorgt mit seiner Drohung, zusätzliche Strafzölle auf chinesische Waren zu erheben, für Unruhe.

Die Wall Street hat sich von ihrer Rekordserie verabschiedet. Von Beginn an zeigte sich keine Aufwärtsdynamik, im weiteren Verlauf bröckelten die Kurse noch weiter ab. Neue Daten zu Öllagerbeständen weckten die Sorge vor konjunktureller Dämpfung. Der am frühen Nachmittag Ortszeit veöffentliche Fed-Bericht Beige Book zeichnete ein insgesamt freundliches Bild der US-Wirtschaft, erwähnte aber die Unsicherheit wegen der Handelskonflikte. Hinzu kamen neue Aussagen der Fed-Präsidentin von Kansas, Esther George, die sich erneut skeptisch gegenüber von den Märkten fest eingepreisten Zinssenkung zeigte. Teilnehmer führten die Kursschwäche vor allem aber auch auf die Ermüdung nach der jüngsten Rally zurück.

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Dow Jones
Dow Jones 26.659,11

Der Dow-Jones-Index schloss 0,4 Prozent tiefer bei 27.220 Punkten. Der S&P-500 fiel um 0,7 Prozent und der Nasdaq-Composite um 0,5 Prozent. Dabei wurden 1.161 (Dienstag: 1.538) Kursgewinner und 1.789 (1.412) -verlierer gesehen, unverändert schlossen 71 (85) Titel.

Ansonsten richtete sich das Augenmerk der Anleger auf die Bilanzsaison, die allmählich in Schwung kommt. Die Bank of America hat im zweiten Quartal die Erwartungen des Marktes übertroffen; die Aktie legte um 0,7 Prozent zu. Die Daten von Abbott kamen ebenfalls gut an, zumal das Unternehmen die Gewinnprognose für das laufende Jahr erhöht hat. Die Aktie stieg um 3,1 Prozent.

Bank of America
Bank of America 20,20

Nach Handelsschluss in den USA werden Netflix, Alcoa, Ebay und IBM ihre Quartalsausweise veröffentlichen. Schon am Vorabend hatten unter anderem die Fluggesellschaft United Airlines und der Eisenbahnkonzern CSX über den Geschäftsverlauf im zweiten Quartal berichtet. Während die Zahlen von United Airlines positiv überraschten, verfehlte CSX die Markterwartungen. United legten um 0,9 Prozent zu. CSX fielen um 10,3 Prozent.

Goldman Sachs (GS) ist skeptisch, was die Zukunft von US-Markenbekleidung angeht. Die Analysten stufen die Aktien von Levi Strauss auf Sell von Neutral ab und senken das Kursziel auf 19 von 21 Dollar. Auch Ralph Lauren und PVH werden auf Sell von Neutral abgestuft. Die Aktien verloren zwischen 3 und 5 Prozent.

Nervöser Handel im Pfund

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,17

Am Devisenmarkt zeigte sich das Pfund volatil und getrieben von der Unsicherheit um den Brexit. Zunächst lastete noch, dass beide Kandidaten für den Posten des Premierministers, Boris Johnson und Jeremy Hunt, einer irischen Backstop-Lösung eine klare Absage erteilt haben. Die EU hat Nachverhandlungen in dieser Frage immer wieder ausgeschlossen. Ohne Deal scheidet Großbritannien Ende Oktober aus der EU aus. Später erholte sich das Pfund aber wieder etwas. Der Euro tendierte derweil zum Dollar gut behauptet bei etwa 1,1225.

Am Anleihemarkt legten die Notierungen zu, abermals gestützt von neuen Zweifeln an einer Beilegung des Handelsstreits USA-China. US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag neue Strafzölle auf chinesische Waren angedroht. Mit der Drohung wolle Trump wohl erreichen, dass China sein Versprechen einlöse und mehr US-Agrarprodukte kaufe, vermutete Edward Moya, Senior Market Analyst bei Oanda. Auch die Öllagerbestände sorgten für Kaufinteresse. Die Zehnjahresrendite sank um 5,2 Basispunkte auf 2,05 Prozent.

Brent Rohöl
Brent Rohöl 37,66

Gold stieg um 1,4 Prozent auf 1.426 Dollar je Feinunze. Hier stützte die jüngste Entwicklung im Handelsstreit und, wie bereits schon länger, die Erwartung niedriger Zinsen. Die Ölpreise tendierten leichter. Die Rohöllagerbestände sind laut Daten der US-Regierung nicht so stark gesunken wie erwartet. Zudem sind die Benzin- und Destillatbestände kräftig gestiegen. Der Preis für ein Barrel US-Rohöl der Sorte WTI fiel um 1,5 Prozent auf 56,78 Dollar. Brent verlor 1,2 Prozent zu auf 63,59 Dollar.

Quelle: ntv.de, kpi/DJ