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Zinshoffnung und Konjunktursorge Netflix flaut ab, Ebay zieht an

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(Foto: picture alliance/dpa)

Börsianern schlägt der ungelöste Handelskonflikt zwischen China und den USA auf die Stimmung. Doch Williams von der New Yorker Fed kann Zinsfantasien wecken. Das zeigt sich auch in den Kursen.

Zwischen Zinshoffnung und Konjunktursorgen hat sich die Wall Street bewegt. Während zunächst der ungelöste Handelskonflikt und einige enttäuschende Quartalsberichte auf die Stimmung drückten, sorgte John Williams im späten Geschäft für Zinsfantasie. Der Präsident der New Yorker Fed sagte, in einer Zeit niedriger Zinsen müssten die Notenbanken rasch und aggressiv vorgehen, sollten erste wirtschaftliche Schwächezeichen auftauchen. Mit den Bemerkungen Williams' schossen die Erwartungen an eine große Zinssenkung um 50 Basispunkte Ende Juli nach oben. 69 Prozent rechnen nun mit einem solchen Schritt nach 34 Prozent am Mittwoch.

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Dow Jones
Dow Jones 26.032,00

Der Dow-Jones-Index schloss 3 Prozent fester bei 27.223 Punkten. Der S&P-500 fiel um 0,4 Prozent und der Nasdaq-Composite um 0,3 Prozent. Dabei wurden 1.546 (Mittwoch: 1.161) Kursgewinner und 1.417 (1.789) -verlierer gesehen, unverändert schlossen 84 (71) Titel.

Hatten zuvor Berichte zum Inflationsziel der EZB den Euro gedrückt, waren nun die US-Notenbanker am Zug. Der Euro kletterte von 1,1225 auf 1,1276 Dollar. Gute Daten zum britischen Einzelhandel verhalfen dem Pfund zu einer Erholung, bevor es gegen den Dollar dann nochmals weiter vorrückte. Es stieg auf 1,2550 Dollar, nachdem es am Mittwoch zeitweise unter 1,24 Dollar gerutscht war. Trotzdem bleiben Marktteilnehmer misstrauisch: Im Fall einer Ernennung von Boris Johnson zum Premierminister könnte das Pfund kräftig fallen, hieß es. Johnson steuert auf einen so genannten No-Deal-Brexit zu, der die Wachstumsraten in Großbritannien drücken dürfte.

Euro / Dollar
Euro / Dollar ,00

Der Goldpreis erreichte mit den neuen Zinsspekulationen ein neues Mehrjahreshoch. Die Feinunze verteuerte sich um 1,3 Prozent auf 1.446 Dollar. Gestützt wurde der Preis auch von der weiter schwelenden Irankrise.

Am Ölmarkt indes konnten die neuen Zuspitzungen im Iran-Konflikt den Preisverfall nicht stoppen. Die iranischen Revolutionsgarden halten nach eigenen Angaben einen "ausländischen Tanker" fest, der Öl geschmuggelt haben soll. Während des späten Geschäft wurde bekannt, dass die USA im Persischen Gold eine iranische Drohne abgeschossen haben. Entscheidend für den Preis waren aber nochmals die hohen Benzin-Lagerbestände, die am Vortag in den USA ausgewiesen worden waren. Rohöl der US-Sorte WTI sackte ab um 2,6 Prozent auf 55,30 Dollar je Barrel. Brent verlor 1,9 Prozent auf 62,48 Dollar.

Netflix-Aktie flaut ab

Netflix
Netflix 269,00

Derweil lief die Bilanzsaison auf Hochtouren. Am Mittwoch nach Börsenschluss hatten Netflix, Ebay, IBM und Alcoa Geschäftszahlen vorgelegt. Besonders enttäuscht reagierte der Markt darauf, dass Netflix im zweiten Quartal weniger Kunden gewonnen hat als erwartet. Die Aktie bracht um gut 10 Prozent ein.

Für die Ebay-Aktie ging es um 1,9 Prozent nach oben. Der Betreiber des gleichnamigen Online-Auktionshauses hat nicht nur besser abgeschnitten als erwartet, sondern auch den Ausblick angehoben. IBM hat zwar das vierte Quartal in Folge einen Umsatzrückgang verbucht, dafür aber mehr verdient als erwartet. Die Aktie stieg um 4,6 Prozent.

Die Aktie des Aluminiumkonzerns Alcoa reagierte volatil auf die Geschäftszahlen. Zu Handelsschluss gewann sie 1,1 Prozent. Das Unternehmen hat im zweiten Quartal rote Zahlen geschrieben und seine Wachstumsprognose für die weltweite Aluminiumnachfrage gesenkt.

Ebay
Ebay 36,00

Am Donnerstag hat vor der Startglocke mit Morgan Stanley die letzte der großen US-Banken Quartalszahlen vorgelegt. Zwar verbuchte die Bank einen Gewinnrückgang, schnitt aber dennoch besser ab als erwartet. Die Aktie stieg um 1,5 Prozent.

Der Krankenversicherer Unitedhealth hat im Quartal mehr verdient als erwartet und traut sich im laufenden Geschäftsjahr mehr zu. Die Aktie gehörte vorbörslich zu den Gewinnern, war zu Ende aber mit minus 2,3 Prozent zweitschwächster Wert im Dow. Anleger bemängelten, dass der Gewinn von einem Sondereinfluss getrieben wurde. Nach Börsenschluss wird mit Microsoft ein weiteres Schwergewicht der US-Unternehmenslandschaft seine Bücher öffnen.

Philip Morris verteuerten sich um 8,2 Prozent. Der Tabakkonzern überzeugte im zweiten Quartal mit Umsatz und Gewinn und hat die Jahresprognose angehoben.

Quelle: n-tv.de, aeh/DJ

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