Marktberichte

Neuer Nasdaq Technologiesektor zieht Wall Street hinauf

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An der Wall Street markierte der Nasdaq einmal mehr ein neues Rekordhoch.

(Foto: imago images/UPI Photo)

Tech-Aktien bleiben die Papiere der Stunde. Apple, Facebook, Microsoft legen weiter zu. Größere Höhenflüge an der Wall Street bremste aber ein wieder zunehmender Konjunkturpessimismus. Vor allem der Arbeitsmarkt enttäuschte Hoffnungen auf eine schnelle Wirtschaftsbelebung.

Aufschläge im Technologiesektor haben der Wall Street zu einem leichten Plus verholfen. Der Nasdaq-Composite markierte im späten Verlauf sogar ein neues Rekordhoch. Zu Handelsbeginn hatten noch Konjunktursorgen die Indizes belastet, doch diese wurden im Sitzungsverlauf etwas in den Hintergrund gedrängt. Der Dow-Jones-Index gewann 0,2 Prozent auf 27.740 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 verbesserte sich um 0,3 Prozent auf 3386 Zähler. Der technologielastigere Nasdaq-Composite stieg um 1,1 Prozent auf 11.265 Stellen.

Doch den Anlegern klangen noch die konjunkturskeptischen Aussagen der US-Notenbank vom Vortag in den Ohren. Im Protokoll ihrer jüngsten Sitzung hatten die Notenbanker betont, dass die US-Wirtschaft vor allem mehr staatliche Unterstützung benötige, um die Corona-Krise zu bewältigen. Verhandlungen zwischen den Demokraten und den Republikanern über weitere Hilfsmaßnahmen kommen aber seit Wochen nicht voran. Und der in die heiße Phase gehende Präsidentschaftswahlkampf könnte zu einem zusätzlichen Hindernis für eine Einigung werden.

Neue US-Konjunkturdaten konnten die Sorgen nicht lindern. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich wieder eingetrübt. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg in der vergangenen Woche wieder über eine Million. Ökonomen hatten dagegen einen Rückgang auf 923.000 erwartet. Auch der Philadelphia-Fed-Index für August sank überraschend deutlich von 24,1 auf 17,2 Punkte im Juli. Der Index der Frühindikatoren für Juli fiel dagegen leicht besser aus.

Tesla überspringen 2000-Dollar-Marke

Unter den Einzelwerten standen Intel mit einem Aktienrückkauf im Fokus. Der Chipkonzern nutzt den Einbruch seines Aktienkurses, um bis Ende des Jahres Aktien für bis zu zehn Milliarden Dollar zurückzukaufen. Die Intel-Aktie stieg um 1,7 Prozent.

Im Technologiesektor waren die Aktien von Facebook, Microsoft und Apple gesucht. Am Vortag war die Marktkapitalisierung des iPhone-Herstellers zum ersten Mal über die Marke von zwei Billionen Dollar gestiegen. Kein anderes US-Unternehmen war je so hoch bewertet. Die Apple-Aktie gewann weitere 2,2 Prozent, Facebook stiegen um 2,4 Prozent und Microsoft um 2,3 Prozent.

Die Tesla-Aktie setzte ihren Höhenflug fort und sprang erstmals über 2000 Dollar. In der Spitze notierten die Papiere bei 2022 Dollar. Der aktuelle Aufwärtstrend hängt vor allem mit dem angekündigten Aktiensplit im Verhältnis 5 zu 1 zusammen. Die Tesla-Aktie schloss mit einem Plus von 6,6 Prozent bei 2002 Dollar. Nach anfänglichen Kursverlusten und zwischenzeitlichen Gewinnen schloss die Nvidia-Aktie kaum verändert. Die Quartalszahlen des Grafikchipexperten hatten gewinn- und umsatzseitig die Erwartungen übertroffen.

Für die Curevac-Aktie, die erst am vergangenen Freitag ein fulminantes Börsendebüt gefeiert hat, ging es um 16 Prozent nach oben. Auslöser ist die Nachricht, dass das Biotech-Unternehmen die EU mit einem Corona-Impfstoff ausstatten wird.

"Sichere Häfen" weiter gesucht

Trotz der leicht positiven Tendenz am Aktienmarkt sorgten die unsicheren wirtschaftlichen Aussichten und die schwachen Konjunkturdaten des Tages für Aufschläge bei vermeintlich sicheren Anlagen. Am Anleihemarkt drückten steigende Notierungen die Zehnjahresrendite um 3,3 Basispunkte auf 0,65 Prozent. Marktbeobachter sprachen auch von einer Gegenbewegung nach den Verlusten vom Vortag.

Gold legte nach dem jüngsten Rücksetzer um 1,2 Prozent zu auf 1953 Dollar je Feinunze. Ole Hansen, Leitender Rohstoffstratege bei der Saxo Bank, sprach von einer erhöhten Volatilität des Goldpreises, der in den vergangenen beiden Tagen etwa 80 Dollar eingebüßt hat. Die Bereitschaft zu Gewinnmitnahmen sei gestiegen.

Konjunkturängste drückten dagegen die Ölpreise. Zur Begründung wurde auch auf die Öllagerdaten des US-Energieministeriums vom Vortag verwiesen. So hatten die Rohölvorräte in der Vorwoche zwar abgenommen, jedoch ließ sich aus den Daten auch ablesen, dass die Benzinnachfrage zurückgegangen war und die Ölexporte den niedrigsten Stand seit über einem Jahr erreicht hatten. Ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 0,7 Prozent auf 42,62 Dollar. Die Nordsee-Sorte Brent gab um 0,9 Prozent auf 44,94 Dollar nach.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ