Marktberichte

Strafzölle für China verschoben Trump-Geste versöhnt US-Anleger

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Anleger griffen vor allem bei Chip-Herstellern wie Micron oder AMD zu.

(Foto: REUTERS)

Die Hoffnungen auf einen Deal im Handelsstreit zwischen den USA und China verleihen den US-Börsen erneut Auftrieb. Der Dow Jones verbucht den siebten Handelstag in Folge ein Plus. Zu einem Rekord reicht es nicht ganz.

Die Verschiebung zusätzlicher Strafzölle auf chinesische Waren hat einige Anleger zum Einstieg in den US-Aktienmarkt ermuntert. Der Leitindex Dow Jones stieg um 0,2 Prozent auf 27.182,45 Punkte. Der technologielastige Nasdaq rückte um 0,3 Prozent auf 8.194,47 Punkte vor. Der S&P 500 erhöhte sich um 0,3 Prozent auf 3.009,57 Zähler. Der Dow Jones Industrial stieg damit den siebten Handelstag in Folge, ein neues Rekordhoch blieb ihm aber noch versagt. Nicht einmal 100 Punkte fehlten dem Dow im Tageshoch zu einem neuen historischen Höchststand.

Nasdaq Composite
Nasdaq Composite 8.176,71

Hochrangige Berater von US-Präsident Donald Trump denken offenbar über einen übergangsweisen Deal im Handelsstreit mit China nach. Das meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Bezug auf mehrere informierte Personen. Die Überlegungen sähen vor, neue Strafzölle auf chinesische Waren zeitlich zu verschieben oder rückgängig zu machen, wenn China im Gegenzug zu Zugeständnissen bereit ist.

Als "Geste des guten Willens" kündigte Trump unterdessen an, Zölle auf chinesische Waren im Wert von 250 Milliarden Dollar sollten erst ab dem 15. Oktober statt dem 1. Oktober angehoben werden. Zuvor hatte China Ausnahmen von Strafzöllen auf US-Waren bekanntgegeben. Anleger begrüßten diese Maßnahmen als Zeichen der Entspannung, sagte Analyst Pierre Veyret vom Brokerhaus ActivTrades. "Sie bedeuten aber keine signifikante Verbesserung der Beziehungen." Dennoch griffen Anleger bei konjunkturabhängigen Werten zu, vor allem bei Chip-Herstellern wie Micron oder AMD, die stark vom China-Geschäft abhängen. Ihre Aktien gewannen im Tagesverlauf bis zu zwei Prozent.

EZB-Ansage hinterlässt gemischte Gefühle

Die Papiere von Tailored Brands brachen dagegen bis zum Nachmittag um 27 Prozent ein. Der Betreiber der Modekette "Men's Warehouse" prognostizierte für das laufende Quartal einen Gewinn unter Markterwartungen. Außerdem streicht das Unternehmen die Dividende, um den Schuldenabbau zu beschleunigen.

In Frankfurt am Main hinterließ die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) bei Anlegern gemischte Gefühle. "EZB-Chef Mario Draghi senkt Zinsen und kündigt die Wiederaufnahme der Wertpapierkäufe auf unbestimmte Zeit an - und enttäuscht dennoch", sagte James Bentley, Manager des Ausbildungsportals Financial Markets Online. Dax und EuroStoxx50, die als Reaktion auf den EZB-Entscheid zeitweise rund ein Prozent zugelegt hatten, schlossen nur noch jeweils etwa ein halbes Prozent im Plus bei 12.410 und 3538 Punkten.

Wie der Handel auf dem Frankfurter Parkett im Detail verlief, können Sie in unserem Börsen-Tag nachlesen.

Die EZB senkte den Zins für Einlagen bei der Notenbank auf minus 0,5 von minus 0,4 Prozent. Um die Belastungen für die Banken zu minimieren, räumt sie diesen einen Freibetrag ein. Außerdem will sie ab November Wertpapiere im Volumen von monatlich 20 Milliarden Euro kaufen, bis ihr Inflationsziel von knapp zwei Prozent erreicht ist.

Quelle: n-tv.de, fzö/rts

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