Wirtschaft
Die Stimmung steigt nicht gerade an den Börsen.
Die Stimmung steigt nicht gerade an den Börsen.(Foto: AP)
Donnerstag, 24. Dezember 2015

Kurzer Handel, kleine Kurse: Wall Street leicht im Minus

Der Feiertagshandel an der Wall Street lässt nicht gerade die Glöckchen klingeln. Auch in Europa gibt es keine Geschenke für die Anleger.

Die US-Börsen haben sich am Heiligabend nur wenig bewegt. Viele Anleger seien bereits in den Ferien, zudem habe die Wall Street drei Stunden früher als üblich geschlossen, sagten Händler. Der Ölpreis, der zuletzt die Richtung der Aktienkurse stark beeinflusst hatte, stieg weiter an.

Vom Arbeitsmarkt kamen gute Nachrichten: Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lag in der vergangenen Woche mit 267.000 etwas niedriger als von Volkswirten erwartet und lag zudem auf einem so geringem Niveau wie zuletzt 1973.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Abschlag von 0,29 Prozent bei 17.552 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,16 Prozent auf 2060 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg hingegen um 0,05 Prozent auf 5048 Stellen. Am Freitag haben die US-Börsen geschlossen. In der Gesamtwoche legten Dow und Nasdaq damit 2,5 Prozent zu und der S&P 2,8 Prozent. Der Euro stieg am Donnerstag um 0,4 Prozent auf 1,0953 Dollar.

Öl der Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich um 1,2 Prozent auf 37,81 Dollar pro Barrel (159 Liter). Am Mittwoch war der Preis nach einem überraschenden Rückgang der US-Lagerbestände um bis zu 4,4 Prozent gestiegen. Experten rechnen gleichwohl mit einem weiter bestehenden Überangebot, das auch 2016 die Preise drücken dürfte. Vor eineinhalb Jahren kostete das Barrel noch 115 Dollar.

Aktien von Relypsa stiegen um 3,4 Prozent. Die "Daily Mail" hatte berichtet, es gebe Spekulationen, wonach der britische Pharmakonzern AstraZeneca an dem US-Medikamentenentwickler interessiert sei.

Papiere von Hyatt gaben 2,4 Prozent nach. Hacker haben den Hotelbetreiber attackiert. Ein Schadprogramm mit dem Schwerpunkt auf Kreditkarten habe das Bezahlsystem infiziert.

US-Staatsanleihen legten zu. Die Zehnjährigen verbesserten sich um 2/32 auf 100-1/32. Sie rentierten mit 2,247 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 14/32 auf 100-22/32 und hatten eine Rendite von 2,965 Prozent. Händler verwiesen auch hier auf geringe Umsätze und Vorsicht der Anleger im Vorfeld des langen Wochenendes.

Europas Börsen haben zuvor den Anlegern in einem dünnen und verkürzten Handel leichte Verluste beschert. Der Euro-Stoxx-50 verlor 0,1 Prozent auf Punkte und der Stoxx-50 lag nahezu unverändert bei 3.108 Punkten. Während die Aktienindizes auf der einen Seite von der Erholung des Ölpreises und der damit einher gehenden höheren Risikoneigung profitierten, wurden sie andererseits von Verlusten bei Medien-, Technologie- und Telekom-Werten belastet. Tagesgewinner waren wie schon am Mittwoch die Ölwerte.

Die Energiewerte im Euro-Stoxx-50 zogen um 0,1 Prozent. Repsol YPF verteuerten sich um 1,9 Prozent, BP Amoco um 1,5 Prozent und Iberdrola um 0,4 Prozent. Bei den Rohstoffwerten ging es insgesamt bergab, hier stachen allerdings Anglo American mit einem Tagesgewinn von 1,5 Prozent heraus. Das Unternehmen hat angekündigt, seine Kohlemine im australischen Dartbrook für 50 Millionen Australische Dollar an die Australian Pacific Coal Ltd. zu verkaufen.

Gesucht waren auch die Aktien von Versorgern, ohne dass besondere Nachrichten vorlagen. Diese Papiere könnten wie schon am Vortag davon profitiert haben, dass Marktteilnehmer vor dem Jahresende Short-Positionen eindeckten. Versorger-Werte hatten im Jahresverlauf stark unter Druck gestanden. Gewinn verzeichneten außerdem Pharma-Aktien. Astrazeneca verteuerten sich um 0,6 Prozent und Glaxosmithkline um 0,4 Prozent.

Der Aktienhandel am letzten Tag vor der Weihnachtspause war verkürzt und beschränkte sich auf die Börsenplätze London, Paris, Amsterdam und Madrid.

Quelle: n-tv.de