Startup

Nach Börsengang-Debakel Umstrittener Wework-Gründer tritt zurück

RTX35Z3D.jpg

Firmengründer Neumann behält einen Platz im Verwaltungsrat, aber ohne Management-Funktion.

(Foto: REUTERS)

Der Vorstandschef des Büroraum-Anbieters Wework nimmt seinen Hut. Das Unternehmen wollte vergangene Woche eigentlich an die Börse gehen. Doch den Investoren haben Zweifel an der Bewertung und an der Führungsstruktur des Startups die Laune verdorben.

Der Firmengründer und Chef des US-Bürovermieters Wework ist nach dem gescheiterten Börsengang auf massiven Druck seiner Geldgeber zurückgetreten. Adam Neumann erklärte nach einer Verwaltungsratssitzung seinen Abgang, wie Wework mitteilte. Er gibt Insidern zufolge zugleich die Mehrheit der Stimmrechte auf.

Die größten Investoren in das Startup-Unternehmen, allen voran der japanische Technologie-Investor Softbank, hatten auf einen Rückzug Neumanns gedrängt und setzten sich in der Sitzung des siebenköpfigen Gremiums durch. Künftig soll Wework gemeinsam vom bisherigen Finanzchef Artie Minson und von Verwaltungsratsmitglied Sebastian Gunningham geführt werden.

Firmengründer Neumann behält einen Platz im Verwaltungsrat, aber ohne Management-Funktion. Den Insidern zufolge wird auch die Macht des 40-Jährigen bei Wework beschnitten. Bisher hatten seine Aktien das zehnfache Stimmrecht normaler Anteile, künftig trägt eine der Gründer-Aktien nur noch drei Stimmrechte. Neumann verliert damit die Stimmenmehrheit.

528 Standorte in 29 Ländern

Wework hatte den Börsengang vor einer Woche auf Eis gelegt, nachdem sich Investoren skeptisch gezeigt hatten. Sie stießen sich nicht nur an den wachsenden Verlusten, sondern auch an Neumanns großem Einfluss und seinem Führungsstil. Heute teilte das Unternehmen mit, man prüfe den "optimalen Zeitpunkt" für eine Neuauflage des Börsengangs.

Wework mietet Immobilien langfristig an und vermietet Büroflächen an Firmen, Unternehmer und Startups mit kurz laufenden Verträgen. Damit hat Wework das traditionelle Büro-Vermietgeschäft aufgemischt, in dem langfristige Verträge die Regel sind. Inzwischen ist das Unternehmen an 528 Standorten in 29 Ländern vertreten.

Quelle: n-tv.de, jki/rts

Mehr zum Thema