Frage & Antwort

Frage & Antwort Helfen Kirschen gegen Kopfschmerzen?

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Je dunkler und saurer die Kirsche, desto wirkungsvoller gegen Schmerzen.

(Foto: imago/Steffen Schellhorn)

Ein altes Hausrezept empfiehlt, zehn Kirschen zu essen, wenn man Kopfschmerzen hat. Ob dieses Hausmittel wirkt oder ein reines Ammenmärchen mit Placebo-Effekt ist, ist wissenschaftlich untersucht - mit einem eindeutigen Ergebnis.

Ingwer bei Reiseübelkeit, Schokolade bei Liebeskummer und warme Milch mit Honig bei Schlafstörungen: Um die Wirkungen von Nahrungsmitteln gibt es viele Geschichten. Ob Kirschen tatsächlich bei Kopfschmerzen helfen, haben Forscher der University of Michigan, dort, wo es im Sommer Kirschen im Überfluss gibt, bereits vor einigen Jahren untersucht. Dabei fanden sie heraus, dass die beliebten Sommerfrüchte sogar mehr sind als schmackhaftes Obst.  

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Frische Kirschen können Schmerzen lindern.

(Foto: imago/CTK Photo)

Schon 20 Kirschen seien so wirksam wie eine Tablette Aspirin 500, betonen die Forscher. Der Wirkstoff sitzt in den Schalen der Früchte. Die sogenannten Anthocyane, also die Farbstoffe, die die Kirschen rot werden lassen, wirken schmerzstillend. Doch nicht nur die Farbe, sondern auch der Geschmack hat Einfluss auf die Stärke dieses Effekts. Das bedeutet, je dunkler und saurer die Kirschen sind, umso stärker wirken sie gegen Schmerzen. Darüber hinaus werden den Inhaltsstoffen in den Früchten eine Menge anderer gesundheitsfördernder Wirkungen zugeschrieben.

Nicht nur Schmerzstiller

Die Kirschfarbstoffe sind in der Lage, zellschädigende freie Radikale zu entschärfen. So können das Bindegewebe, die Haut, die Blutgefäße und die Gelenke vor dem Altern geschützt, Krebs und Herzinfarkt vorgebeugt werden. Zudem werden durch Anthocyane Entzündungen gehemmt und sogar Parodontose eingedämmt. Bereits 1999 erkannten Forscher der University of Michgan die schmerzlindernde Wirkung von Sauerkirschen bei Magen- und Arthritisschmerzen. Sie stellten fest, dass die Wirkung der Sauerkirschen bis zu zehn Mal stärker war im Vergleich zum Aspirin.

In anderen Untersuchungen wurden die heilenden Kräfte der Kirschen und sogar von Kirschsaft bei Verletzungen oder Schmerzen der Muskeln bestätigt. Der Verzehr von 250 Gramm Kirschen am Tag über eine Woche hinweg lässt den Harnsäurespiegel im Blut und damit auch das Risiko, an Arthritis zu erkranken, sinken. Das Vitamin C unterstützt das Immunsystem und das Eisen bringt die Blutbildung in Schwung. An Kirschen darf man sich also beruhigt satt essen, denn sie regen den Stoffwechsel an und helfen bei Verstopfungen. Mit nur 63 Kilokalorien pro 100 Gramm kann das schmackhafte Sommerobst als ernährungsphysiologisch wertvoll eingestuft werden.

Übrigens: Nicht nur die Früchte tragen heilende Stoffe in sich. Auch in den Stielen der Kirschen finden sich Wirkstoffe, die das Immunsystem unterstützen. Ein Tee aus den getrockneten Fruchtstielen ist entwässernd und schleimlösend. Er hilft vor allem bei hartnäckigem Husten. Getrocknete Kirschenstiele bekommt man in der Apotheke oder in Reformhäusern.

Quelle: n-tv.de

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