Frage & Antwort

Krabbeltiere in der Wohnung Überleben Spinnen im Staubsauger?

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Eine Rostrote Winkelspinne, auch "Hausspinne" genannt, ist oft in Häusern zu finden.

(Foto: imago/blickwinkel)

Spinnen haben acht Beine, entweder dicke, kleine Körper oder schlanke Leiber mit filigranen Beinchen. Viele Menschen ekeln sich vor ihnen, manche entwickeln sogar eine Phobie gegen die kleinen Tiere. Laut Fraunhofer-Gesellschaft leiden 3,5 bis 6,1 Prozent der Bevölkerung unter der sogenannten Arachnophobie.

Kein Wunder also, dass so manchem ein kalter Schauer über den Rücken läuft, wenn er zu Hause eine Spinne entdeckt. Dann heißt es: Das unliebsame Getier muss schnell entfernt werden. Also Staubsauger einstöpseln, Schlauch auf die Spinne richten und schon ist das Problem gelöst. Wären da nicht die klugen Köpfe, die meinen, dass Spinnen im Staubsaugerbeutel überleben, sich gar einnisten und Nachkommen produzieren und sich beim Beutelwechsel samt Familienzuwachs wieder ihren Weg nach draußen bahnen.

Enorme Sogkraft

Tatsächlich ist es sehr unwahrscheinlich, dass eine Spinne die Staubsauger-Attacke überlebt. Es gibt sogar mehrere Faktoren, die dafür sorgen, dass das kleine Tier den nächsten Beutelwechsel nicht mehr miterlebt.

Angenommen, die Wattzahl des Staubsaugers ist auf volle Kraft gedreht. Dann wird die Spinne mit einer Sogkraft von bis zu 100 Kilometern je Stunde eingesaugt. Sollte sie das überleben, knallt sie im Staubsaugerschlauch rechts und links gegen die Wände und landet schließlich an der Rückwand des Staubsaugerbeutels. Konnte die Spinne immer noch dem Tod entgehen, droht hier die nächste Gefahr. Denn: An der Rückwand wird sie mit weiterem Staub "beschossen", der nach ihr aufgesaugt wird. Und selbst wenn der Staubsauger ausgestellt wird und die Spinne es irgendwie geschafft hat, zu überleben, lauert im Staubsaugerbeutel der sichere Erstickungstod.

Ein qualvoller Tod

Fest steht: Der Tod im Staubsauger bedeutet für Spinnen so oder so schlimme Qualen. Der Naturschutzbund (Nabu) rät deswegen von dem Aufsaugen der Tiere ab. Wer die unliebsamen Tiere unbedingt loswerden möchte, sollte lieber auf schonendere Methoden zurückgreifen. "Besser ist es, ein Glas über das Tier zu stülpen, ein Blatt darunterzuschieben, es umzukippen und die Spinne nach draußen zu bringen", sagt Nabu-Sprecherin Nicole Flöper n-tv.de. Allerdings sollte man darauf achten, die Spinne Dutzende Meter vom Haus entfernt wieder in die Freiheit zu entlassen. Denn Spinnen, die sich an einem Ort wohlgefühlt haben, kehren gerne zurück.

Für letztgenannten Fall sei aber auf Folgendes hingewiesen: Auch wenn sie manchmal sehr groß, sehr dick und sehr haarig aussehen: Spinnen sind in Deutschland völlig ungefährlich. Falls sie zubeißen sollten, hinterlassen sie maximal eine winzige Stelle am Körper, die - ähnlich wie ein Mückenstich - ein bisschen juckt. Dennoch gibt es gute Gründe, die Tiere auf jeden Fall weiterleben zu lassen. Denn: Spinnen sind äußerst nützlich. Ihre Netze schützen uns vor lästigen Mücken, Fliegen, Blattläusen, Käfern, Wespen und Motten. Es besteht also kein Grund, sie umzubringen.

Quelle: n-tv.de

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