Frage & Antwort

Prägnante Veränderungen Wachsen Ohren und Nasen auch im Alter?

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Dass Ohren und Nasen im Laufe des Lebens größer werden, ist ein bekanntes Phänomen.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

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Vieles verändert sich im Alter: Die Haare werden weiß, die Haut faltig und die Kraft lässt nach. Einige dieser Veränderungen sind lediglich für die Betroffenen spürbar, andere auch für Außenstehende zu erkennen. Vor allem die Größe von Nasen und Ohren können Fragen aufwerfen: Waren die schon immer so groß?

Um diese Frage beantworten zu können, hat n-tv.de mit Prof. Dr. Christian Betz, Direktor der Klinik für HNO-Heilkunde der Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, gesprochen. Dieser weist gleich zu Beginn auf einen weitverbreiteten Irrtum hin. Hör- und Riechorgane wachsen nach dem Ende des regulären Körperwachstums nämlich gar nicht mehr, betont der Experte. "Das vermeintliche Wachstum ist ein Resultat aus zunehmendem Stabilitätsverlust des Knorpelgerüstes sowie steigender Elastizität von Haut und Unterhaut-Bindegewebe im Alter. In Kombination mit der Schwerkraft führt dies zu einer zunehmenden Längsausdehnung sowie Formveränderung von Ohr und Nase."

Bei der Nase verursacht dieser Prozess oftmals ein Herabsenken der Nasenspitze und damit eine Veränderung der Nasenform. "Medizinisch gesprochen wird der nasolabiale Winkel immer kleiner", erklärt Betz. Die Effekte sind aber eher minimal. In einem Zeitraum von 50 Jahren kommt bei den Ohren etwa ein Zentimeter im Längsdurchmesser hinzu. Die Auswirkungen des sich verändernden Bindegewebes betreffen sowohl Männer als auch Frauen. Dennoch gibt es, zumindest bei den Ohren, einen Unterschied. Bei den Männern ist die altersbedingte Größenzunahme ausgeprägter als bei den Frauen, erklärt Betz.

Wann beginnt die Größenzunahme?

Diese Frage lässt sich allerdings nicht pauschal beantworten. Eine Vergrößerung der Längsachsen ist die gesamte Lebenszeit hinweg zu beobachten. Es handelt sich also um einen kontinuierlichen Prozess. Er beginnt dementsprechend mit der Geburt und endet mit dem Tod.

Die weit verbreitete Erklärung, dass die Größe der Ohren im Alter zunimmt, weil das Gehör nachlässt, ist falsch. Dennoch hält sich der Mythos bis heute hartnäckig. Auch wenn es stimmt, dass die Gehörfunktion im Alter nachlässt, hat dies nichts mit der Größenveränderung der Ohren zu tun. "Dieser Mythos ist wissenschaftlich schon sehr lange widerlegt", betont Betz.

Übrigens: Stabilitätsverluste im Alter betreffen nicht nur die Ohren und Nasen. Auch die Größe der Füße verändert sich. Weil die Spannkraft der Sehnen und Muskeln abnimmt, werden vielbenutzte Füße mit den Jahren häufig nicht nur größer, sondern auch breiter - oftmals wechselt man irgendwann eine ganze Schuhgröße.

Quelle: n-tv.de

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