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Alle oder keinen 55 Bulli T2 - Scheunenfund in Kanada?

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Wer die Bullis wohl dort abgestellt hat.

(Foto: Rob)

Gleich 55 "Westfalia Bay Split Window" irgendwo in den kanadischen Wäldern? Gibt's nicht? Doch! Laut einer Kleinanzeige bietet ein Rob genau das an. Als Beweis gibt es drei Fotos und klare Ansagen an die potenziellen Käufer.

Viele Menschen träumen von irgendeinem Scheunenfunden, der sie über Nacht reich machen könnte und dann taucht plötzlich bei Kijiji, einem Kleinanzeigen-Portal von eBay, ein unglaubliches Angebot auf. In Ontario/Kanada, unweit von Toronto, verkauft ein Rob gleich 55 "Westfalia Bay Split Window". Und als Beweis, weil diese Zahl so unglaublich klingt, packt Rob in seine Kleinanzeige drei Handy-Fotos. Viel sagen die nicht aus, scheinen aber zu beweisen, dass irgendwo in den kanadischen Wäldern 55 Volkswagen Typ2 T2 stehen.

Eine Rechnung, die aufgeht?

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Viel ist auf den Fotos nicht zu erkennen, nur, dass tatsächlich eine ganze Flotte von Bullis im kanadischen Wald zu stehen scheint.

(Foto: Rob)

Produziert wurde die zweite Generation des Bulli im VW-Werk Hannover. Allein von 1967 bis 1979 wurden insgesamt 2.533.188 Typ2 T2 hergestellt. Und nun bietet Rob 55 der inzwischen zu echten Preziosen gewordenen Fahrzeuge an. Allerdings will der Kanadier die Oldtimer nicht einzeln verkaufen, sondern im Paket. Schlappe 350.000 US-Dollar soll das Ganze kosten. Nach aktuellem Kurs sind das 308.305,36 Euro. Jetzt könnte der Kenner rechnen: Für einen richtig gut erhaltenen Bulli-Oldtimer mit Straßenzulassung zahlt der Liebhaber zwischen 30.000 und 60.000 Euro. Verkauft man die 55 pro Stück zum Schnäppchenpreis von 30.000 Euro, wären am Ende 1,6 Millionen Euro auf dem Konto. Die Rechnung könnte also aufgehen.

Was Rob dem potenziellen Käufer aber vorenthält, sind Detailinformationen. Zwar schreibt der Kanadier: "All in good restorable condition" (Alle in gut restaurierbarem Zustand), aber die beigefügten Fotos sind diesbezüglich nicht besonders aussagefähig. Zu erkennen ist auf jeden Fall, dass der Großteil der Scheiben in Ordnung ist und dass der Lack lediglich durch Rost vom Blech gelöst wurde. Wie es den Schmuckstücken aber im Innenraum geht und was mit dem luftgekühlten Vierzylinder-Otto-Boxermotor ist, der seinerzeit 47 PS leistete und an drei Punkten im Heck aufgehängt wurde, erfährt der Betrachter nicht.

Keine Idioten ohne Geld

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Eines der Fotos, mit denen Rob den Verkauf seiner 55 Bulli Typ2 T2 ankurbeln will.

(Foto: Rob)

Nun könnte der Interessent denken: Gut, dann reise ich über den großen Teich zu Rob und schaue mir die Sache mal vor Ort an. Das ist kein Problem. Nur hat Rob dem Bully-Tourismus gleich mal einen Riegel vorgeschoben: "$500 Cash to view them", verkündet er in der Kleinanzeige kurz. 500 US-Dollar will er also nur für die Betrachtung der Ware haben. Und um auch den letzten Touristen abzuschrecken, schreibt er weiter: "Will not respond to flakes with no money". Er wird also nicht auf irgendwelche "Spinner ohne Geld" reagieren.

Und noch etwas: Wer von Übersee kommt, soll sich solange ein Hotelzimmer mieten, bis alle finanziellen Dinge mit Robs Bank geklärt sind und die Fahrzeuge für den Versand freigegeben wurden. Nun sind das mit Blick auf 55 Bulli Typ2 keine unerfüllbaren Anforderungen. Allerdings sind Einzelkäufer raus. Denn Robs Motto ist: Nimm alle oder keinen. Dabei wäre es so schön, wenn man nur einen dieser prächtigen Oldtimer retten könnte.

Quelle: n-tv.de, hpr

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