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Schnell, sicher, teuer Autos, die 2018 beeindruckt haben

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Der Porsche 919 Evo hat 2018 beeindruckt.

(Foto: Rossen Gargolov)

Die Autoindustrie überrascht immer wieder mit allerlei Studien, Rekorden und Ideen. Doch blickt man über den Tellerrand der Neuvorstellungen hinaus, findet man für das Jahr 2018 fünf Autos, die auf ganz eigene Art beeindrucken.

Blickt man auf das Autojahr 2018 zurück, fällt es schwer, in der Menge der Premieren und Ankündigungen eine "Top 5" an beeindruckenden Fahrzeugen auszumachen. Geht man allerdings einen Schritt zurück und betrachtet die Dinge, die in den abgelaufenen zwölf Monaten in der Autowelt so passiert sind, kristallisiert sich doch eine Handvoll Ereignisse und Fahrzeuge heraus, die besonders hervorgehoben werden müssen. Fünf Autos, die 2018 beeindruckt haben.

Beeindruckend schnell: Porsche 919 Evo

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Kein anderes Fahrzeug war bis jetzt in der "Grünen Hölle" so schnell wie der Porsche 919 Evo.

(Foto: Porsche)

Exakt 35 Jahre galt der Nürburgring-Rekord von Stefan Bellof, der den legendären Eifelkurs 1983 mit seinem Porsche 956 in 6:11,13 Minuten umrundete. Kein anderes Fahrzeug war jemals schneller durch die "Grüne Hölle" gefahren – bis zum 29. Juni dieses Jahres. An jenem Tag stieg Porsche-Werksfahrer Timo Bernhard in den 919 "Evo", eine weiterentwickelte Version des Le-Mans-Siegers von 2017, der keinem Reglement unterliegt und ein paar Wochen zuvor im belgischen Spa-Franchorchamps bereits den Formel-1-Rundenrekord von Lewis Hamilton gebrochen hatte.

Der 919 Evo ist wohl das technisch aufwendigste Fahrzeug, das je auf dem Nürburgring unterwegs war, er verfügt über rund 50 Prozent mehr Anpressdruck, der über größere Spoiler und computergesteuerte Luftleitelemente generiert wird. Auf seiner Rekordrunde brauchte Bernhard für die etwas mehr als 20 Kilometer lediglich 5:19,55 Minuten – 50 Sekunden schneller als Bellof und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 235 km/h auf einer Rennstrecke, die über 73 Kurven und einen Höhenunterschied von 290 Meter verläuft.

Beeindruckend detailverliebt: McLaren Speedtail

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Mit dem Speedtail ist der Nachfolger für den legendären McLaren F1 gefunden.

Mit dem "Speedtail" bekommt der ikonenhafte McLaren F1 endlich einen würdigen Nachfolger. Was ihn von der Konkurrenz aus dem Hause Bugatti, Koenigsegg und Co. abhebt? Die Liebe zum Detail, die sich am Speedtail nicht nur optisch sondern auch technologisch und geschichtlich niederschlägt. Besonders auffällig ist anfangs die extrem lange tropfenförmige Karosserie, die vollständig aus Kohlefaser besteht und den Speedtail zum bisher aerodynamisch effizientesten McLaren macht – auch dank feiner Details wie den Radabdeckungen auf den Vorderrädern oder den einziehbaren Rückfahrkameras, die strömungsungünstige klassische Außenspiegel ersetzen.

Als Hommage an den F1 von 1993 ordnen die Briten das Cockpit außerdem mit einem zentralen Fahrersitz und zwei nach hinten versetzten Beifahrerplätzen an. Unter der stromlinienförmigen Außenhaut des Speedtail sitzt zu guter Letzt ein Hybrid-Antriebsstrang mit insgesamt 1050 PS, der den Dreisitzer in nur 12,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 300 katapultiert. Zum Vergleich: Der Urvater F1 benötigte für die gleiche Übung 23 Sekunden.

Beeindruckend mutig: Delta Futurista

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Den Delta Futurista zu bauen ist einfach nur mutig.

(Foto: Lancia)

Wer heute den Namen "Lancia" hört, der wird eher nicht an das einzige aktuelle Modell "Ypsilon" denken, das ohnehin nur noch in Italien angeboten wird. Lancia, das sind reinrassige Wettbewerbsfahrzeuge wie der 037, der "Donnerkeil" Stratos und vor allem der legendäre Delta – gerne auch als Homologationsmodell "Integrale" für den Rallyesport. Leider ist mit der Marke auch das berühmte Modell irgendwann aus den Verkaufsräumen verschwunden, Nachfolge ausgeschlossen. Gut, dass es mit "Automobili Amos" eine kleine Firma gibt, die nun sogenannte "Restomods" (Restaurierung und Modifizierung) auf Basis des Delta Integrale anbieten.

Das ist mutig, schließlich handelt es sich beim Delta "nur" um einen italienischen Kompakten aus den 90ern und nicht um einen Stuttgarter Sportler wie zum Beispiel bei den bekannteren Restomods von Singer (Porsche-911-Basis). Doch der "Delta Futurista" wie Eugenio Amos seine Neuauflage nennt, glänzt mit den gleichen Qualitäten wie der kalifornische Elfer: modernisierte Technik, attraktive Optik und eine kleine Stückzahl. Dazu kam der Futurista völlig überraschend und hat vielen Enthusiasten das Jahr versüßt. Danke dafür!

Beeindruckend sicher: Dallara F317

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Der Dallara F317 hat seiner 17jährigen Fahrerin das Leben gerettet.

(Foto: Thomas Suer)

Es war einer der beängstigendsten Unfälle in der abgelaufenen Motorsportsaison. Die 17-Jährige Sophia Flörsch touchiert beim Macau Grand Prix in der Anbremszone an der schnellste Stelle der Strecke das Hinterrad ihres Vordermanns, rutscht quer zur Leitplanke auf die Kurve zu und trifft am Scheitelpunkt mit hoher Geschwindigkeit auf einen weiteren Formel-3-Rennwagen. Dabei wird das Auto hochkatapultiert und fliegt über die Streckenbegrenzung hinweg – in einen Fotografenturm aus Metall.

Videoaufnahmen zeigen die unglaubliche Geschwindigkeit, in der alles passiert, die Zeitlupe die Intensität des Aufpralls. Doch einige Minuten später die Entwarnung: Rennfahrerin Flörsch trägt "nur" einen gebrochenen Wirbel davon, wird schnell operiert und hat keine Lähmungserscheinungen. Bedanken kann sie sich nach dem Unfall wohl beim Chassis-Hersteller Dallara, die offensichtlich ein beeindruckend sicheres Fahrzeug auf die Räder gestellt haben. Denn auch das Auto des Japaners Sho Tsuboi, den Flörsch mit voller Wucht seitlich traf, schützte seinen Piloten ausgezeichnet.

Beeindruckend teuer: Ferrari 250 GTO

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Der Ferrari 250 GTO beeindruckt nicht nur wegen seiner Kurven, sondern auch wegen des Preises, den er jedes Jahr auf Auktionen erzielt.

Schon in der jüngeren Vergangenheit wurden diverse Exemplare des Ferrari 250 GTO für mehrstellige Millionenbeträge versteigert. Kein Wunder, ist der GTO mit seinen sanften Kurven, der langen Haube und dem fantastischen V12-Motor doch der wohl schönste Rennwagen der 60er-Jahre. Lediglich 36 Exemplare rollten aus den heiligen Hallen in Maranello, was das Fahrzeug heute nur noch begehrenswerter macht.

Handelt es sich bei einem der Autos dann auch noch um ein solches, das unzählige Erfolge bei bedeutenden Rennen vorweisen kann, darf der Erlös bei einer Versteigerung schon mal ordentlich in die Höhe schießen. So wie diesen Sommer, als die Chassisnummer 3413 für umgerechnet rund 42 Millionen Euro den Besitzer wechselte. Der Verkäufer hatte den GTO im Jahr 2000 für "nur" 18 Millionen Euro gekauft. Eine Beeindruckende Wertsteigerung.

Quelle: n-tv.de, hpr/sp-x