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Spielplatz für große Jungs Bauma 2019 - Treffen der Giganten

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Alle drei Jahre treffen sich die Baumaschinenhersteller in München zur Bauma.

(Foto: Fabian Hoberg)

Alle drei Jahre findet in München die Bauma statt, die weltgrößte Messe für Baumaschinen. Hier zeigen Hersteller die ganz großen Dinger. Die Messe ist neben Fachbesuchern auch ein Tummelplatz für die Fans der Giganten. Ein Rundgang macht das deutlich.

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Gestandene Männer lassen sich in München gerne vor den Giganten fotografieren.

(Foto: Fabian Hoberg)

Erwachsene Männer, die sich vor Baggern und Baumaschinen fotografieren lassen, gibt es nicht? Von wegen. Auf der Bauma 2019, der weltgrößten Messe für Baumaschinen und Zubehör, passiert das die ganze Zeit. Mehr als 3700 Aussteller aus 63 Ländern und Regionen präsentieren bis zum 14. April ihre Baumaschinen und -fahrzeuge auf 614.000 Quadratmetern Fläche. Die Messe München erwartet bis zu 600.000 Besucher, darunter vor allem Fachbesucher aus Industrie und Handel, Dienstleister aus der Bauwirtschaft und Baustoffindustrie. Und eben Baumaschinen-Fans.

Großer Trend: Vernetzung

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Schon von Weitem sieht man die Kräne auf dem Münchner Messegelände.

(Foto: Fabian Hoberg)

Schon von Weitem sieht man die riesigen Kräne, die auf dem Münchner Messegelände in den Himmel ragen, dazwischen steht ein Riesenrad, wie bei einem Jahrmarkt. In 18 Hallen reihen sich Hersteller aus der ganzen Welt aneinander, zeigen ihre Neuheiten aus den Bereichen Baugeräte, Werkzeug, Antriebsstrang, Sensorik, Tunnelbau, Mine und Aufbereitungstechnik. Wie bei den Pkw ist der große Trend auf der diesjährigen Messe die Vernetzung der Fahrzeuge und Maschinen untereinander.

In diesen Bereich gehören auch autonomes Fahren, Digitalisierung sowie die Reduzierung von Schadstoffen. Erreicht werden soll Letzteres nicht nur mithilfe von Elektroantrieben bei den großen Baufahrzeugen, sondern auch durch Vermeidung von Feinstaub beim Bauen und Arbeiten. Liebherr präsentiert elektrische Antriebe für Bohrgeräte, Mobilkrane und Großmaschinen für den Minenbereich. Volvo enthüllt einen elektrischen Radlader, will ab 2020 auch einen elektrischen Kompaktbagger anbieten. WackerNeuson zeigt einen elektrischen Minibagger.

Während auf der Nutzfahrzeug IAA in Hannover Schwerlast-Lkw wie MAN TGS 32.400 Betonmischer, MAN TGX 18.510, Scania S730 A10x4 mit V8 oder Mercedes Actros 2546 mit neuem Multimedia-Cockpit und der schwere Arocs die Höhepunkte wären, ernten sie bei Baumaschinen-Fans nur ein müdes Lächeln.

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Welche Ausmaße ein Muldenkipper 777G hat, erkennt man erst, wenn Menschen daneben stehen.

(Foto: Fabian Hoberg)

In Halle B6 parken die schweren Geräte von Caterpillar. Der große Muldenkipper 777G kann mit seinen 929 PS bis zu 100 Tonnen transportieren, wiegt insgesamt bis zu 182 Tonnen. Ein Monster von einem Lkw. Die große Raupe D11T mit ihrem 850 PS starken Diesel kommt auf ein Gewicht von 104 Tonnen. Die größte Schaufel mit bis zu drei Metern Höhe hat dabei ein Volumen von 43,6 Kubikmetern. Daneben wirkt der Radlader 972M mit einem Gesamtgewicht von immerhin 25 Tonnen nahezu zierlich.

Für die ganz großen Maschinen werden selbst große Messehallen zu klein - sie stehen auf dem Freigelände: Riesige Bagger, Planierraupen, Mulchfräsen, Kräne, Arbeitsbühnen, hohe Bohrkräne, gewaltige Lastenkräne, ja ganze Betonwerke haben die Aussteller in den vergangenen Wochen hier aufgebaut. Besucher können mit einem Bauaufzug einen 24 Meter hohen Selfie-Turm hochfahren und sich dann vor den Baumaschinen fotografieren lassen.

Anlage sieht eher nach kleiner Stadt aus

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Bis zu 10.000 Tonnen Steine kann der Steinbrecher von E-Mark Megaton täglich verarbeiten.

(Foto: Fabian Hoberg)

Der Steinbrecher von E-Mark Megaton kann bis zu 10.000 Tonnen täglich brechen, das Material lagern und bei Bedarf Beton oder Asphaltdecken zuführen. Die grün lackierte Anlage aus Eisen und Blech sieht eher nach kleiner Stadt als nach Baumaschine aus. Ein paar Stände weiter parken Maschinen zur Straßenbearbeitung: Fräsen, Teermaschinen, Walzen und Kehrmaschinen. Am liebsten würde man jetzt auf den Fahrersitz springen und ein paar Runden drehen oder eine Straße frisch teeren.

Der Maschinenhersteller John Deere stellt auf der Freifläche Raupen, Bagger mit Ketten und Radantrieb aus. Die neue Planierraupe 1050K fährt nun unter Volllast gleichmäßig bergauf und bergab sowie Kurven. Liebherr zeigt mit seinem Teleskopausleger LTM 1230-5.1 einen mittleren Kran, der seinen Arm bis zu 75 Meter ausfahren und bis zu 230 Tonnen heben kann. Dahinter parkt der Liebherr LR 1800-1.0, ein Riese von einem fahrbaren Raupenkran. Bis zu 800 Tonnen hebt der Koloss aus Stahl. Der Bauer BG45 BS 95 Premium Line Bohrer hat eine Gesamthöhe von 42 Metern und kann bis zu 31,5 Meter in die Erde bohren.

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Der Hochlöffel-Baggers PC4000 ist ebenfalls ein Gigant seiner Art.

(Foto: Fabian Hoberg)

Komatsu zeigt auf dem Freigelände ein paar schwere Fahrzeuge in Aktion, lässt seine Baumaschinen zur Freude der meist männlichen Besucher im Kreis fahren. Im Hintergrund bewegt sich bei einer Demonstration die riesige Schaufel des noch riesigeren Hochlöffel-Baggers PC4000. Mit seinen 16 Zylindern und 1875 PS ist der tonnenschwere Gigant das ideale Arbeitsgerät für Minen und der Maschinentraum vieler Männer. Sie drängen sich, so nah es geht, an die Maschine, lassen sich von Kollegen oder Freunden fotografieren. Als Erinnerung, bis zur nächsten Bauma in drei Jahren.

Quelle: n-tv.de

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