Auto

In den Niederlanden bald Alltag Blitzer gegen Handy am Steuer

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Die Monocam kann innerhalb und außerhalb von Ortschaften eingesetzt werden.

(Foto: Niederländische Polizei)

Mal kurz Nachrichten auf dem Smartphone checken, das geht auch während der Autofahrt. Aber in den Niederlanden kann das bald teuer werden, denn mit einer Spezialkamera wird die Polizei dort Handy-Sündern zu Leibe rücken. Ein Modell auch für Deutschland?

Die Nutzung des Smartphones am Steuer und die damit verbundene Ablenkung ist nach Geschwindigkeitsüberschreitungen und betrunkenem Fahren eine der häufigsten Ursachen für Unfälle im Straßenverkehr. Das gilt so nicht nur für Deutschland, sondern zum Beispiel auch für die Niederlande. Dort hat man sich, um Handy-Sündern auf die Spur zu kommen, etwas Neues einfallen lassen. Die Lösung heißt hier Monocam.

Das neuartige Gerät wurde zum größten Teil von der niederländischen Polizei entwickelt. Der Name leitet sich von der in den Niederlanden geführten Kampagne "Mono" ab, nach der die Fahrerin oder der Fahrer eines Autos ausschließlich mit dem Führen des Fahrzeugs beschäftigt sein sollte. "Beim Autofahren solltest du dich auf den Verkehr konzentrieren. Du bist ungestört unterwegs. Keine Ablenkung durch dein Smartphone. So hast du den Blick auf der Straße und nicht auf deinem Bildschirm", rät die Kampagne.

Mobile Kamera

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Nur wenn zwei Polizisten über einen Straftatbestand befunden haben, kann eine Geldbuße erhoben werden.

(Foto: Niederländische Polizei)

Doch nun zum Gerät. Die Monocam ist eine mobile Kamera, die sowohl inner- als auch außerhalb geschlossener Ortschaften eingesetzt werden kann. Die für die Kamera notwendige Software wurde ebenfalls von der niederländischen Polizei entwickelt und ist in erster Linie dazu da, den Fahrer so abzulichten, dass er am Ende mit seinem Smartphone auf den Fotos zu erkennen ist. Die Voraussetzung für das Verhängen einer Geldbuße ist in den Niederlanden nämlich, dass eindeutig zu erkennen ist, dass der Fahrer ein Smartphone in der Hand hält. Und die Bußgelder haben es in sich. Bis zu 250 Euro werden bei unsern europäischen Nachbarn für ein solches Vergehen fällig.

Wofür das Smartphone im Zweifelsfall im Moment der Aufnahme verwendet wurde, spielt hier keine Rolle. Als Straftatbestand reicht der Umstand, dass Hand an das Handy gelegt wurde. Die Beurteilung des Fotos, das nach der Aufnahme umgehend an einen Beamten des Team Traffic geleitet wird, obliegt am Ende dem Vier-Augen-Prinzip. Zwei Polizisten müssen übereinstimmend einen Straftatbestand festgestellt haben. Wurde ein Verstoß festgestellt, schickt der Beamte das Bild und die Fahrzeugdaten an die Central Fine Collection Agency (CJIB), die dann die Geldstrafe an den Kraftfahrer weiterleitet.

Alles im Rahmen des Datenschutzes

Natürlich hat die Kamera auch in den Niederlanden die Datenschützer auf den Plan gerufen. Doch die mussten klein beigeben, denn die Datenschutzbehörden haben dem Verfahren zugestimmt. Im Grunde genommen gleicht es nämlich dem, das auch bei Radar- oder Blitzerfotos angewandt wird. Die Software sorgt dafür, dass die Gesichter möglicher Mitfahrer automatisch verdunkelt und unkenntlich gemacht werden. Die Speicherung der Bilder erfolgt nur bis zur Auswertung. Sobald sie an das CJIB geschickt wurden, werden sie von den Polizeirechnern gelöscht.

Bis zum heutigen Tag wurde nur eine Region in den Niederlanden mit der Monocam ausgerüstet. Sie soll aber schnell flächendeckend an die Polizei verteilt werden. Gut vorstellbar, dass sich auch die deutsche Polizei in naher Zukunft für die Monocam interessiert. Denn auch hierzulande wird die Nutzung des Handys am Steuer mit einem Bußgeld von 100 Euro und einem Punkt in Flensburg geahndet.

Quelle: ntv.de, hpr

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